Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

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660feet
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Di 28. Jun 2011, 12:41

playman205 hat geschrieben:Okay, ich habe die Scheine ja auch noch und nicht die Uhr. :wink:
Was ist das hier eigentlich für ein Forum?
Alle haben Scheine und keiner eine Uhr... :mrgreen: :rofl: :whistling:

Gruß, 660feet
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playman205
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Di 28. Jun 2011, 14:28

Geizhalsforum. :mrgreen: Alle warten angespannt auf die Exit-Uhr, die nicht kommt. :wink:

Holger
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Roland Ranfft
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von Roland Ranfft » Di 28. Jun 2011, 18:27

Moin 660feet,
660feet hat geschrieben:Ich korrigiere: es war eines der flachsten deutschen Automatikwerke überhaupt:
Ach ja, in den 60ern war der Wettlauf um die flachste Automatic voll im Gange, und irgendwie haben alle gemogelt, um wenigstens ein paar Tage weltweit (oder wenigstens DDR-weit) am flachsten zu sein.

Der Vergleich zwischen GUB und dem (älteren) PUW 126X ist bereits unmöglich: Ohne Datum ist das GUB flacher, mit Datum das PUW. Es war also eine Frage der Prioritäten, und PUW zeigte die bessere Anpassung an den Markt, GUB an den Fortschritt des Sozialismus.

Interessant ist für mich, daß der sog. Sozialismus zwar den allgemenen Wohlstand effizient ausbremste, aber nicht die Kreativität von Technikern. Das GUB 74/75 war seinerzeit eine moderne Konstruktion, und nur das Finish zog es wieder in Bodennähe. Und das Poljot 2415 fand ich sogar so interessant, daß ich mich zu ein paar Detailfotos hinreißen ließ:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... oljot_2415

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

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660feet
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Mi 29. Jun 2011, 11:11

playman205 hat geschrieben:Geizhalsforum. :mrgreen: Alle warten angespannt auf die Exit-Uhr, die nicht kommt. :wink:
Flipperforum. :mrgreen: Alle hatten schon eine Exit-Uhr, haben es aber nicht realisiert und haben sie schnell wieder verkauft. :lol:

Gruß, 660feet
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CarlSagan
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » Mi 29. Jun 2011, 22:22

Hallo 660feet !
Die Seiten habe ich durchforstet und auch so einige nette Varianten gefunden.
Ich sprach es ja schon an. Welches Kaliber kann man denn ruhigen Gewissens für die nächsten 20 Jahren einkaufen?
In Sachen Qualität, und Zuverlässigkeit .
Es wäre doch sehr schade, wenn man eine schöne Uhr ohne Funktion hätte, oder sie ungenau geht.
Vielen Dank für Deine Antwort,
Eckhard
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 660feet » Do 30. Jun 2011, 01:57

CarlSagan hat geschrieben:Sie sollte schön flach sein. Ggf. einen Automatikaufzug haben. Dazu noch eine/n Datumsbereich/anzeige und einen Sekundenzeiger...
660feet hat geschrieben:ok, Du suchst also eine alte Glashütte Spezimatic mit Datum.
Hallo Eckard,
wenn die oben genannten Kriterien erfüllt sein sollen (Automatikwerk mit Datumsanzeige), kommt bei einer alten Glashütte nur das Kaliber 75 in Frage. Das Kaliber 74 ist praktisch das gleiche Automatikwerk, es hat aber keine Datumsanzeige. Eine Zentralsekunde haben beide.

Wenn Du so eine Uhr 20 Jahre lang tragen möchtest, was bereits eine Menge Leute vor Dir getan haben, sollte das Werk in einwandfreiem Zustand und frisch gewartet sein. Die Uhr muss dann etwa alle 7-8 Jahre zum Ölwechsel, am besten beim handwerklich versierten Uhrmacher Deines Vertrauens. Dabei sollten auch die Dichtungen kontrolliert werden.

Schau auch mal auf die Webseite von Roland, da kannst Du sicher sein, dass Du keinen Mist angedreht bekommst. Die rot unterlegten Angebote stammen von ihm selbst.
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun.cgi ... ft&a&1usau

Wenn es keine Spezimatic sein muss, würde ich persönlich diese hier nehmen:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun.cgi ... 1310569204

Gehäuse, Band und Werk sind um Längen besser und der Preis wird Dich auch nicht umhauen.

Ende der Werbeeinblendung... :mrgreen:

Gruß, 660feet :wink:
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von Diver » Sa 2. Jul 2011, 21:23

Manche sagen billig Schrott aus der DDR, wo sie ned ganz Unrecht haben zumindest gilt das für gewisse Ebay Auktionen.
Was sie für mich interessant machen ist, das sie gut laufen und mal ne Abwechslung zu dem Schweizer Massenschrott
darstellen. Nur, man sollte wirklich ne Gute erwischen, deswegen gut hinschaun wenn möglich von nem Fachmann
kaufen.

