Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

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u2112
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Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von u2112 » 14 Jun 2020, 22:14

​Liebe Uhrenfreunde,

ich hatte es ja bei der Vorstellung meiner Bulgari Octo schon angedeutet https://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=4&t=70104 , abgeschlossen war das Thema "sportlich-elegante Stahluhr mit integriertem Band" noch nicht...​

In den vergangenen Monaten hatte man ja ungewöhnlich viel Zeit, in den eigenen vier Wänden vor sich hin zu dümpeln und Gedanken über alle möglichen wichtigen und nicht ganz so wichtigen Fragen des Lebens zu machen. Eine dieser Fragen bei mir war "warum kauft man eine Uhr?" - also eine klassische Frage aus der erstgenannten Kategorie :whistling: ...

Jetzt ging es nicht um die Uhr an sich, sondern um bestimmte Marken und Modelle. Die Gründe sind da vielfältig, auch bei mir: Manche Uhren kaufe ich als "Sammler", weil mich ein Bereich besonders interessiert und dann der Ehrgeiz geweckt ist, möglichst viele spannende Exemplare zu finden (oder gar alle). Dem geneigten Leser ist vermutlich nicht verborgen geblieben, dass das bei mir eigentlich nur auf IWC zutrifft (ausgelöst durch frühkindliche Prägung). Letztlich ist das auch die einzige Marke, wo ich signifikant im Vintage-Bereich aktiv bin​​, denn dafür braucht es gerade heute solides Wissen und sich dieses anzulesen, braucht viel Zeit (vom Lehrgeld durch Fehlkäufe will ich gar nicht sprechen...).

Trotzdem ist mein Uhreninteresse nicht auf diese eine Marke beschränkt - im Gegenteil: Bei der letzten Zählung kam ich auf rund 40 Marken, die bei mir vertreten sind bzw. über die Jahre vertreten waren. Meist waren es nur 1-2 Modelle pro Marke, also ziemlich quer durch den Garten.

Findet sich bei diesen Uhren irgendwie ein roter Faden? Ein Aspekt wäre sicherlich "Klassiker", also Uhren, die man nach übereinstimmender Meinung von Uhrenfreunden haben oder zumindest mal gehabt haben muss. Beispiele wären dafür wohl eine Moonwatch, eine Rolex Sporty oder eine JLC Memovox. Solche Klassiker müssen dabei auch nicht teuer sein, z.B. eine Atmos bekommt man gebraucht um 1.000 Euro, auch eine Nomos Orion kostet nicht mehr. Manchmal braucht es aber etwas Mut, z.B. wenn die Marke durch viele Höhen und Tiefen geht und man sich nicht sicher sein kann, dass der Laden in ein paar Jahren noch steht - das ist gerade mit Blick auf Service und Ersatzteile natürlich nicht ohne Risiko, wie ich selbst z.B. bei meiner Vulcain Cricket Nautical erlebt habe.

Manche Uhren habe ich nur gekauft, weil sie ein absolutes Schnäppchen waren - oder mir zumindest als solche erschienen. Das hat sich nicht selten als Fehlgriff entpuppt, gerade wenn man sich vorher zu wenig mit der jeweiligen Uhr beschäftigt hat. Auch gibt es leider viel mehr "Schnäppchen", als man kaufen kann - das ist also aus Erfahrung keine gute Entscheidungsgrundlage.

Was aber für alle Uhren über alle Kategorien gilt: ich kaufe Uhren, die mir gefallen - wäre ja auch schlimm, wenn es anders wäre :wink: ...​​

