Wisst ihr noch?

Allgemeine Diskussionen rund um zeitgenössische Uhren
gatewnrw
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von gatewnrw » 20 Dez 2020, 19:34

Ralf hat geschrieben:
20 Dez 2020, 13:37
gatewnrw hat geschrieben:
20 Dez 2020, 13:21
Mal zwei Positivbeispiele

... Kosten 0,00... kostenfreie Bestätigung ...
Nein, nicht kostenfrei. Richtig ist: Du hast zu dem Zeitpunkt nichts bezahlt. Kosten sind dort trotzdem entstanden. Mitarbeiter wollen bezahlt werden. Gebäude und Grundstücke kosten Geld. Geräte müssen abgeschrieben werden. Und die Verwaltung dahinter kommt noch mal oben drauf. Strom und Wasser braucht es auch noch, und das Wasser muss auch noch irgend wann aus dem Mitarbeiter wieder raus. Kostet Arbeitszeit und Abwassergebühren. Und hinterher muss auch noch jemand putzen.

Wo kommt das Geld für all das her? Nicht von der Zahnfee, sondern vom Kunden. Wenn nämlich nicht ist die Firma bald pleite. Die einzigen echten Fragen sind: Wann zahlt der Kunde das und wie verteile man das auf die unterschiedlichen Kunden. Die Methode, es von den Kunden zu nehmen, die diese Arbeit gemacht haben wollen halte ich sogar für fair.

Ob man jetzt eine halbe Stunde manuelles Suchen abrechnet, oder die 100000 Öcken für den Aufbau der digitalen Datenbank, die das Ding auf Knopfdruck liefert, auf 2000 Kunden im Jahr umlegt, die das Ding bestellen: Zusammen mit der Auftragsentwicklung ist man über 100 (egal ob Eur, CHF oder GRP).
Ralf,

Deine Einlassung ist mir nicht unbekannt und nachvollziehbar. Ich schrieb von unserer Digitalisierung Ende der 90er, ich weiß was das kostet.
Bereits Mitte der 90er hatten wir entschieden, Belastungen unter DM 100,00 nicht im Konzern weiter zu belasten!
Ergebnis: digitale Erfassung jeder Einzelbuchung als Abfallprodukt der Datenaufbereitung, quartalsweise Belastung an die Untenehmen.

Deine Schätzung der manuellen Kosten liegt m.E. heute weit unter den tatsächlichen, die Datenbankpflege ist ein Abfallprodukt des Verkaufs, ebenfalls mit Kosten belastet. Verbleiben die Kosten für die Programmierung und den Aufbau der DAtenbank, die sind nicht weg zu bedingen.

Aber was will die Firma denn, hilflos die Achseln zucken wenn ein Kunde fragt?

Das kostenfrei bezog sich, wie Du richtig verstanden hast, auf die auf mich entfallenden oder zu zahlenden Kosten.

LG Peter
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s'Peterle
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von s'Peterle » 21 Dez 2020, 10:57

jeannie hat geschrieben:
20 Dez 2020, 12:03
Ralf hat geschrieben:
20 Dez 2020, 10:31
In der Grössenordnung kenne ich die realistischen Logistikkosten für eine Auftragsabwicklung auch.
Viele sehen halt nicht ein, dass 15 Euro für eine Schraube ein Entgegenkommen der Firma ist, diese überhaupt an Lager zu halten und zu liefern.
Na da sind wir in der EU ein bisschen weiter. Auch aus Umweltschutzgründen müssen für heute verkaufte Produkte 10 Jahre lang Ersatzteile vorgehalten werden.

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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von s'Peterle » 21 Dez 2020, 11:05

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
20 Dez 2020, 12:25
Heinz-Jürgen hat geschrieben:
20 Dez 2020, 08:01
Vielleicht gibt es ja hier einen Insider, der weiß, welcher Aufwand - vom Einpflegen der Daten bis zum Ausdruck des Stammbuches - dahinter steckt?
Ich kann da fast nur mutmassen: Eine Uhr aus jüngerer Produktion wurde vollständig digital begleitet, da sollte so ein Stammbuchauszug quasi auf Knopfdruck aus dem Drucker fallen.