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bandit71
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von bandit71 » Do 7. Jul 2011, 12:05

Ein nettes Thema und erinnert mich an meinen "Einstieg" in die Welt der alten Uhren. :D
Habe diese hier, zufällig am Flohmarkt, von einem alten sehr symphatischen Herrn für 120,- EUR gekauft.

Bild

Bild

Faszinierend auch, das es bei diesen GUB's scheinbar unzählige Zifferblatt Varianten gab. :o

Grüße aus Wien, Oskar

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CarlSagan
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » Mo 11. Jul 2011, 16:29

Hallo Playman!

Ich habe mich zwar für die Schweizer Werke entschieden, will aber mal auf die von Dir benannten Q Werke eingehen. Gab es die eigentlich auch im Automatikbereich?
Lesen kann ich da so nichts. 70.3 war das Letzte glaube ich.
Denn das wäre ja vielelicht bei passendem (spartanischem) Ziffernblatt, doch noch etwas für meiner Mutter Sohn :-)
Diese Uhren sind so meine Geschmacksrichtung.
http://www7.pic-upload.de/11.07.11/4l5rxny1dp66.jpg
Naja, ich mag halt die UHREN und nicht die Zeigerspielzeuge .... Ein Glück ist das Geschmackssache. :whistling:
Und Eine hab ich ja schon ... :wink:

Schöne Grüße,
Eckhard

"Und von den Tuning-Exemplaren à la Q1 abgesehen, sehen die alten Glashütte-Werke aus, als hätte man sie mit 'ner verrosteten Nagelfeile aus einem Stück Altmessing herausgeholt. :wink: Da finde ich ein altes Zenith-, Eterna-, Longines-Werk schon etwas hochwertiger gemacht."
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von 5 Hertz » Mo 11. Jul 2011, 19:01

Hallo Eckhard,

die sogenannten "Güteuhren" mit dem Gütezeichen 1Q (erste Qualität) sind nur geringfügig anders, als die Nicht-Güte-Uhren. So unterscheiden sich die Güte-Uhr-Kaliber 60.2 sowie 60.3 von ihren einfachen Kaliberentsprechungen 60 und 60.1 lediglich durch den Sonnenschliff auf dem Räderwerk und wahlweise entweder durch eine Stoßsicherung und Ankerraddeckstein oder durch in Chatons gelagerte Steine bei fehlender Stoßsicherung. Die Güte-Uhren vom Kalber 70.3 unterscheiden sich nur durch eine vergoldete Schraubenunruhe vom einfachen Kaliber 70.1. Zum Kaliber 70.3 wurden z.T. auch Gang-Zertifikate geliefert. Auf den Zifferblättern stand dann zusätzlich zum 1Q noch der etwas hochtrabende Begriff "Chronometer". Ich habe Zweifel ob diese Uhren tatsächlich die Chronometer Anforderungen erfüllt haben. Güte-Uhr Varianten bei Automatik-Kalibern sind mir unbekannt. Abgesehen von der vergoldeten Spezimatik-Variante Kal. 06-66, die genauso gut oder schlecht lief wie die Kaliber 74/75, gibt es hier keine Veränderungen, auch nicht bei den Vorgänger-Automatik-Kalibern 67.1/68.1 oder auch den Nachfolgern 11-25/11-26 und 11-27 (Spezichron).

Grüße Alex

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playman205
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Di 12. Jul 2011, 10:12

CarlSagan hat geschrieben:Ich habe mich zwar für die Schweizer Werke entschieden, will aber mal auf die von Dir benannten Q Werke eingehen. Gab es die eigentlich auch im Automatikbereich?
Da kennt sich 5 Hertz als Sammler in diesem Bereich, wie Du schon gesehen hast, um Lichtjahre besser aus als ich.
CarlSagan hat geschrieben:Diese Uhren sind so meine Geschmacksrichtung.
http://www7.pic-upload.de/11.07.11/4l5rxny1dp66.jpg
Naja, ich mag halt die UHREN und nicht die Zeigerspielzeuge .... Ein Glück ist das Geschmackssache. :whistling:
Alle mechanischen Uhren sind heute Zeigerspielzeuge, keine ist da weniger als Spielzeug als andere, weil sie allesamt technisch überholt sind und nur aus Liebhaberei/Langeweile/ZuVielGeld gekauft werden. :wink:

Was Dir offensichtlich zu gefallen scheint, sind Uhren mit aufgelegter, erhabener Minuterie. Davon gibt es unzählige alte Modelle. Kaufe nicht nur deshalb eine Uhr, weil Dir ihr Zifferblatt gefällt, das hat dann was vom Murmelsammeln. :D Schürfe tiefer, schau' erst auf die technischen Innereien und suche dann ein Modell, dessen Design Dir mit diesem Innenleben gefällt. Bei Altuhren ist noch der technische und optische Erhaltungszustand extrem wichtig, wenn die Uhr noch lange Freude machen soll.