Jetzt ist es heute leider gar nicht so einfach, die Uhren zu kaufen, die einem gefallen: Schaut man auf den engen Kreis der "Hype-Modelle", dann ist ein Kauf für den Normalmenschen zumindest beim Konzi nicht mehr möglich. Es gibt nichts zu kaufen, selbst Wartelisten haben sich erledigt und vollkommen bekloppt wird es, wenn Uhren nur noch zur Dekoration im Schaufenster liegen, aber gar nicht verkauft werden können. Das ist nicht mein Ding, damit fallen einige Marken und Modellinien komplett weg. Am anderen Ende der Skala gibt es Marken, die auf gut Deutsch zu blöd sind, ihre Uhren zu verkaufen - die nicht liefern können, die keine Distribution hinbekommen, die zum Teil nicht mal mehr eine Webseite mit den aktuellen Modellen gebacken kriegen. Das braucht man auch nicht. Dann gibt es nicht wenige Marken, die sich irgendwie ganz anders einschätzen als der Markt - die Preise nach oben treiben, die langjährigen Konzis kündigen und sich irgendwelchen Exklusivitätsträumen hingeben. Ich habe da mal für mich die Entscheidung getroffen, dass ich keine Uhren von Marken mehr kaufe, die in Hamburg nicht physisch vertreten sind (zumindest im Segment >> 1.000 Euro).

Da bleibt dann nicht mehr so viel nach...

Eine Uhr, die mir von Anfang an gefallen hat, ist die Girard-Perregaux Laureato in ihrer neuesten Generation 81010, die 2017 auf dem SIHH vorgestellt wurde (nicht zu verwechseln mit dem 225 Jahre-Jubiläumsmodell 81000 von 2016).​ Tolles Design, neues Inhouse-Werk, was vom Durchmesser besser zur Uhr passt und die legitime Historie der Modell-Linie, die immerhin ein Ur-Modell von 1975 vorweisen kann - also ein Jahr vor Nautilus und Ingenieur (wobei die Laureato zwar so aussieht, aber nicht von Genta war/ist).

Doch es gab ein paar Hürden zu überwinden: Zunächst musste man die Uhr an den Arm bekommen, was angesichts der Vielzahl der Varianten (4 Farben (weiß, blau, grau, schwarz) und mit 38/42 mmm zwei relevanten Größen) zwingend erforderlich ist. Das klappte hier im Norden nicht, gelang mir dann aber Monate später in Zürich auf der Bahnhofstrasse. Hier wurde schnell klar: Es muss die 42mm Version mit dem schwarzen Blatt sein - für mich am Arm die beste Kombination. Wenig später kam dann die Neuigkeit, dass Wempe wieder GP als Konzi führen wird - damit ist zumindest der Service-Zugang hier in HH gesichert. Blieb der Preis von gut 11.800 Euro Liste - ambitioniert, aber jetzt auch nicht völlig absurd mit Blick auf das Gebotene. Dennoch hatte ich natürlich im Kopf, dass bei GP Listenpreise doch immer viel Raum für Interpretation bieten - bei jungen Gebrauchten liegen die Preise da gerne in extrem attraktiven Regionen, wie ich ja selbst bei meiner GP 1966 feststellen konnte:

https://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=4&t=69431

Nur: Der erhoffte komplette Preisverfall trat nicht ein, das Gebrauchtangebot von privat war praktisch nicht existent. Und so gingen fast zwei Jahre ins Land, bis ich endlich auf ein passendes Angebot stieß - allerdings für eine neue Uhr, die vermutlich auch durch die Corona-bedingte Absatzkrise vieler Juweliere preiswert angeboten wurden. Nicht verschenkt (wie eigentlich erhofft), aber fair für beide Seiten. Und da habe ich dann trotz der Krise und der damals sogar noch geltenden Grenzschließungen zugeschlagen. Die Kollegen von UPS haben nicht enttäuscht und souverän über Nacht ausgeliefert :thumbsup:

So kam sie dann an einem trüben Lockdown-Tag im Norden an​​​: Und was soll ich sagen - es ist eine dieser Uhren, die man umlegt und denkt: "Yes, das passt :mrgreen: " Bei dieser Uhr hat GP ganz viel richtig gemacht - das Zifferblatt hat viele feine Details, Gehäuse und Band sind aus einem Guss, klassischer "Genta-Stil" aber doch hinreichend eigenständig und das hand-finissierte Werk ist zwar nicht auf ALS-Niveau im Detail, aber trotzdem schön anzuschauen. Und die Kritik? Im Wesentlichen ist das ja ein eher snobistisches "Poor man's Royal Oak". Nun habe ich ja die 15202 als Vergleich, ebenso wie die Genta-Ingenieure und für mich muss die Laureato sich nicht verstecken. Sie ist funktionaler als die RO (Datumsschnellschaltung, Sekunde mit Sekundenstopp, Gangreserve 54h), trägt sich besser als eine Ingenieur (nur 10,88mm hoch und wesentlich leichter), und gefällt mir persönlich optisch besser als die Nautilus.