Bei echtem Alteisen sieht es allerdings anders aus. Die Auftragsbücher und Fertigungsrapporte wurde ja meist von Hand mit dem Federkiel geschrieben, sowas will erst mal digitalisiert und dann in die Kernapplikation integriert sein.

Und dann der Datenschutz, Leute, der Datenschutz ... :mrgreen:
Wenn die Firma auf Zack ist auch und gerade für die alten. Ich entwerfe solche Systeme, da wird heute geschaut dass gerade die alten Datenbestände in Papierform möglichst zackig digitalisiert werden und im Rahmen eines "Data Warehouse" für multiple Zwecke gespeichert werden. Damit reduzieren sich die "Lagerkosten" pro Datensatz quasi auf null und die Verwaltungskosten zehnteln sich (mindestens)

Damit kannst du Datenabfragen "real time" bekommen und alle Auswertungen die du dir nur einfallen lassen kannst innerhalb weniger Minuten bekommen.

Ein Server für ca. 10.000 Nutzer kostet heute noch ca. 60.000 Euro. Quasi "gar nix".

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Thomas H. Ernst
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von Thomas H. Ernst » 21 Dez 2020, 12:26

s'Peterle hat geschrieben:
21 Dez 2020, 11:05
Ich entwerfe solche Systeme, da wird heute geschaut dass gerade die alten Datenbestände in Papierform möglichst zackig digitalisiert werden ...
Wie macht ihr das bei uralten, in Sütterlin mit Tusche geschriebenen und teilweise beschädigten Büchern?

Der ganze Rest ist mir schon klar, aber die Vorlage erst mal in "elektronisch lesbar" zu bekommen ist ja nicht immer einfach.

Wir haben bei uns Projekte wo die gesamte Korrespondenz digitalisiert und den Applikationen zugeführt wird, im Kerzenlicht schräg und unscharf abfotografierte Arztrechnungen oder handgeschriebene Rezepte sind da schon eine Herausforderung.
Grüsse Thomas
Euer Board-Admin

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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von s'Peterle » 24 Dez 2020, 18:31

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
21 Dez 2020, 12:26
s'Peterle hat geschrieben:
21 Dez 2020, 11:05
Ich entwerfe solche Systeme, da wird heute geschaut dass gerade die alten Datenbestände in Papierform möglichst zackig digitalisiert werden ...
Wie macht ihr das bei uralten, in Sütterlin mit Tusche geschriebenen und teilweise beschädigten Büchern?

Der ganze Rest ist mir schon klar, aber die Vorlage erst mal in "elektronisch lesbar" zu bekommen ist ja nicht immer einfach.

Wir haben bei uns Projekte wo die gesamte Korrespondenz digitalisiert und den Applikationen zugeführt wird, im Kerzenlicht schräg und unscharf abfotografierte Arztrechnungen oder handgeschriebene Rezepte sind da schon eine Herausforderung.
Suetterlin ist da schon weit jenseits der Aufbewahrungsfristen. Das maximale sind ungefaehr 30 Jahre im Gesundheitswesen.

r.as.
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von r.as. » 25 Dez 2020, 11:27

gatewnrw hat geschrieben:
20 Dez 2020, 19:34
Ralf hat geschrieben:
20 Dez 2020, 13:37
gatewnrw hat geschrieben:
20 Dez 2020, 13:21
Mal zwei Positivbeispiele

... Kosten 0,00... kostenfreie Bestätigung ...
Nein, nicht kostenfrei. Richtig ist: Du hast zu dem Zeitpunkt nichts bezahlt. Kosten sind dort trotzdem entstanden. Mitarbeiter wollen bezahlt werden. Gebäude und Grundstücke kosten Geld. Geräte müssen abgeschrieben werden. Und die Verwaltung dahinter kommt noch mal oben drauf. Strom und Wasser braucht es auch noch, und das Wasser muss auch noch irgend wann aus dem Mitarbeiter wieder raus. Kostet Arbeitszeit und Abwassergebühren. Und hinterher muss auch noch jemand putzen.