Hier mal ein paar Uhren, die Dir vermutlich gefallen könnten.

IWC Jubiläumsportugieser von 1993, 42mm Durchmesser
Bild
(c) Hertie

Hier mal das Werk, IWC Cal. 98:
Bild
(c) Hertie

Gibt's auch kleiner, IWC Ref. 309, hier meine von 1959 mit 33,5mm Durchmesser:
Bild

Werkbild IWC Cal. 89:
Bild

Mal in Schwarz, meine Zenith Sporto von 1960:
Bild

Und das Werk, Zenith 40T:
Bild

Oder auch mal in Gold von der großen alten Marke Eterna:
Bild

Und auch hier das Werk, Eterna 1412U:
Bild

Damit eine der schönsten klassischen Uhren mit dieser Form von Minuterie nicht zu kurz kommt, ...

Bild
(c) cool runnings

...hier die schwarze Ref. 666 von IWC, die erste Ingenieur-Baureihe.

Vielleicht schaust Du Dir einfach mal den Welche-Uhr-tragt-Ihr-heute-Thread hier im Vintagebereich von Anfang bis Ende an. :wink: Ich bin sicher, dass Du da noch viel mehr Anregungen für weitere Designformen finden wirst.

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CarlSagan
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von CarlSagan » Di 12. Jul 2011, 17:34

Hallo Holger!
Sehr herzlichen Dank für die Uhrenvorstellungen. Natürlich treffen sie meine Geschmacksrichtung.
Naja, ich traue es mich garnicht zu schreiben, aber die IWC ist natürlich eine schöne Sache. Vom Werk natürlch ebenso exzellent. Aber da muss ich wohl noch einige Socken stopfen und hier zu hause sehr lieb sein :wink: bevor das in der Finanzplanung einen Platz im oberen Bereich findet. :whistling:
Aber nichts ist unmöglich und mit dem Letzteren kann ich ja heute gleich einmal beginnen ... :lol:
Anfangs hatte ich mich nur auf Automatiken fixiert. Mittlerweile habe ich u. a. beim lesen des "Was trage ich heute..." (allei beide) auch sehr schöne Handaufzüge gefunden.
Ich finde helle/weisse Ziffernblätter mit arabischen Zahlen, oder stilisierten Einteilungen sowie mgl. Zentralsekunde sehr angenehm.
Ein Datum macht dann das Ganze komplett.
Seit ich hier schon Stunden mit dem lesen zugebracht habe, bin ich auch schon auf Wertigkeit der Antriebe fixiert.
Aber da muss ich eben wahrscheinlich noch sehr lange auf den geballten Wissensvorsprung der "Altforisten" zurück greifen.
Aus dem "off" :wink: kommt gerade der Spruch, ich sollte das nicht zur Obsession hochwachsen lassen.
Abe rje mehr man sich mit der Uhrenmaterie beschäftigt, desdo mehr findet die Faszination dafür Platz in einem.
So nun gehts es gleich an die Teller und Tassen ...
Schönen Dank nochmals für die Fotos und ebenso schöne Grüße von der Küste.
Eckhard
Vielleicht schaust Du Dir einfach mal den Welche-Uhr-tragt-Ihr-heute-Thread hier im Vintagebereich von Anfang bis Ende an. :wink: Ich bin sicher, dass Du da noch viel mehr Anregungen für weitere Designformen finden wirst.
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von playman205 » Mi 13. Jul 2011, 11:23

