35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-01

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u2112
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35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-01

Beitrag von u2112 » 21 Aug 2011, 00:07

Liebe Uhren-Freunde,

der kürzliche Tod Gerald Gentas hat wieder jenes legendäre Quartett aus den 70er Jahren in Erinnerung gerufen, das das - heute so überaus erfolgreiche - Segment der Luxus-Sportuhr erst begründet hat. Jedes dieser Modelle hat eine sehr unterschiedliche Entwicklung genommen. Die AP Royal Oak ist sicherlich der Star unter den vieren, vermutlich die erfolgreichste Stahluhr dieser Preisklasse aller Zeiten und die Uhr, die AP in einer andere Liga, was Stückzahlen und Umsatz angeht, gebracht hat. Das erscheint auch durchaus gerechtfertigt, da die Royal Oak nicht nur der Pionier war, sondern das Designkonzept sicherlich am konsequentesten umgesetzt wurde. Auch die Nautilus hat ihren Weg gemacht, größer und kleiner und später auch mit eigenem Patek-Werk. Die Vacheron 222 kam spät und verschwand früh, ohne dass allzu viele Tränen vergossen wurden.

Die IWC Ingenieur 1832 hat dagegen eine sehr wechselvolle Historie - war die Baureihe ursprünglich DIE Erfolgsserie von IWC seit Ende der 50er Jahre, scheiterte die 1832 in der Quartz-Krise grandios mit nur weniger als 600 produzierten Exemplaren. Und dennoch wurde sie später so etwas zur DNA der modernen IWC, als Wegbereiter des technischen, sachlichen Designs. Nicht ohne Grund wurde die Jumbo als Vorbild ausgewählt, um Mitte der 00er Jahre einen neuen Versuch in diesem Marktsegment zu starten - und so erblickte 2005 die IWC Ingenieur 3227-01 ein das Licht des Marktes. Um wieder, wie die Vorgängerin, zu scheitern - vermutlich sogar aus ähnlichen Gründen, zu groß, zu massiv, vielleicht zu teuer.

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Trotz ihres ökonomischen Misserfolgs, sind beide Modelle in den Augen vieler Uhrenfreunde Klassiker, denen ein größerer Erfolg vergönnt gewesen wäre - bzw. die ihre echte Wertschätzung erst nach ihrem Produktionsende erfahren. Beide Uhren hatte ich schon mal hier vorgestellt

http://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=11&t=51555

http://forum.watchtime.ch/viewtopic.php ... 9&p=623819

aber im Zuge meiner jährlichen Schließfach-Inventur hatte ich mal beide gleichzeitig zur Hand - eine gute Gelegenheit für einen kleinen Vergleich.

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Werke:
Die 1832 war so etwas wie der Schlusspunkt der "alten" IWC - in der Uhr schlägt mit dem Kaliber 8541 ES die letzte und beste Ausbaustufe des Ur-Automatik-Werks 85x aus den 50er Jahren. Charakteristisch ist der Pellaton-Aufzug, Breguet-Spirale und mit 19.800 A/Hz ein Slow-Beater. Sekundenstopp gab es schon, das Datum wird halbschnell geschaltet. Das Werk war im Vergleich zum von JLC hergestellten 2121 der Konkurrenz robuster, was sich auch in den Maßen niederschlug - 28mm im Durchmesser und 5,8mm in der Höhe. Eine Ultra Slim konnte (und wollte) die Jumbo also nicht sein. Die Gangreserve war ca. 40 Stunden und das Uhrwerk hatte ein vernickeltes Finish, ähnlich wie es heute wieder bei IWC üblich ist. Mit dieser letzten Evolution endete für fast zwei Jahrzehnte der Bau eigener Automatik-Werke bei IWC.

