A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

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hokip
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A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von hokip » Di 20. Mai 2008, 04:33

Hallo,

ich habe bei Ebay folgende A.Lange Uhr ersteigert: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... %26fvi%3D1
Ein Bild des Uhrwerkes kann man hier einsehen: http://www.bouffier-uhren.de/lange.jpg

Kann mir jemand etwas ueber das ungefaehre Herstellungsjahr sagen?
Das Zifferblatt ist signiert "A.Lange" "Glashütte/SA."
Das Gehäuse verfügt über einen Klappmechanismus.
Das Werk ist nicht signiert (was mich stutzig macht).
kann es sich um eine originale Lange handeln?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

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benaja8
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von benaja8 » Di 20. Mai 2008, 07:14

hokip hat geschrieben:Hallo,

ich habe bei Ebay folgende A.Lange Uhr ersteigert: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... %26fvi%3D1
Ein Bild des Uhrwerkes kann man hier einsehen: http://www.bouffier-uhren.de/lange.jpg

Kann mir jemand etwas ueber das ungefaehre Herstellungsjahr sagen?
Das Zifferblatt ist signiert "A.Lange" "Glashütte/SA."
Das Gehäuse verfügt über einen Klappmechanismus.
Das Werk ist nicht signiert (was mich stutzig macht).
kann es sich um eine originale Lange handeln?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.
also dafür, dass A. Lange schon so lange :D Uhren baut, die Taschenuhren allein :roll: sollte man glauben :?: , dass die ein Werk nicht verzieren und signieren.
Da stimmt definitiv was nicht :whistling:
Bild unscharf, wer sowas ehrlich anbietet, der macht anständige Fotos, wo man was sehen kann. Der Schriftzug kann nachgepinselt sein und der Rest ist halt nett zusammengestellt. :angry:
Schade, aber berichte mal mit ordentlichen Fotos über die tatsächlich zugeschickte Uhr. Kann ja so oder so belehrend sein.
Gruß Fred
Gruß
Fred

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Mikrolisk
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von Mikrolisk » Di 20. Mai 2008, 07:55

Ich hoffe, Du hast noch nicht bezahlt... :roll:
Besucht mich auf www.Mikrolisk.de - The horological trade mark index

royfocke
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von royfocke » Di 20. Mai 2008, 09:14

Für so ne Auktion so viel Geld hinzublättern... Mutig? Leichtsinnig? Unwissend?


Roy
Meine Traumuhr:
Damasko-Chrono mit eigenemUhrwerk;Tricompax;Tag/Datum;schwarzesZifferblatt;kratzfester60 min-Drehring...

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cleaver
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von cleaver » Di 20. Mai 2008, 09:57

Ich find es auch mutig. Finde schon etwas seltsam, dass die Uhr zum Sofort-Kaufen-Preis angeboten wurde. Wenn ich eine Lange & Söhne hätte und wüsste, dass die echt ist würd ich ein paar schöne Fotos machen und dann wahrscheinlich mehr als "nur" 1200 € bekommen. Entweder ist der Verkäufer blöd oder er wusste, dass die Uhr nicht ganz echt ist :? . In Ebay lässt sich sehen, dass er wohl schon ein paar Montblanc-Uhren gekauft hat, aber das heisst ja jetzt nicht so viel.

Falls die Uhr echt sein sollte, würde ich so 30/40er Jahre schätzen.

PS: Dafür, dass du so wenig Ahnung hast hast du aber schon eine ganz ordentliche Anzahl an Armbanduhren gekauft und eine hohe Summe an Geld bezahlt :shock: Da waren die Bilder auch nicht alle in guter Qualität wie ich sehe :whistling:

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von hokip » Di 20. Mai 2008, 15:32

Hallo,

ich kaufe generell viele Uhren (auch bei Ebay). Und bei den schlechtesten Fotos kann man eben die besten Schnapps machen. Ging ja bisher, fast, immer gut. Und bei denen, bei denen es eben nicht gut ging half bisher auch immer der Rat des Rechtsanwaltes. Der Verkäufer scheint auch in diesem Fall kulant zu sein und die Uhr zurücknehmen, falls diese keine echte Lange sein sollte.
ich habe gestern auch einmal Lange angeschrieben. Diese teilten mir mit, dass es ungewoehnlich sein solle, dass eine Lange nicht signiert ist. Ich solle einmal ein paar Bilder schicken. Antwort steht jetzt noch aus.
Aber da die Leute schreiben, dass es ungewoehnlich ist, macht mir Hoffnung, dass es eben nicht unmoeglich ist.

