Das Prestige des Manufakturkalibers

Allgemeine Diskussionen rund um zeitgenössische Uhren
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MCG
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von MCG » 04 Feb 2019, 09:45

s'Peterle hat geschrieben:
04 Feb 2019, 08:50
baghipapa hat geschrieben:
25 Jan 2019, 07:47
Bei Dreizeigeruhren ist die Definition „besser“ schwer zu differenzieren.
Der Funktionsumfang einer Uhr ist sehr begrenzt. Zeit anzeigen kann man in kurzer Zeit prüfen. Der Rest kann nur bei länger Tragedauer geprüft und erlebt werden.

Das ist bei Autos etwas anders, das ist die Anzahl der Kriterien höher. Je höher diese Anzahl, desto einfacher die Differenzierung.

Bei Uhren ist das Problem, dass das Marketinggeschwurbel so abgehoben über das Ziel hinausschießt. Dadurch denkt man vielleicht, das Manufakturding muss gigantische Dinge vollbringen. Aber es zeigt nur die Zeit an...

Der spektakuläre Weinvergleich klappt auch immer nur deshalb, weil die meisten Wein eindimensional beurteilen: schmeckt oder nicht.
Selbst das ich habe einen Chrono mit 7751.... da sind schon dermassen viele Infos auf dem Zifferblatt dass ich denke "mehr macht wirklich keinen Sinn"... und gebnau geht er und das auch schon 20 Jahre.... (drei mal Service bisher)
:shock: :mrgreen:
LG aus Mostindien - Markus

Richard Habring
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 01 Mär 2019, 10:18

Aus aktuellem Anlass ein Beispiel zur Untermauerung meiner These, dass der Kauf einer Uhr eines kleinen Herstellers unterm Strich nicht "riskanter" (wegen ET, Fortbestand des Unternehmens etc.) sondern eher nachhaltiger sein kann:

Eines meiner Babies (dieses stammt von 1995) kam zu uns weil es nach einem Sturz (der zuerst unbemerkt blieb) in der Datumsschaltung auf den 1.1.19 stehenblieb. Der Besitzer stand vor der Frage uns zu kontaktieren oder die Uhr ins Werk senden zu lassen. Die nähere Begutachtung zeigte, dass aus die Kombination der Blockade des ewigen Kalenders und den steten Bemühungen des extraflachen LeCoultre-Grundwerks etwas metallische Deformation nach sich zog. Besondere Betrachtung verdient dabei die Zahnlücke am Stundenrad.
Bild
Nun steht auf dem Zifferblatt ja jetzt nicht mein Name was mir durchaus dienen könnte die Verantwortung abzuschieben (eine grosse Marke würde das eher tun). Aber letztlich will man ja, dass es den Kindern gutgeht. Also, nehmen wir uns dem Zögling natürlich an.

Leider gestaltet sich das in der Praxis aber manchmal schwieriger als gedacht da die verantwortlichge Marke derartige Aktionen zu unterbinden sucht. Heisst im Klartext: "Teile für diese/s Ref./Kaliber werden nicht an Dritte abgegeben." Frage zurück: "Nicht mal an den der das Ding konstruiert hat?" Antwort: "Nö, daran wurde sooooviel geändert in den letzten Jahren, da bräuchten Sie erst 'ne Schulung für!" ;-)

Nun gut, jetzt können die Gründe ja mannigfaltig sein. Fakt ist hier prallen Einstellungen aneinander. Und während ein grosser Hersteller im Falle der Nicht-Verfügbarkeit eines Ersatzteils dann schon leicht mal sagt: "Sorry, da können wir nix mehr machen!" setzt sich der Verantwortliche dann halt hin und macht den Teil.
Bild
Bild
(Der Fussel am Originalrad dient dem Größenvergleich)
Problem gelöst. Kind und Besitzer sind glücklich und die große Marke halt leider einen Kunden los. Sie will es aber so.
Gruß
Richard
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walter
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von walter » 01 Mär 2019, 11:23

:thumbsup:
Walter

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gatewnrw
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von gatewnrw » 01 Mär 2019, 11:54

Tja, dem ist nichts hinzu zu fügen!

Richard :thumbsup:

LG Peter
- einen Jux will er sich machen ...

Nestroy

C.95
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von C.95 » 01 Mär 2019, 12:18

Vielen Dank für das Beispiel und den Aufwand dazu :thumbsup:

Bisher konnten lokale Uhrmacher viele Probleme noch mit vorhandenen Teilen lösen, aber das wird immer schwieriger.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es auch noch Manufakturen gibt, die Ersatzteile an Uhrmacher liefern => ZENITH habe ich dazu schon häufiger erfolgreich getestet.

Beste Grüße

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cool runnings
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von cool runnings » 01 Mär 2019, 12:24

Tolle Aktion, Richard. :thumbsup:

Für mich wären Bedenken über die Erstatzeilversorgung bei einem kleineren Hersteller kein Argument um auf einen Kauf zu verzichten. Ganz im Gegenteil, denn Dein Beispiel zeigt, wie flexibel kleinere Unternehmen sind.