Und so war es eigentlich nur folgerichtig, dass der "Nachfolger" des Kaliber 8541, das Kaliber 8000, gleichzeitig in einer Neuauflage der Ingenieur vorgestellt wurde. Auch hier findet sich wieder der traditionelle Pellaton-Aufzug, ansonsten ist das Werk in alle Richtungen gewachsen: 7,2mm hoch, 30,4mm Durchmesser, nun mit einer Gangreserve von ca. 44 Stunden und der heute üblichen Frequenz von 4 Hz - und als Besonderheit ein Schockabsorbersystem an der Automatik-Baugruppe, das das Werk "unzerstörbar" machen sollte. Leider litt gerade dieser Bereich zu Beginn durch eine falsche Dimensionierung an Kinderkrankheiten, die zu losgebrochenen Rotoren führte. Ein ziemlicher Rückschlag für Werk und Uhr - allerdings bei Neueinführungen alles andere als selten. Seit 2006 sind diese Probleme behoben und die ersten Jahrgänge wurden lange kulant umgerüstet. Dennoch sind die heutigen Versionen 80110 und 80111 tendenziell eher unterschätzt. Selbst IWC ist in der Vermarktung sehr schüchtern geworden - was angesichts der Qualitäten des Werkes nicht nachvollziehbar ist.

Gehäuse:
Der Gehäusebau ist seit jeher eine Stärke der IWC, was sich an beiden Uhren ablesen lässt. Beide haben den traditionellen Magnetfeldschutz bis 80.000 A/m durch einen Weicheisenkäfig und beide sind bis 120m wasserdicht. Die 1832 ist den Maßen nach etwas kleiner, 40x38mm in der Fläche und ca. 12,5mm in der Höhe. Die 3227-01 ist etwas massiger, 42,5mm im Durchmesser und ca. 14mm in der Höhe. Beide haben ein dreiteiliges Gehäuse mit verschraubten Böden.

Das Design hat manche Gemeinsamkeiten: Das integrierte Band und die Bohrungen auf der Lünette. Diese ist bei der 1832 noch verschraubt, daher die in der Regel unsymmetrisch angeordneten Bohrungen - bei der 3227 ist dagegen alles hübsch aufgeräumt, die Lünette wird hier aufgepresst.

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Die Formensprache der Uhren ist aber deutlich unterschiedlich: Die 1832 ist eher rundlich, wenig scharfe Kanten. Nur das Gehäuse schließt am Band unvermittelt gerade ab. Die 3227-01 ist dagegen deutlich kantiger, zum Teil angliert und poliert. Die Lünette der 3227-01 hat auch noch eine Zwischenstufe, bevor sie auf das Gehäuse trifft. Die Hörner sind weiter heraus gezogen und abgeschrägt - so erhält das Band mehr Spiel und kann das Handgelenk besser umschließen. Man sollte sich hier auch nicht von den Maßen täuschen lassen - am Arm trägt sich die 1832 mindestens so groß, ein ähnliches Phänomen wie bei der Royal Oak (die offiziell einen Durchmesser von nur 39mm) hat.

Zifferblätter:
Hier gab es jeweils mehrere Varianten, glatt schwarz und Schachbrett schwarz/silber bei der 1832 - bei der 3227 sind nur unterschiedliche Farben verwendet worden. Klassisch ist sie schwarz und verfügt über ein wunderschön dreidimensionales und tief strukturiertes Blatt, mit den markant scharfkantigen, aufgesetzten Indices, die ebenso wie die Zeiger mit SL ausgefüllt sind. Durch das doppelt entspiegelte Glas ergeben sich hier wunderbare Effekte - eines meiner absoluten Favoriten. Die applizierten Zahlen bei der 6 und 12 zitieren übrigens ein altes Blatt aus der Ingenieur 666-Serie. Auch das Waffelblatt der 1832 bietet eine schöne Struktur, die Indices und das Zeigerspiel sind jedoch viel zurückhaltender und runder gestaltet - übrigens sehr ähnliche Proportionen wie bei der Royal Oak. Das Logo ist noch appliziert, darunter die Fadenschrift. Die Datumsscheibe ist bei der 1832 weiß auf schwarz, bei der 3227 dagegen schwarze Zahlen auf weißem Grund - geht beides.

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Bänder:
Das geschmiedete Band der 1832 ist sicherlich eine der robustesten Konstruktionen der Uhrengeschichte - auch nach Jahrzehnten erlebt man hier noch keinen Stretch. Die Bandglieder sind verschraubt und die Schließe sehr ähnlich zu den klassischen Rolex-Schließen aufgebaut: Sicherheitsbügel, Feinverstellung per Federsteg und eine einfache Blech-Faltschließe dazwischen. Bei der 3227 wurde das GST-Patent zur Bandanpassung übernommen, allerdings sind die Bandglieder deutlich länger (hier gibt es zwei Größen zur Feinverstellung). Die Schließe ist verdeckt mit einem einfachen Sicherheitstaster an der Seite.