Schau'n mer ma'...

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von alinghi74 » Di 20. Mai 2008, 16:05

Halt uns doch bitte auf dem Laufenden.
Gruss alinghi74

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Roland Ranfft
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von Roland Ranfft » Mi 21. Mai 2008, 04:32

Moin Kinnings,

auch wenn's wehtut, das Werk war auch in ewas adretterer Verarbeitung zu haben:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... wk&PUW_500

Von Lange gab es zwar ein ähnliches Kaliber, aber da das später kam, als das PUW 500, erübrigt sich die Diskussion, wer von wem abgeguckt hat.

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

hokip
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von hokip » Mi 21. Mai 2008, 15:53

Hallo,

heute Antwort von Lange bekommen:

"Sehr geehrter Herr XXXXX,

vielen Dank für die Zusendung der Bilder. Das Werk hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem in den dreißiger und vierziger Jahren verbauten Schweizer ALTUS-Werk. Die ALTUS-Werke hatten allerdings eine etwas andere Klobenform und waren verziert und signiert. Das Zifferblatt entspricht in etwa den in dieser Zeit verwendeten Blättern.

Wir können Ihnen anbieten, im Uhrenmuseum von Glashütte zu recherchieren, ob es für solche Uhren ein offizielles Herkunftszertifikat gibt. Dabei wird anhand der Gehäusenummer eine Archivrecherche gegen eine Aufwandsentschädigung von EUR 84,00 plus Versandkosten durchgeführt. Bei positivem Ergebnis erhalten Sie von uns anschließend das Zertifikat sowie Kopien der originalen Werkstatt- und Verkaufsunterlagen, die u.a. über die Ausstattung der Uhr, den damaligen Verkaufspreis, das Verkaufsdatum und den Käufer Aufschluss geben.

Sollten Sie Interesse an diesem Angebot haben, wenden Sie sich bitte an unsere Kollegin Frau Gudrun Pahl (Tel.: +49-(0)35053-440, gudrun.pahl@lange-soehne.com).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Lange-Internet-Team"

Ich habe einmal noch ein Foto des Gehäuses hier eingestellt:
http://www.bouffier-uhren.de/lange3.jpg

bevor ich nochmals 84 Euros investiere, moechte ich wissen, ob solch ein Gehäuse jemanden bekannt ist.
Wie vormals erwähnt handelt es sich um ein Klappgehäuse mit Schanier, 585er Gold, Punzierungen sind lediglich die Nummer 35495, eine goldene Krone sowie 2 Dreiecke in einem ovalen Kreis.

Gruss, hokip

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benaja8
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von benaja8 » Mi 21. Mai 2008, 16:14

Also für mich liegt die Sache doch auf der Hand.
Das Gehäuse und das Zifferblatt könnten, in Worten: k-ö-n-n-t-e-n echt sein, das Werk ist kaputtgegangen und wurde durch ein ähnliches, das passt ersetzt.
Kriegswirren und Alter lassen das Werk unterbedeutend sein. Hauptsache man trägt eine Lange, oder überhaupt eine Uhr... :roll:
Gruß
Fred

osco
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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von osco » Mi 21. Mai 2008, 22:24

Hallo Hokip,

A.Lange & Söhne hat die Entwicklung eigener Armbanduhrenwerke in den guten Jahren der 20er Jahre verschlafen und hatte dann in der Zeit der Weltwirtschaftskrise wegen des stark geschrumpften Absatzes nicht mehr das Geld für eigene Entwicklungen. Deshalb wurden von Lange heute nicht mehr in allen Details nachvollziehbare Geschäftsbeziehungen mit anderen Firmen eingegangen.

Wie bereits erwähnt wurden von Lange auch ALTUS-Werke verwendet- allerdings erhielten Uhren mit ALTUS-Werken nach meinem Kenntnisstand generell die Aufschrift "A.Lange & Söhne, Genf". Ferner hat Lange auch die Marke "Delcona" verwendet, was wiederum Beziehungen zu der deutschen Firma Burkhardt & Cie. vermuten lässt. Auch von der UROFA wurden Werke an Lange geliefert.

osco

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von Roland Ranfft » Do 22. Mai 2008, 05:04

Moin Kinnings,

also was das Lange-Team sich da geleistet hat, ist schon stark.

