da isse nun... die Stahl Lange

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Albert H. Potter
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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Albert H. Potter » 08 Dez 2019, 16:37

In-House? Manufaktur?

Ich habe eine Bekannte, die für eine Firma arbeitet, die Specials für Manufakturen herstellt.
Solche Modelle stören den Arbeitsablauf vieler Manufakturen, die zu unbeweglich geworden sind, um sowas innerhalb einer vertretbaren Zeitspanne herzustellen. Das muß dann ein externer richten.
Die Kundenliste ist schon sehr interessant. Alles für Firmen, die ausschließlich In-House fertigen, mit ihren hauseigenen Spezialisten zum Schleifen und Fassen edler Steine, zum Gravieren und fürs Emaille, für einzeln gefertigte Zeiger und Jaquemart-Figuren.
Selbstverständlich sind alle Beteiligten an heilige Eide des Stillschweigens gebunden.

Patek?
Sogar wenn es nicht um Einzelstücke geht, kaufen die zu.
Deren größte Cash Cow ist das Modell Twenty-4.
Die Stückzahlen und die Marge tragen einen großen Teil der Firma.
Was an dieser Uhr ist nicht zugekauft?
Wenn man sich das Gehäuse, Band und Schließe anschaut, fühlt man sich stark an Maurice Lacroix erinnert. Gleicher Zulieferer?
Sogar das Uhrwerk ist ein reserviertes Ronda Uhrwerk.
Das Kaliber 177 ist ein reserviertes Kaliber, als modifiziertes Piguet 21 mit Gyromax-Unruh.
Die markenexklusiven Gyromax-Unruhen werden von Herrn Stern persönlich vom Gyromax-Bäumchen gepflückt, der in der manufaktureigenen Orangerie gehegt wird? Die kommen vorreguliert von Nivarox, ich war schon in der Abteilung.
Heute verlassen pro Jahr mehr Pateks die Firma als in den gesamten 1950er Jahren.
Selbst bei einem massiv gestiegenen Grad der Automatisierung fehlen die Kapazitäten.
Der ganze Plunder muß ja auch noch einem gewissen Qualitätsstandard gerecht werden. Wie soll das gehen ohne externe Spezialisten?
Und das gilt nicht nur für Patek.

Diese Uhren sind alle nur deshalb so gut, weil es Spezialisten gibt, die bei der Herstellung und Entwicklung aushelfen.
Was an dieser Stelle aber nicht heißen soll, daß ich die Twenty-4 gut finde. Die entspricht in der Qualität einer Uhr der Preisklasse 1200 bis 1800 Euro VK. Der Rest ist der Name, jede Cartier Tank Francaise ist im direkten Vergleich Klassen besser.

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10buddhist
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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von 10buddhist » 08 Dez 2019, 16:46

Albert H. Potter hat geschrieben:
08 Dez 2019, 16:37
Patek?
(...)
Die markenexklusiven Gyromax-Unruhen werden von Herrn Stern persönlich vom Gyromax-Bäumchen gepflückt, der in der manufaktureigenen Orangerie gehegt wird? Die kommen vorreguliert von Nivarox, ich war schon in der Abteilung.
(...)
Köstlich! Im Konsonantenforum hätte man dich dafür gesteinigt! :rofl:
Gruß Jürgen

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10buddhist
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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von 10buddhist » 08 Dez 2019, 16:59

Aber es gibt auch sachkundige und differenzierte Mitglieder wie „James“:

„Historisch gesehen war ja (zumindest in der Schweiz) die gesamte Uhrenindustrie extrem arbeitsteilig aufgestellt .
Der ganze Hype um die vertikal integrierten Manufakturen entstand erst in in den 90er Jahren .
Es hat bis dahin so gut wie niemand eigene Werke hergestellt .
PP hatte den Vorteil ,
durch Herrn Philippe eigene Kaliber herstellen zu können (aber nur für Taschenuhren)
und selbst damals griff man häufig auf Ebauches zurück ,
das war völlig normal .