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Am Arm tragen sich beide durchaus unterschiedlich - die 3227 ist schwerer und baut höher auf, hat aber als Gegengewicht auch das massivere Band. Trotz des größeren Durchmessers hat sie eine etwas bessere Passform, da die schrägen Hörner dem Band mehr Spiel geben, es also gerader nach unten weggehen kann. Die 1832 ist deutlich flacher und insbesondere das Zifferblatt wirkt kleiner. Wer an der Uhr Interesse hat, sollte sie unbedingt Probe tragen - ähnlich wie bei der Royal Oak braucht man einen gewissen Handgelenkumfang, damit es vernünftig sitzt, da das Band sehr schräg weggeht und einen relativ großen Radius hat.

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Preislich liegt man heute bei der 1832 je nach Zustand zwischen 7.500,- und bis über 10.000,- Euro, eine 3227-01 lässt sich heute für etwa 3.200,- bis 3.900,- Euro erwerben. Wobei natürlich besonders bei der 1832 die üblichen und viel diskutierten Besonderheiten von Vintage-Uhren zu beachten sind.

Was ist mein persönliches Fazit: Ich mag sie beide :D - in ihrer Art durchaus unterschiedlich und Vertreter verschiedener Epochen. Und doch "typisch IWC", zumindest in der technisch-funktionalen Ausstrahlung, die ich damit verbinde. Die 1832 ist die erste (und einzige) richtig heftige Investition, die ich im Vintage-Bereich gemacht habe. Und ich bereue nichts - es ist eine Uhr, die auch nach 35 Jahren überzeugen kann. Und vor allem ausstrahlt: "Du kannst mich ruhig tragen, ich geh nicht so schnell kaputt...". Die 3227 ist zwar im Alltag ein kleiner Kratzer-Magnet, aber in allen Lebenslagen tragbar. Und eben eine ungewöhnliche wie elegant-technische Alternative im Sub bzw. RO Einerlei. Eine echte "Männer-Uhr" ;) .

Fazit: Eine Ingenieur gehört in jeden ordentlichen Uhrenhaushalt - und wenn die Ehefrau gnädig ist, sogar zwei :D

Gruß,
Christian

P.S.: Ich habe es mal unter "Aktuelle Modelle" eingestellt - die 1832 ist immer aktuell und die 3227 ja noch jung 8) - und so liest die ganze Soße nicht nur die paar Vintage-Rubrik-Anklicker :whistling:

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taktix
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von taktix » 21 Aug 2011, 00:41

Toller Beitrag, der hat es echt verdient als "all time classic" archiviert zu werden! Danke für die Mühe die du dir gemacht hast und die tollen Fotos.
u2112 hat geschrieben:Um wieder, wie die Vorgängerin, zu scheitern - vermutlich sogar aus ähnlichen Gründen, zu groß, zu massiv, vielleicht zu teuer.
Deshalb wurde sie dann durch ein Nachfolgemodell ersetzt, das noch größer, noch massiver und noch teurer ist. :?
Manchmal sind solche Entscheidungen wirklich schwer nachzuvollziehen, für mich bleibt die 3227 ein moderner Klassiker. Die überdimensionierten Nachfolger mit dem scheußlichen Kronenschutz, der das Design völlig verhunzt hat, finde ich fürchterlich.
u2112 hat geschrieben:Fazit: Eine Ingenieur gehört in jeden ordentlichen Uhrenhaushalt
So ist es:

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Gruß
Andreas
--
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.

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Tictacitus
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Tictacitus » 21 Aug 2011, 07:29

Danke, Christian, fuer den schoenen und schoen bebilderten Beitrag. Habe ich gleich im IWC Folder abgespeichert. :)

Ich habe zwar nur die 3227-01, aber die 1832 gefaellt mir auch SEHR gut. Tolles Design.

Uebrigens, zur VC 222 habe ich schon diverse Berichte gelesen, dass ihr Design nicht von Genta ist sondern vom jungen Jorg Hysek. Hier zum Beispiel:
http://vacheron.watchprosite.com/show-f ... 3158/s--4/

Was nun wahr ist, weiss ich nicht, wollte aber darauf hinweisen. Ist ja im Bezug auf die IWCs auch nicht wichtig.

