heute teuer - früher billich

Allgemeine Diskussionen rund um Vintage-Uhren (Oldtimer)
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mannberlin
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heute teuer - früher billich

Beitrag von mannberlin » 06 Mär 2006, 19:06

interessant ist das schon mit den preisen von den ührchen.

in den tiefen tiefen des netzes stieß ich mal auf einer OMEGAvinage seite auf eine 70erjahre preisliste, man stellt fest, dass diese heute eigentlich alle teurer sind als anno dunnemals. auch die schlichten geneveticker kosteten damals so um die 300 bis 400 deutschmarken. für den preis werden sie noch heute aus der bucht gezogen, eher für mehr.

ähnlich: in einem 20jahre chronoswissheft war mal eine originalanzeige einer regulateur aus den 80ern abgebildet... 495,- DM... was sie heute kostet ist ja bekannt.. (ich weiß, es ist mitnichten ein baugleiches modell)

aber: das mechanische tickern ist teurer geworden - eben stärker gestiegen als die inflationsrate....

um keinerlei missverständnisse aufkommen zu lassen: ich gönne herrn chronoswiss die goldenen nasen und uhren und die ollen jaguars. von herzen.

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der_z
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Beitrag von der_z » 06 Mär 2006, 20:03

Die Diskussion hatten wir auch schon tausendfach in diversen Foren...

Eine kleine Auswahl Standard-Themen:
- rechne mal die Inflationsrate für 30 Jahre hoch, da kommt auch gut was zusammen
- vergleich mal, was früher ein BMW gekostet hat und was heute
- die Qualität der Uhren ist auch gestiegen
- ...

Klar, zum Teil hat es satte Preiserhöhungen gegeben - das ist bei Luxusgütern (was viele "unserer" Uhren sind) ja auch prinzipiell kein Problem (Ferraris werden trotzdem gekauft, egal was das Preisschild sagt). Und nach wie vor gibt es Uhren mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis (aus meiner Sicht besonders so eine Uhr wie die MIDO Commander)... man könnte jetzt viel philosophieren, aber eigentlich hab' ich da wenig Lust drauf. :wink:
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_Christoph
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Beitrag von _Christoph » 06 Mär 2006, 20:33

Naja, aber wenn man mal vergleicht, daß ein Valjoux 7750 vor 20 Jahren in komplette Uhren (!) für 300DM eingeschalt wurde, heute roh 300€ kostet, dann haben wir hier faktisch eine Verteuerung um das Vierfache bei gleichbleibender Qualität und der Tatsache, daß die Entwicklungskosten längst abgeschrieben sind. Die Inflationsrate liegt dagegen wesentlich niedriger.

Mechanische Uhren werden halt heute leider nur noch als Luxusgüter verkauft, und nicht mehr wie früher als reine Gebrauchsgegenstände :(
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jeannie
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Beitrag von jeannie » 06 Mär 2006, 20:57

_Christoph hat geschrieben:Naja, aber wenn man mal vergleicht, daß ein Valjoux 7750 vor 20 Jahren in komplette Uhren (!) für 300DM eingeschalt wurde, heute roh 300€ kostet, dann haben wir hier faktisch eine Verteuerung um das Vierfache bei gleichbleibender Qualität und der Tatsache, daß die Entwicklungskosten längst abgeschrieben sind. Die Inflationsrate liegt dagegen wesentlich niedriger.

Mechanische Uhren werden halt heute leider nur noch als Luxusgüter verkauft, und nicht mehr wie früher als reine Gebrauchsgegenstände :(
Das beste Beispiel wie Alltagsgüter mit der Zeit gehen können ist ein
ganz simpler Bostitch-Hefter.

Das Standardmodell kostete in den 70er-Jahren 17.50 Franken. Heute
kostet das genau gleiche Modell (andere Sorte Thermoplast wo vor 30 Jahren Duroplast war, aber Blech blieb Blech) immer noch um
die 17.50 Franken.

