Uhren aus nicht Schweizer Produktion- Moralisch verwerflich?

Allgemeine Diskussionen rund um zeitgenössische Uhren
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ducaticorse21
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Uhren aus nicht Schweizer Produktion- Moralisch verwerflich?

Beitrag von ducaticorse21 » 05 Mär 2006, 11:20

Hallo zusammen,

ich lese immer wieder etwas verwundert die Lobgesänge über Uhren von nicht schweizer Herkunft, speziell über japanische Uhren.

Sicher, diese Uhren mögen gut sein. Aber ich habe so meine Probleme damit, Firmen zu unterstützen, die fast als die Totengräber der Schweizer Uhrenindustrie in die Geschichte eigegangen wären.

Bin ich mit meinem Gefühl alleine? Wie seht Ihr das?
Gruß
Stefan
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frederic
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Re: Uhren aus nicht Schweizer Produktion- Moralisch verwerfl

Beitrag von frederic » 05 Mär 2006, 11:24

ducaticorse21 hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich lese immer wieder etwas verwundert die Lobgesänge über Uhren von nicht schweizer Herkunft, speziell über japanische Uhren.

Sicher, diese Uhren mögen gut sein. Aber ich habe so meine Probleme damit, Firmen zu unterstützen, die fast als die Totengräber der Schweizer Uhrenindustrie in die Geschichte eigegangen wären.

Bin ich mit meinem Gefühl alleine? Wie seht Ihr das?
Ich müsste eigentlich der Schweizer Uhrenindustrie böse sein, als Totengräber der französischen Uhrenindustrie.

frederic, so what?

sheriff
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Re: Uhren aus nicht Schweizer Produktion- Moralisch verwerfl

Beitrag von sheriff » 05 Mär 2006, 11:32

ducaticorse21 hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich lese immer wieder etwas verwundert die Lobgesänge über Uhren von nicht schweizer Herkunft, speziell über japanische Uhren.

Sicher, diese Uhren mögen gut sein. Aber ich habe so meine Probleme damit, Firmen zu unterstützen, die fast als die Totengräber der Schweizer Uhrenindustrie in die Geschichte eigegangen wären.

Bin ich mit meinem Gefühl alleine? Wie seht Ihr das?
Ich denke nicht, daß es die Japaner waren, denen die Schweizer Uhrenindustrie fast zum Opfer gefallen wäre. Ich denke eher, es war eine gewisse Arroganz und die Überzeugung, daß nur sie gute Uhren bauen können.

gruß
sheriff
Siehst Du deine Frau im Moore winken, wink zurück und lass sie sinken!

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Beitrag von ducaticorse21 » 05 Mär 2006, 11:32

Hallo Frederic,

ich bitte mein uhrenhistorisches Vakuum zu entschuldigen, aber französiche Uhrenindustrie sagt mir nicht wirklich was.

Aber Du gibst mir doch bestimmt Recht, das die Schweizer Uhren wohl schon über die Tradition schlechthin verfügen...
Gruß
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Beitrag von olli1893 » 05 Mär 2006, 11:33

Wenn man den oberen Gedanken weiterspinnt: Da könnte man ja sich die Frage stellen: Was ist mit Autos aus nichtdeutscher Produktion ? Immerhin haben Herr Daimer und Herr Benz die Kutsche ohne Pferde erfunden!! Also kauft nur noch deutsche Autos möglichst von Daimer :lol:

Denn nur das Orginal kommt aus Mannheim oder Bad Cannstatt :D

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frederic
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Beitrag von frederic » 05 Mär 2006, 11:34

ducaticorse21 hat geschrieben:Hallo Frederic,

ich bitte mein uhrenhistorisches Vakuum zu entschuldigen, aber französiche Uhrenindustrie sagt mir nicht wirklich was.

Aber Du gibst mir doch bestimmt Recht, das die Schweizer Uhren wohl schon über die Tradition schlechthin verfügen...
Wenn es um uhrmacherische Tradition geht, sollte man Frankreich und England nicht ganz ausser Acht lassen. :wink:


gruss
frederic

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Beitrag von ducaticorse21 » 05 Mär 2006, 11:36

Hallo Olli,

ich ziehe auch ganz klar ein Auto deutscher od. europäischer Produktion einem asiatischen vor... 8)
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Beitrag von Frohlex » 05 Mär 2006, 11:42

Oj je, dies kann man endlos weiterspinnen. Auf Uhren bezogen, sollte bei entsprechendem Patriotismus ja nur Glashütte in Frage kommen.

Da ja in einer Sinn o.ä. deutscher Marke auch Schweizer Mechanik verbaut wird, dürfte man schon diese nicht mehr kaufen, ohne Gewissenbisse zu bekommen.

Und ich denke dann noch an die HiFi- oder Foto-Branche. Wo gibt es heute noch etwas richtig einheimisches, oder Waschmaschinen (AEG lässt grüssen) oder oder oder...