CarlSagan hat geschrieben:Sehr herzlichen Dank für die Uhrenvorstellungen. Natürlich treffen sie meine Geschmacksrichtung.
Naja, ich traue es mich garnicht zu schreiben, aber die IWC ist natürlich eine schöne Sache. Vom Werk natürlch ebenso exzellent. Aber da muss ich wohl noch einige Socken stopfen und hier zu hause sehr lieb sein :wink: bevor das in der Finanzplanung einen Platz im oberen Bereich findet. :whistling:
IWC ist heute eine sehr begehrte hochpreisige Marke, das treibt natürlich auch die Altuhrenpreise. Wenn man sich Marken anschaut, die heute weniger im Fokus stehen, aber damals ähnlich interessante Uhrenhersteller mit eigener Werkkonstruktion waren, kommt man deutlich billiger weg. Eine Omega Seamaster Automatik aus den 1960ern, eine Longines mit einem der interessanten Handaufzugswerken der Marke aus den 1950ern oder eine Eterna Automatik mit dem damals revolutionären (und lange Zeit patentgeschützten) kugelgelagerten Rotor sind heute auch in gutem Zustand (nach dem man lange und geduldig suchen sollte) allesamt unterhalb von 400,- zu bekommen, teilweise noch darunter. Die brauchen dann eigentlich immer noch eine Revision, also Komplettzerlegung, Reinigung und Ölung des Uhrwerks, was bei einem Uhrmacher mit 100,- bis 120,- zu Buche schlagen kann, aber dann sind das Uhren, die bei regelmäßiger Wartung noch viele Jahrzehnte getragen werden können.
CarlSagan hat geschrieben:Seit ich hier schon Stunden mit dem lesen zugebracht habe, bin ich auch schon auf Wertigkeit der Antriebe fixiert. Aber da muss ich eben wahrscheinlich noch sehr lange auf den geballten Wissensvorsprung der "Altforisten" zurück greifen.
Völlig normal und kein Problem. Du siehst ja auch, dass es dabei viel Spezialisierung in die Tiefe gibt. Niemand weiß alles, selbst wenn er sich viele Jahre mit dem Thema als solches beschäftigt hat.
CarlSagan hat geschrieben:Aus dem "off" :wink: kommt gerade der Spruch, ich sollte das nicht zur Obsession hochwachsen lassen.
Abe rje mehr man sich mit der Uhrenmaterie beschäftigt, desdo mehr findet die Faszination dafür Platz in einem.
Im Grunde geht es dabei nur zum Teil um das Objekt Uhr. Es geht um die technische Faszination eines stark miniaturisierten mechanischen Federmotors, aber eben auch um die menschliche Leistung, diesen durch Erfindung und handwerkliche Präzision auf eine so hohe Genauigkeit in der Darstellung des Zeitablaufs gebracht zu haben. Interesse in die Tiefe hat immer eine obsessive Komponente, aber das ist für mich Teil des Menschseins, Freude an intellektueller Beschäftigung mit einem technischen Objekt und dessen Vielfalt in der individuellen Fertigung. Obsession ist eben auch Leidenschaft und ohne Leidenschaft kann man auch gleich als Pflanze leben. :wink:

Hab' noch viel Spaß hier!

Holger
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von gubbi » Mi 7. Sep 2011, 12:12

Mal zur ursprünglichen Frage zurück:
"Eine Glashütte mit Militärtzifferblatt (Panzer, Schiff, Flugzeug). Auch gefiel mir die recheckige Form.
Ich traf einige Tage danach zufällig auf der Arbeit jemanden, der mir sagt, das ist doch ein ganz billiges Werk. Und somit blieb die Uhr in der sog. Internet-Bucht ..."

Diese Uhr gibt es wirklich und sie ist echt. Es handelt sich um eine Sonderedition zum 20.Jahrestag der "Nationalen Volksarmee der DDR"
im Jahre 1976. Die Uhren wurden für Auszeichnungen verwendet.

Was die Qualität der Spezimatic betrifft: Es handelt sich um ein in riesigen Stückzahlen (2 Mio. Stück) teilautomatisiert industriell hergestelltes Werk. Optisch sieht es nach gar nichts aus, es gibt keine Finissierung. Aber die Qualität des Werks bezüglich Ausstattung, Lebensdauer und Ganggenauigkeit ist schon sehr gut. Meine Spezi läuft seit fast 40 Jahren und sie läuft immer noch sehr genau. Konstruktion und Ausstattung mit 26 Steinen sind nicht übel. Die beidseitig über Wendegetriebe aufziehende Automatik ist ins Werk integriert und keine aufgesetzte Baugruppe wie bei manchen zeitgenössischen Werken.
Übrigens gibt es von diesem Werk eine finissierte und vergoldete Variante (Kal. 06-66), die schon ein bißchen besser aussieht.

Inzwischen werden die Glashütte-Uhren aus DDR-Zeit massenweise mit aufgehübschten gefälschten Zifferblättern (meist schwarze) auf den Markt gebracht und zu horrenden Preisen verkauft. Ein bekannter gewerblich arbeitender Händler für solche Uhren ist der auf ebay operierende "hanseschmuck24".

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benaja8
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Re: Glashütte: Aussehen oder Qualität, oder beides ?

Beitrag von benaja8 » Sa 10. Sep 2011, 17:10

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Gruß
Fred

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