Stimme auch Andi zu, dass die neue eher Richtung Unding geht. Die 3227 ist ja schon heftig, aber die neue sollte mit einem Heliumballon geliefert werden, damit man den Arm noch hochkriegt.

Till
Der tickt wohl nicht richtig!? Muss nur mal nachreguliert werden.

Avatar thanks to hypophyse! :)

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benaja8
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von benaja8 » 21 Aug 2011, 08:57

danke Christian, für den wunderbaren Beitrag und die tollen Bilder. Ich hab zwar nur die 666, aber eine Jumbo ist schon was Besonderes. :D
Gruß
Fred

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Don Tomaso
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Don Tomaso » 21 Aug 2011, 10:01

u2112 hat geschrieben:Fazit: Eine Ingenieur gehört in jeden ordentlichen Uhrenhaushalt
Gilt die auch?

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:wink:
Gruss

Thomas

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Hertie
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Hertie » 21 Aug 2011, 11:30

Vielen Dank Christian, für die ganze Mühe, solche Berichte zu schreiben. Davon lebt so ein Forum. :wink:

Ich bin ja auch ein Anhänger dieser Ingenieure. Die 3227 musste mich aber leider mehrmals verlassen, einfach weil sie mir ein wenig zu wuchtig ist. Jammerschade, denn auch diese ist eine klasse Uhr und lässt verarbeitungstechnisch keine Wünsche offen. Gestern hatte ich zufällig eine dieser geschmähten großen Ingenieure ( Ref.5005) mit 45,5mm und 7-Tage-Gangreserve am Arm. Ich hätte sie eintauschen können, aber sie war mir einfach zu massiv und damit augenfällig. Aber auch sie ist trotz allem wunderschön, dies können Bilder im Netz gar nicht vermitteln . Muss man real gesehen haben.

De Jumbo 1832 ist eine besondere Uhr. Wenn man das Design grundsätzlich mag, kommt man gar nicht drum rum. Wenn sie sich wie ein Virus in den Kopf gesetzt hat, wird man sie nirgends übersehen, und das Habenwollengefühl kaum unterdrücken können. Schade, dass es nicht mehr davon gibt, dann wären auch die Preise nicht so geisteskrank überzogen.
Aber die Uhr hat alles, was eine Uhr braucht. Ein robustes Gehäuse, ein Band, welches auch nach 30 Jahren noch immer so manches Glumpert der Konkurrenz belächeln lässt und das legendäre 85XX Kaliber in der besten Ausführung aller gebauten Ingenieure. Dazu ein traumhaftes Zifferblatt, welches je nach Lichtspiel von glatten Schwarz zum wunderbaren Schachtbrettmuster mutiert.

Leider musste ich mit meinen dilettantischen Fotokünsten mehrmals überschärfen, so dass die unrestaurierte Uhr wie eine Leiche aussieht, was sie aber nicht ist. Vorenthalten möchte ich die Werksansicht aber trotzdem nicht.

Also bitte um Nachsicht. :wink:

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Liebe Grüsse........es hat sich leider ausgetauscht.

möhne
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von möhne » 21 Aug 2011, 11:44

Hi Christian,

ein interessanter Beitrag, schöne Bilder, super gemacht. Beide Uhren haben Ihre individuellen Vorzüge, stammen ja auch aus sehr unterschiedlichen Zeiten. Müsste ich wählen, wäre die 1832 mein Favorit, denn Sie ist DAS Original und am Arm eine unglaublich schöne und sehr präsente Uhr. Schöner auch als eine Nautilus, RO oder 222.


Gruß!


Klaus

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Paulchen
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Paulchen » 21 Aug 2011, 11:58

Danke Christian, ein sehr schöner Vergleich!
Das integrierte Band und die Bohrungen auf der Lünette. Diese ist bei der 1832 noch verschraubt, daher die in der Regel unsymmetrisch angeordneten Bohrungen - bei der 3227 ist dagegen alles hübsch aufgeräumt, die Lünette wird hier aufgepresst.
Allein dieses Detail würde mich vom Kauf einer 1832 abhalten.
Aber ich kann sie mir eh nicht leisten. :whistling:
Den Stil des Bandes einer 1832 findet man noch heute bei den Bändern von Sinn.
Gab/gibt es einen gemeinsamen Hersteller?