Bei Armbanduhren hat PP erst Anfang der 30er ein erstes Manufakturwerk für die Ref.96 entwickelt. Die ersten 96er hatten aber noch ein Jaeger Ebauche.
Dennoch nutzte man bei PP größtenteils Rohwerke von Lemania , Valjoux,
Jaeger , Victorin Piguet etc...

Gehäuse , Zifferblätter oder Zeiger hat ohnehin niemand selbst gemacht .

Auf die Idee wäre auch niemand gekommen.
Wozu hat man denn Zulieferer ?

Ein kurzes Beispiel :

Die 2 historischen Fliegeruhren die PP gebaut hat und heute in deren Museum ausgestellt sind ,enthalten jeweils Jaeger Ebauches (die 2. sogar ein Jaeger ebauche welches zusätzlich von V.Piguet überarbeitet wurde ehe es bei Patek fertiggestellt wurde).
Die großen Häuser waren durch die Bank Etablisseure .
Bei ihnen liefen alle Fäden zusammen . Selbst viele berühmte Designs (Gehäuse & ZB) stammen in der Regel von Zulieferern .
Das legendäre Ur-Oystergehäuse ist von einem Zulieferer entwickelt worden ( C.R Spillmann, welcher Jahrzehnte später auch noch Daytona Gehäuse fertigte ).

Es ging damals viel weniger um Originalität als um Qualität .

Allein die Qualität der einzelnen Komponenten war maßgeblich.
PP , VC und co. hatten eben qualitativ besonders hochwertige ZB‘s , Gehäuse , Zeiger und möglichst hochwertige und fein finissierte Werke .
Und andere Hersteller boten eben eine ihrer jeweiligen Philosophie (und Preisklasse) gemäße Verarbeitung.

Nochmal zur heutigen Situation .

PP fertigt heute bei der Nautilus (bis auf die Zeiger) alles selber .
Dank eingekaufter Zulieferer (wie bei Rolex auch).
PP‘s ZB Hersteller heißt Cadrans Flückiger . Flückiger wurde von Patek gekauft ist aber auch als Zulieferer für andere Marken tätig (100000 ZB‘s Jahresproduktion) .

Ein legendärer Zuliefer für Metallbänder war Gay Freres aus Genf .
Die haben das Oysterband gestaltet und alle Bänder für Rolex gebaut . Nebenbei sind bei GF auch die allerersten RO und Nautilus Bänder gefertigt worden.
GF wurde übrigens in den 90ern von Rolex integriert . :wink:

Bei L&S werden schon aus dem Grund keine Gehäuse gebaut , da die Anschaffung der benötigten Maschinen (aufgrund des geringen Ausstoßes) überhaupt nicht rentabel wäre .—- diese Aussage stammt von einem hohen Tier bei L&S—-

Das GO Blätter in Pforzheim fertigt weiß ich , aber diese ZB Manufaktur ist ähnlich Flückiger bei PP Eigentum von GO .

Letztlich bestimmt allein die Qualität der Komponenten und Verarbeitung darüber ob man eine Uhr als HH klassifizieren kann.
Ob die Komponenten von Zulieferern stammen oder aus dem eigenen Haus macht keinen Unterschied .

Tut mir leid wenn alles ein wenig konfus und nicht sehr detailreich ist aber das Thema ist so komplex .

PP hat sicher die höchste Fertigungstiefe in der HH .
GO macht auch fast alles selbst und AP sind auch weit vorne auf diesem Gebiet .
Aber beim Rest vom Fest kann ich es dir nicht 100% genau sagen .

Zeiger werden fast ausschließlich von spezialisierten Zulieferern gefertigt .
Das wird sich wahrscheinlich an dem Tag ändern , an dem eine dieser Werkstätten zum Verkauf steht :wink:


https://www.r-l-x.de/forum/showthread.p ... Knäuschen-

Ich hoffe mal, Zitate aus dem Nachbarforum sind hier akzeptiert. Umgekehrt ist das nämlich nicht so.
Gruß Jürgen

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von TST_64 » 08 Dez 2019, 17:15

Albert H. Potter hat geschrieben:
08 Dez 2019, 15:44
Klar, sogar die Krokodile für die Lederbänder werden im Hof gezüchtet. Ist auch ein guterSchutz gegen Einbrecher.
Und Rolex haben ihre eigenen Lagerstätten für Eisenerz und dazu die Schmelzöfen, um ihren Super-Inoxstahl 904 L herzustellen.
Volà

Grundsätzlich habe ich mit Ironie und Sarkasmus keine Probleme. Du sicher auch nicht. :wink:
Die Auserwählten sind die, denen schöne Dinge nichts bedeuten als Schönheit.
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Albert H. Potter
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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Albert H. Potter » 08 Dez 2019, 17:17

Du solltest mich und die Kollegen mal im Büro erleben........

