SIHH 2019: IWC Spitfire

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stere
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von stere » 17 Jan 2019, 10:17

vermutlich wird das Werk bei IWC inhouse montiert. 8)

stere
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tourbillon69
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von tourbillon69 » 17 Jan 2019, 11:15

stere hat geschrieben:
17 Jan 2019, 10:17
vermutlich wird das Werk bei IWC inhouse montiert. 8)
Gerade das war ja immer das Schaffhauser Problem bei Volumenswerken: dafür hatte man die Ressourcen nicht.

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mezdis
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von mezdis » 17 Jan 2019, 12:21

Da reden wir ja wieder einmal über die regelmässig wiederkehrende Frage: Was ist die Definition von in-house? Kennt die denn jemand?

Ich kenne jene von Swiss-made, da reden wir über 60 %. Wie viel % muss es denn für in-house sein? Auch 60? 70? 80? 90? 100? Und von was genau? Konstruktion, Teileherstellung, Montage? Oder alles zusammen?

Hast du, Richard, deine Spiralfedern selber gezeichnet? Hergestellt? Montiert? Ist es noch ein inhouse Werk, wenn man ein einziges Teil nicht selber konstruiert und/oder hergestellt hat?

Ich frage bewusst ketzerisch, denn ich finde diese ganze Diskussion ziemlich sinnlos. Solange es keine Definition von "in-house" gibt, kann man sich aber wirklich überhaupt gar nie aufregen, wenn jemand diese Bezeichnung benutzt.
Darum: einfach logger bleiben. :wink:
___________
Gruss mezdis

gatewnrw
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von gatewnrw » 17 Jan 2019, 12:56

mezdis hat geschrieben:
17 Jan 2019, 12:21
Da reden wir ja wieder einmal über die regelmässig wiederkehrende Frage: Was ist die Definition von in-house? Kennt die denn jemand?

Ich kenne jene von Swiss-made, da reden wir über 60 %. Wie viel % muss es denn für in-house sein? Auch 60? 70? 80? 90? 100? Und von was genau? Konstruktion, Teileherstellung, Montage? Oder alles zusammen?

Hast du, Richard, deine Spiralfedern selber gezeichnet? Hergestellt? Montiert? Ist es noch ein inhouse Werk, wenn man ein einziges Teil nicht selber konstruiert und/oder hergestellt hat?

Ich frage bewusst ketzerisch, denn ich finde diese ganze Diskussion ziemlich sinnlos. Solange es keine Definition von "in-house" gibt, kann man sich aber wirklich überhaupt gar nie aufregen, wenn jemand diese Bezeichnung benutzt.
Darum: einfach logger bleiben. :wink:
die gezeigten Uhren lassen mich kalt - wie fast die gesamte Marke/Kollektion IWC -die Werkediskussion hingegen nicht. Der Frage-/Antwort Ansatz von Mezdis ist hoch interessant und aus meiner Sicht keinesweges ketzerisch, eine Antwort zur Prozentfrage habe ich nicht, eine Meinung dazu schon. 100 % sind sicherlich verfehlt, sollen 50 % zu niedrig sein?

Was soll in-house denn wert sein, wieviel teurer dürfen in-house-Uhren dann sein.

LG Peter
- einen Jux will er sich machen ...

Nestroy

tourbillon69
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von tourbillon69 » 17 Jan 2019, 14:04

Das ist genau der Punkt: es gibt keine Definition und es wird auch nie ekne geben. Die Uhrenindustrie braucht solche Bezeichnungen (früher war jede Fabrik eine Manufaktur, jetzt nachdem der völlig totgelutscht ist macht man "inhouse") um den Konsumenten an der Nase rumzuführen. In ein paar Jahren wird's dann ein anderes Attribut geben.

Ich finde die Diskussion darüber durchaus sinnvoll, genauso sinnvoll wie eine Diskussion über Nachhaltigkeit oder Bio. Letzterer Begriff wird aktuell von der Lebensmittelindustrie zu Tode geritten, weil z.T. missbraucht. Im Moment wo einer betrügt sind immer alle des Betrugs verdächtigt. Deswegen frägst Du mich ja auch ob icb meine Spiralen selbst mach. Und das ist genau das Problem: die Glaubwürdigkeit aller!

Im Falle des o.g. Werks gehts js auch nicht um einen Grenzfall. Es ist ziemlich offensichtlich (für mich als Ehemaligen), dass es sich dabei um ein Gruppenwerk handelt, ist ja auch gut so, wunderbar, tolle Leistung. Man sollte halt so fair bleiben und es bei dem Namen belassen.
Die Fertigung und Montage von Basiskalibern war nie und wird nie Kompetenz von SH sein, deswegen baut man ja mittlerweile eine Menge Kaliber im Jura.

P.s. die Antworten sind: ja, nein, ja, ja auf alle Fälle!