Und bei den Großen weiß ich ja auch nicht, wie lange es Ersatzteile für ein bestimmtes Modell gibt.

Richard Habring
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 01 Mär 2019, 15:37

C.95 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 12:18
Vielen Dank für das Beispiel und den Aufwand dazu :thumbsup:

Bisher konnten lokale Uhrmacher viele Probleme noch mit vorhandenen Teilen lösen, aber das wird immer schwieriger.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es auch noch Manufakturen gibt, die Ersatzteile an Uhrmacher liefern => ZENITH habe ich dazu schon häufiger erfolgreich getestet.

Beste Grüße
Ich fürchte das mit der Belieferung ist länderspezifisch. In A würde der Test erfolglos verlaufen.....
beste Grüße
RIchard
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Andi
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Andi » 01 Mär 2019, 15:47

Richard, genau das macht Dich so sympathisch , nicht schnacken, machen! :thumbsup:
Viele Grüße Andi!

Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein

möhne
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von möhne » 01 Mär 2019, 16:52

cool runnings hat geschrieben:
02 Feb 2019, 18:58
safesurfer hat geschrieben:
02 Feb 2019, 12:24
Andi hat geschrieben:
02 Feb 2019, 11:58


Bei mir identisch, wahrscheinlich sind wir die Einzelfälle, wovon immer gesprochen wird *Facepalm
Mein drei IWC (GST, GST PPC und 3548) liefen bisher immer ohne ein Problem und tun es noch. Die 3548 war sogar nach 14 Jahren ohne Revision bis zu ihrem Verkauf neulich, mit eine der präzisen Uhren die ich je hatte. Man könnte sagen, dass die von IWC aufgewerteten ETA-Kaliber mindestens genauso wertig sind wie manches Manufakturwerk. Mir ist da immer das Gesamtpaket von Gehäuse, Design und Werk wichtig gewesen...
Kann mich Michael nur anschließen. Meine Erfahrungen mit meinen IWC waren durchgehend positiv, der Service immer einwandfrei. Meinen Fliegerchrono hatte ich das erste Mal nach gut 15 Jahren beim Service, die AT nach 13. Und das obwohl die AT sicher zu meinen meist getragenen Uhren gehört. Die AT hatte zum Schluss keine optimale Aufzugsleistung mehr, was aber nach dem Service kein Thema mehr war.
Ich finde Manukturwerke auch spannend, muss aber deswegen ETA-Werke nicht schlecht finden.
Ich kann da bisher auch nur positives berichten. Revi´s beim Titan Chrono, Ewiger Da Vinci, Ingenieur, Midsize Ingenieur, Yacht Club, Golf Club waren bisher wirklich top. Bei letzterer allerdings abgedreht teuer. Vergleichsweise war die Revi einer Royal Oak zunächst nicht der Hit, da war der Preis eher umgekehrt proportional zur Leistung 8) . Wurde dann allerdings anstandslos in Ordnung gebracht, insofern auch alles gut.

Mir ist zwischenzeitlich ziemlich schnuppe, ob ich ein gepimptes Eta in einer IWC oder ein Manufakturwerk von Hastenichtgesehen am Arm habe. Die Uhr muss mir gefallen und damit gut. Wirtschaftlich ist das eh alles Wahnsinn :lol: , aber mir macht´s einen Heidenspass und darum geht´s! Ehrlich gesagt, ist meine Erfahrung, daß die Eta´s zuverlässiger und länger laufen als viele Manufakturprodukte.

Gruß!

Klaus

C.95
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von C.95 » 01 Mär 2019, 17:03

tourbillon69 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 15:37
C.95 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 12:18
Vielen Dank für das Beispiel und den Aufwand dazu :thumbsup:

Bisher konnten lokale Uhrmacher viele Probleme noch mit vorhandenen Teilen lösen, aber das wird immer schwieriger.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es auch noch Manufakturen gibt, die Ersatzteile an Uhrmacher liefern => ZENITH habe ich dazu schon häufiger erfolgreich getestet.

Beste Grüße
Ich fürchte das mit der Belieferung ist länderspezifisch. In A würde der Test erfolglos verlaufen.....
beste Grüße
RIchard
Puh, ich ertrage es und frage nicht nach dem warum ?!

C.95
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von C.95 » 01 Mär 2019, 17:19

möhne hat geschrieben:
01 Mär 2019, 16:52
cool runnings hat geschrieben:
02 Feb 2019, 18:58
safesurfer hat geschrieben:
02 Feb 2019, 12:24