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Argonaut » 08 Dez 2019, 17:19

Konsonantenforum - das finde ich jetzt aber bitter :crying: :whistling: :rofl:

Lieber Buddhist :angry:, Du hast ja Humor :rofl: .

Ehrlich,
ich kann's kaum glauben. Dass die Uhrenindustrie auf die Zulieferindustrie setzt, ist mir schon klar. Aber soweit? :shock:

Ich gehöre zu den Kunden, die immer noch die Industrieromantik - insb. bei PAtek - glauben wollen. Und das will was heißen. Ich komme aus der Automobilindustrie, und die ist wahrhaftig bzgl. Wertschöpfungstiefe hochgradig spezialisiert. Die SwatchGroup dürfte nach wie vor eine einmalige Kompetenz in ihrem Verbund haben. Heißt das nicht auch, daß die Genfer Krone hierbei sehr unabhängig ist? Soviel verschiedene Uhren bauen die ja nicht, da dürfte es klappen.

Jede Firma hat da seine eigene Expertise. Da wir ja gerade von Lange sprechen. M.W. nach macht LAnge so ziemlich alles bis auf die Stoßsicherung und die Rubine alles inhouse. Dafür nicht Gehäuse und ZB, bis auf ein paar besondere ZBs. GO dagegen macht auch die ZBs und Zeiger, aber das Gehäuse ebenso nicht... Zenith wird auch eine unglaublich große Wertschöpfungstiefe nachgesagt. Sogar die Rubine, auch gleich für Hublot (blaue) ...

Wenn man das aber mit dem Auto vergleicht. Schaut mal, auch wenn BMW, MErcedes, Porsche, VW, Ford, Opel, Bentley, Scania ... alle auf dieselben Zulieferer zugreifen - es kommen dennoch ganz unterschiedliche Uhren - :lol: ein schöner Verschreiber, den lasse ich jetzt mal stehen - Autos raus. Und da meine ich nicht nur das Emblem. Die Autos fahren auch anders, "fühlen" sich ganz anders an. So ist das eben auch mit den Uhren.

Wir lieben die Vielfalt, möge sie uns erhalten bleiben.

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Argonaut » 08 Dez 2019, 17:23

Uuups, während ich getippelt habe, haben sich ja einige Beiträge eingeschoben. Das geht hier ja ab wie Schmitz Katz. Da ist man ja schon "alt" beim Enter :wink: drücken. Bin nicht mehr der Jüngste

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Dieser Paul » 08 Dez 2019, 17:32

Zuerst einmal schön, dass sich ein weiteres Bandenmitglied, der Chinesenargonaut mit dem kleinen Glückspilz nun auch hier eingefunden hat. Hallo Holger, Du Truckerkönig.

Zur Herkunft der div. Uhrenteile...

Vielerorts schon mehrfach erwähnt bzw. dischkutiert.

Rolex Stahl kommt tw. aus Österreich von Böhler, Gehäuse von ALS werden von einem Gehäusefertigungsunternehmen in Pforzheim (?) hergestellt. Ebenso Zifferblätter, Zeiger etc.

GO hat eine höhere Eigenfertigungsdichte, wie die Mitglieder der Sachsenbande im letzten Jahr ebendort, im Ostdeutschen Uhrenmekka erfahren durften. Bedingt aber nur durch die Zugehörigkeit der Firma zum Megauhrenkonzern.

