Das Prestige des Manufakturkalibers

Allgemeine Diskussionen rund um zeitgenössische Uhren
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unnnamed
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von unnnamed » 03 Mär 2019, 09:23

tourbillon69 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 10:18

Nun gut, jetzt können die Gründe ja mannigfaltig sein. Fakt ist hier prallen Einstellungen aneinander. Und während ein grosser Hersteller im Falle der Nicht-Verfügbarkeit eines Ersatzteils dann schon leicht mal sagt: "Sorry, da können wir nix mehr machen!" setzt sich der Verantwortliche dann halt hin und macht den Teil.
Es geht noch schlimmer - letzte Woche war eine ältere JLC Kyros auf dem Tisch.
Der Besitzer war immer beim JLC Service. Zuletzt wurde ihm mitgeteilt, dass es
keine Teile mehr für die Uhr (oder das Werk, keine Ahnung) gibt und ein Service
daher abgelehnt wird. War offensichtlich mal mit H²O in Berührung gekommen.

Werk: kontrollieren, Verbrauch messen, es zuckt, Werk läuft noch - überholen
Gehäuse und Band: aufarbeiten
Dichtungen: ersetzen, -0,7/+10 Bar dicht

Wieso schicken die so jemanden nach Hause und lehnen die Arbeit ab? Wenn die
Elektronik denn wenigstens defekt wäre und die Uhr wirklich größere Schäden hat,
ja mei, ich würd es einsehen.

Aber waschen, legen, föhnen ablehnen, weil es eine ältere Uhr ist?

:rofl:
Gruß Bernd

Richard Habring
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 03 Mär 2019, 11:18

unnnamed hat geschrieben:
03 Mär 2019, 09:23
.....
Wieso schicken die so jemanden nach Hause und lehnen die Arbeit ab? Wenn die
Elektronik denn wenigstens defekt wäre und die Uhr wirklich größere Schäden hat,
ja mei, ich würd es einsehen.

Aber waschen, legen, föhnen ablehnen, weil es eine ältere Uhr ist?

:rofl:
Das macht man so als "la Grand Manufacture"! :yahoo:
Nein, im Ernst: ich denke, das ist wirklich der Grösse geschuldet und (wahrscheinlich) dem Mangel an qualifiziertem Personal. Produktion kann man automatisieren, im Service wird es noch gaaanz lange "menscheln".
Die Grossen bewegen sich auch immer mehr in Richtung "Schema F", da hat das Zeug das man vor 30 Jahren halt mal so aus der Not heraus geboren hat einfach keinen Platz mehr.
Schön finde ich, dass DU den Besitzer glücklich machen konntest.
Dss ist nämlich die richtige Antwort auf die politischen Entwicklungen in der Branche.
Gruss
Richard
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r.as.
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von r.as. » 03 Mär 2019, 11:19

Ich sag doch; das Fernziel der Uhrenindustrie muss es sein, dass die Eltern eines jeden Neugeborenen auf dem Meldeamt gleich auch ein Manufakturuhr-Abnahmeverpflichtungs-Abo unterzeichnen.
Wohlgemerkt, nur eine Abnahmeverpflichtung, die natürlich noch keine Lieferverpflichtung beinhaltet...

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lottemann
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von lottemann » 03 Mär 2019, 16:07

tourbillon69 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 10:18
...

Leider gestaltet sich das in der Praxis aber manchmal schwieriger als gedacht da die verantwortlichge Marke derartige Aktionen zu unterbinden sucht. Heisst im Klartext: "Teile für diese/s Ref./Kaliber werden nicht an Dritte abgegeben." Frage zurück: "Nicht mal an den der das Ding konstruiert hat?" Antwort: "Nö, daran wurde sooooviel geändert in den letzten Jahren, da bräuchten Sie erst 'ne Schulung für!" ;-)

...
Gruß
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walter
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von walter » 03 Mär 2019, 20:46

lottemann hat geschrieben:
03 Mär 2019, 16:07
tourbillon69 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 10:18
...

Leider gestaltet sich das in der Praxis aber manchmal schwieriger als gedacht da die verantwortlichge Marke derartige Aktionen zu unterbinden sucht. Heisst im Klartext: "Teile für diese/s Ref./Kaliber werden nicht an Dritte abgegeben." Frage zurück: "Nicht mal an den der das Ding konstruiert hat?" Antwort: "Nö, daran wurde sooooviel geändert in den letzten Jahren, da bräuchten Sie erst 'ne Schulung für!" ;-)

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lottemann
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von lottemann » 04 Mär 2019, 09:25

walter hat geschrieben:
03 Mär 2019, 20:46
lottemann hat geschrieben:
03 Mär 2019, 16:07
tourbillon69 hat geschrieben:
01 Mär 2019, 10:18
...

