Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

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CarlSagan
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Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » So 26. Jun 2011, 20:26

Hallo aus dem flachen Norden in die Schweizer Berge :-)

Ich habe voller Elan angefangen nach Informationen zu Glashütter Uhren aus der DDR Zeit zu recherchieren und ... kenne nun noch weniger als vorher :shock:
Auch hier im Forum wird ja sehr viel geschrieben und noch mehr gefachsimpelt. Und so kam ich mir hier auch sehr schnell vor, wie der Kochlehrling beim 7 Sterne Koch :whistling:
Ich habe mir im bisherigen Leben schon so manche Uhr zugelegt und muss gestehen, auch manchen Zeitgeistwecker.
Zur Zeit trage ich eine Titanuhr, die schön klein und flach ist. Aber leider so gar nicht meinem Empfinden von schön entspricht.
Nun denn dachte ich mir, schau mal bei den Onlineversteigerern vorbei.
Ich suchte lange und fand eine Uhr, die ich nicht nur sehr witzig empfand, sondern auch als schön anzusehen. Natürlich liegt das im Auge von Himself ... :oops:
Eine Glashütte mit Militärtzifferblatt (Panzer, Schiff, Flugzeug). Auch gefiel mir die recheckige Form.
Ich traf einige Tage danach zufällig auf der Arbeit jemanden, der mir sagt, das ist doch ein ganz billiges Werk. Und somit blieb die Uhr in der sog. Internet-Bucht ...
Und da ich trotz Recherche nur gar keinen Entschluss mehr fassen kann, möchte ich mich hier einmal melden, um ggf. in Sachen mechanischer Uhr von Glashütte den einen oder anderen Ratschlag zu erhalten.
Ich könnte im Gegenzug Fundiertes in Sachen Fotografie anbieten :wink:
Also, was will ich eigentlich von einer Uhr.
Sie sollte schön flach sein. Ggf. einen Automatikaufzug haben. Dazu noch eine/n Datumsbereich/anzeige und einen Sekundenzeiger.
Sie sollte nicht groß auffallen am Handgelenk und doch das Männerauge erfreuen :idea:
Also eigentlich die Eier legende Wollmilchsau ... :whistling:
Diese Uhren zB. gefallen mir vom Aussehen sehr, obwohl sie doch recht unterschiedlich sind.
http://w8c0bz46u.homepage.t-online.de/e ... G_0003.JPG
http://pics.hanseschmuck24.de/auktionen/14141/1.jpg
Wenn die Schwarze noch schön flach wäre und eine Datumsanzeige hätte, sowie zur Krönung noch ein Zahlenzifferblatt ..... dann .... gibt es sie wahrscheinlich nicht ... :rofl:
Oder die Rechteckige schlankere Zeiger hätte und Leuchtziffern ... dann ... (siehe oben) :rofl:
Naja, ich mag dicke Chronografen nicht und auch keine verspielten Mode-Quarzuhren.
Vielleicht ist ja bis 150 oder 200 Euro etwas für meiner Mutter Sohn möglich. Weniger wäre natürlich nicht unbedingt zurück zu weisen …
Aber vielleicht tippen sich einige ob meines Romans hier auch schon mit dem Zeigefinger über die Augen an die Stirn.... :roll:

Ich bedanke mich ganz höflich bei Euch für die zu opfernde Zeit für die Antworten und verbleibe mit einem kräftigen "moin-moin" aus dem Norden,
Euer Eckhard
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von Speedymaster » So 26. Jun 2011, 22:42

Äähhhh --- ja!
Viele Grüße


Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω

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jeannie
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von jeannie » So 26. Jun 2011, 22:49

CarlSagan hat geschrieben:Eine Glashütte mit Militärtzifferblatt (Panzer, Schiff, Flugzeug). Auch gefiel mir die recheckige Form.
Ich traf einige Tage danach zufällig auf der Arbeit jemanden, der mir sagt, das ist doch ein ganz billiges Werk. Und somit blieb die Uhr in der sog. Internet-Bucht ...
Solche Bilder auf den Uhren sollen entsprechend verdrahtete Interessenten auf so etwas heiss machen. Also absolut nichts seriöses.

