The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

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MCG
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von MCG » Mo 4. Dez 2017, 22:16

archimagirus hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 21:50
MCG hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 21:38

Achso... :roll:
Bild



Pre TAG/ Pre Biver :wink:
ähm, gings nicht darum, dass der alte Name Minerva ev. vielleicht mal wieder belebt wird? :idea: :wink:
"Find ich scheisse, weils scheisse is die scheisse..." 😉
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archimagirus
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von archimagirus » Mo 4. Dez 2017, 22:32

MCG hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 22:16


ähm, gings nicht darum, dass der alte Name Minerva ev. vielleicht mal wieder belebt wird? :idea: :wink:
Den 'Name' hat ja MB 'wiederbelebt' / gekauft.
Aber eben als Kaliber Lieferant für die Kugelschreiber Bude und Panerai .
Minerva hat ja bis zuletzt unter eigenen Namen eher bezahlbare Manufaktur Qualität angeboten .
Die Positionierung als eigenständige Marke müsste (logischerweise) nun oberhalb dessen was MB oder Panerai so anbietet erfolgen und da oben ist die Luft bekanntlich dünn.
Tickende Grüße, Jan!

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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von jeannie » Mo 4. Dez 2017, 22:37

kochsmichel hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 08:30
Bild
Jetzt braucht es sogar zwei Ringe, um das Damenkaliber in der Bratpfanne einzumitten.

Hässlich.
http://www.watchtools.ch Uhrenwerkzeug, direkt aus der Schweiz.

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cool runnings
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von cool runnings » Mo 4. Dez 2017, 23:34

archimagirus hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 21:50
MCG hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 21:38

Achso... :roll:
Bild



Pre TAG/ Pre Biver :wink:
Jan,

wo finde ich denn dieses Bild in einer größeren Auflösung?

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MCG
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von MCG » Di 5. Dez 2017, 00:04

archimagirus hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 22:32
MCG hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 22:16


ähm, gings nicht darum, dass der alte Name Minerva ev. vielleicht mal wieder belebt wird? :idea: :wink:
Den 'Name' hat ja MB 'wiederbelebt' / gekauft.
Aber eben als Kaliber Lieferant für die Kugelschreiber Bude und Panerai .
Minerva hat ja bis zuletzt unter eigenen Namen eher bezahlbare Manufaktur Qualität angeboten .
Die Positionierung als eigenständige Marke müsste (logischerweise) nun oberhalb dessen was MB oder Panerai so anbietet erfolgen und da oben ist die Luft bekanntlich dünn.
Steht ja alles schon weiter oben geschrieben...

Und nein, die Meinung ist, dass man auf's Montblanc verzichten könnte und nur (wieder) Minerva darauf schreiben könnte. Das hat 0 Einfluss auf die Preisfindung...
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von MPG » Di 5. Dez 2017, 06:35

Minerva kennt aber -ausser Uhrenbegeisterten - kein Mensch. Und machen nunmal nicht den großen Anteil der Umsätze.

Montblanc kennen viele, und es hat bzgl der Schreibgeräte einenguten Namen.
Viele Grüße
--Michael--

Wer nur Jux machen will, den kann man nicht ernst nehmen.

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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von archimagirus » Di 5. Dez 2017, 07:50

cool runnings hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 23:34

Jan,

wo finde ich denn dieses Bild in einer größeren Auflösung?
Moin Dean,
Tante Google!
Einfach nach Vintage Heuer / Compilation suchen
Tickende Grüße, Jan!

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cool runnings
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von cool runnings » Di 5. Dez 2017, 08:03

archimagirus hat geschrieben:
Di 5. Dez 2017, 07:50
cool runnings hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 23:34

Jan,

wo finde ich denn dieses Bild in einer größeren Auflösung?
Moin Dean,
Tante Google!
Einfach nach Vintage Heuer / Compilation suchen
Moin Jan,

hab die Tante auch vor dem Nachfragen genutzt. Da fand ich aber nur ein Pinterest-Bildchen, das nicht viel größer als das von dir gezeigte ist.