Wo kommt das Geld für all das her? Nicht von der Zahnfee, sondern vom Kunden. Wenn nämlich nicht ist die Firma bald pleite. Die einzigen echten Fragen sind: Wann zahlt der Kunde das und wie verteile man das auf die unterschiedlichen Kunden. Die Methode, es von den Kunden zu nehmen, die diese Arbeit gemacht haben wollen halte ich sogar für fair.

Ob man jetzt eine halbe Stunde manuelles Suchen abrechnet, oder die 100000 Öcken für den Aufbau der digitalen Datenbank, die das Ding auf Knopfdruck liefert, auf 2000 Kunden im Jahr umlegt, die das Ding bestellen: Zusammen mit der Auftragsentwicklung ist man über 100 (egal ob Eur, CHF oder GRP).
Ralf,

Deine Einlassung ist mir nicht unbekannt und nachvollziehbar. Ich schrieb von unserer Digitalisierung Ende der 90er, ich weiß was das kostet.
Bereits Mitte der 90er hatten wir entschieden, Belastungen unter DM 100,00 nicht im Konzern weiter zu belasten!
Ergebnis: digitale Erfassung jeder Einzelbuchung als Abfallprodukt der Datenaufbereitung, quartalsweise Belastung an die Untenehmen.

Deine Schätzung der manuellen Kosten liegt m.E. heute weit unter den tatsächlichen, die Datenbankpflege ist ein Abfallprodukt des Verkaufs, ebenfalls mit Kosten belastet. Verbleiben die Kosten für die Programmierung und den Aufbau der DAtenbank, die sind nicht weg zu bedingen.

Aber was will die Firma denn, hilflos die Achseln zucken wenn ein Kunde fragt?

Das kostenfrei bezog sich, wie Du richtig verstanden hast, auf die auf mich entfallenden oder zu zahlenden Kosten.

LG Peter

Bitte vergesst bei dieser Betrachtung nicht die betriebswirtschaftlich oft abenteuerlichen Umlageverfahren (Fixkostenbestandteile --> direkt zuzurechnende Kosten), welche schon analytisch nur unzureichend lösbar sind.

Rolf

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Thomas H. Ernst
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von Thomas H. Ernst » 25 Dez 2020, 12:13

s'Peterle hat geschrieben:
24 Dez 2020, 18:31
Suetterlin ist da schon weit jenseits der Aufbewahrungsfristen. Das maximale sind ungefaehr 30 Jahre im Gesundheitswesen.
Ich wusste nicht dass IWC dem Gesundheitswesen hinzuzurechnen ist. :shock:
Grüsse Thomas
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von schlumpf » 25 Dez 2020, 13:27

Naja, manchmal machen inzwischen die aufgerufenen Preise durchaus krank. :mrgreen:
Schöne Uhrengrüße, Gerhard

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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von Thomas H. Ernst » 25 Dez 2020, 13:39

schlumpf hat geschrieben:
25 Dez 2020, 13:27
Naja, manchmal machen inzwischen die aufgerufenen Preise durchaus krank. :mrgreen:
Na, dann sollnse mal die Stammbuchauszüge 30 jahre lang aufbewahren. :mrgreen:
Grüsse Thomas
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von schlumpf » 26 Dez 2020, 09:29

Impfen, jetzt. 8)
Schöne Uhrengrüße, Gerhard

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Hertie
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von Hertie » 26 Dez 2020, 14:33

Schade, ich finde die Rechnungen leider nicht mehr, aber in den 2000er Jahren (ca. 2005-2008) habe ich für einen Stammbuchauszug bei IWC noch EUR 50.- bezahlt. :wink:
Und ein nettes Service einer Mitarbeiterin bei IWC war auch, dass ich bereits vor Kauf einer Taschenuhr und somit vor Ausstellung eines Stammbuchauszuges nachfragen konnte, ob Werk-und Gehäusenummern im Archiv verzeichnet sind. Dies hat die Sicherheit auf Zusammengehörigkeit der Komponenten nochmals erhöht.

