Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

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Andi
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von Andi » 20 Aug 2016, 19:08

tourbillon69 hat geschrieben: Stellt Euch vor es gibt einen großen bedeutenden bildenden Künstler der schon zu Lebzeiten zur Legende wird. Und als er stirbt übernehmen einige seiner Schüler (jene die's nicht selbst zu was gebracht haben)und machen in seinem Namen einfach weiter Bilder in seinem Stil und mit seinen (vermeintlichen) Visionen zu malen. Und wenn's bei der Technik nicht reicht nutzen sie moderne Technologien des Drucks etc. Ich mein, wieviel ist denn dann noch in so einem Kunstwerk an Kunst des Künstlers drin?

Gruß
Richard
Ich glaube den Absatz kann man ganz dick einrahmen!
Nur denke ich, dass es auch die Teppichabteilung in den jeweiligen Firmen nicht begreifen möchte (da steht die Gier in den Augen entgegen, leider).
Viele Grüße Andi!

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mezdis
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von mezdis » 20 Aug 2016, 22:12

Wie Frank weiter oben schrieb, macht es vielleicht einen Unterschied, ob sich jemand bereits seit 30 Jahren mit Uhren beschäftigt oder erst seit 10. Ich selber beschäftige mich sogar erst seit etwa 5 Jahren intensiver mit Uhren. Vor diesem Hintergrund darf man das folgende Statement sehen.
tourbillon69 hat geschrieben: ...
Und damit sind wir beim Thema "Scheininnovation":
Die Liste oben ist da ein gutes Beispiel dafür. Da ist nichts dabei was nicht schon da war oder einen echten Vorteil gegenüber dem vorherigen technischen Stand bringt.
...
Mir gefällt die negative Stimmung dieses Posts von Richard überhaupt nicht - vor allem stört mich das Wort "Scheininnovation". Also eine Keramikklinke soll eine Scheininnovation sein, nur weil es vorher schon eine andere funktionierende Klinke gab? Dann könnte man dieses Argument aber auf jeden x-beliebigen Industriezweig anwenden. Beispiele gefällig?
- Mein Vater fährt einen 34-jährigen Volvo. Der hat keinen Airbag, keine Servolenkung, keine Fahrassistenzsysteme und keinen Katalysator. Aber hey, er hat vier Räder und ein Steuerrad, genau gleich wie die heutigen Volvos! Die Volvo Entwickler haben in den letzten 34 Jahren also nur Scheininnovation betrieben.
- Die Grossmutter meiner Frau hat mittlerweile seit 28 Jahren ein künstliches Hüftgelenk. Es funktioniert immer noch einwandfrei. Heute werden aber Hüftschäfte aus beschichtetem Titan, Kugeln aus Keramik und das UHMWPE des Pfanneninlays mit Vitamin E angereichert hergestellt. Aber hey, das heutige Hüftgelenk besteht immer noch aus Schaft, Kugel und Pfanne! Die Entwickler bei Zimmer und J&J haben also nur Scheininnovation betrieben.
- Die Gebrüder Wright sind mit ihrem ersten Flugzeug grad mal ein paar Meter geflogen. Damals gab es aber schon Zeppeline und Heissluftballone, welche Dutzende von Kilometer weit flogen. Hat vielleicht damals bei den Gebrüdern Wright jemand von "Scheininnovation" gesprochen? Vielleicht ja, aber gemerkt haben die es dann erst Jahre später... :wink:

Das sind nur Beispiele. Ich denke, praktisch jedes erdenkliche Produkt könnte hier aufgezählt werden. Das Wort "Scheininnovation" greift aber nicht nur grundsätzlich daneben, sondern speziell für die Uhrenindustrie ist es geradezu absurd. Uhren gehören zu den Luxusgütern und die Definition von Luxus ist ja gerade, dass das Produkt keinen zwingenden Nutzen haben muss. So kann man doch z.B. bei einem digitalen Ewigen Kalender nicht von Scheininnovation reden, da das Produkt an sich ja nur existiert, weil sich jemand damit schmücken möchte und ohne wirklichen Nutzen Freude daran haben möchte. Denn wir sind uns ja wohl einig, das absolut niemand eine Uhr braucht, weder eine IWC noch eine Habring2.