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archimagirus
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von archimagirus » Di 5. Dez 2017, 09:12

cool runnings hat geschrieben:
Di 5. Dez 2017, 08:03
.
Hier hab' ich noch was
http://www.watch-trunk.com/trunk-talk/2 ... with-heuer
Tickende Grüße, Jan!

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cool runnings
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von cool runnings » Di 5. Dez 2017, 11:03

archimagirus hat geschrieben:
Di 5. Dez 2017, 09:12
cool runnings hat geschrieben:
Di 5. Dez 2017, 08:03
.
Hier hab' ich noch was
http://www.watch-trunk.com/trunk-talk/2 ... with-heuer
Dankeschön.

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Albert H. Potter
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von Albert H. Potter » Mo 11. Dez 2017, 18:31

Die abgebildete Uhr empfinde ich als relativ nichtssagend.
Irgendwo und irgendwie habe ich das schon einmal gesehen.
Das Bild vom Glasboden ist ebenfalls sehr nichtssagend.
Vom Werk sieht man dort nicht genug, um eine Aussage treffen zu können.
Es ist klein.
Wenn es wirklich eine Neuentwicklung ist, dann zeugt es nicht vom Glauben der Richmont Gruppe an die Zukunft von Gehäusegrößen jenseits der 40mm.

Daher will ich lieber einige Worte über die Uhrenproduktion von Montblanc verlieren.
Momentan ist die Produktion von Montblanc zweigeteilt.
Zwei unterschiedliche Produktlinien an zwei unterschiedlichen Produktionsstätten.
Ich hatte Ende 2011 die Möglichkeit beide Stätten zu besichtigen.
Bis dahin war ich auch der Meinung, daß es sich um einen Schreibgerätehersteller handelt, man Minerva geopfert hat und die Richmont-Gruppe lediglich einen gut eingeführten Markennamen der Vollverwertung zuführt (Uhren, Stifte, Taschen, Sonnenbrillen, Duftwasser...) - verdammt: "Schuster, bleib...!"
Ich habe meine Meinung in Teilen revidieren müssen.
Die eine Produktion stellen die Brot-und-Butter-Modelle dar, die man im allgemeinen meint, wenn man von Montblanc Uhren spricht. Eine Kollektion mit Standard-Werken und Highlights wie dem Rieussec-Chronographen. Wie so oft ist die "Uhrenfabrik" in einer ausgebauten Villa untergebracht. Was mir hier gut gefallen hat, sind die Bemühungen um die Qualitätssicherung. Jeder Schritt wird dokumentiert und gespeichert. Es geht dabei nicht nur um Gangprotokolle der jeweiligen Werke. Die protokollierten Meßdaten reichen viel weiter. Man hält die Geometrie der Hemmungseinstellung, den Anpreßdruck beim Zeigersetzen ebenso wie die Einhaltung der Schmierstellen mit den verwendeten Ölmengen fest. Genauso läuft es mit den Gehäusen, die ebenfalls eine Reihe von Meßstellen passieren müssen, deren Ergebnisse dann in das Gesamtprotokoll der individuellen Uhr einfließen. Sollte etwas im Ablauf nicht in Ordung sein, ist schnell herauszufinden, wo das Problem liegt. Für die Bearbeitung von Garantiefällen und die ständige Verbesserung der Produktion ist das eine unschätzbare Hilfe. Wer schon einmal Uhrenhersteller besucht hat, der weiß, daß das ein hochmoderner Ansatz ist, den man sich endlich von richtigen Industrieproduktionen abgeschaut hat.
Ich war angenehm überrascht über soviel Ernsthaftigkeit, denn ich war darauf gefaßt, bestenfalls das branchenübliche "sympatische Gewurschtel" anzutreffen. Man war sehr offen mit Auskünften und der Erlaubnis zu Photographieren, was ich ausgiebig wahrgenommen habe.