Ich dehne das inzwischen auf "europäisch" aus, angesichts der wirtschaftlichen Bedrohung aus Asien müssen wir wahrscheinlich grösser denken.
Gruss Rainer. Und: Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

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Beitrag von olli1893 » 05 Mär 2006, 11:42

@ Stefan
bestell dir von Seiko ihr Buch "eine Reise durch die Zeit" unter: marketing@seiko.de
im Buch steht auch was von der alten japanischen Uhrmachertradition (ist sehr intressant geschrieben) Vielleicht hat Seiko noch ein paar Exemplare :lol:

noch was aus dem alten Forum zum nachlesen: http://watchbizzforum.de/phpBB2/viewtop ... seiko+buch

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Beitrag von ducaticorse21 » 05 Mär 2006, 11:44

frederic hat geschrieben: Wenn es um uhrmacherische Tradition geht, sollte man
Frankreich und England nicht ganz ausser Acht lassen. :wink:

gruss
frederic


Das stimmt, dann können wir die Glashütter aber auch mit aufnehmen. Einschließlich der von Dir genannten, bürgen diese mit Sicherheit auch für Qualität.

Ich habe mit asiatischen Uhren halt so meine Probleme, weil ich diese unterschwellig immer mit einem 10€ Wegwerfartikel in Verbindung bringe. In meinen Augen haben japanische Firmen sich Ihren Ruf mit Uhren aus dem "Kaugummiautomaten" verdorben...
Gruß
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Beitrag von olli1893 » 05 Mär 2006, 11:47

ducaticorse21 hat geschrieben:Ich habe mit asiatischen Uhren halt so meine Probleme, weil ich diese unterschwellig immer mit einem 10€ Wegwerfartikel in Verbindung bringe. In meinen Augen haben japanische Firmen sich Ihren Ruf mit Uhren aus dem "Kaugummiautomaten" verdorben...
die genannten 10Euro Wegwerfuhren kommen wohl eher aus China und HongKong
in Japan kann man so billig gar nicht mehr produzieren :roll:

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Beitrag von Axel66 » 05 Mär 2006, 11:47

Hallo Stefan,

Dein Wohnort ist doch in D. Warum dann nicht Uhren deutscher Produktion?
Die Schweiz gehört noch nicht mal zur EU. Also was macht es für Dich einen "moralischen" Unterschied, ob eine Uhr aus der Schweiz oder aus Japan kommt? Allein die geographische Nähe?

Gruß,

Axel

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Beitrag von mhanke » 05 Mär 2006, 11:48

ducaticorse21 hat geschrieben:Hallo Frederic,

ich bitte mein uhrenhistorisches Vakuum zu entschuldigen, aber französiche Uhrenindustrie sagt mir nicht wirklich was.
Was nur beweist, wie brutal und effizient der Sieger in diesem wirtschaftlichen Wettstreit alle Spuren seines ehemaligen Siegers getilgt hat. :P

Nun, auch wenn man es nicht glauben will, aber in der langen Geschichte der Uhren ist die Schweiz auch nur ein Kapitel - ein zwar sehr wichtiges, aber dennoch nicht das einzige. Es gab Zeiten, als in der Schweiz billige Fälschungen der damals so erfolgreichen amerikanischen Taschenuhren produziert wurden, samt Namenszug, natürlich. Dann die zahllosen "System Glashütte"-Uhren made in Switzerland, die aufgrund mangelnder Eigenständigkeit nur "Hommagen" an Lange, Dürrstein etc. ohne großen Wert sind.

Und davor hat die amerikanische Massenproduktion erfolgreich vor allem die englische Uhrenherstellung ins Nirwana befördert.

"Lernen's Geschichte!" hat ein österreichischer Politiker (der selbst ein etwas eigenes Verhältnis zu ebendieser hatte) gesagt.

:)

Liebe Grüße,
Marcus
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Beitrag von ducaticorse21 » 05 Mär 2006, 11:48

Frohlex hat geschrieben: Ich dehne das inzwischen auf "europäisch" aus, angesichts der wirtschaftlichen Bedrohung aus Asien müssen wir wahrscheinlich grösser denken.

Da sehe ich genauso.

Ich habe halt nur die Schweizer Uhrenindustrie genannt, weil diese eben die größte in Europa ist. Selbstverständlich kommen für mich auch Uhren aus anderer europäischer Herkunft in Betracht..
Gruß
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Beitrag von mhanke » 05 Mär 2006, 11:50

mhanke hat geschrieben: Was nur beweist, wie brutal und effizient der Sieger in diesem wirtschaftlichen Wettstreit alle Spuren seines ehemaligen Siegers getilgt hat. :P
Ich meinte natürlich "ehemaligen Gegners" - aber als ich auf "Edit" klickte, war schon ein weiterer Beitrag da.

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