Sie ist nicht das Original wie die RO, sie ist nicht so super-selten wie die 1832 und sie hat nicht das Sozialprestige einer Nautilus und beim "Werterhalt" wird sie sicherlich dramatisch schlechter liegen als alle drei Erstgenannten. Trotzdem würde ich die Prognose wagen, dass sie bei mir mehr Tragezeit bekommen wird​​ als RO und die beiden 1832 zusammen. Es ist für das tägliche Tragen für mich eine ziemlich perfekte Uhr: keine Ikone fürs Schließfach zum innerlichen Anhimmeln oder äußerlichen Auftrumpfen, sondern eine Uhr für den Alltag, die trotzdem auch für einen alten Uhrenkenner noch hinreichend individuell ist - in den Foren finden sich diese Uhren nur in minimalen Dosen... ​​

Nach all den Worten, nun endlich ein paar Bilder :D :

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Auch nach einigen Wochen am Arm erwische ich mich immer wieder dabei, wie der Blick verträumt an der Uhr hängenbleibt - das hat man als "alter Hase" auch nicht mehr so oft... :yahoo:

Gruß,
Christian​​​​

watch-watcher
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von watch-watcher » 14 Jun 2020, 22:18

Muss das sein, Christian.  :angry:

Seit Monaten interessiere ich mich für diese Uhr, natürlich mit blauem Blatt, und du stellst diese schöne GP jetzt so ausführlich vor.  :crying:
Wie auch immer, vielen Dank für die Vorstellung und ich wünsche dir eine lange Tragefreude.  :thumbsup:
Viele Grüße
Wilhelm

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Paulchen
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von Paulchen » 14 Jun 2020, 22:33

Glückwunsch Christian, wie immer eine tolle Vorstellung.
Die GP ist IMHO eine Alltagsuhr par excellence, aber war da mal nicht was mit dem Service?

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cool runnings
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von cool runnings » 14 Jun 2020, 22:49

Schöne Vorstellung. Glückwunsch zur Laureato, Christian. Die sieht man nicht oft. :thumbsup:

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walter
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von walter » 14 Jun 2020, 22:57

Im Herbst 2019 war die Laureato bei mir auch noch auf der Shortlist.
Die Inaugenscheinnahme erfolgte zuletzt auf der Watchtime-Messe in Dlf. 2019.
Danach war mit die Uhr aus dem Rennen, weil die Rivalin von Bvlgari mir besser gefiel.
Zudem konnte der GP-Vertreter auf der Messe meine hier genährten Vorbehalte bzgl. Service nicht nachhaltig ausräumen...Gruß an Markus.

Für Beide konnte gemeinsam könnte ich mich nicht erwärmen :roll:

Nichtsdestotrotz eine überaus schöne, eigenständige Uhr :thumbsup:
Walter

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u2112
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von u2112 » 14 Jun 2020, 22:58

@Paulchen: Ja, das mit dem Service war offenbar ein ziemliches Desaster über viele Jahre - auch hier im Forum gab es ja verschiedene "Opfer". Das hat mich tatsächlich auch lange von GP abgeschreckt, insbesondere da keine Präsenz vor Ort vorhanden war. In Hamburg gab es GP mal bei Bucherer, aber mit denen werde ich nicht warm.

Für mich war damals beim Kauf der 1966 schon ein wichtiger Punkt, dass Wempe als Konzi eingestiegen ist - denn da kenne ich die Service-Leute ganz gut, so dass ich mich auch im "Krisenfall" darauf verlassen würde, dass die Probleme geregelt kriegen. Trotzdem bin ich natürlich auch gespannt, wie das jetzt bei Andi laufen wird mit der Revision.

Aber die Uhr ist es wert, so ein Risiko einzugehen :wink: . Hier nochmal ein paar Belege für diese These:

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Wirklich eine schöne Uhr... :D , die an meinem Handgelenk auch ziemlich perfekt sitzt. Die verschiedenen Größen sollte man (ähnlich wie bei einer RO) unbedingt am Arm ausprobieren, da die integrierten Bänder wenig verzeihen.