Halt auf meine Art.
Ich versuche nicht, Bilder von Prototypen zu ergattern oder gar Bilder von Uhren zu machen, die im Internet viel besser zu Betrachten sind. Ich photographiere gerne Desktops, weil ich mich dafür interessiere, welche Programme genutzt werden, oder Meßprotokolle und natürlich die entsprechenden Meßplätze mit dem Focus auf die Typenschilder der Geräte und deren Einstellungen auf dem Display. Was interessiert mich das Ticken einer Hemmung, wenn ich sehen darf, welchen Meßpunkten eine Besondere Bedeutung zugemessen wird.
Ein weiterer Punkt bei Werkstatt- und Firmenbesuchen ist die Literatur und die Kataloge in den Regalen. Neben dem Einblick in die Liste der Lieferanten gibt so mancher Buchtitel Aufschluß darüber, mit welchen Themen man sich dort gerade beschäftigt. Bei Montblanc fiel mir an verschiedenen Stellen das Buch über Frederic Houriet auf, einem Uhrmacher, der sich intensiv mit Unruhspiralen für Präzisionsuhren beschäftigte, in der Hauptsache mit Abwandlungen der Zylinderspirale, zB. in konischer Form oder als sphärische Spirale. Da mir das Buch an verschiedensten Stellen beider Standorte begegnete, konnte ich schon zu diesem Zeitpunkt folgern, daß man hier bemüht ist, sich mit elementarem Wissen über die Unruhspirale zu beschäftigen. Das überrascht, da die gesamte Branche dieses Thema großzügig dem Zulieferer Nivarox überläßt (OK, Rolex hat bei dem Thema ebenfalls aufgeholt, aber ich habe noch das Montage-Atelier bei Nivarox besucht, wo man ausschließlich für Rolex und Patek fertigte. Nivarox ist übrigens die Firma, die für Omega die Koaxial-Hemmung zur serienreife entwickelte und produziert.)
Nach den üblichen Kollektionspräsentationen (ich bin da immer der Typ, der sich langweilt, um dann an anderer Stelle als einziger auszuflippen, wenn da ein grauer Kasten steht, den man zur Bearbeitung spezieller Teile benötigt. Freak!) ging es dann rüber in die ehemaligen Fabrikgebäude von Minerva, die man schön zur eleganten Manufaktur umgestaltet hat.
An dieser Stelle fragt man sich, wenn DIE Montblanc Uhren in der Villa produziert werden, was entsteht dann bei Minerva?
Meine Erwartungen waren hier nicht hoch, denn mit Minerva hatte ich "Manufaktur"-Uhren im Kopf, die in den frühen 1950er Jahren den technischen Anschluß verpaßt hatten und sich mit einem Firmenmotto in die 1990er gerettet, was ungefähr lautet: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und wir sind so spät, daß wir nicht mal mehr bestraft werden!" Gut, jetzt sind sie doch bei Richmont gelandet....
Begrüßt wurden wir von Herrn Cabiddu, dem technischen Leiter der erneuerten Manufaktur. In einem museal ausgestattetem Raum mit Vitrinen voller ausgestopfter Uhren und Ersatzteile aus der Firmengeschichte gab er uns eine Einführung in die Geschichte der Manufaktur und die geplante Zukunft bei Richmont. Auf die Darstellung dergloreichen Manufaktur-Vergangenheit will ich hier nicht weiter eingehehn. Aber in Zukunft soll man bei Montblanc-Minerva für Richmont ein Entwicklungszentrum werden, wo man neue Konstruktionen erprobt und alte Ideen wieder aufgreift und in modernisierter Form in funktionsfähigen Uhren anwendet. Die Erkenntnisse sollen auch den Schwestermarken zugute kommen. Auch die Fertigung von Einzelstücken und Kleinserien, sowie die Serienvorbereitung für die Konzern-Geschwister wurde angedeutet.