Es ist zwar richtig, daß das von Lange verwendete Altus-Kaliber eine gewisse Ähnlichkeit mit dem PUW 500 hat. Aber ich kann mir keinen Uhrmacher mit mehr als einem Jahr Berufserfahrung vorstellen, der das Werk nicht auf den ersten Blick als PUW 500 (in besonders schlichter Ausführung) erkennt.

Ich will nicht ausschließen, daß Lange irgendwann mal preiswerte Uhren aus Pforzheimer Fertigung per Zifferblattdruck aufgewertet hat, aber gehört oder gelesen habe ich davon noch nie, und so recht vorstellen kann ich's mir auch nicht.

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von gubbi » Mi 18. Mär 2015, 14:39

Bin spät auf diesen Fred gestossen und muss mal was sagen.

Die Uhr ist gefälscht, das ZB wurde nachgedruckt, das Gehäuse ist unsigniert (dann ist es definitiv kein Lange-Gehäuse), die Nummer passt nicht zu einer Lange-Armbanduhr, das Werk ist ein Pforzheimer PUW 500 in gewöhnlichster Ausführung. Lange hat keine PUW-Werke verbaut.

Lange hat schweizer Altus-Werke zugekauft, fein vollendet und mit "LANGE" beschriftet, und unnumeriert in Armbanduhren verbaut. Ab 1940 wurde eine spezielle Sonderausführung des UROFA 522 mit Breguetspirale von Lange verbaut, die Lange-Nummer ist dort auf der Zifferblattseite des Werks. Die Uhren trugen die ZB-Beschriftung "LANGE-UHR / GLASHÜTTE i/SA.". Die Gehäuse tragen eine eindeutigeSeriennummer, die in jedem Fall im Lange-Archiv auffindbar ist und die Lange-Bildmarke mit dem Hosenbandorden. Die Wrksnummer ist, wenn vorhanden, immer gleich mit der Gehäusenummer.

Herr Ranfft meint im vorigen Beitrag, was sich die (heutige) Fa. Lange da geleistet hat.... :rofl:
Da hat er schon Recht! Wenn die bei Lange nicht sehen, was mit der Uhr ist, dann ist das blamabel. Ein wenig Sachkenntnis über die Historie wär bei so einer teuren Firma schon angebracht.

Übrigens ist die heutige Fa. Lange Uhren GmbH nicht im Besitz des Archivs der bis 1951 existierenden Fa. A.Lange&Söhne, denn es handelt sich ja um eine 1990 neu gegründete Firma. Das Lange-Archiv ist 1951 durch die Zwangsvereinigung der Glashütter Uhrenhersteller an die Firma GUB gekommen und die hat es nach 1990 in die Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte" gegeben. Es gehört also sozusagen und pikanterweise zum Besitz der Konkurrenz "Glashütte Original" (Swatch Group).
Ein Zertifikat über eine Lange-Uhr kann jedermann beantragen und kaufen, direkt beim Uhrenmuseum. Dazu braucht man die Fa. Lange nicht.

Und noch eine Anmerkung zu der weiter oben von OSCO zitierten Behauptung, Lange habe etwas mit der Marke Delcona zu tun. Dafür gibt es keinen einzigen nachprüfbaren Beleg. Das einzige sind die im Netz kreisenden diesbezüglichen Behauptungen, die auf einen vagen und unbelegten Hinweis in Herkners Glashütte-Buch zurückgehen.
Weiter ist es nicht zutreffend, daß die Lange-Uhren mit Altus-Werken mit "Lange Genf" beschriftet seien.

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von BSBV » Mi 18. Mär 2015, 21:08

.....äh, Du weißt schon das der Thread aus 2008 ist ?
Gruß

Bernd

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Re: A.Lange - kann jemand Herstellungszeitraum bestimmen?

Beitrag von jeannie » Do 19. Mär 2015, 08:38

Aber die Infos sind interessant. Ich finds gut, dass solches Knowhow hier dokumentiert ist. :thumbsup:
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