Diesbezüglich gute Erfahrungen hatte ich auch mit dem Uhrenmuseum in Glashütte.

Ich muss sogar eine Lanze für Rolex brechen (jawoll Jürgen, du liest richtig :mrgreen: ) , welche in meiner aufstrebenden Hochzeit als Uhrenverrückter Mitte der 90er Jahre sogar das eine oder andere Vintage-Schätzchen am Uhrmachertisch am Hauptsitz liegen hatten und mir ein „Zertifikat“ auf grünem Rolex-Papier ausstellten, in dem sie die Daten der Uhren , die Originalität - und jetzt kommts´- den sehr guten technischen und optischen Zustand attestierten, ohne an der Uhr auch nur irgendwas zu machen. Sogar die Dichtungen -falls sie ausgetauscht wurden- gingen aufs Haus . Und das ganze wurde immer von Bucherer (als Großkunde mit einzig einer gekauften S/G Datejust mit Brillantblatt und einer Rado Sintra :mrgreen: ) in die Wege geleitet und endete mit ein paar Fränkli in der Kaffeekasse.

Heute ist das wohl völlig undenkbar.
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C.95
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von C.95 » 26 Dez 2020, 17:38

Dazu habe ich u.a. diese sehr gute Erfahrung und auch bei einige Stabus mehr :whistling:

Der Bericht, damals mit Fotos der Uhr, war für das IWC Forum, deswegen in Englisch.
Schon der umfangreiche Bericht von IWC war sicher den Preis wert ?!

Und, diesen Stabu bekam ich geschenkt :thumbsup:


Vintage PW and first class IWC investigation.

As posted recently, I became the lucky owner of an IWC cal. 66 Pocket Watch recently. However, my enthusiasm was tempered by the fact that there was a huge numerical gap between the movement number and the case number. While usually there might be a 1 - 3 years difference between the production date of the IWC movement and its case, I was confronted with a very old movement dating from 1919 and a case number referring to the 1960-ties.

At first sight this could mean that case
and movement were not belonging to each
other, making the combination probably a “marriage”.

I asked IWC for help and this was the answer from Schaffhausen:
 
“We researched our archives on your request and this is what we found.  

Many of the movements cal. 66 from the series 1360, Hunter, Cal 66, 19 lignes, H 6, Movement numbers 724901-725500 were only sold during the early 1960-ies.

It is our experience that
these unfinished
movements (ébauches)
were kept in stock
and once they
could be sold,
these movements
needed to be finished
to IWC standards.

From the Archives it
can not be deducted
what kind of finish these
movements received.
As duringthe 1960-ies,
the so called “Cotes the
Genève” (Geneva Stripes)
were the fashion, the movements
were nickel plated and after that decorated with Geneva stripes.

Of note is that a lot of cal. 66 movements from this particular series were exported to Scandinavia. The movement with number 725418 was delivered on 17 th November 1961 to a dealer O. Arikola or Arikala in Helsinki.

The case number 1471092 has been crossed out in the archives, and therefore it was hardly possible to decipher what had been written. We had serious trouble with this and we were at the point of writing you that movement and case of this watch were not matching.

However, using a magnifying glass revealed: Movement number and case number are matching !

Your Hunter cal .66 was sold to Finland in 1961 and as such we can issue an Extract of the Archives.

How is it possible that such a large difference between movement number and case number can exist ?
Very important for the collectors are the books of Meis, Tölke and King and the referring “date your IWC”. From these, all movement numbers of watches produced after 1885 have been recorded, reliably. In your case the series 1360 comprised the movement numbers 724901-725500, a batch of 600 movements. The listing of these movements have been published correctly by Meis, Tölke and King. Until the 1960ies we have used these lists at IWC as being precise. However, these lists do not indicate if a certain foreseen movement  has been effectively produced , finished and sold.

It is a list of “planned” watches, year after year. Referring to production numbers a stunning conclusion can be made. Not all the movements announced in a batch to be produced, were built in reality. It could be less. How many less is often difficult to retrieve, as only those complete watches that were really made and thus exist, can be traced from the Archives.