Gleiches zum Thema Service: Gibt es für den Volvo meines Vaters noch Ersatzteile? Die meisten ja, aber längst nicht mehr alle. Man muss sich da auch auf dem Gebrauchtmarkt umschauen (gilt wohl für fast alle Autos älter als 30 Jahre). Wie steht es mit dem Hüftgelenk? Sollte das PE-Inlay aufgrund von Verschleiss ausgewechselt werden müssen, so gibt es leider dieses Modell nicht mehr. Man muss dann gleich die ganze Pfanne ersetzen.

Ich wehre mich auch entschieden gegen das negative Bild, das von Innovationszellen in der Uhrenindustrie gezeichnet wird! Es gibt ja bei weitem nicht nur Innovation bei den einzelnen Marken sondern auch bei den Lieferanten. Sind denn da alles nur Deppen und Däumchendreher und gemäss Richard "Bescheisser" am Werk? Auch dort arbeiten Menschen, welche ihre Familie ernähren möchten. Und nicht wenige tun das mit grossem Einsatz und Leidenschaft.
Nicht zuletzt sind aus meiner Sicht in den letzten Jahren doch einige Innovationen dazugekommen, welche dem Nutzer auch tatsächliche Vorteile bringen. Die Uhren werden immer genauer, halten Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und Schläge immer besser aus. Die Garantiezeit wurde und wird stets erhöht - 2 Jahre, 4 Jahre, bei Rolex mittlerweile 5 Jahre. Das gleiche gilt für Serviceintervalle. Das Thema Magnetismus, das von Omega's Innovationsabteilung (oder meinetwegen jener der Swatch Group) grandios gelöst wurde.
Daneben betreiben zumindest die F&E Abteilungen der grossen Uhrenfirmen einige Anstrengungen, um eigene Manufakturkaliber zu entwickeln. Dies hat sicher auch mit dem Entscheid der ETA zu tun. Natürlich ist für diese neuen Kaliber nicht grossflächig mit revolutionären Innovationen zu rechnen. Aber praktisch alle Uhrenliebhaber, natürlich auch hier im Forum, ärgern sich immer wieder über die "ETA Standardkaliber". Die Arbeit, ein neues Kaliber zu entwickelt, das zu X0'000 Stück pro Jahr produziert werden kann ist beileibe keine einfache und sicher ein vielfaches aufwändiger, als ein Uhrwerk zu kreieren, welches ein paarmal pro Jahr verkauft wird. Und auch in dieser Innovationszelle arbeiten dann also nur Deppen, Däumchendreher und Bescheisser?
tourbillon69 hat geschrieben:Für die "Kleinen" mache ich mir wenig Sorgen. Die werden das gut durchtauchen, schließlich hängt ihre Existenz dran. Bei einigen "Großen" bin ich mir nicht sicher
Da bin ich genau anderer Meinung. Wenn sich die aktuelle Krise noch intensiviert, dann werden die kleinen zuerst Probleme bekommen. Denn die haben kein Netz, wo sie sich auffangen können. Es gibt ja bereits einige Kleinstmarken, welche in den letzten eineinhalb Jahren den Laden dicht machen mussten. Ein Grosser fällt mir grad spontan nicht ein. Und: Gibt es vielleicht einen Grund, warum es die "Grossen" schon seit 100 und mehr Jahren gibt? :wink:
Ich gebe zu: Das ist Aussage gegen Aussage. Nur die Zukunft kennt die Antwort...