Man erkennt auch die Unterschiede zur Jubiläums-Laureato 81000 auf den Bildern ganz gut: Die Lünette ist matt (statt poliert), das Datum ist in ZB-Farbe (statt weiß) und das Logo wurde anders eingefügt. Der Größenunterschied (42mm bei meiner vs. 41mm bei der 81000) fällt dagegen nicht wirklich ins Gewicht.

Gruß,
Christian

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insomniac
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von insomniac » 14 Jun 2020, 23:28

u2112 hat geschrieben:
14 Jun 2020, 22:58
Aber die Uhr ist es wert, so ein Risiko einzugehen :wink: . Hier nochmal ein paar Belege für diese These:

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Wirklich eine schöne Uhr... :D , die an meinem Handgelenk auch ziemlich perfekt sitzt.
Lieber Christian,
Herzlichen Glückwunsch zur Laureato und auch zu Deiner (wie ich finde) stimmigen „Sammelstrategie“ :thumbsup:
Sehr schön eingefangen, insbesondere das Zifferblatt.
Viel Spass mit der Neuen!
Beste Grüsse,
Roberto

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u2112
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von u2112 » 14 Jun 2020, 23:57

@Walter: Für mich war es in Bezug auf die Octo kein "entweder/oder" sondern ein "sowohl/als auch" (offensichtlich :wink: ). Warum?

Obwohl sie natürlich zur gleichen Uhrenkategorie gehören, liegen sie da im Spektrum sehr weit auseinander. Gar nicht so sehr von der Qualität, auch nicht so dramatisch beim (Markt-)Preis, sondern mehr vom Design. Die Octo in ihrer Ur-Form ist für mich eher eine "Fünft-" oder gar "Zehnt-Uhr" - mal etwas ganz anderes, was sich deutlich vom Rest abhebt. Und was deshalb gerade dann reizvoll ist, wenn man schon eine ganze Reihe "normale" Uhren hat. Für mich ist das eher eine Uhr wie meine Tonneau-Da Vinci - schon eher speziell, nichts, was jedem gefällt, und nichts, was man jeden Tag tragen kann oder möchte. Aber wenn man mal Lust auf etwas anderes hat, genau das Richtige.

Die Laureato ist dagegen eigentlich genau eine Uhr "für jeden Tag" - das ist tatsächlich sogar ein Kandidat für das Spielchen "wenn Du nur eine Uhr behalten dürftest". Diese "einzige Uhr" wäre bei mir nie eine Octo oder Da Vinci oder DC 80, andererseits sind 10 "normale" Uhren auch irgendwann fad. Insofern sehe ich die beiden Uhren nicht als Konkurrenz.

Hier mal ein semi-gelungener direkter Vergleich am Arm:

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Ich bin ja aber auch bei Uhren (und nur da :!: ) wirklich nicht monogam unterwegs... :whistling:

Gruß,
Christian

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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von Heinz-Jürgen » 15 Jun 2020, 07:03

Herzlichen Glückwunsch zur GP, Christian, und vielen Dank für die wie immer tolle Vorstellung! :thumbsup:

Ich finde, dass Du da ein sehr schönes Pärchen hast und sich die beiden für den Uhrenfreund doch ausreichend voneinander unterscheiden, um den Besitz beider zu rechtfertigen :wink:
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von cool runnings » 15 Jun 2020, 07:45

Interessanter Vergleich. Ich finde, beide Uhren haben etwas.

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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von mike_votec » 15 Jun 2020, 08:47

Tolle Vorstellung inkl. der Gedanken dazu. Sitzt perfekt an Deinem Arm.....herzlichen Glückwunsch und viel Freude an Deiner GP! :D
Grüße,

Michael

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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von ThomasM » 15 Jun 2020, 09:16

Tolle Uhr - ich drück mir auch dauernd die Nase platt am Schaufenster (OK, jetzt mit 1,5 Meter Abstand) - soll ich, soll ich nicht ...
Ich hatte damals auf der Munichtime Gelegenheit, die limitierte erste Edition anzuprobieren und hatte dabei ein sehr ausführliches nettes Gespräch mit GP. Das blaue Zifferblatt wäre mein Favorit. Ich fürchte, nach den tollen Bildern muss ich mir jetzt mal die Zeit für eine Anprobe nehmen ...
Viele Grüße,
Thomas

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mezdis
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von mezdis » 15 Jun 2020, 09:42

Herzlichen Glückwunsch, tolle Uhr! Und wie immer eine erstklassige Vorstellung mit tollen Bildern.