Leider gestaltet sich das in der Praxis aber manchmal schwieriger als gedacht da die verantwortlichge Marke derartige Aktionen zu unterbinden sucht. Heisst im Klartext: "Teile für diese/s Ref./Kaliber werden nicht an Dritte abgegeben." Frage zurück: "Nicht mal an den der das Ding konstruiert hat?" Antwort: "Nö, daran wurde sooooviel geändert in den letzten Jahren, da bräuchten Sie erst 'ne Schulung für!" ;-)

...
Gruß
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Walter
Scheissegal, wer so was rauslässt. Es ist dreist.
Wenn ich als Praktikant mit jemandem kommuniziere, der behauptet
der Konstrukteur des Werks zu sein, dann muss ich bei meinen Kollegen
nachfragen, ob der mich verarschen will oder ob das stimmt. Und wenn
es stimmt, dann geht so eine Antwort einfach nicht. Nie.

Gruss

Michael

Richard Habring
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 04 Mär 2019, 09:49

lottemann hat geschrieben:
04 Mär 2019, 09:25
walter hat geschrieben:
03 Mär 2019, 20:46
lottemann hat geschrieben:
03 Mär 2019, 16:07


DAS ist wirklich dreist. :shock:
Vermutlich Auskunft im First-Level-Support :roll:
Walter
Scheissegal, wer so was rauslässt. Es ist dreist.
Wenn ich als Praktikant mit jemandem kommuniziere, der behauptet
der Konstrukteur des Werks zu sein, dann muss ich bei meinen Kollegen
nachfragen, ob der mich verarschen will oder ob das stimmt. Und wenn
es stimmt, dann geht so eine Antwort einfach nicht. Nie.

Gruss

Michael
Ja und nein!
Ich find's eigentlich auch irgendwie fair, im geschilderten Fall auch ärgerlich und schlussendlich dumm und kurzsichtig.
Letztlich geht's ja darum, dass ein Produkt des Herstellers wieder laufen und der Besitzer daran Freude haben soll.
Wenn sich da eine Freiwilliger findet der den Puffer zwischen Konsument und Hersteller macht wäre ich als Hersteller froh und glücklich und würde alles tun um den Verrückten zu unterstützen auch wenn er nicht die Schulung genossen hat die meine Regularien vorsehen (aus welchem Grund auch immer). Wenn er sch….e baut kann ich ja noch immer reagieren und ihm die Gunst entziehen.
Das Ganze war zu Zeiten eines Blümlein überhaupt keine Diskussion wert.
Es zeigt aber letztlich auch, dass diese ganzen Regularien nix mit Qualität und blablabla zu tun haben sondern nur mit Macht und Unterdrückung.
Da halten sich halt ein paar Sesselpupser penibel an irgendwelche weltfremden Regularien damit sie ihre Ruhe haben.
Kennt man ja, z.B. bei uns aus der öffentlichen Verwaltung, frei nach dem Motto: "Ich weiß ja, dass es Blödsinn ist aber ich hab's ja nicht gemacht, bin also nicht verantwortlich!"
Dass da dann so ein altbekannter Revoluzzer mit seinem ganz speziellen Charakter daherkommt (ich warte noch immer darauf dass der geschätzte @mezdis den Thread dazu beginnt) und sich partout nicht an die Regeln hält ist halt.......... ;-)
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lottemann
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von lottemann » 04 Mär 2019, 10:48

Ich habe selber viel mit Regeln und deren Um- und Durchsetzung
zu tun. Ermessensspielraum auch zu nutzen bedeutet Verantwor-
tung zu übernehmen und das wollen immer weniger.
Das ist schade.
Und ich bleibe dabei, dass es eine ausgewachsene Frechheit und
noch wesentlich grössere Dummheit ist, dem Konstrukteur eines
Werkes Ersatzteile zu dessen Instandsetzung zu verweigern.