Fazit: Natürlich darf man das Wort "Scheininnovation" benutzen. Aber dann gehört es zu jedem x-beliebigen Produkt und zu jedem Industriezweig. Was die F&E und Innovationsabteilungen in der Uhrenindustrie angeht, so bin ich mit meiner kurzen Erfahrung immer noch überzeugt und lasse mir meinen Optimismus nicht nehmen.
___________
Gruss mezdis

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MCG
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von MCG » 20 Aug 2016, 23:09

Danke! :D
:thumbsup: :thumbsup:
LG aus Mostindien - Markus

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Andi
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von Andi » 21 Aug 2016, 07:17

@mezdis
Deine Vergleiche hinken gewaltig; der Volvo und das Hüftgelenk zeigen das es funktioniert, und das auch nach Jahrzehnten. Hier hat man dann aufgrund tatsächlich vorhandener Erfahrungen weiter verbessert (auch die Praxiserfahrungen der Kunden dazu genommen (nehmen müssen um am Markt zu bleiben).
Während ich bei vielen Uhrenfirmen nur Edelschrott sehe. Bedingte Funktionen kurzfristig um sich zu erfreuen, teuer vom Kunden bezahlt!

Ich zitiere mal von tourbillon69
"Ich werde nie den Spruch eines Vertreters einer der ganz großen HH-Marken vergessen als der mal in einem persönlichen Gespräch sagte: "Ich weiß das Ding funktioniert nicht richtig aber Sie müssen doch zugeben, dass es trotzdem 'ne geile Uhr ist!" Häh......?"

Ich wünsche Dir, dass Du auch nach 15 Jahren Uhreninteresse weiter so ein positives Bild der Uhrenfirmen hast. Ich habe erst Anfang der 90er mit dem Sammeln angefangen (ziemlich genau 1992) und glaube nichts mehr, was ich nicht selber am Arm dauerhaft getestet habe.

Und bitte noch eine Frage; arbeitest Du zufällig bei einer Firma, welche sehr stark in der Uhrenindustrie eingebunden ist?
Viele Grüße Andi!

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von MCG » 21 Aug 2016, 10:21

Andi hat geschrieben:@mezdis
Deine Vergleiche hinken gewaltig; der Volvo und das Hüftgelenk zeigen das es funktioniert, und das auch nach Jahrzehnten. Hier hat man dann aufgrund tatsächlich vorhandener Erfahrungen weiter verbessert (auch die Praxiserfahrungen der Kunden dazu genommen (nehmen müssen um am Markt zu bleiben).
Während ich bei vielen Uhrenfirmen nur Edelschrott sehe. Bedingte Funktionen kurzfristig um sich zu erfreuen, teuer vom Kunden bezahlt!

Ich zitiere mal von tourbillon69
"Ich werde nie den Spruch eines Vertreters einer der ganz großen HH-Marken vergessen als der mal in einem persönlichen Gespräch sagte: "Ich weiß das Ding funktioniert nicht richtig aber Sie müssen doch zugeben, dass es trotzdem 'ne geile Uhr ist!" Häh......?"

Ich wünsche Dir, dass Du auch nach 15 Jahren Uhreninteresse weiter so ein positives Bild der Uhrenfirmen hast. Ich habe erst Anfang der 90er mit dem Sammeln angefangen (ziemlich genau 1992) und glaube nichts mehr, was ich nicht selber am Arm dauerhaft getestet habe.

Und bitte noch eine Frage; arbeitest Du zufällig bei einer Firma, welche sehr stark in der Uhrenindustrie eingebunden ist?

Denke nicht, dass seine Beispiele hinken! Ist einfach eine Frage des Standpunktes.

Auch in anderen Industrien wird der Kunde häufig noch als "Beta-Tester" benutzt. Speziell in der Elektronikindustrie, auch zb. Autoelektronik Equipment - um bei Deinem Beispiel zu bleiben... :wink:
LG aus Mostindien - Markus