Mein drei IWC (GST, GST PPC und 3548) liefen bisher immer ohne ein Problem und tun es noch. Die 3548 war sogar nach 14 Jahren ohne Revision bis zu ihrem Verkauf neulich, mit eine der präzisen Uhren die ich je hatte. Man könnte sagen, dass die von IWC aufgewerteten ETA-Kaliber mindestens genauso wertig sind wie manches Manufakturwerk. Mir ist da immer das Gesamtpaket von Gehäuse, Design und Werk wichtig gewesen...
Kann mich Michael nur anschließen. Meine Erfahrungen mit meinen IWC waren durchgehend positiv, der Service immer einwandfrei. Meinen Fliegerchrono hatte ich das erste Mal nach gut 15 Jahren beim Service, die AT nach 13. Und das obwohl die AT sicher zu meinen meist getragenen Uhren gehört. Die AT hatte zum Schluss keine optimale Aufzugsleistung mehr, was aber nach dem Service kein Thema mehr war.
Ich finde Manukturwerke auch spannend, muss aber deswegen ETA-Werke nicht schlecht finden.
Ich kann da bisher auch nur positives berichten. Revi´s beim Titan Chrono, Ewiger Da Vinci, Ingenieur, Midsize Ingenieur, Yacht Club, Golf Club waren bisher wirklich top. Bei letzterer allerdings abgedreht teuer. Vergleichsweise war die Revi einer Royal Oak zunächst nicht der Hit, da war der Preis eher umgekehrt proportional zur Leistung 8) . Wurde dann allerdings anstandslos in Ordnung gebracht, insofern auch alles gut.

Mir ist zwischenzeitlich ziemlich schnuppe, ob ich ein gepimptes Eta in einer IWC oder ein Manufakturwerk von Hastenichtgesehen am Arm habe. Die Uhr muss mir gefallen und damit gut. Wirtschaftlich ist das eh alles Wahnsinn :lol: , aber mir macht´s einen Heidenspass und darum geht´s! Ehrlich gesagt, ist meine Erfahrung, daß die Eta´s zuverlässiger und länger laufen als viele Manufakturprodukte.

Gruß!

Klaus
Es gibt diverse Gründe, für oder gegen "Manufaktur" zu argumentiert. Uhren am Arm oder gar in der Tasche braucht eigentlich keiner mehr und wenn, dann ist es sehr viel preiswerter und präziser, irgendeinen Zeitanzeiger mit mehr oder weniger Elektronik zu verwenden, als irgendeine mechanische Manufaktur.

Wer sich für mechanische Zeitanzeiger entscheidet, hat nicht nur die Erwartung, eine profane Zeitanzeige mit sich zu führen, sondern evtl. noch diverse andere Erwartungen ?!

Das kann auch die Erwartung sein, die Zeit mit einer mechanischen Zeitanzeige zu "würdigen", also sich bewusst zu sein, dass Zeit eine nicht erneuerbare Ressource is, für die es durchaus wert ist, mehr zu investieren, bis hin zur Manufaktur. Warum nicht ?

Beste Grüße

Heiko

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Heinz-Jürgen
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Heinz-Jürgen » 02 Mär 2019, 07:40

möhne hat geschrieben:
01 Mär 2019, 16:52


Mir ist zwischenzeitlich ziemlich schnuppe, ob ich ein gepimptes Eta in einer IWC oder ein Manufakturwerk von Hastenichtgesehen am Arm habe. Die Uhr muss mir gefallen und damit gut. Wirtschaftlich ist das eh alles Wahnsinn :lol: , aber mir macht´s einen Heidenspass und darum geht´s!

Gruß!

Klaus
100% :thumbsup:
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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cool runnings
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von cool runnings » 02 Mär 2019, 09:50

Heinz-Jürgen hat geschrieben:
02 Mär 2019, 07:40
möhne hat geschrieben:
01 Mär 2019, 16:52


Mir ist zwischenzeitlich ziemlich schnuppe, ob ich ein gepimptes Eta in einer IWC oder ein Manufakturwerk von Hastenichtgesehen am Arm habe. Die Uhr muss mir gefallen und damit gut. Wirtschaftlich ist das eh alles Wahnsinn :lol: , aber mir macht´s einen Heidenspass und darum geht´s!

Gruß!

Klaus
100% :thumbsup:
+ 1. :thumbsup:

Sind dann 101%, oder? :mrgreen:

So sehe ich das schon, seitdem ich mir meine erste Uhr gekauft habe. Natürlich begeistern mich auch tolle Uhrwerke und letztendlich tragen die auch zum Gesamtbild bei. Die Speedy wollte ich beispielsweise nur mit Kaliber 321, weil die Kombination für mich der Klassiker ist.

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indiana
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von indiana » 02 Mär 2019, 20:19

cool runnings hat geschrieben:
02 Mär 2019, 09:50
......... Die Speedy wollte ich beispielsweise nur mit Kaliber 321, weil die Kombination für mich der Klassiker ist.
:whistling: Also das hab ich gelesen! :angry: :angry:

Also nochmal für dich: Das 321 ist das schönere Werk, das 861 das bessere Werk. 8)

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cool runnings
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von cool runnings » 02 Mär 2019, 20:26

indiana hat geschrieben:
02 Mär 2019, 20:19
cool runnings hat geschrieben:
02 Mär 2019, 09:50
......... Die Speedy wollte ich beispielsweise nur mit Kaliber 321, weil die Kombination für mich der Klassiker ist.
:whistling: Also das hab ich gelesen! :angry: :angry:

Also nochmal für dich: Das 321 ist das schönere Werk, das 861 das bessere Werk. 8)
Ich stehe ja auch auf die schöneren Dinge. :wink:

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