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rank
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von rank » 17 Jan 2019, 14:26

Am Ende bekommt vermutlich jeder, was er verdient oder auch nachfragt. Ich denke, man braucht sich auch nicht zu schämen, ein Dreizigerwerk einzubauen, was von oder für die "Gruppe" entwickelt wurde. Jeder (aufgeklärte, ich gebe zu, da könnte meine Argumentation ein wenig haken) Konsument kann für sich selbst beurteilen, wieviel Aufpreis ihm wieviel Exklusivität wert ist. Andere Hersteller vergeben eigene Kalibernummern, wenn die ETA den Rotor individualisiert. Persönlich finde ich die Diskussion "Inhouse" vs. "auf-dem-Markt-frei-verfügbares-Kaliber" eh' müßig. Ich würde viel lieber "gutes" vs. "nicht so gutes" Kaliber diskutieren.
Gruß, Frank

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mezdis
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von mezdis » 17 Jan 2019, 14:58

tourbillon69 hat geschrieben:
17 Jan 2019, 14:04
Die Fertigung und Montage von Basiskalibern war nie und wird nie Kompetenz von SH sein, deswegen baut man ja mittlerweile eine Menge Kaliber im Jura.
Na ja, die Zeiten können sich doch noch ändern. Das neue Chrono Basiskaliber 69 ist ein richtiges inhouse Manufakturkaliber und wird zu über 90 % in Schaffhausen gefertigt und montiert.
___________
Gruss mezdis

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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von archimagirus » 17 Jan 2019, 15:05

Die Sachlage ist aber nicht neu früher tickten Werke der Eta bei IWC mit anderen Werksbezeichnungen

Erst als das Internet und die Foren so richtig aufblühten und der ein oder andere sich mal wagten die Büchse der Pandora (.. weit vor der inflationären Verbreitung von Glasböden) zu öffnen fragte man "Ja die sehen ja ganz anders aus bei IWC"
Damals hiess es statt inhouse halt Hausintern 'getunt' und dann fragte man wieder "JA, aber wieviel und was wurde 'getunt' ?" usw usf

Es wurde halt schon immer gerne rumgegurkt um dieses Thema

Und ob jetzt Inhouse oder Konzernintern da etwas entwickelt wurde ist doch eigentlich schnurzpiepegal, vor allem in unserer kleinen Diskussionsgruppe.
Wenn man sich Endpreis/Strassenpreis im Verhältnis zum Produkt anschaut weiss doch hier jeder wo er dran ist.....und das 'inhouse' bei IWC und Konsorten anders ein zu ordnen ist als als bei Herrn Dufour.
Tickende Grüße, Jan!

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MCG
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von MCG » 17 Jan 2019, 15:30

tourbillon69 hat geschrieben:
17 Jan 2019, 14:04
Das ist genau der Punkt: es gibt keine Definition und es wird auch nie ekne geben. Die Uhrenindustrie braucht solche Bezeichnungen (früher war jede Fabrik eine Manufaktur, jetzt nachdem der völlig totgelutscht ist macht man "inhouse") um den Konsumenten an der Nase rumzuführen. In ein paar Jahren wird's dann ein anderes Attribut geben.
Was heisst schon "früher"? Mindestens seit dem Uhrenstatut in den 1930-er Jahren ist es ja sozusagen "normal" das Aufgabenteilung und Spezialiserung das Mass aller Dinge ist/war. Wenn Du so willst war das allerdings schon im 19. Jahrhundert so! Auf den Bauernhöfen wurden ja keine fertigen Uhren gebaut... :tongueout:
LG aus Mostindien - Markus

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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von lottemann » 17 Jan 2019, 15:42

mezdis hat geschrieben:
17 Jan 2019, 12:21
Da reden wir ja wieder einmal über die regelmässig wiederkehrende Frage: Was ist die Definition von in-house? Kennt die denn jemand?

Ich kenne jene von Swiss-made, da reden wir über 60 %. Wie viel % muss es denn für in-house sein? Auch 60? 70? 80? 90? 100? Und von was genau? Konstruktion, Teileherstellung, Montage? Oder alles zusammen?

Hast du, Richard, deine Spiralfedern selber gezeichnet? Hergestellt? Montiert? Ist es noch ein inhouse Werk, wenn man ein einziges Teil nicht selber konstruiert und/oder hergestellt hat?