Deine Vorschläge zeigen auf einen starken Zug zu Vintage hin. Ist schon mal ganz gut. Da gibts viele schöne Formen. Investieren musst du, entweder Geld in Revisionen oder Zeit in Kompetenzerlangung, z.B. durch Lesen hier im Forum. :wink:
http://www.watchtools.ch Uhrenwerkzeug, direkt aus der Schweiz.

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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Mo 27. Jun 2011, 01:47

CarlSagan hat geschrieben: Sie sollte schön flach sein. Ggf. einen Automatikaufzug haben. Dazu noch eine/n Datumsbereich/anzeige und einen Sekundenzeiger...

Diese Uhren zB. gefallen mir vom Aussehen sehr, obwohl sie doch recht unterschiedlich sind.
http://w8c0bz46u.homepage.t-online.de/e ... G_0003.JPG
http://pics.hanseschmuck24.de/auktionen/14141/1.jpg
Moin Eckhard,
ok, Du suchst also eine alte Glashütte Spezimatic mit Datum.

Dieses Modell

Bild

gab es z.B. auch mit anderen Zifferblattfarben...

...und dieses Modell

Bild

gab es in dieser Form überhaupt nie.
Das Gehäuse war ursprünglich vergoldet, das Zifferblatt wurde nachträglich schwarz angemalt und die Beschriftungen waren im Original viel kleiner und feiner...

Also alles nicht so leicht... :wink:

Hier findest Du eine Auswahl von Spezimatics mit Datum (Kaliber 75):
http://watch-wiki.org/index.php?title=K ... mit_GUB_75
http://www.glashuette-archiv.de/gub/spe ... index.html (3 Seiten, unten weiterklicken)

Kaufen kannst Du da nichts, aber du kannst Dich informieren, welche Modellvarianten es gab.

Gruß, 660feet
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playman205
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Mo 27. Jun 2011, 10:38

Die Spezimatic-Freunde werden mich jetzt hassen und/oder mit Missachtung strafen, aber in my very humble opinion sind das sehr einfach gemachte Uhren zu - dank DDR-Nostalgie und Wiedererstehen der Glashütte-Kombinatsmarke als neue Glashütter Luxusuhrenmarke - weit überhypeten Preisen. Man ist mit einer gut und original erhaltenen Omega Seamaster aus den 1960ern immer besser bedient, was Verarbeitung und Werkqualität angeht. Okay, unter 400,- ohne Revision wird das da auch mittlerweile selten was, aber das ist man dann auch wirklich für immer noch kleines Geld in der Spitzenklasse der Alltagsuhren aus den damaligen Tagen.

Wenn es tatsächlich etwas militäraffines wie eine Fliegeruhr sein soll, würde ich in der Preisklasse immer zu einfachen Neuuhren, z.B. von Archimede, Laco oder Stowa (mit Googlen sollte man das finden) raten. Echte Stücke sind nie billig und häufig verbastelt, was ein Anfänger in der Materie einfach nicht erkennt. Das Geld wird dann mit einiger Sicherheit einfach nur weggeworfen und das ist auch bei kleineren Beträgen ärgerlich.

Holger
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660feet
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Mo 27. Jun 2011, 14:47

playman205 hat geschrieben:Die Spezimatic-Freunde werden mich jetzt hassen und/oder mit Missachtung strafen, aber in my very humble opinion sind das sehr einfach gemachte Uhren...
Jein.
Die Gehäuse waren zwar meist nur aus vergoldetem Messing, das ist richtig. Die Goldschicht war allerdings so dick, dass es sich in den ehemaligen Ostblockstaaten gelohnt hat, alte Spezimatic-Gehäuse zur Goldgewinnung :mrgreen: heranzuziehen! - Es gab auch mal jemanden, der im Internet Stahlgehäuse für die alten Spezimatics angeboten hatte (as-glashuette.de). Tja, das wurde ihm aber offenbar untersagt. - Hmm, wer das wohl war? :D