Gruss

Michael

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mhanke
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von mhanke » 04 Mär 2019, 20:22

lottemann hat geschrieben:
04 Mär 2019, 10:48

Und ich bleibe dabei, dass es eine ausgewachsene Frechheit und
noch wesentlich grössere Dummheit ist, dem Konstrukteur eines
Werkes Ersatzteile zu dessen Instandsetzung zu verweigern.
Er könnte ja auf die abstruse Idee kommen, mit diesen Teilen sein eigenes Schleppzeigerwerk zu bauen .... :twisted:
"Auf Komplikationen fallen eigentlich nur einfache Gemüter herein" - CF

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walter
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von walter » 04 Mär 2019, 21:56

lottemann hat geschrieben:
04 Mär 2019, 10:48
Ich habe selber viel mit Regeln und deren Um- und Durchsetzung
zu tun. Ermessensspielraum auch zu nutzen bedeutet Verantwor-
tung zu übernehmen und das wollen immer weniger.

Das ist schade.
Und ich bleibe dabei, dass es eine ausgewachsene Frechheit und
noch wesentlich grössere Dummheit ist, dem Konstrukteur eines
Werkes Ersatzteile zu dessen Instandsetzung zu verweigern.

Gruss

Michael
Das ist auch meine Wahrnehmung...seit fast 40 Jahren in einem internationalen Unternehmen :roll:
Es wird immer schlimmer...
Sei es irgendeiner übergeordneten Arbeitsanweisung geschuldet, einer abnehmenden Identifikation mit dem Unternehmen oder
...die MA im FLS sind in der Mehrzahl keine Leuchten ...
Walter

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Richard Habring
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 05 Mär 2019, 07:41

mhanke hat geschrieben:
04 Mär 2019, 20:22
Er könnte ja auf die abstruse Idee kommen, mit diesen Teilen sein eigenes Schleppzeigerwerk zu bauen .... :twisted:
Erwisch! Ich geb's ja zu. Es wird ein ewiger Kalender der nicht vom Uhrmachrr korrigiert werden muss wenn er mal länger liegt :yahoo: Dem Konstruktör ist nichts zu schwör!
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Thomas H. Ernst » 05 Mär 2019, 09:35

mhanke hat geschrieben:
04 Mär 2019, 20:22
lottemann hat geschrieben:
04 Mär 2019, 10:48

Und ich bleibe dabei, dass es eine ausgewachsene Frechheit und
noch wesentlich grössere Dummheit ist, dem Konstrukteur eines
Werkes Ersatzteile zu dessen Instandsetzung zu verweigern.
Er könnte ja auf die abstruse Idee kommen, mit diesen Teilen sein eigenes Schleppzeigerwerk zu bauen .... :twisted:
Da müsste er aber erst mal eine Schulung machen, oder? :mrgreen:
Grüsse Thomas
Euer Board-Admin

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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von Richard Habring » 05 Mär 2019, 09:54

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
05 Mär 2019, 09:35

Da müsste er aber erst mal eine Schulung machen, oder? :mrgreen:
Jaaaah, bitteeeeehh! ;-)
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s'Peterle
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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von s'Peterle » 07 Mär 2019, 09:20

r.as. hat geschrieben:
03 Mär 2019, 11:19
Ich sag doch; das Fernziel der Uhrenindustrie muss es sein, dass die Eltern eines jeden Neugeborenen auf dem Meldeamt gleich auch ein Manufakturuhr-Abnahmeverpflichtungs-Abo unterzeichnen.
Wohlgemerkt, nur eine Abnahmeverpflichtung, die natürlich noch keine Lieferverpflichtung beinhaltet...

Aber nicht vergessen den Service zu unterbinden damit alle 5 Jahre eine neue gekauft werden muß, ich hatte letztes Jahr allen ernstes Probleme eine Krone für eine 20 Jahre alte Longines zu bekommen...

Und eine Maurice Lacroix, 15 Jahre alt "großer Service" 600 Euro und die Lynette wurde nicht aufgearbeitet... und der Juwelier lies einen Kommentar ab dass man da ja so langsam auch einmal etwas neues kaufen könnte.

Mein Verständnis ist eigentlich dass man so etwas pflegt und vererbt.. oder wie seht ihr das?

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Re: Das Prestige des Manufakturkalibers

Beitrag von gatewnrw » 07 Mär 2019, 15:36

bodenlos dumm!

Stammt die Aussage von ML (gesehen) oder hat der Konzi das gedichtet?

Ich hatte mal Sympathien für die Marke, speziell für deren Meisterklasse, an Deiner Stelle die Uhr runterrocken und weg, und 600 (ohne zu wissen was gemacht wurde) bewegt sich auf GO und Rx Level.

LG Peter
- einen Jux will er sich machen ...

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