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von ocean2000 » 21 Aug 2016, 11:27

mezdis hat geschrieben:Mir gefällt die negative Stimmung dieses Posts von Richard überhaupt nicht - vor allem stört mich das Wort "Scheininnovation".
Der Beitrag von Richard hat keine negative Stimmung, er ist einfach nur ehrlich. Und genau diese Ehrlichkeit verschwindet immer mehr, vorzugweise bei den großen Firmen der Uhrenbranche.
mezdis hat geschrieben:Denn wir sind uns ja wohl einig, das absolut niemand eine Uhr braucht, weder eine IWC noch eine Habring2.
Korrekt, aber sollte ich mir noch eine mechanische Uhr kaufen wollen, wäre das mit Sicherheit eine Habring2 und keine IWC :whistling:
Gruß aus Wien
Leon

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von Dan321 » 21 Aug 2016, 11:36

Manchmal habe ich den Eindruck, das WTF werde immer mehr zum Club alter Whiner. :roll:

Auch in den aktuellen Kollektionen finden sich interessante Modelle. Wer dort wirklich nicht fündig wird, hat den grossen Vintagemarkt als Alternative. Dank der weltweiten Vernetzung ist der Zugang zu Informationen und zu Gebrautuhren so gut wie noch nie zuvor. Wer also Spass am Hobby haben will, hat alle Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz wird hier so oft einfach nur rumgejammert. Schade.

Gruss Daniel

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von andreaseck » 21 Aug 2016, 13:30

Dan321 hat geschrieben:Wer also Spass am Hobby haben will, hat alle Möglichkeiten.
Das denke ich auch :thumbsup:

Ich beschäftige mich jetzt seit Anfang 2003 sehr intensiv mit mechanischen Uhren.
Und ich hab heute mit Sicherheit noch so viel Spaß wie damals.

Ende des Jahres kommt meine 27. Uhr von Lange & Söhne
Und es wird nicht meine letzte Uhr gewesen sein.
Ich freue mich jedes Jahr wie ein kleines Kind auf Weihnachten, wenn im Januar
in Genf die Neuheiten vorgestellt werden :D

Gruß
Andreas

tourbillon69
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von tourbillon69 » 21 Aug 2016, 15:33

@mezdis
Ich habe versucht mit meinem Beitrag - und davon gibt es generell nicht so viele in diese Forum weil mich viele Themen nicht interessieren - eine Frage zu beantworten die jemand gestellt hat.
Wie Leon (Danke dafür!) einwarf versuche ich das mit der mir eigenen Offenheit Dinge anzusprechen. Jene ist vielleicht auch mit schuld daran warum ich heute nicht mehr im industriellen Sektor der Uhrmacherei tätig bin (aber das ist eine andere Geschichte).
Ich denke, dass es weniger mein Beitrag ist der negativ ist sondern vielmehr Deine Interpretation dessen. Man kann auch den Journalisten und dem Tagesschau-Sprecher die Schuld an den schlechten Nachrichten geben, wenn die nicht wären gäb's keine bad News. Auch wenn ich manchmal provokant und mitunter ketzerisch schreibe würde mir eine Umdeutung "gemäss Richard" nicht wirklich in den Sinn kommen.
Ich teile auch die Meinung nicht, dass keiner eine Uhr braucht. Ich bin davon überzeugt, dass die - insbesonders mechanische - Uhr auch heute noch ihre Daseinsberechtigung im ursprünglichen Sinne der Zeitmessung hat (auch das ein Thema welches eine eigenen Thread wert wäre). Natürlich gibt es auch andere Dinge welche die Zeit anzeigen und so für viele die Uhr entbehrlich macht. Weitere - hinkende - Vergleiche erspare ich mir.

Was ich noch sachlich richtigstellen möchte ist: Als "Kleinen" betrachte ich - im Gegensatz der offiziellen Diktion - Unternehmen mit maximal 10 Mitarbeitern. Das sind bei uns sog. "Kleinst"-Unternehmen welche somit nicht zur der Gruppe der geläufigen KMU (Kleine-und-mittlere-Unternehmen) gehören.