Das Werk selbst ist m.E. technisch gar nicht schlecht. Immerhin war es in der damaligen Zeit mit ca. 5 mm Bauhöhe eines der flachsten Automatikwerke üpberhaupt. Ok, es hat ein paar konstruktive Eigenheiten und eben nullkommanull Finissage, aber es läuft doch sehr ordentlich - entsprechende Wartung vorausgesetzt. Da gibt es schlechteres.
playman205 hat geschrieben:zu - dank DDR-Nostalgie und Wiedererstehen der Glashütte-Kombinatsmarke als neue Glashütter Luxusuhrenmarke - weit überhypeten Preisen.
Wider Erwarten hat mich der Kauf einer solchen Uhr am 11.04.2010 zum Preis von 63,90 EUR plus 4,10 EUR Versand *nicht* in eine finanzielle Notlage gestürzt. :wink: Mittlerweile hat sie mir ein befreundeter Sammler aber schon wieder abgeluchst. :shock: Ohne jetzt ein ausgesprochener Spezimatic-Fan zu sein ist es natürlich völlig unstrittig, dass die optisch quasi identische GO Sixties für > 4.000 EUR ein deutlich besseres P/L-Verhältnis besitzt... :mrgreen: :wink:
playman205 hat geschrieben:Man ist mit einer gut und original erhaltenen Omega Seamaster aus den 1960ern immer besser bedient, was Verarbeitung und Werkqualität angeht. Okay, unter 400,- ohne Revision wird das da auch mittlerweile selten was, aber das ist man dann auch wirklich für immer noch kleines Geld in der Spitzenklasse der Alltagsuhren aus den damaligen Tagen.
Völlig richtig, aber man muss eben bei beiden Uhren die Automatik-Versionen mit Datum vergleichen und da ist man bei der Seamaster doch sehr schnell in dem von Dir genannten Bereich.
Für die anvisierten 150-250 Euro etwas vernünftiges zu bekommen ist heute kaum mehr möglich.

Gruß, 660feet :wink:
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playman205
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Mo 27. Jun 2011, 15:52

660feet hat geschrieben:Da gibt es schlechteres.
Ganz sicher sogar. Aber wir schauen hier ja auch überwiegend nur auf die 5% Topuhren aus der Zeit und lassen die 95% Buntmetallschrott, der mittlerweile schon lange auf dem Weg zu einem neuen Recyclingleben antreten sollte, außen vor. Und von den Tuning-Exemplaren à la Q1 abgesehen, sehen die alten Glashütte-Werke aus, als hätte man sie mit 'ner verrosteten Nagelfeile aus einem Stück Altmessing herausgeholt. :wink: Da finde ich ein altes Zenith-, Eterna-, Longines-Werk schon etwas hochwertiger gemacht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass metallurgische Spezialitäten wie Glucydur oder die Präzision im Detail analog den bekannten schweizer Werken, die ja die Ganggenauigkeit im Endeffekt ausmacht, da schon großzügig Eingang fanden.
660feet hat geschrieben:
playman205 hat geschrieben:zu - dank DDR-Nostalgie und Wiedererstehen der Glashütte-Kombinatsmarke als neue Glashütter Luxusuhrenmarke - weit überhypeten Preisen.
Wider Erwarten hat mich der Kauf einer solchen Uhr am 11.04.2010 zum Preis von 63,90 EUR plus 4,10 EUR Versand *nicht* in eine finanzielle Notlage gestürzt. :wink:
Womit Du aber viel Glück hattest. 200,- für so ein Teil sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Natürlich findet nicht jedes Angebot dafür seinen Käufer.
660feet hat geschrieben:Ohne jetzt ein ausgesprochener Spezimatic-Fan zu sein ist es natürlich völlig unstrittig, dass die optisch quasi identische GO Sixties für > 4.000 EUR ein deutlich besseres P/L-Verhältnis besitzt... :mrgreen: :wink:
Naja, P/L? Wer wird denn an unser Hobby ein Preisschild hängen? :wink: Natürlich bekommt man mit zwanzig Spezimatics buchstäblich mehr Uhr für's Geld, aber auch wenn ich gegen das olle Kal. 39 etwas Vorbehalte habe, komme ich nicht umhin festzustellen, dass das auch eine ganz andere Uhr ist, an der man viel Spaß an den diversen Verarbeitungsdetails haben kann. Oberflächlich gleich aussehen ist halt noch nicht das gleiche. :wink: Ich hätte definitiv lieber die Sixties. :D
660feet hat geschrieben:Völlig richtig, aber man muss eben bei beiden Uhren die Automatik-Versionen mit Datum vergleichen und da ist man bei der Seamaster doch sehr schnell in dem von Dir genannten Bereich.
Für die anvisierten 150-250 Euro etwas vernünftiges zu bekommen ist heute kaum mehr möglich.
Ja, aber bei vergleichsweise so geringen Aufpreisen würde ich jemand, der sowieso offensichtlich ein paar Euro zu viel in der Tasche hat, wenn er sich aus Spaß 'ne alte Uhr kaufen will :wink:, eher empfehlen, den kleinen Schritt in Richtung gehobener schweizer Mittelklasse noch weiter zu gehen und dafür potenziell lange ungetrübte Freude mit einem klar überlegenen Produkt zu haben. Dabei realisiere ich auch, dass ohne detaillierte Wissensaneignung da eigentlich gar nichts passieren kann. Wenn sich jemand ohne Kenntnisse auf den Vintage-Markt begibt, wird er entweder viel Geld zahlen müssen oder schrecklich eingehen.

