Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Allgemeine Diskussionen rund um Vintage-Uhren (Oldtimer)
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SteveMcQueen
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von SteveMcQueen » 11 Mär 2020, 14:58

Paulchen hat geschrieben:
11 Mär 2020, 14:47
Es kann natürlich auch am Uhrmacher liegen. Vielleicht gibt es dort welche, die dir lieber eine komplette Revision verkaufen.
Das liegt nun nicht immer und ausschließlich am Uhrmacher. Auch die Hersteller machen gewisse Vorgaben, und sei es nur durch "unverbindliche" Empfehlungen, oder Haken und Ösen in den Garantiebedingungen.
  • Zum letzten Punkt sei Breitling als Bespiel genannt: Die fünfjährige Herstellergarantie gilt nur, wenn die Uhr 1x pro Jahr bei einem Konzi auf Gang und WaDi geprüft und bei Toleranzabweichungen eingeschickt wird. Ansonsten verfällt sie.
  • Auch die zunehmende Tendenz, die Konzessionäre trotz superteuer zertifizierter Werkstätten dazu zu zwingen, bestimmte Modelle oder Werke unbedingt an das Mutterhaus einzusenden, leistet der "Revisionitis" durchaus Vorschub. Populäres Beispiel: Omega mit CoAx-Werk. Muss immer nach Biel.
Wir sollten nie vergessen, dass auch die verkaufte Uhr noch eine Kuh ist, die man melken kann. Und das tut man eben über Originalzubehör und Serviceleistungen, deren Notwendigkeit man ja zum Glück selbst beurteilt. :wink: So läuft es nunmal im Luxusgütergeschäft, weil eine Anschaffung vom Kunden oft als Investition wahrgenommen (oder gar fehlinterpretiert... :mrgreen:) wird.

Dir aber viel Spaß mit der älteren Dame, die Du Dir ja in einem wirklich guten Zustand angelacht hast! :thumbsup:
Mit Uhren ist es wie mit Menschen: Manche sind Orginale, andere bleiben zeitlebens nur eine Kopie. - Horrido, Steffen.

Johannes Fend
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von Johannes Fend » 12 Mär 2020, 00:32

SteveMcQueen hat geschrieben:
11 Mär 2020, 14:58
[*] Auch die zunehmende Tendenz, die Konzessionäre trotz superteuer zertifizierter Werkstätten dazu zu zwingen, bestimmte Modelle oder Werke unbedingt an das Mutterhaus einzusenden, leistet der "Revisionitis" durchaus Vorschub. Populäres Beispiel: Omega mit CoAx-Werk. Muss immer nach Biel.
Ob das bei Omega tatsächlich der aktuelle Stand der Dinge ist, wage ich doch zu bezweifeln.
Alle in der Schweiz gekauften Modelle würde ich noch eher glauben, aber auch dort zeigt die Omega-Webseite neben Biel inzwischen zahlreiche andere Servicezentren (über 40) auf - da wird sicher mancher dabei sein, der eine Zertifizierung und Investition auf Top-Level nicht scheut(e) und dies wohl nicht nur dafür, um Uhren nach Biel zu senden ...

Wie auch dieser Händler zB. beschreibt, gibt es mehrere Zertifizierungsstufen und listet neben einem CoAxial-Zertifikat zahlreiche Modelle mit selbigem Werk auf, die er selber revidieren kann - nach deinem Kenntnisstand wäre dies ja alles inkorrekt - vielleicht kann ja THE dbzgl. etwas schreiben oder in Erfahrung bringen. Wie es um die zahlenmäßige Reparaturaufnahmekapazität in Biel bestellt wäre, wenn von weltweit gar alle CoAxial-Werke dorthin müssten, kann ich mir zu alledem auch nicht so recht vorstellen ...
Gruß Johannes

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SteveMcQueen
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von SteveMcQueen » 12 Mär 2020, 09:22