Was mich sachlich noch interessieren würde wen Du mit der Bemerkung in Sinn hast " Kleinstmarken in den letzten eineinhalb Jahren den Laden dicht machen mussten"?

beste Grüße
Richard

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von MCG » 21 Aug 2016, 16:04

Spontan kommt mir Vogard in den Sinn... :whistling:


Und das mit den negativen Nachrichten:
a) In den letzten 30 Jahren gab es noch nie sowenig Attentate in Europa wie jetzt (Türkei nicht eingeschlossen)
b) Noch nie war subjektiv das Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung höher als jetzt. Auf täglicher Basis hört man von Attentaten.

ist halt alles relativ. Der Sender wie der Empfänger. Steuern kann man das auf beiden Seiten - wobei es der Sender einfacher hat... :wink:
LG aus Mostindien - Markus

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von tourbillon69 » 21 Aug 2016, 16:22

Spontan kommt mir Vogard in den Sinn... :whistling:
Da denke ich, der hat sich eher verbessert (situativ und finanziell) wenn er die nächsten Jahre mit den Leuten in SH arbeiten darf. Klingt zumindest nicht so, dass er "musste"!
http://www.forbes.com/sites/robertanaas ... 96bc7f7c8e
aber Vorsicht, ist nur meine persönliche Meinung! :whistling:

Gruß
Richard

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von MCG » 21 Aug 2016, 16:27

Ja "müssen" ist relativ ... :mrgreen:
Aber er hat sicher das Beste aus der Situation gemacht... :wink:
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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von rank » 21 Aug 2016, 16:51

Bei all den vielfältigen Informationen in diesem emotional geführten Thread ist für doch eins für mich immer noch unklar. Im Eingangspost schreibt Dirk, wirklich spektakuläre Mechanik käme heute von den kleinen Anbietern. Was die Grossen machen würden? Ok, für viele hier nur die Marge erhöhen. Is klar. Aber: Ich habe immer noch nichts darüber gelesen, was die Grossen jetzt vor der Quarzkrise an spektakulärer Mechanik geboten hätten, das weit über das Heutige hinausginge. Spektakuläre Mechanik statt Marketing? Ich freue mich, wenn mir jemand belegen kann, dass das früher bei den Schwergewichten der Branche so war.

@Andi: Das Mezdis eine gewisse Nähe und Affinität zu Produkten aus Schaffhausen hat, ist aus fast jedem seiner Beiträge herauszulesen. Ich empfinde diese Beiträge im Allgemeinen sehr informativ und Bereicherung. (Genauso übrigens die von Richard)
Gruß, Frank

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von mezdis » 22 Aug 2016, 08:30

tourbillon69 hat geschrieben:Was mich sachlich noch interessieren würde wen Du mit der Bemerkung in Sinn hast " Kleinstmarken in den letzten eineinhalb Jahren den Laden dicht machen mussten"?
Z.B. Breva, Antoine Marin, C. H. Wolf.
Grössere Entlassungen (in Bezug auf Prozent der total Angestellten) gab es bei: Parmigiani Fleurier, De Grisogono, Ernest Borel.

@Richard: Offenheit ist gut, die schätze ich an deinen Beiträgen auch immer. Ob allerdings Worte wie "Scheininnovation" und "beschei..en" nur offen oder doch negativ sind, das soll jeder Leser selber beurteilen.
Nichts für ungut. Unterschiedliche Meinungen sollen erlaubt sein. Und vielleicht nimmst du ja dieses Jahr am Congrès International de Chronométrie zum Thema "Innovation" teil (http://www.ssc.ch/cic). Vielleicht gibt es dort einige Präsentationen zu wirklichen Innovationen :wink: .
___________
Gruss mezdis

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Re: Armbanduhren im Sommerloch: Immer nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Beitrag von ocean2000 » 22 Aug 2016, 08:56

mezdis hat geschrieben:Z.B. Breva, Antoine Marin, C. H. Wolf.
Naja, C.H.Wolf war für mich ohnehin eine Luftnummer und die technische Innovation, Gehäuse aus Langlaufskiern und Flugzeugpropellern herzustellen mag für ein paar Spinner gut sein, ein funktionieriendes Geschäftsmodell ist das in meinen Augen aber nicht... :whistling:
Gruß aus Wien
Leon

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