Das mit der Goldgewinnung aus vergoldeten Spezimatic-Gehäusen ist aber eine sehr witzige Anekdote, das wusste ich noch nicht. :wink:

Holger
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5 Hertz
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 5 Hertz » Mo 27. Jun 2011, 16:09

Der Glashütte-Hype ist auch damit zu erklären, dass die Uhren aus der DDR-Zeit ein abgeschlossenes Sammelgebiet darstellen und einige Sammler auf eine komplette Sammlung eben wert legen. Gestern ging in der Bucht ein Kaliber 66 für über 1.800 Euro über den Tresen. Das Werk ist absolut simpel, die Finissierung indiskutabel. Die geringe Stückzahl (wahrscheinlich weniger als 8000 Stk.) erklärt den Preis. Die Überlegungen Holgers sind richtig und obwohl Glashütte-Sammler, gebe ich ihm völlig recht; die Spezimatik in ihren drei Varianten (Kal.74/75/vergold. Werk) sind Automatik-Werke einfachster Ausführung. Jede Junghans-Automatik selbst die Bifora-Massenware aus den 50er und 60ern ist z.T. aufwändiger gearbeitet als die millionenfach gefertigten Spezimatik-Werke. Aber Sammelleidenschaft entzieht sich i.d.R. rationaler Betrachtung und so werden auch in Zukunft die DDR-Uhren (incl. Fakes wie die Spezimatik im Chrom-Gehäuse) zu nicht nachvollziehbaren Preisen die Besitzer wechseln.

Vor die Wahl gestellt ein Glashütte-Kaliber 66 oder eine Omega-Speedmaster, zu erwerben, würde sich die Waage tief, sehr tief in Richtung Omega neigen.

Grüsse Alex

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CarlSagan
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » Mo 27. Jun 2011, 16:18

Hallo von unterwegs!

Also zunächst einmal vielen, vielen Dank für die Antworten.
Das ist ja sehr ineressant, was ich hier lesen kann.
Nunja, es sollte keine! Wertanlage werden und auch keine Millitätuhr. Ich fand das Ziffernblatt eben nur nett. Naja.
Was ich suche ist ein Kaliber, das gut in Hinsicht auf Qualität und Wartung ist, zuverlässig läuft (möglichst automatisch aufgezogen) und nicht zu protzig aussieht. Also flach und nichts "durchsichtiges" (Glasboden etc.) als Uhr.
Ich benötige keinen Defizitausgleich zur Kompensation für ..... wie manche Porschefahrer ... :whistling: :rofl: (Entschuldigung :wink: )
Ich hatte mal eine Omega (Geneve oder so) und eine Junghans von einm Kunden erhalten, aber leider doch mit sehr starken Tragespuren und mein "netter" Uhrmacher um die Ecke wollte scheinbar gerade zu dem Zeitpunkt seine neue Jacht mit mir finanzieren. Weshalb sie in der Bucht landeten und mit Kusshand abgenommen wurden.
Vielleicht kann man das ja auch etwas einengen. Welche vielleicht zwei oder vielleicht drei Werke von Glashütte sind denn nicht "sehr einfach gemachte Uhren"? Sondern auch für die nächsten 25 Jahre gut, sowie auch ganggenau.
Hat jemand da auch schon persönliche Erfahrungen sammeln können, oder müssen?
Das Aussehen habe ich ja schon als Link zu nachschauen erhalten.

