FAQ: Hermanns Uhrmacherwelt - Gesammelte Werke

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cool runnings
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FAQ: Hermanns Uhrmacherwelt - Gesammelte Werke

Beitrag von cool runnings » Di 13. Mai 2008, 22:01

Tach auch,

damit die interessanten Threads von Hermann nicht irgendwann im Forums-Nirwana untergehen, kopiere ich diese hier mal rein.

Bitte Antworten nicht hier sondern nur im Originalthread einfügen. Der Link dahin steht am Anfang jedes Beitrages.

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cool runnings
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Re: FAQ: Hermanns Uhrmacherwelt - Gesammelte Werke

Beitrag von cool runnings » Di 13. Mai 2008, 22:05

Reparaturbericht Rolex GMT-Master II
hermann hat geschrieben:Hallo

Wie versprochen nehme ich Euch heute mit in die fabelhafte Rolex-Welt. 8)
Eine 3135 ist es nicht.
Das 3185er ist aber bis auf die GMT Funktion und die fehlenden Datumschnellkorrektur, baugleich.

Da liegt das gute Stück:

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Die Grundplatine Zifferblatt Seite frisch aus der Reinigung.
Auffallend, Schliffe wo Schliffe möglich sind. Der Rest ist so poliert, das meine Kamera bei einigen Bildern in die Knie gegangen ist - sie wurden nachgschönt.

Bis auf das Bronzelager beim Minutenrohr sind alle Lager aus synth. Rubinen. Auch das für das Zwischenrad beim Datumschaltrad. :shock:

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Oben gut zu sehen die typisch gelben Distanzmuttern bei einigen Rolex-Werken für die Unruhbrücke.
Man kann so die Höhenluft der Unruh grob einstellen. Zum Feinstellen gibt es dann noch eine Schraube an der Brücke.

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Langsam wächst es zusammen.
Unter der Brücke mit der Caliber Nummer drauf, liegt das Federchen für den Sekundenstopp.

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Sogar das Federhaus ist dekoriert. :D

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Auch die Ankerbrücke kann mit einem Strahlenschliff angeben.
Der Anker kurz nach dem Eintauchen in die Epilam Flüssigkeit.

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Bis auf die Unruh ist alles unter Dach und Fach.

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Die Unruh mit den für Rolex charakteristischen Gold Gewichtsschrauben zum regulieren.
Die Ausfräßungen zum Auswuchten des Unruhreifens kann man auch erkennen.

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Eine Zitterpartie ist immer wieder das Ölen und Zusammensetzen der Unruhlager.

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Der Automatikblock fehlt noch.
Vorher wenden wir uns aber erst der Zifferblattseite zu.

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Dieses Foto ist sehr riskant. Durch die Spannung am Hebel kann der kleine runde Stein jederzeit weg springen. Den dann wieder zu finden - aussichtslos.
Ich wollte Euch aber zeigen, wie das mit dem springendem Datum bei einer Rolex funktioniert.

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Hier die einzigartige Konstruktion für die GMT Schaltung.

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Geschafft!
Gut ist gangen - nix passiert. :lol:

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Noch die Datumscheibe reingefummelt - fertig.

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Automatikblock zerlegt...

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...zusammen gebaut...

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...und montiert.

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Andere Ansicht

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Gewaschen und geföhnt. :mrgreen:

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Hier die Schwachstelle dieser Werke.
Harte Stahlachse in noch härterem Lagerstein.
Lässt man sich zu viel Zeit bis zum Service, sorgen mangelnde Schmierung und sehr schwerer Rotor für eine frühzeitige Abnützung des Zapfens.

Unschöne Schleifspuren können (in diesem Fall zum Glück nicht) das schöne Werk verunzieren. :|

Rechts die neue Achse.

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Fazit:
Ich brauche wohl nicht mehr groß erklären, warum Rolex (besonders die Werke) zu meinen Lieblingsmarken gehört.
Es stimmt einfach das Gesamtpaket.
Gehäuse, Dichtheit, Werkbefestigung, Design (OK, darüber lässt sich trefflich streiten :wink: ), Werterhalt, Wiedererkennungs Faktor, und vor allem die oft wunderliche Ganggenauigkeit machen diese Uhren zu einem der Höhepunkte in der Uhren Szene.

Gruß hermann

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Re: FAQ: Hermanns Uhrmacherwelt - Gesammelte Werke

Beitrag von cool runnings » Di 13. Mai 2008, 22:11

Reparaturbericht Omega Seamaster Prof.
hermann hat geschrieben:Hallo

Da ja erst vor kurzem über das 2892er diskutiert wurde, nehme ich das zum Anlass um über das Service einer engen "Anverwandten", das Omega 1120er in der Chronometer Ausführung zu berichten.