Aber warte bis die anderen beginnen ihre eigenen Kaliber zu produzieren, dann werden die Etas preismässig in den Keller rutschen, schneller als die österreichischen Abfahrer den Hang runter. :lol:
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Farron
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Beitrag von Farron » 06 Mär 2006, 22:29

... dann werden die Etas preismässig in den Keller rutschen...
Nie und nimmer. :wink:

Es mag "einfache" Ausführungen zum nochmals reduzierten Preis geben aber Qualität hat auch in Zukunft ihren "Eta"-Preis, garantiert. :wink: :roll:
Gruß Farron

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jeannie
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Beitrag von jeannie » 06 Mär 2006, 22:35

Farron hat geschrieben:Nie und nimmer. :wink:

Es mag "einfache" Ausführungen zum nochmals reduzierten Preis geben aber Qualität hat auch in Zukunft ihren "Eta"-Preis, garantiert. :wink: :roll:
Warte nur, wenn es ein Anbieter schafft, Kaliber "Made in Switzerland" zu einem guten Preis zu liefern sind Etas sowas von schnell weg vom Fenster. Meinst du die Herren Einschaler legen Wert auf so etwas wie "Qualität"? Hauptsache sie dürfen "Swiss Made" oder "Swiss Movement" aufs Zifferblatt pappen. :(

Ich möchte behaupten, jeder Mini-Harddisk bringt mehr an Verarbeitungsqualität als jedes Eta-Werk. Hast du schon mal in eine HD-CF-Card geschaut? Gegenüber der Mechanik ist ein Eta eine Dampfmaschine.
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Matthias Liebe
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Beitrag von Matthias Liebe » 06 Mär 2006, 23:05

jeannie hat geschrieben: Warte nur, wenn es ein Anbieter schafft, Kaliber "Made in Switzerland" zu einem guten Preis zu liefern sind Etas sowas von schnell weg vom Fenster. .
Nun ja. Bislang ist es keinem, der es vollmundig angekündigt hatte gelungen - Progress, Indtec, etc, wo sind sie gebleiben? Alle, die in den letzten Jahren mit eigenen Werken auf den Mark kamen, haben damit lediglich den eigenen Bedarf gedeckt, oder bestenfalls geringe Stückzahlen innerhalb der Konzerne hin und hergeschoben.


Matthias

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_Christoph
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Beitrag von _Christoph » 07 Mär 2006, 20:41

jeannie hat geschrieben:
Farron hat geschrieben:Nie und nimmer. :wink:

Es mag "einfache" Ausführungen zum nochmals reduzierten Preis geben aber Qualität hat auch in Zukunft ihren "Eta"-Preis, garantiert. :wink: :roll:
Warte nur, wenn es ein Anbieter schafft, Kaliber "Made in Switzerland" zu einem guten Preis zu liefern sind Etas sowas von schnell weg vom Fenster.
Darauf warte ich ehrlichgesagt schon seit 15 Jahren, aber irgendwie haben die es geschafft, daß weder die russischen noch die japanischen noch die chinesischen Werke ihnen was anhaben konnten. Und Progress, die wirklich eine Alternative hätten sein können/sollen sind ja erst gar nicht mehr angetreten.
Meinst du die Herren Einschaler legen Wert auf so etwas wie "Qualität"? Hauptsache sie dürfen "Swiss Made" oder "Swiss Movement" aufs Zifferblatt pappen. :(
Ja, diese "Diamond Tooled" "21 Medals" "Swiss Made" Uhren kenne ich auch :-)

Ansonsten hast Du natürlich recht - der Zielgruppe der Luxusuhrenhersteller ist das Innenleben vollkommen egal, hauptsache, es ist irgendwie mechanisch (weil's zur Zeit "in" ist) und das Gehäuse ist groß.

Ich hoffe ja immer noch ein wenig auf die Chinesen. Wenn die ihre Qualitätsprobleme lösen (was sie mit Sicherheit bald tun werden) und ihre Werke vernünftig vermarkten (und auch entsprechend mit Genfer Streifen und gebläuten Schrauben ausstatten), hätten sie, sofern sie preislich nicht übermütig werden, wirklich große Chancen, endlich mal Bewegung in den Markt zu bringen. So, wie es die japanischen Autos vor 20 Jahren und die chinesische Unteraltungselektronik vor 5 Jahren geschafft haben.
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blade
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Beitrag von blade » 07 Mär 2006, 21:29

was quartzwerke betrifft, gibts zumindest von ronda schon ordentliche werke, chronowerke mit 12 stundenzähler, großdatum 13 juwels. einige hersteller haben die schon eingeschalt, gruß blade

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Wikinger
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Beitrag von Wikinger » 08 Mär 2006, 08:56

1971 kostete ein großer BMW 17.000 DM.
Allerdings liegen dazwischen auch Lichtjahre an Technik.
Bei mechanischen Uhren nicht.
Jedoch sind die Kosten drumrum explodiert. Material, Arbeitszeit, Transport, Werbung, Versicherung usw. Ich denke die Handelspanne einer Omega ist zwar gröpßer, aber auch die Geldbindung und das Risiko. Ich glaube nicht, daß Hersteller und Handel sich deshalb schwindlich verdienen.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

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