Sodenn viele Grüße von der Küste in die Berge,
Eckhard
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » Mo 27. Jun 2011, 16:46

Hallo 660feet!

Also dass Glashütte-Uhren schon gefälscht werden, hätte ich so eher nicht vermutet :shock:
Sehr herzlichen Dank für die Links. Dort bin ich gleich am suchen. Doch welches relativ solide Werk steckt in welcher Uhr, oder geht das nach den Jahreszahlen?
Sog. günstigere Neuauflagen gab es dort wohl doch nicht, oder?
Und scheinbar werden ja in der Bucht in Deutschland auch Plagiate angeboten .... :x
Also eine Neue wollte ich mir so eigentlich nicht leisten, da mein "Taschengeld" doch eher in die Foto- und Teleskopausrüstung geht :whistling:
Und eine Uhr sollte nicht aussehen wie ein kleiner Hubschrauber mit 5 Zeigerwerken, oder ein Glasschaukasten mit beweglichen Innenteilchen, sondern eben wie eine Uhr zum Zeit anzeigen.
Ich hoffe, ich werden wegen meiner Vorliebe für eher Praktisches, nun nicht umgehend geteert und gefedert :roll:

Vielen Dank nochmals für die Links, denen ich heute abend sicher ausführlichst nachgehen werde.
Schöne Grüße aus
http://static.panoramio.com/photos/orig ... 110690.jpg

Eckhard


*** Edit Modi: Tofu gelöscht! ***
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Mo 27. Jun 2011, 17:27

playman205 hat geschrieben:Womit Du aber viel Glück hattest. 200,- für so ein Teil sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Natürlich findet nicht jedes Angebot dafür seinen Käufer.
Hallo Holger,
habe mir gerade die Preise der aktuell beendeten Spezimatic-Auktionen angeschaut. Die Zuschläge bewegen sich zwischen 35 und 462 EUR! :shock:
Ok, vielleicht hatte ich damals intuitiv alle Angebote über 80 EUR positiv verdrängt... :mrgreen:
playman205 hat geschrieben:Oberflächlich gleich aussehen ist halt noch nicht das gleiche. :wink: Ich hätte definitiv lieber die Sixties. :D
Ich befürchte, da hätte ich lieber das Geld. Deshalb habe ich auch die Scheine noch nicht gegen die Uhr getauscht... :lol:
Nein, im Ernst: der Neupreis dieser Uhr ist in meinen Augen nicht minder "übergehypt"... :wink:
5 Hertz hat geschrieben:Jede Junghans-Automatik selbst die Bifora-Massenware aus den 50er und 60ern ist z.T. aufwändiger gearbeitet als die millionenfach gefertigten Spezimatik-Werke.
Hallo Alex,
mit Ausnahme der Junghans- und Bifora-Chronometerkaliber und des J88-Chronographen hätte ich diese Werke eher auf eine vergleichbare Qualitätsstufe gestellt.
5 Hertz hat geschrieben:Vor die Wahl gestellt ein Glashütte-Kaliber 66 oder eine Omega-Speedmaster, die locker für 1.800 € zu bekommen wäre, würde sich die Waage tief, sehr tief in Richtung Omega neigen.
Klar, gar keine Frage!
Wobei ich mich in dieser Preisregion bereits nach Zenith / Movado mit El Primero oder 146 HP umschauen würde bzw. bereit wäre, für eine Speedmaster 321 noch etwas draufzulegen - entsprechender Zustand vorausgesetzt.