Johannes Fend hat geschrieben:
12 Mär 2020, 00:32
Ob das bei Omega tatsächlich der aktuelle Stand der Dinge ist, wage ich doch zu bezweifeln.
Ich kann lediglich wiedergeben, was mir der - übrigens Omega CoAx-zertifizierte - Werkstattleiter meines Konzis kürzlich sagte, als ich meine Aqua Terra Master Chronometer zur uhrmacherischen Durchsicht und bei Bedarf Revision geben wollte. Das ist vielleicht drei oder vier Wochen her.
Wie auch dieser Händler zB. beschreibt, gibt es mehrere Zertifizierungsstufen und listet neben einem CoAxial-Zertifikat zahlreiche Modelle mit selbigem Werk auf, die er selber revidieren kann...
Ich bin mir jetzt nicht sicher, inwieweit das in einem Widerspruch zu meiner Aussage oben steht? Ganz im Gegenteil deckt es das, was mir gesagt wurde: Omega „erwartet“ oder „legt nahe“, dass - trotz entsprechender Zertifizierung - Uhren mit CoAx-Werken nach Biel eingeschickt werden. Lässt sich ja leicht durch die Hintertür sicherstellen, nämlich indem man die notwendigen Ersatzteile einfach nicht mehr zur Verfügung stellt. Auch das soll schon vorgekommen sein.
...nach deinem Kenntnisstand wäre dies ja alles inkorrekt - vielleicht kann ja THE dbzgl. etwas schreiben oder in Erfahrung bringen.
Ich sehe besagten Werkstattleiter morgen beim lokalen Uhrenforum und kann nochmal direkt nachfragen. Der Herr ist nicht „irgendwer“, daher davon von einer inhaltlich fundierten Aussage ausgehen.
Wie es um die zahlenmäßige Reparaturaufnahmekapazität in Biel bestellt wäre, wenn von weltweit gar alle CoAxial-Werke dorthin müssten, kann ich mir zu alledem auch nicht so recht vorstellen ...
Die menschliche Vorstellungskraft ist unbegrenzt... :wink: Auch wieder nur aus Drittquelle: Momentan dauert eine Revision bei Omega in Biel > 12 Wochen. Was sich durch den Kontext erklären würde.
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MCG
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von MCG » 12 Mär 2020, 09:39

SteveMcQueen hat geschrieben:
12 Mär 2020, 09:22
Johannes Fend hat geschrieben:
12 Mär 2020, 00:32
Ob das bei Omega tatsächlich der aktuelle Stand der Dinge ist, wage ich doch zu bezweifeln.
Ich kann lediglich wiedergeben, was mir der - übrigens Omega CoAx-zertifizierte - Werkstattleiter meines Konzis kürzlich sagte, als ich meine Aqua Terra Master Chronometer zur uhrmacherischen Durchsicht und bei Bedarf Revision geben wollte. Das ist vielleicht drei oder vier Wochen her.
Ich kann das nur bestätigen (gab vorgestern meine AT zum prüfen - Konsensus: muss zur Revi nach Biel)

Bin mittlerweile nicht mehr so der Co-Ax Fan. Im Gegensatz zu allen meinen anderen Uhren, war die AT 3x in 10 Jahren zur Prüfung oder zur Revi bei Omega. Keine meiner Uhren hatte soviele "Unregelmässigkeiten" im Gangverhalten. (hab das Cal. 2500C).
Man könnte meinen, das geht ja noch, aber ich hab ja ein Duzend Uhren - dementsprechend kommt sie nicht so oft ans Handgelenk...

Wenn ich wählen könnte ob ich in der Uhr ein ETA2892-A2 in Chronometer Ausführung oder das Cal. 2500C möchte, ich würde mich für ersteres entscheiden... :oops:
LG aus Mostindien - Markus

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SteveMcQueen
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von SteveMcQueen » 12 Mär 2020, 09:57

MCG hat geschrieben:
12 Mär 2020, 09:39
Ich kann das nur bestätigen (gab vorgestern meine AT zum prüfen - Konsensus: muss zur Revi nach Biel)
Überrascht mich jetzt nicht. :wink:
Bin mittlerweile nicht mehr so der Co-Ax Fan. Im Gegensatz zu allen meinen anderen Uhren, war die AT 3x in 10 Jahren zur Prüfung oder zur Revi bei Omega. Keine meiner Uhren hatte soviele "Unregelmässigkeiten" im Gangverhalten. (hab das Cal. 2500C).
Ich hatte zwei, davon ist eine übriggeblieben:
  • Die erste Uhr mit CoAx-Werk war eine "einfache" AT mit 8500 (erste Serie), die permanent deutlich im Minus lief. Das Werk wollte sich das auch partout nicht austreiben lassen, auch nach dem dritten Service nicht. Irgendwann habe ich sie familienintern weitergegeben.
  • Die zweite ist ebenfalls eine AT mit 8500, aber Master Chronometer, also eine spätere Baureihe. Die läuft besser, tendiert mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur letzten Revision aber ebenfalls kontinuierlich ins Minus. Weniger stark, aber mess- und nachweisbar.
Zwei Uhren sind zwar keine statistisch relevante Popluation, aber... :mrgreen:
Wenn ich wählen könnte ob ich in der Uhr ein ETA2892-A2 in Chronometer Ausführung oder das Cal. 2500C möchte, ich würde mich für ersteres entscheiden... :oops:
Na, das wäre dann beim 2500 einfach nur "back to the roots". :wink:

Ich kann Dich aber gut verstehen. Man mag über die per se wenig exklusiven ETA-Kaliber sagen, was man will, aber ausgereift sind sie nunmal, wobei das 2892/2893 schon als vergleichsweise "zickig" und nicht ideal konstruiert gilt.

Ich hatte gestern meine Eterna KonTiki GMT mit 2893-2 COSC (Baujahr: 2005) beim Uhrmacher, zur Prüfung des Gangverhaltens und der Wasserdichtigkeit.

Bild

Prüfung ohne Befund, läuft 100% innerhalb der COSC-Parameter, satte Amplitude, Abfallfehler nicht der Rede wert. Wäre jetzt für sich genommen vielleicht nicht so bemerkenswert - aber die Uhr hat den letzten Service im Jahr 2010 genossen und seitdem keine Werkstatt mehr von innen gesehen!

Bei meinen Hydronauten von Tudor mit "gepimpten" 2824-2 verhält es sich genauso.

Bild

Baujahre 1999 und 2002, laufen jetzt seit rd. 20 Jahren ohne Auffälligkeiten im Alltagsbetrieb. Die eine muss jetzt wohl tatsächlich mal geöffnet werden, weil das Gangbild auf der Zeitwaage nicht absolut ausgewogen war... :lol:
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SteveMcQueen
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von SteveMcQueen » 12 Mär 2020, 23:10

r.as. hat geschrieben:
11 Mär 2020, 14:31
Im vergangenen Jahr hatte ich z.B. eine Sub nach 5Jahren Tragezeit zur Revision und war erstaunt, was alles (vielleicht auch vorsichtshalber) werkseitig getauscht wurde.
Mein Vorurteil wurde so wieder bestätigt, dass früher zwar nicht alles, zumindest aber die Qualität der Werkteile besser/nachhaltiger war. Es gab keine Verschleißteile im heutigen Sinn.., nämlich zu solchen umbenannte Konstruktionsmängel. :angry:
Bei einer Rolex Submariner!? Konstruktionsmängel in einem 3130/3135? Welche sollen das sein? Und wenn: Welche, die es "heute" gibt und "früher" nicht gab?

Und eine polemische Frage erlaube ich mir: Würdest Du bei Deinem Auto (ich unterstelle mal, dass Du eines hast) nach fünf Jahren auch den Wechsel von Motoröl, Scheibenwischern, Reifen und Bremsscheiben mit Verweis "Konstruktionsmangel" verweigern?
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r.as.
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von r.as. » 14 Mär 2020, 10:23

Vielleicht sollten sich die Spezialisten einmal zu den materialspezifischen Unterschieden bei Rädern/Platine/Brücken zwischen z.B. einem 1570 und einem 3130 auslassen.

Rolf

Johannes Fend
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Re: Spontaner Neuerwerb Omega Seamaster

Beitrag von Johannes Fend » 17 Mär 2020, 23:19

MCG hat geschrieben:
12 Mär 2020, 09:39
SteveMcQueen hat geschrieben:
12 Mär 2020, 09:22
Johannes Fend hat geschrieben:
12 Mär 2020, 00:32
Ob das bei Omega tatsächlich der aktuelle Stand der Dinge ist, wage ich doch zu bezweifeln.
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Ich kann das nur bestätigen (gab vorgestern meine AT zum prüfen - Konsensus: muss zur Revi nach Biel)
Danke für die ausführlichen Infos. Wenn gleich bei euch beiden dieselbe Erfahrung besteht, wird da wohl was dran sein. Habe selber ja auch eine erst 1,5 Jahre alte AT Master-CoAxial 8800, also zu gegebener Zeit werde ich mich dann selber auch erkundigen, ob diese vor Ort revidiert werden kann oder eingesendet werden muss ...
Gruß Johannes

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