Möckel-Schneeberg I/SA

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Tourbi
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Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Tourbi » 16 Aug 2008, 20:25

Hallo ihr Uhrenfreaks,

ich hab da was für euch.

Am 12./13. Juli war ich am Sachsenring; Moto-GP.
Übernachtung in Schneeberg. Tja, wenn man "erst" im Januar bucht kommt man nicht näher ran.
Samstag beim Abendspaziergang hab ich dort ein Uhrengeschäft mit Goldschmiede entdeckt.
Möckel heißt der Laden; Inhaber ist Frank Krause, Uhrmachermeister.
Der Blick ins Schaufenster: Tissot, Bruno Söhnle, und Uhren mit der Aufschrift "Möckel- Schneeberg I/SA"!
Sehr interessante Uhren. Eins der Werke kam mir bekannt vor. Unser geliebtes Unitas, aber was für eins.
Wieder daheim hab ich Kontakt zu Herrn Krause aufgenommen. Hier nun das Ergebnis.

Meister Krause hat am 3.5.08 seine Kollektion in seinem Geschäft vorgestellt.
Verbaut werden schweizer- oder auch deutsche Werke.
Diese Werke werden in Krauses Werkstatt komplett zerlegt, in Handarbeit veredelt, mit Zierschliffen versehen, die Schrauben gebläut, feinreguliert, und in Gehäuse deutscher Hersteller eingeschalt.
Individuelle Werkgestaltung ist ebenso möglich. ZB handgravierte Unruhkloben, geschraubte Goldchatons, bis hin zur Dreiviertel-Platine.

Jetzt gibt's dank Herrn Krause noch ein paar Bilder:

Ein 2824-2. Nicht schlecht. Perlage selbst auf den Aufzugsrädern!

Bild

Hier eine passende Uhr dazu.
Bild

Auch Chronos gibt's. Was Krause mit dem 7750 macht weiß ich noch nicht.
Serienmäßig bleibt es wohl nicht.
Bild

Und jetzt der Leckerbissen. Eins seiner Unitas.
Bild

Skelettiert, Platine perliert, verschraubtes Goldchaton, Sonnenschliff auf den Aufzugsrädern usw.

Bild

Bild

Die im Hintergrund mit Stahlband wird meine. Werde kommende Woche eine Uhren-Tour durch Sachsen starten.
Glashütte, Kalbe und Schneeberg. mal sehen, was Meister Krause zu bieten hat.

Ach ja, eine Web-Seite gibt's auch:

http://www.uhren-schmuckhaus-moeckel.de/ueberuns.html

Die Seite sollte zwar schon wieder richtig laufen, aber der Shop-Einbau dauert wohl doch länger als geplant.
Gruß Tourbi

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hart-metall
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von hart-metall » 17 Aug 2008, 14:32

Und in solchen Fällen: die übliche Frage: was kostet eine derartig verschalte Unitasse?
Ciao - Peter

Bitte verzeih, aber ich lese in einem Uhrenforum lieber über Uhren als über Leute, die gerne welche hätten.

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Tourbi
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Tourbi » 17 Aug 2008, 18:58

hart-metall hat geschrieben:Und in solchen Fällen: die übliche Frage: was kostet eine derartig verschalte Unitasse?
Was konkretes hab ich auch noch nicht.
Die mit Stahlband und vergoldetem Unitas soll bei 1990,-€ liegen.
Mit 2824-2 soll's bei ca 500,- losgehen.
Gruß Tourbi

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HarryErr
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von HarryErr » 05 Sep 2008, 19:10

... für mich hätte da auch stehen können:

"... nimmt einen VW-GOLF, baut ihn auseinander, ölt nochmal alles nach, appliziert ein aufwändiges Paint-Brush mit röhrendem Hirsch vor Sonnenuntergang auf die Stoßfänger, baut einen anderen Chip der Steuerungselektronik ein, um nochmal 7 PS rauszuholen, auf Wunsch kann der Kunde sich die Farbe des Hirschgeweihs auf der Heckscheibe und des "Blödmann-Tuning" Aufklebers aussuchen... "

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Gruß, Harald

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cleaver
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von cleaver » 05 Sep 2008, 19:46

HarryErr hat geschrieben:... für mich hätte da auch stehen können:

"... nimmt einen VW-GOLF, baut ihn auseinander, ölt nochmal alles nach, appliziert ein aufwändiges Paint-Brush mit röhrendem Hirsch vor Sonnenuntergang auf die Stoßfänger, baut einen anderen Chip der Steuerungselektronik ein, um nochmal 7 PS rauszuholen, auf Wunsch kann der Kunde sich die Farbe des Hirschgeweihs auf der Heckscheibe und des "Blödmann-Tuning" Aufklebers aussuchen... "

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Gruß, Harald
Das machen aber alle ETA-Einschaler, oder sehe ich das falsch? Magst du das alles nicht? :shock:

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HarryErr
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von HarryErr » 05 Sep 2008, 20:31

cleaver hat geschrieben:
Das machen aber alle ETA-Einschaler, oder sehe ich das falsch? Magst du das alles nicht? :shock:
Hallo. Ich möchte dem Meister auch nicht zu nahe treten. Aber hier wird m.E. mit dem Gravieren, Bläuen, Verschnörkeln usw. Handwerkskunst suggeriert, wo es doch höchstens Kunsthandwerk ist. Da ist mir das ehrliche "Standard 2824 in Gehäuse werfen und gut is" lieber. (bei dementsprechend moderaten Preisen, versteht sich)

Aber jedem das Seine. (ironiefrei)

Gruß, Harald

Kube
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Kube » 06 Sep 2008, 09:03

Was ist denn gegen das Veredeln von Uhrwerken zu sagen? Das machen doch alle Hersteller. Bei so einer Aussage kann ich nur den Kopf schütteln, da fällt mir nichts zu ein...

Diver
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Diver » 06 Sep 2008, 18:29

Das mit den Uhrwerken gefällt mir gut...nur das Gehäuse und die Zifferblätter sind vom übelsten :roll: Standart halt nix besonderes und dafür ganz schön viel Geld. :|

brainless
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von brainless » 08 Sep 2008, 00:26

Letzte Woche war ich mal bei Uhren Möckel, um mich mit dem Angebot von Herrn Krause vertraut zu machen:
Schöner Laden, der Gediegenheit und Bodenständigkeit vermittelt - kein Schicki-Micki-Konzessionär. 8)
Nach der Begrüßung durch Frau Krause, kam gleich darauf der Meister, Frank Krause.
Er nahm sich insgesamt über eine Stunde Zeit, um mir zu erklären, was er machen will und was nicht.
Er will Uhren, werksseitig hauptsächlich, finissieren durch schleifen, polieren, vergolden und gravieren (außer Haus!), sowie Feinregulierung und Goldchatons, die entweder echt oder auch nur scheinbar verschraubt sind - je nach Dicke der betreffenden Brücke.
Auch hat er zwei Gehäuse, die sich für das 7750 oder für das 6497/6498 eignen. Er rechnet aber damit, nicht zwei absolut identische Uhren zu bauen, da erst nach ausführlicher Durchsprache mit dem Kunden die neue Uhr gefertigt wird. :D
Also wird er auch keine Serie bauen.
Frank Krause sprach so überzeugt und überzeugend von seinen Projekten, daß ich, von seiner Begeisterung angesteckt, gleich zwei konkrete Arbeiten mit ihm durchsprach.

Ich habe ein sehr gutes Gefühl aus Schneeberg mitgenommen und freue mich auf die Ergebnisse aus dem Westerzgebirge,


brainless :)
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playman205
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von playman205 » 08 Sep 2008, 07:59

cleaver hat geschrieben:
HarryErr hat geschrieben:... für mich hätte da auch stehen können:

"... nimmt einen VW-GOLF, baut ihn auseinander, ölt nochmal alles nach, appliziert ein aufwändiges Paint-Brush mit röhrendem Hirsch vor Sonnenuntergang auf die Stoßfänger, baut einen anderen Chip der Steuerungselektronik ein, um nochmal 7 PS rauszuholen, auf Wunsch kann der Kunde sich die Farbe des Hirschgeweihs auf der Heckscheibe und des "Blödmann-Tuning" Aufklebers aussuchen... "

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Gruß, Harald
Das machen aber alle ETA-Einschaler, oder sehe ich das falsch? Magst du das alles nicht? :shock:
Das machen eigentlich die wenigsten ETA-Einschaler, man lässt dort einfach fertig finissierte Werke ins Gehäuse plumpsen. Wer legt denn heute noch selber Hand an ein Werk, das ETA selbst auf Bestellung viel einfacher und viel billiger mit ein paar Maschinenschliffen "veredeln" kann? Im Grunde hat HarryErr natürlich Recht. Aber immerhin hat hier ein Uhrmacher (zumindest, was das Unitas angeht) tatsächlich mal selber was gemacht und dieses potthäßliche standardmäßige Industrieplatinenlayout des Unitas in die Tonne geklopft. Allein dafür müsste man ihm IMHO den Orden wider das häßliche Uhrwerk verleihen. Und manch anderer macht auch kaum mehr und hängt dafür noch eine Null an den Preis dran. Leider kommen Gehäuse und Zifferblatt qualitativ mit der Werkdekoration nicht mit. Und man findet für einen Bruchteil des Preises Handaufzugsuhren aus den 1950ern mit Inhousekalibern, die eben nicht nur ein bißchen überdekoriert, sondern insgesamt interessant und hochwertig aufgebaut sind. Die will nur keiner. Glück für den Vintagefreund! :mrgreen: :lol:

Holger
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cleaver
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von cleaver » 08 Sep 2008, 17:43

playman205 hat geschrieben:
cleaver hat geschrieben:
HarryErr hat geschrieben:... für mich hätte da auch stehen können:

"... nimmt einen VW-GOLF, baut ihn auseinander, ölt nochmal alles nach, appliziert ein aufwändiges Paint-Brush mit röhrendem Hirsch vor Sonnenuntergang auf die Stoßfänger, baut einen anderen Chip der Steuerungselektronik ein, um nochmal 7 PS rauszuholen, auf Wunsch kann der Kunde sich die Farbe des Hirschgeweihs auf der Heckscheibe und des "Blödmann-Tuning" Aufklebers aussuchen... "

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Gruß, Harald
Das machen aber alle ETA-Einschaler, oder sehe ich das falsch? Magst du das alles nicht? :shock:
Das machen eigentlich die wenigsten ETA-Einschaler, man lässt dort einfach fertig finissierte Werke ins Gehäuse plumpsen. Wer legt denn heute noch selber Hand an ein Werk, das ETA selbst auf Bestellung viel einfacher und viel billiger mit ein paar Maschinenschliffen "veredeln" kann? Im Grunde hat HarryErr natürlich Recht. Aber immerhin hat hier ein Uhrmacher (zumindest, was das Unitas angeht) tatsächlich mal selber was gemacht und dieses potthäßliche standardmäßige Industrieplatinenlayout des Unitas in die Tonne geklopft. Allein dafür müsste man ihm IMHO den Orden wider das häßliche Uhrwerk verleihen. Und manch anderer macht auch kaum mehr und hängt dafür noch eine Null an den Preis dran. Leider kommen Gehäuse und Zifferblatt qualitativ mit der Werkdekoration nicht mit. Und man findet für einen Bruchteil des Preises Handaufzugsuhren aus den 1950ern mit Inhousekalibern, die eben nicht nur ein bißchen überdekoriert, sondern insgesamt interessant und hochwertig aufgebaut sind. Die will nur keiner. Glück für den Vintagefreund! :mrgreen: :lol:

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Darf ich mal fragen, wieso die Zifferblätter nicht so hochwertig sind? Wo macht ihr es dran fest? Die Gehäuse sehen auf den Bildern ja nicht so hochwertig aus aber zu den Zifferblättern könnte ich jetzt gar nicht sagen :roll:

Diver
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Diver » 08 Sep 2008, 17:58

Ob die Zifferblätter qualitativ gut oder schlecht sind weiss ich auch nicht, ich denk aber ...gut!
Was mir nicht gefällt ist, das du die bei bald jedem Uhrmacher um Ecke kaufen kannst, weils Standart ist und die Gehäuse und auch die Blätter sogar mit dem Namen vom Uhrmacher günstig eingekauft werden können, wahrscheinlich die ganze Uhr.
Die Automatic hab ich wo anders gesehen für 360.- Euro nur mit anderm Namen und der Chrono taucht auch immer mal so auf sei es als als J. Lemans oder wie auch immer.
Ich denk es gäbe bestimmt auch andere Gehäuse als ausgerechnet diese .....schade!

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playman205
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von playman205 » 09 Sep 2008, 07:52

cleaver hat geschrieben:Darf ich mal fragen, wieso die Zifferblätter nicht so hochwertig sind? Wo macht ihr es dran fest? Die Gehäuse sehen auf den Bildern ja nicht so hochwertig aus aber zu den Zifferblättern könnte ich jetzt gar nicht sagen :roll:
Die schwarzen sieht man ja nicht sehr genau, beim weißen fällt auf, dass es einfach lackiert ist und nicht galvanisch beschichtet, keine applizierten Indizes, sondern einfach bedruckt, auch die kleine Sekunde sieht nur bedruckt aus und nicht ausgedreht. Ist halt die einfachste Art, ein Zifferblatt zu machen, stanzen, lackieren, bedrucken, fertig. Machen natürlich andere auch, wird davon aber auch nicht besser. :wink:

Holger
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Kube
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Kube » 09 Sep 2008, 12:17

Gut, da muss ich dann teilweise zustimmen. Die Gehäuse und das Zifferblatt können qualitativ nicht mit dem Uhrwerk mithalten. Aber kein Grund gleich so drastische Worte zu finden wie "HarryErr". Da fehlt eindeutig der Respekt vor der Arbeit Anderer.

Diver
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Re: Möckel-Schneeberg I/SA

Beitrag von Diver » 09 Sep 2008, 19:29

Ja.......nöööö weist, echt schade, da wurde was angefangen und man läßt es dann so enden, :roll: nen Huni drauf und ich kauf mir ne Stowa, geiles Gehäuse und am Uhrwerk is auch a bisserl was gmacht.
Die Automatic is ehrlich ..... :mrgreen: ..... ich weis nicht ob ich das Gehäuse nicht schon mal bei Selva gesehen hab an ner echt billig Uhr. Ich sag schade, er hätte besser nach nem besseren Gehäuse suchen sollen. Vielleicht in Glashütte? Vielleicht in China :mrgreen:

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