Das klingt interessant.
Weiter ging es durch die Manufaktur,Treppe runter, beginnend mit der Fertigung der Teile in den Maschinen-Hallen. Es begann in eienm Bereich mit altmodischen Maschinen. Der Produktionsleiter hier war ein wunderbar hemdsärmeliger Typ, der sich mit all den alten Maschinen gut auskannte. Und alles bereitwillig vorführte. Hier fiel der Kontrast zu der Hauptproduktion in der Villa auf. Vermessung und Erfassung von Produktionschargen? Fehlanzeige! Hier läuft alles ganz traditionell. Gefühl und Können, Passion und Fingerspitzengefühl.
Ausführlich habe ich mir die Schlifftechnik für die Sperr-Räder zeigen lassen, die einen so wunderbaren Perlmuttschimmer haben. Etwas gequatsche über Schlifftechniken, was macht den Glashütter Sonnenschliff aus...... OK, ab hier hatte sich die Reise gelohnt.
Die Gruppe muß weiter. Es geht in eine andere Maschinenhalle mit modernen CNC-Bearbeitungszentren. Drei Mann sind als "Einleger" beschäftigt.
Man sieht Ölnebel.
Weiter, die Treppe hoch zur Design und Konstruktionsabteilung. Alles ist hier zugeknöpfter. Nix Photomachen. Sachen werden abgedeckt, wir seien zu früh.
Ok die montblancfizierte Sattler-Tischuhr habe ich schon identifiziert. Zu spät Freunde! Also frech drauf angesprochen. Ist für einen asiatischen Kunden. Sattler sei ja viel zu billig für den Luxus-Sektor, wir haben das dort schon mehrfach vorgebracht. Aha!
Einige interessante Einblicke in das Design von Einzelstücken und die Zusammenarbeit mit dem Kunden. Ansonsten beiharter Asia-Edelkitsch.
Der Einblick in die Werkkonstruktion für die Manufaktur-Stücke fehlt (in der Villa?).
Weiter in das Atelier der Uhrmacher. Endbearbeitung von Teilen, Steine setzen, Zusammenbau und Reglage, etc. Alles auf ganz hohem Niveau. Ganz traditionell.
Hier wendet man alle Techniken an, die sich einstmals Marquis de Sade für Uhrmacherazubis ausdachte, und die Uhrenkenner noch heute so goutieren.
Das Niveau ist ganz oben und übertrifft vieles was ich bei namhafteren Traditionshäusern gesehen habe.
Als man aber anfängt, die Geschichte der einzigartigen Polierhölzer zur erzählen, die ein Gesträuch hinter dem Haus liefert, will ich dann dringend weiter, einen Spiegel suchen, um Gewissheit zu erlangen, ob ich heute ungewöhnlich feminin oder gar blondiert aussehe...
Es geht weiter in ein anderes Atelier.
Hier schließt sich der Kreis zum Houriet-Buch. Spiralfertigung! Aus einer abenteurlichen Apparatur wird Spiraldraht gezogen und gewickelt. An anderer Stelle werden die Unruh-Spiralen geformt und verstiftet. Jede Menge selbstgebauter Sonderwerkzeuge. Spannend! Leider ein NIX PHOTO Bereich!
Leider auch das Ende der Führung. Es folgt, wie immer die Präsentation der Kollektion. Echte Manufaktur-Uhren mit viel manus facere. Einfaches und kompliziertes. Schöner als die Kollektion in der Villa. Stücke die man so nicht im Schaufenster der MB-Boutiquen sieht. Manches wartet schon auf die Auslieferung an die Kunden - in Asien. Hier in Europa seien die Kunden weniger aufgeschlossen. In Asien beschäftigt man sich intensiver mit der tatsächlichen Qualität und sei bereit diese entsprechend zu honorieren.
Essen mit Herrn Cabiddu. Interessanter Typ, beantwortet auch hier die Fragen ganz offen.