Ich werde versuchen, dabei so objektiv wie möglich zu sein. 8)


Die Augenscheinlichste Veränderung zum 2892er ist sicher das gelbe Rad gleich nach dem Rotor:

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Auf der Zifferblattseite fällt die Dekoration wohltuend auf (nicht selbstverständlich in dieser Liga) und das Steinlager für das Federhaus.
Weniger gut finde ich das fehlende Steinlager beim Datumschaltrad. Das konnte man in der Quarzuhrenzeit besser:

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Nun geht es auf die Werkseite.
Beim Automatikblock hatte man wenigstens für die Räderbrücke noch Schleifmittel übrig.
Ansonsten kommt der Rest daher wie Gott - ähhh die Maschine sie schuf.

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Das Werk ist sehr schön dekoriert.
Selbst die (teilweise sichtbare) Ankerbrücke ist schön bearbeitet (nicht selbstverständlich). Die (nicht sichtbare) Räderwerksbrücke hätte sich diesen Schliff auch verdient.
Die Schrauben sind überaus hochwertig gemacht, kein Vergleich zu den Standardschrauben.

Bemängeln könnte man die billig (aber trotzdem effektive) wirkende Lösung für den Rücker und die Spiralverstiftelung.

Gewünscht hätte ich mir gebläute (üblich) Automatikblock Schrauben.

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Hier gut zu sehen der meiner Meinung nach große Schwachpunkt bei diesen Kalibern.
Insgesamt sitzen vier Räder bis zum Federhaus auf Stiften. Der längste ist auf der Brücke gut zu sehen. Vermehrte Reibung und Abnützungen sind die Folge. Nicht gerade innovativ für ein Werk, das für seine Aufzugschwäche bekannt ist.
Das Klinkenrad muss auch diesmal (fast schon obligatorisch) getauscht werden.

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Hier das gut sichtbare Ergebnis dieser Art der Lagerung.
Dreckwuzel aus Altöl und Abrieb über den Großteil des Werkes verteil - hier an der Quelle sehr massiv.

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Im Gegensatz zu Rolex, führt Omega (aus Platzgründen?) den Zifferblatt-Roman im Inneren weiter. :wink:

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Ab in die Waschanlage.

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Gewaschen und geföhnt.

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Die Gangwerte sind - nach dem Service - hervorragend. Zifferblatt, Zeiger und Gehäuse mit Band sind ausnehmend gut verarbeitet.

Gruß hermann

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Re: FAQ: Hermanns Uhrmacherwelt - Gesammelte Werke

Beitrag von cool runnings » Di 13. Mai 2008, 22:50

Reparaturbericht Omega Memomatic

hermann hat geschrieben:Hallo

Ich möchte Euch heute ein wenig in die Welt der Omega Memomatic mitnehmen.
Das von Lemania für Omega entwickelte Weckerwerk weist einige technische Besonderheiten auf, die auch heute noch einzigartig sind und für mich persönlich den Höhepunkt des Schaffens von Omega darstellt.

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Hier die gereinigte Grundplatine auf den Rest der Teile wartend.
Auffällig das fehlende Kupplungstrieb.

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Schön langsam wächst es zusammen...

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Typisch Omega!
Die Räder fallen fast von selbst in die Lager - nerviges herumfudeln nicht nötig.

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Hier das eigentliche Herzstück:
Das Multifunktionsklinkenläutwerkanhaltedingsda!

Da dieses Werk nur ein Federhaus hat, muss das Läutwerk im Ablaufen natürlich zeitlich begrenzt werden.
Das schafft dieses Dingsda. Gleichzeitig ist es auch für den beidseitigen (!) Aufzug zuständig.
Eine wirklich geniale Konstruktion!

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Im eingebauten Zustand...

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Mit Automatikblock.

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Nun wird es schwierig!
Die Teile oben müssen alle auf das Teil unten - aber richtig!
Nicht umsonst schreibt A.Kreuzer in seinem Omegabuch:
"Soweit die ziemlich problemlose Werkseite der Memomatic. Die Zifferblattseite hat es in sich, wenn man nicht einige Punkte beachtet, die so gar nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. So kann man schier verzweifeln, wenn man versucht beim Zusammenbau Weckzeiteinstellung, Zeigerstellung und Datum in die richtige Übereinstimmung zu bringen."
© A. Kreuzer "Augenweide Armbanduhr - Omegamodelle Seite 210

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Stunden später....

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Fertig! :D

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Gruß hermann

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