Let us consider your cal. 66 Hunter (Savonette) as an example. In the series 1360, Sav. Cal. 66 ,19 lignes a total of 600 movements were planned. We have researched what happened with this batch. The first watches with movements from this series were finished and sold in 1939 (20 years after the production of the movements). The first 300 watches were sold until 1946, a few during the 1950-ies and the remaining watches during the 1960-ies. The last watch with a movement from the series mentioned was sold in 1968. From the 600 planned watches, 90 % has actually left IWC, meaning that they have been sold. From the series 1360 one cannot state that 600 pieces have been built but about 550.

The archive books just report the completed, finished and working watches, ready to be sold.

The exciting thing about your watch is that it was an unfinished crude movement (ébauche), kept in stock for many years. From the case number we can conclude that finally your watch was not just sold to decrease stock, but because it has been finished after an official order had been placed.

The case was made by the company Wyss in Biel in April 1959 after Arikola or Arikala in Helsinki had ordered the watch at IWC.

One issue remains unsolved : Why had the Scandinavian countries so much interest in the “old” cal. 66 pocket watches during the 1960ies?

As you can see your watch has a typical history.

We wish you many pleasant hours, enjoying your watch.”


Really first class IWC investigation!

Thanks for the tremendous effort to all involved IWC employees.


 

gatewnrw
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von gatewnrw » 26 Dez 2020, 18:53

danke für diesen Blick in die Vergangenheit, möglicherweise (ich bin manchmal Optimist) ein Weg in die Zukunft !?

LG Peter

spannend zu lesen
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von Hertie » 26 Dez 2020, 22:37

Eine klasse Recherche. :thumbsup:
Wahrscheinlich sind im laufe der Zeit, speziell im Internetzeitalter (vorher gingen ja die Briefchen hin und her, was viele wohl auch abgehalten hatte) die Anfragen und Wünsche von Kunden derart explodiert, dass es irgendwann nicht mehr möglich war, solche zeitintensiven wunderbaren Serviceleistungen aufrecht zu erhalten.
Aber genau das war es eben, was mich mit einem Unternehmen verbunden hat. Diese nachvollziehbare Historie von Tickern und auch manchmal das direkt gefühlte gespiegelte Interesse am anderen Ende.
Nicht die alljährlichen Neuvorstellungen, welche gerade aktuell vom Fließband plumpsen macht es für mich aus, sondern auch die Rückverfolgung, Wertschätzung und Historie von längst ausgelaufenen Produkten.
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C.95
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Re: Wisst ihr noch?

Beitrag von C.95 » 27 Dez 2020, 17:12

Hertie hat geschrieben:
26 Dez 2020, 22:37
Eine klasse Recherche. :thumbsup:
Wahrscheinlich sind im laufe der Zeit, speziell im Internetzeitalter (vorher gingen ja die Briefchen hin und her, was viele wohl auch abgehalten hatte) die Anfragen und Wünsche von Kunden derart explodiert, dass es irgendwann nicht mehr möglich war, solche zeitintensiven wunderbaren Serviceleistungen aufrecht zu erhalten.
Aber genau das war es eben, was mich mit einem Unternehmen verbunden hat. Diese nachvollziehbare Historie von Tickern und auch manchmal das direkt gefühlte gespiegelte Interesse am anderen Ende.
Nicht die alljährlichen Neuvorstellungen, welche gerade aktuell vom Fließband plumpsen macht es für mich aus, sondern auch die Rückverfolgung, Wertschätzung und Historie von längst ausgelaufenen Produkten.
Deine Einschätzung, dass insbesondere Stabus für alte Uhren angefordert wurden/werden teile ich.
Ich kann ja mal das Durchschnittsalter meiner Uhren bestimmen, für die ich Stabus angefordert habe.

Werden geschätzt > 30 Jahre sein, also Daten in Papieren suchen :whistling:

VC ruft etwa den halben IWC Preis dafür auf.

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