Mein Fazit:
Montblanc-Uhren sind nicht alle in einen Topf zu werfen.
Die Kundenkreise sind verschieden.
Die Herstellungsphilosophien sind ganz unterschiedlich, um nicht zu sagen konträr.
Ziel bei beiden ist ein Spitzenprodukt.
Ich war sehr beeindruckt und hin- und hergerissen.
Tradition gegen Moderne.
Handwerk gegen Computervermessung.
Mir imponiert der für die Branche hohe Anspruch keine Brökelbude sein zu wollen und es auch umzusetzen.
Die hohen Investitionen von Richmont und der merkwürdige Kontrast der Fertigung lassen bei mir Zweifel aufkommen, ob diese Konstellation bei Montblanc schon das Ende der Entwicklung ist.
Werden sich die Linien trennen?
Gibt es eine harmonische Vereinigung von Tradition und Moderne? Braucht man die überhaupt?
Was wird mit Minerva?
Ich trauere der alten Minerva nicht hinterher. Die waren technisch erledigt und jetzt läuft wieder was. Etwas anderes.

Ja, früher war alles billiger: Minerva, Sinn und Oris.
Preiserhöhungsverschwörung gegen den kleinen Sammler?
Wer will denn wirklich billige Uhren, aus abgewirtschafteten Produktionen? Das bewahrt auf lange Sicht nicht einmal Arbeitsplätze.

Gruß
Peter, der meistens auch den guten alten Zeiten nachhängt, das aber bei Montblac Uhren ungerecht findet.

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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von archimagirus » Mo 11. Dez 2017, 19:21

@Albert H. Recht herzlichen Dank für Deine Zeit , die Erlebnisse und die Zeilen die Du hier (be/ge)schrieben hast.
Albert H. Potter hat geschrieben:
Mo 11. Dez 2017, 18:31
.
Als man aber anfängt, die Geschichte der einzigartigen Polierhölzer zur erzählen, die ein Gesträuch hinter dem Haus liefert, will ich dann dringend weiter, einen Spiegel suchen, um Gewissheit zu erlangen, ob ich heute ungewöhnlich feminin oder gar blondiert aussehe...
.
:lol: Der Busch steht auch bei Philippe Dufour hinterm Haus, die funktionieren aber nur dann wenn zur bestimmten Zeit geschnitten.
Ich meine es war Hasel für's 'Grobe' und Holunder Gehölz zum absoluten feine finish.
Albert H. Potter hat geschrieben:
Mo 11. Dez 2017, 18:31
.
Mein Fazit:
Montblanc-Uhren sind nicht alle in einen Topf zu werfen.
Die Kundenkreise sind verschieden.
Die Herstellungsphilosophien sind ganz unterschiedlich, um nicht zu sagen konträr.

.
Gerade dann ist es doch geradezu skandalös dass alles unterm Namen eines (sorry dafür den Gaul jetzt tot zu reiten...) Schreibwarenherstellers vermarktet wird.


Die unterschiedlichen Kalkulationen sind im Haus ja gut zu sehen wenn man MB vs Panerai vergleicht
Bei Panerai verlangt man für ein Minerva Kaliber im Stahlgehäuse mehr als das gleiche Kaliber bei MB im goldenen Käfig kostet.
Tickende Grüße, Jan!

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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von MCG » Mo 11. Dez 2017, 20:36

Albert H. Potter hat geschrieben:
Mo 11. Dez 2017, 18:31
Die abgebildete Uhr empfinde ich als relativ nichtssagend.
Irgendwo und irgendwie habe ich das schon einmal gesehen.
Das Bild vom Glasboden ist ebenfalls sehr nichtssagend.
Vom Werk sieht man dort nicht genug, um eine Aussage treffen zu können.
Es ist klein.
Wenn es wirklich eine Neuentwicklung ist, dann zeugt es nicht vom Glauben der Richmont Gruppe an die Zukunft von Gehäusegrößen jenseits der 40mm.