Hattest du dir auch die Keramikversion mit Keramikband angeschaut? Als ich die 2018 auf der Messe in Genf gesehen hatte, fand ich die schon toll. Und vor allem war der Preis für eine Vollkeramikuhr in meinen Augen erstaunlich tief (ca. 15'000 CHF).

https://www.ablogtowatch.com/girard-per ... mic-watch/
___________
Gruss mezdis

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u2112
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Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von u2112 » 15 Jun 2020, 12:08

@Lorenz: Ja, die schwarze Vollkeramik-Variante hatte ich auch in der Auswahl - da gab es auch hin und wieder preislich brutal gute Angebote, interessanterweise in mehreren Fällen scheinbar von GP-/Konzi-Mitarbeitern, die ja wohl im Mitarbeiterverkauf zum Teil günstig Uhren kaufen können. Obwohl die dann preislich nur noch geringfügig oberhalb der Stahlversion lagen und eine sogar bei mir in der direkten Nachbarschaft angeboten wurde, habe ich mich dagegen und für die klassische Stahlversion entschieden.

Technisch ist Keramik natürlich ziemlich anspruchsvoll, aber optisch und vom Tragegefühl her sprang da kein Funke über - mir fehlte da irgendwie das Feine und die Kontraste, auch das Zifferblatt geht da etwas unter. Am Ende sticht nur das Zeigerspiel heraus und der Rest ist schwarz. Für mich ist ein Keramik-Band zu viel, da gefällt mir der Kontrast von Keramikgehäuse und Textilband (wie bei der Dark Side oder den TG Modellen) deutlich besser, auch matt besser als poliert. Die Laureato funktioniert für mich aber wie alle "Genta"-Uhren nicht mit einem Materialmix, da müssen Band und Gehäuse aus einem Guss sein.

Ich hatte bei meiner übrigens noch das Kautschukband als "Zugabe" dabei - war nett gemeint, aber das werde ich vermutlich nie verbauen...

Gruß,
Christian

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stere
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Interessen: Hmm......vielleicht Uhren ? :-)

Re: Girard-Perregaux Laureato: Warum sollte man so eine Uhr kaufen?

Beitrag von stere » 15 Jun 2020, 13:53

Hallo Christian,
vielen Dank für die - wie immer - perfekte Vorstellung! Du erklärst ja sehr nachvollziehbar Deine Motivation für den Kauf und bei Dir ist das auch alles ziemlich schlüssig...

Die Uhr selbst... mh.. ich bin immer geneigt, den 38er-Schlüssel zu suchen und die Lünette nochmal nachzuziehen :whistling: :mrgreen: . Gerade im Bereich der Lünette fühlt es sich für mich so an, als fehlt da was, als wäre die Uhr nicht zuende gestaltet. Ich kann es schwerr beschreiben aber die Octo daneben ist für mich dagegen gestalterisch perfekt (auch, wenn ich Deinen Kommetar vollumfänglich teile - die Zehntuhr :lol: - für besondere Anlässe). Aber - ohne je eine GP besessen zu haben (ich hatte mal vor Urzeiten eine alte VC Overseas, die hatte noch das GP Werk verbaut) haben sich die Service-Schreckensmeldungen eingebrannt, weshalb ich noch immer einen Bogen um die Marke mache (ich habe hier leider keinen Draht zum Service meiner Wempe-Filiale). Neben dieser Tatsache, gab es auch viele Geschichten vom Auftreten der beiden Söhne nach dem Tod des Alten auf dem SIHH... was bei mir die Marke nachhaltig beschädigt hat.

Aber deswegen finde ich noch immer genügen coole Uhren auf dem Markt und der Köder muss ja dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude mit der Laureato!

stere
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