Gruß, 660feet :wink:
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von Roland Ranfft » Mo 27. Jun 2011, 17:45

Moin Holger,
playman205 hat geschrieben:Die Spezimatic-Freunde werden mich jetzt hassen und/oder mit Missachtung strafen...
Das ist noch gar nichts. Mich wird die gesamte viel größere Militäruhren-Fraktion hassen wegen weil...
playman205 hat geschrieben:Wenn es tatsächlich etwas militäraffines wie eine Fliegeruhr sein soll
....ich hier ein paarmal gucken mußte, um zu erkennen daß da nicht militäraffig steht.

Moin 660feet,
660feet hat geschrieben:....Immerhin war es in der damaligen Zeit mit ca. 5 mm Bauhöhe eines der flachsten Automatikwerke üpberhaupt.
Diese Falschmeldung ist so unausrottbar wie das Eisen im Spinat. Richtig ist, daß es so gut wie keine zeitgenössischen Neukonstruktionen gab, die höher waren. Selbst die zeitgleichen Brot-und-Butter-Teile von AS und ETA waren flacher, und Flachmacher wie Buren, Eterna oder Universal zeigten erst recht, wo es lang geht. Und sogar der große Bruder UdSSR demonstrierte, daß auch der real vegetierende Sozialismus etwas vom Plattmachen verstand: Das Poljot 2515 war wirklich kurzzeitig das flachste Werk mit Zentralrotor.

Wahrscheinlich kannten die Werbe-Bonzen der DDR nur Rolex (na klar), und die gehörten damals wie morgen zu den dicksten

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Mo 27. Jun 2011, 18:05

Hallo Roland,
ok, war missverständlich formuliert.
Ich korrigiere: es war eines der flachsten deutschen Automatikwerke überhaupt:

GUB 74 (06-25)
H= 4.25mm (4.95mm with rotor bearing)
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... swk&GUB_74

Die Automatikwerke von PUW, Förster, Durowe, Otero usw. waren alle höher.

Ausnahme: HB 312 "Ultramatic"
H= 4.7mm
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... swk&HB_312

Ein Rolex 1570 darf da also gar nicht mitmachen... Schwein gehabt! :mrgreen:

Gruß, 660feet
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Di 28. Jun 2011, 10:19

660feet hat geschrieben:
playman205 hat geschrieben:Oberflächlich gleich aussehen ist halt noch nicht das gleiche. :wink: Ich hätte definitiv lieber die Sixties. :D
Ich befürchte, da hätte ich lieber das Geld. Deshalb habe ich auch die Scheine noch nicht gegen die Uhr getauscht... :lol:
Nein, im Ernst: der Neupreis dieser Uhr ist in meinen Augen nicht minder "übergehypt"... :wink:
Okay, ich habe die Scheine ja auch noch und nicht die Uhr. :wink: Ich gestehe aber, dass ich kurz überlegt habe, als die Sixties hier kürzlich mal im SC aufgetaucht ist, deutlich unter Listenpreis selbstverständlich. Ich finde die Uhr von Optik und Haptik her sensationell. Allein das Werk lässt mich eher unbeeindruckt, da hätte ich schon lieber das Kaliber 100.
Roland Ranfft hat geschrieben:
playman205 hat geschrieben:Die Spezimatic-Freunde werden mich jetzt hassen und/oder mit Missachtung strafen...
Das ist noch gar nichts. Mich wird die gesamte viel größere Militäruhren-Fraktion hassen wegen weil...
playman205 hat geschrieben:Wenn es tatsächlich etwas militäraffines wie eine Fliegeruhr sein soll
....ich hier ein paarmal gucken mußte, um zu erkennen daß da nicht militäraffig steht.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :wink:

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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von Philipp » Di 28. Jun 2011, 11:20

... ein Lübecker - Herzlich Willkommen - dort habe ich die erste Hälfte meines Daseins verbracht. :lol:
CarlSagan hat geschrieben:Schöne Grüße aus
http://static.panoramio.com/photos/orig ... 110690.jpg

Eckhard
Gruß aus Berlin
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