Daher will ich lieber einige Worte über die Uhrenproduktion von Montblanc verlieren.
Momentan ist die Produktion von Montblanc zweigeteilt.
Zwei unterschiedliche Produktlinien an zwei unterschiedlichen Produktionsstätten.
Ich hatte Ende 2011 die Möglichkeit beide Stätten zu besichtigen.
Bis dahin war ich auch der Meinung, daß es sich um einen Schreibgerätehersteller handelt, man Minerva geopfert hat und die Richmont-Gruppe lediglich einen gut eingeführten Markennamen der Vollverwertung zuführt (Uhren, Stifte, Taschen, Sonnenbrillen, Duftwasser...) - verdammt: "Schuster, bleib...!"
Ich habe meine Meinung in Teilen revidieren müssen.
Die eine Produktion stellen die Brot-und-Butter-Modelle dar, die man im allgemeinen meint, wenn man von Montblanc Uhren spricht. Eine Kollektion mit Standard-Werken und Highlights wie dem Rieussec-Chronographen. Wie so oft ist die "Uhrenfabrik" in einer ausgebauten Villa untergebracht. Was mir hier gut gefallen hat, sind die Bemühungen um die Qualitätssicherung. Jeder Schritt wird dokumentiert und gespeichert. Es geht dabei nicht nur um Gangprotokolle der jeweiligen Werke. Die protokollierten Meßdaten reichen viel weiter. Man hält die Geometrie der Hemmungseinstellung, den Anpreßdruck beim Zeigersetzen ebenso wie die Einhaltung der Schmierstellen mit den verwendeten Ölmengen fest. Genauso läuft es mit den Gehäusen, die ebenfalls eine Reihe von Meßstellen passieren müssen, deren Ergebnisse dann in das Gesamtprotokoll der individuellen Uhr einfließen. Sollte etwas im Ablauf nicht in Ordung sein, ist schnell herauszufinden, wo das Problem liegt. Für die Bearbeitung von Garantiefällen und die ständige Verbesserung der Produktion ist das eine unschätzbare Hilfe. Wer schon einmal Uhrenhersteller besucht hat, der weiß, daß das ein hochmoderner Ansatz ist, den man sich endlich von richtigen Industrieproduktionen abgeschaut hat.
Ich war angenehm überrascht über soviel Ernsthaftigkeit, denn ich war darauf gefaßt, bestenfalls das branchenübliche "sympatische Gewurschtel" anzutreffen. Man war sehr offen mit Auskünften und der Erlaubnis zu Photographieren, was ich ausgiebig wahrgenommen habe.
Halt auf meine Art.
Ich versuche nicht, Bilder von Prototypen zu ergattern oder gar Bilder von Uhren zu machen, die im Internet viel besser zu Betrachten sind. Ich photographiere gerne Desktops, weil ich mich dafür interessiere, welche Programme genutzt werden, oder Meßprotokolle und natürlich die entsprechenden Meßplätze mit dem Focus auf die Typenschilder der Geräte und deren Einstellungen auf dem Display. Was interessiert mich das Ticken einer Hemmung, wenn ich sehen darf, welchen Meßpunkten eine Besondere Bedeutung zugemessen wird.
Ein weiterer Punkt bei Werkstatt- und Firmenbesuchen ist die Literatur und die Kataloge in den Regalen. Neben dem Einblick in die Liste der Lieferanten gibt so mancher Buchtitel Aufschluß darüber, mit welchen Themen man sich dort gerade beschäftigt. Bei Montblanc fiel mir an verschiedenen Stellen das Buch über Frederic Houriet auf, einem Uhrmacher, der sich intensiv mit Unruhspiralen für Präzisionsuhren beschäftigte, in der Hauptsache mit Abwandlungen der Zylinderspirale, zB. in konischer Form oder als sphärische Spirale. Da mir das Buch an verschiedensten Stellen beider Standorte begegnete, konnte ich schon zu diesem Zeitpunkt folgern, daß man hier bemüht ist, sich mit elementarem Wissen über die Unruhspirale zu beschäftigen. Das überrascht, da die gesamte Branche dieses Thema großzügig dem Zulieferer Nivarox überläßt (OK, Rolex hat bei dem Thema ebenfalls aufgeholt, aber ich habe noch das Montage-Atelier bei Nivarox besucht, wo man ausschließlich für Rolex und Patek fertigte. Nivarox ist übrigens die Firma, die für Omega die Koaxial-Hemmung zur serienreife entwickelte und produziert.)
Nach den üblichen Kollektionspräsentationen (ich bin da immer der Typ, der sich langweilt, um dann an anderer Stelle als einziger auszuflippen, wenn da ein grauer Kasten steht, den man zur Bearbeitung spezieller Teile benötigt. Freak!) ging es dann rüber in die ehemaligen Fabrikgebäude von Minerva, die man schön zur eleganten Manufaktur umgestaltet hat.
An dieser Stelle fragt man sich, wenn DIE Montblanc Uhren in der Villa produziert werden, was entsteht dann bei Minerva?