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Ralf
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Ralf » 21 Aug 2011, 12:31

Der Sitz des Glasreif der 3227 ist ein Bajonett, keine Presspassung.
Man liest sich!

Ralf

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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von archimagirus » 21 Aug 2011, 12:43

Paulchen hat geschrieben: Den Stil des Bandes einer 1832 findet man noch heute bei den Bändern von Sinn.
Gab/gibt es einen gemeinsamen Hersteller?
:rofl:
Der war gut. Hast du jemals eine 1832 in der Hand gehabt?
Die Glieder der Inge sind geschmiedet die Glieder bei Sinn ist gebogenes Blech.

@TS sehr guter Bericht , über eine Uhr über die sich jede Zeile lohnt.
Für mich nach wie vor unbegreiflich warum die 3227 nicht mehr Käufer gefunden hat und dann sehr schnell wieder aus dem Portfolio verschwand.
Tickende Grüße, Jan!

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Paulchen
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Paulchen » 21 Aug 2011, 12:57

archimagirus hat geschrieben:
Paulchen hat geschrieben: Den Stil des Bandes einer 1832 findet man noch heute bei den Bändern von Sinn.
Gab/gibt es einen gemeinsamen Hersteller?
:rofl:
Der war gut. Hast du jemals eine 1832 in der Hand gehabt?
Die Glieder der Inge sind geschmiedet die Glieder bei Sinn ist gebogenes Blech.
Das die Bänder nicht identisch sind ist mir klar, daher schrieb ich "Stil", du kannst es auch Design nennen. :wink:
Ein Metallband von Sinn kostet derzeit ~250 €, für die neue Inge tippe ich mal auf vierstellig?
Irgendwo her muss der Preis ja kommen - oder ist es nur das Image? :mrgreen:

BTW
Welche Hersteller für Metallbänder gibt es und wer macht das Inhouse (Manufaktur :lol: )?

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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von u2112 » 21 Aug 2011, 14:01

Ralf hat geschrieben:Der Sitz des Glasreif der 3227 ist ein Bajonett, keine Presspassung.
... stimmt, da hab ich mich vertan. Ich hatte noch die 4515 meiner Frau vor Augen, wo mir die durch ihre schonende Nutzung ermattete Lünette beim Putzen mehrfach entgegenkam...

Führt aber zum gleichen Ergebnis, nämlich den symmetrisch ausgerichteten Bohrungen. Dies lässt sich übrigens auch bei der 1832 erreichen, wenn man das Gewinde des Glasreifs geeignet kürzt, so dass eine Bohrung auf der 12 oder der 6 landet. Ist aber nicht so einfach - und man hat da nicht zu viele Versuche :wink:

Gruß,
Christian

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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Paulchen » 21 Aug 2011, 14:08

Könnte man beim Gewinde nicht evtl. auch mit Loctite/Schraubenfest arbeiten?
Ist jetzt nicht gerade Haute Horlogerie, aber pragmatisch. :whistling:

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Ralf
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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von Ralf » 21 Aug 2011, 14:20

... pragmatischer Pfusch.

Ich persönlich finde es schade, dass man den geschraubten Glasreif aufgegeben hat. War eine mutige, individuelle und technisch saubere Konstruktion.
Man liest sich!

Ralf

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Re: 35 Jahre "Jumbo" - Vergleich der IWC Inge 1832 und 3227-

Beitrag von u2112 » 21 Aug 2011, 14:25

... glaube nicht, dass Loctite eine gute Idee wäre - die Lünette ist zwar sehr tief angesetzt, so dass man vielleicht noch nicht mal einen Spalt beim Gehäuseübergang sehen würde. Aber trotzdem sitzt es dann nicht passig am Gehäuse und bietet sich dann wunderbar als Dreckfänger an. Und wenn dieser Staub/Dreck noch ins Gewinde wandert, kriegt man das Ganze im Zusammenspiel mit Loctite wohl nicht mehr los. Die Bohrungen sind ja sehr heikel - es nervt ja schon, wenn man an einem Bodendeckel abrutscht, an der Lünette macht das dann gar keinen Spass mehr...

Gruß,
Christian

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