Ich frage bewusst ketzerisch, denn ich finde diese ganze Diskussion ziemlich sinnlos. Solange es keine Definition von "in-house" gibt, kann man sich aber wirklich überhaupt gar nie aufregen, wenn jemand diese Bezeichnung benutzt.
Darum: einfach logger bleiben. :wink:
Ich denke man darf schon fragen, inwieweit es legitim ist dem
Kunden etwas vorzumachen, was der gerne hört und wofür er
auch mehr Geld auszugeben bereit ist, wenn man das nicht
bieten kann.
"Eigenes Werk", "inhouse", "Manufaktur" soll dem Kunden Geld
aus der Tasche leiern, indem Exklusivität suggeriert wird. Ex-
klusivität auch dadurch, dass es das angebotene Werk eben nur
bei diesem Hersteller gibt. Tatsächlich bekommt man aber meis-
tens (s.o.) umetikettierte Stangenware.
Ich wäre ziemlich angepisst, wenn ich rausfände, dass mein
Metzger mir Bio-Fleisch von glücklichen Schweinen aus der
Region verkauft, der Einkauf aber nur beim Grossmäster in
der Mitte Deutschlands (oder sonstwo) stattfindet.
Warum Ehrlichkeit weiten Teilen der Uhrenbranche so weh
tut, wird sich mir nie erschliessen.

Gruss

Michael

PS: Ich bleib da so was von "logger". Der ganze neue Scheiss
interessiert mich (mit wenigen Ausnahmen, wie den Uhren
von Richard) nicht.

tourbillon69
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von tourbillon69 » 17 Jan 2019, 15:50

MCG hat geschrieben:
17 Jan 2019, 15:30
Was heisst schon "früher"?
.........
Mit "früher" meinte ich in dem Zusammenhang die Zeit seit der Renaissance der mechanischen Uhr.
mezdis hat geschrieben:
17 Jan 2019, 14:58
Na ja, die Zeiten können sich doch noch ändern. Das neue Chrono Basiskaliber 69 ist ein richtiges inhouse Manufakturkaliber und wird zu über 90 % in Schaffhausen gefertigt und montiert.

Weißt Du zufällig wie viele Uhren IWC mit wie vielen Mitarbeitern heute baut?

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mezdis
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von mezdis » 17 Jan 2019, 18:10

Ja.
Aber diese Zahlen werden von keiner Richemont Marke kommuniziert (was nicht automatisch heisst, dass ich gleicher Meinung bin :wink: ).
___________
Gruss mezdis

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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von tourbillon69 » 17 Jan 2019, 19:46

Geschenkt!
In den 90ern haben 300 Leute ca. 30K Uhren gebaut.
Eine typische Struktur eines Einschalers, was IWC damals im Grunde ja mit einem Grossteil der Kollektion auch war (40% Umsatz allein mit ETA-Portofino).
Wir konnten damals zwar verschiedene Werke selbst montieren aber nix was Volumen war, die Kapazitäten waren einfach nicht da.
Die Zahlen sind zwar stark gewachsen aber am Verhältnis Uhr/Mitarbeiter wird sich nicht so viel verändert haben. (800 auf 80K?)
So und auf einmal, seitdem man keine Zahlen mehr kolportiert, hat sich die Effizienz der Uhrmacher in SH so explosionsartig vergrössert, dass man jetzt die par zig-Tausend Brot-und-Butter-Werke ganz locker mitmontiert, quasi schnell vor'm Znüni.
Und nicht nur das, 90% der Teile werden auch noch intern gefertigt, wow!
Den Bären, mein Lieber, den kannst Du jemandem anderen aufbinden.
Wenn ein Uhrmacher pro Tag (statistisch) eine Uhr fertigmachen kann, dann sind's am Jahresende nun mal nur gute 200. Vielleicht auch ein paar mehr. Zu behauten es seien 2000 ist ............ (dss fehlende Wort darfst Du selbst einsetzen)!

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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von rank » 17 Jan 2019, 20:03

Hier mal ein Video von Monochrome mit dem IWC Geschäftsführer zu einigen der Neuheiten. Der Top-Gun Doppelchronograph besteht offenbar aus einem neuen Material, Ceratenium (?), ein Mix aus Titan und Keramik, was kratzerunempfindlich sein soll, aber die Bruchgefahr von Keramik minimiert bzw. ausschließt. Also ich finde ziemlich gut, was da dieses Jahr von IWC gezeigt wird.

https://youtu.be/TfASHaf9bAc
Gruß, Frank

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mezdis
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Re: SIHH 2019: IWC Spitfire

Beitrag von mezdis » 17 Jan 2019, 20:10

Also, ich bleibe natürlich anständig... :wink:

1. Habe ich oben irgendetwas von "paar zig-tausend Werken" geschrieben? Ich habe als Brot und Butter Werk das neue Cal. 69 aufgeführt. Das davon heute noch kleinere Stückzahlen hergestellt werden, sollte wohl klar sein.

2. Sind die Produktionsmethoden von den 90er Jahren nicht mehr ganz identisch mit jenen von heute. Aber wem erzähl ich das...

3. Sind gewisse (nicht alle!) Werke extra auf effiziente Montage hin konstruiert. Wohl auch eher eine Entwicklung der letzten 20 Jahre.

Aber dies ist nicht die erste Diskussion wo ich das Gefühl habe, dass bei IWC in den 90ern noch alles wunderbar toll war und seither nur noch Deppen da arbeiten welche keine Ahnung haben und nur noch Schrott entwickeln...
___________
Gruss mezdis

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