Meine Erwartungen waren hier nicht hoch, denn mit Minerva hatte ich "Manufaktur"-Uhren im Kopf, die in den frühen 1950er Jahren den technischen Anschluß verpaßt hatten und sich mit einem Firmenmotto in die 1990er gerettet, was ungefähr lautet: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und wir sind so spät, daß wir nicht mal mehr bestraft werden!" Gut, jetzt sind sie doch bei Richmont gelandet....
Begrüßt wurden wir von Herrn Cabiddu, dem technischen Leiter der erneuerten Manufaktur. In einem museal ausgestattetem Raum mit Vitrinen voller ausgestopfter Uhren und Ersatzteile aus der Firmengeschichte gab er uns eine Einführung in die Geschichte der Manufaktur und die geplante Zukunft bei Richmont. Auf die Darstellung dergloreichen Manufaktur-Vergangenheit will ich hier nicht weiter eingehehn. Aber in Zukunft soll man bei Montblanc-Minerva für Richmont ein Entwicklungszentrum werden, wo man neue Konstruktionen erprobt und alte Ideen wieder aufgreift und in modernisierter Form in funktionsfähigen Uhren anwendet. Die Erkenntnisse sollen auch den Schwestermarken zugute kommen. Auch die Fertigung von Einzelstücken und Kleinserien, sowie die Serienvorbereitung für die Konzern-Geschwister wurde angedeutet.
Das klingt interessant.
Weiter ging es durch die Manufaktur,Treppe runter, beginnend mit der Fertigung der Teile in den Maschinen-Hallen. Es begann in eienm Bereich mit altmodischen Maschinen. Der Produktionsleiter hier war ein wunderbar hemdsärmeliger Typ, der sich mit all den alten Maschinen gut auskannte. Und alles bereitwillig vorführte. Hier fiel der Kontrast zu der Hauptproduktion in der Villa auf. Vermessung und Erfassung von Produktionschargen? Fehlanzeige! Hier läuft alles ganz traditionell. Gefühl und Können, Passion und Fingerspitzengefühl.
Ausführlich habe ich mir die Schlifftechnik für die Sperr-Räder zeigen lassen, die einen so wunderbaren Perlmuttschimmer haben. Etwas gequatsche über Schlifftechniken, was macht den Glashütter Sonnenschliff aus...... OK, ab hier hatte sich die Reise gelohnt.
Die Gruppe muß weiter. Es geht in eine andere Maschinenhalle mit modernen CNC-Bearbeitungszentren. Drei Mann sind als "Einleger" beschäftigt.
Man sieht Ölnebel.
Weiter, die Treppe hoch zur Design und Konstruktionsabteilung. Alles ist hier zugeknöpfter. Nix Photomachen. Sachen werden abgedeckt, wir seien zu früh.
Ok die montblancfizierte Sattler-Tischuhr habe ich schon identifiziert. Zu spät Freunde! Also frech drauf angesprochen. Ist für einen asiatischen Kunden. Sattler sei ja viel zu billig für den Luxus-Sektor, wir haben das dort schon mehrfach vorgebracht. Aha!
Einige interessante Einblicke in das Design von Einzelstücken und die Zusammenarbeit mit dem Kunden. Ansonsten beiharter Asia-Edelkitsch.
Der Einblick in die Werkkonstruktion für die Manufaktur-Stücke fehlt (in der Villa?).
Weiter in das Atelier der Uhrmacher. Endbearbeitung von Teilen, Steine setzen, Zusammenbau und Reglage, etc. Alles auf ganz hohem Niveau. Ganz traditionell.
Hier wendet man alle Techniken an, die sich einstmals Marquis de Sade für Uhrmacherazubis ausdachte, und die Uhrenkenner noch heute so goutieren.
Das Niveau ist ganz oben und übertrifft vieles was ich bei namhafteren Traditionshäusern gesehen habe.
Als man aber anfängt, die Geschichte der einzigartigen Polierhölzer zur erzählen, die ein Gesträuch hinter dem Haus liefert, will ich dann dringend weiter, einen Spiegel suchen, um Gewissheit zu erlangen, ob ich heute ungewöhnlich feminin oder gar blondiert aussehe...
Es geht weiter in ein anderes Atelier.
Hier schließt sich der Kreis zum Houriet-Buch. Spiralfertigung! Aus einer abenteurlichen Apparatur wird Spiraldraht gezogen und gewickelt. An anderer Stelle werden die Unruh-Spiralen geformt und verstiftet. Jede Menge selbstgebauter Sonderwerkzeuge. Spannend! Leider ein NIX PHOTO Bereich!
Leider auch das Ende der Führung. Es folgt, wie immer die Präsentation der Kollektion. Echte Manufaktur-Uhren mit viel manus facere. Einfaches und kompliziertes. Schöner als die Kollektion in der Villa. Stücke die man so nicht im Schaufenster der MB-Boutiquen sieht. Manches wartet schon auf die Auslieferung an die Kunden - in Asien. Hier in Europa seien die Kunden weniger aufgeschlossen. In Asien beschäftigt man sich intensiver mit der tatsächlichen Qualität und sei bereit diese entsprechend zu honorieren.
Essen mit Herrn Cabiddu. Interessanter Typ, beantwortet auch hier die Fragen ganz offen.

Mein Fazit:
Montblanc-Uhren sind nicht alle in einen Topf zu werfen.
Die Kundenkreise sind verschieden.
Die Herstellungsphilosophien sind ganz unterschiedlich, um nicht zu sagen konträr.
Ziel bei beiden ist ein Spitzenprodukt.
Ich war sehr beeindruckt und hin- und hergerissen.
Tradition gegen Moderne.
Handwerk gegen Computervermessung.
Mir imponiert der für die Branche hohe Anspruch keine Brökelbude sein zu wollen und es auch umzusetzen.
Die hohen Investitionen von Richmont und der merkwürdige Kontrast der Fertigung lassen bei mir Zweifel aufkommen, ob diese Konstellation bei Montblanc schon das Ende der Entwicklung ist.
Werden sich die Linien trennen?
Gibt es eine harmonische Vereinigung von Tradition und Moderne? Braucht man die überhaupt?
Was wird mit Minerva?
Ich trauere der alten Minerva nicht hinterher. Die waren technisch erledigt und jetzt läuft wieder was. Etwas anderes.

Ja, früher war alles billiger: Minerva, Sinn und Oris.
Preiserhöhungsverschwörung gegen den kleinen Sammler?
Wer will denn wirklich billige Uhren, aus abgewirtschafteten Produktionen? Das bewahrt auf lange Sicht nicht einmal Arbeitsplätze.

Gruß
Peter, der meistens auch den guten alten Zeiten nachhängt, das aber bei Montblac Uhren ungerecht findet.
Lieben Dank für Deine wertvollen Erlebnisberichte, Peter ! 👍🏻😊
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von rank » Mo 11. Dez 2017, 20:39

Ein toller Bericht Albert. Einfach mal Danke! Und wenn ich es mir leisten könnte, würde ich jetzt losziehen und mir eine Montblanc kaufen. Dreimal dürft ihr raten, aus welchem Gebäude.. 8)
Gruß, Frank

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kochsmichel
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Re: The Montblanc TimeWalker Manufacture Chronograph

Beitrag von kochsmichel » Mo 11. Dez 2017, 21:21

Großartiger Bericht. Danke :D
Light side of the mood!

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