Vermutlich ist das aber ohnehin bekannt. Sind ja sehr versierte und mit Uhrenwissenen fundierte Mitglieder hier vertreten :wink:
Gruß
Dieser Paul

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von Heinz-Jürgen » 08 Dez 2019, 17:33

10buddhist hat geschrieben:
08 Dez 2019, 16:59

Ich hoffe mal, Zitate aus dem Nachbarforum sind hier akzeptiert. Umgekehrt ist das nämlich nicht so.
Du wirst mit der Zeit merken, dass wir resp. die hohen Autoritäten diesbezüglich sehr tolerant sind. Außerdem sind einige von uns auch in den anderen einschlägigen Foren unterwegs. Wir wissen aber alle, wo unsere Heimat ist und wie korrekt zitiert wird. Insofern: alles takko. :wink:
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von 10buddhist » 08 Dez 2019, 17:57

Danke für die Info, Heinz-Jürgen. Den Eindruck, dass es hier toleranter und respektvoller zugeht als in manch anderem Forum, habe ich schon aus der kurzen Zeit meiner Mitgliedschaft gewonnen. Oder täusche ich mich da! :angry:

Ich war vorher nur „drüben“ und bin jetzt nur „hier“. Ich tanze nicht gerne auf mehreren Hochzeiten. Aber jeder Jeck ist anders.
Gruß Jürgen

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von 10buddhist » 08 Dez 2019, 18:12

Argonaut hat geschrieben:
08 Dez 2019, 17:19
Lieber Buddhist :angry:, Du hast ja Humor :rofl: .
Holger, hast du schon wieder am Ginkgo-Extrakt gelutscht, obwohl dir das dein Arzt verboten hat! :roll:

Du weißt doch, dass ich zum Lachen in den Keller gehe. :(
Argonaut hat geschrieben:
08 Dez 2019, 17:23
Bin nicht mehr der Jüngste
Eben. Und deshalb hätte eine Harpyie als Avatar noch besser gepasst.

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Har ... uur%22.jpg

:mrgreen:
Gruß Jürgen

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von andreaseck » 08 Dez 2019, 19:58

Hallo

Vielleicht wäre bei mir alles ganz anders verlaufen, wenn wir nicht mit einer kleinen
Gruppe Uhren-Verrückter im November 2005 nach Glashütte gefahren wären...

Mich hat einfach der Aufwand bei der Werkeveredlung umgehauen!
Und die Tatsache, dass wirklich jedes Modell sein eigenes Uhrwerk besitzt.
Wie eben jetzt auch die Odysseus.

In der aktuellen "Armbanduhren" gibt es einen sehr schönen, vierseitigen Bericht
von Peter Braun über die neue Lange.

Gruß
Andreas

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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von andreaseck » 08 Dez 2019, 20:39

@indiana

Werner, ich kann Dir leider auf Deine PN nicht antworten, da Du den
Empfang angeblich deaktiviert hast.

Gruß
Andreas

baghipapa
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Registriert: 21 Apr 2008, 08:52

Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von baghipapa » 09 Dez 2019, 10:18

Ist auch ne gute Idee, die Spezialisten zu kaufen und schwups ist man Manufaktur :whistling:

Wenn so also der Profi, der an alle liefert, von einem gekauft wird, dann ist der Käufer mit Fertigungstiefe gesegnet und es wird zur Manufaktur. Alle anderen Kunden des Profis sind es dann nicht mehr...

Das es immer spezialisierte Zulieferer gibt oder gab ist nicht schlecht oder verwerflich. Besser es macht jemand, der sich damit auskennt. Aber das zugehörige Marketinggeschwurbel der jahrhundertealten Tradition der Inhousefertigung und Manufakturgelaber mit den kleinen Filmchen, bei denen Mitarbeiter gefühlt ewig an einem Teil rumpolieren, diese aus der Luft gegriffene Selbstdarstellung ist eher peinlich.

Wer mal im französischen Thiers die Messerproduktion gesehen hat und dort im Museum war, bekommt einen guten Eindruck wie die Industrialisierung in solchen Regionen begonnen hat. In jedem Haus saß ein Arbeiter und hat was zum Endprodukt (Klingen, Griffschalen, Federn, usw.) beigetragen. Diese wurden dann zum Markenhersteller gebracht und die Assembleure haben alles zum Endprodukt zusammen gefügt.

Eine ähnliche Offenheit ohne die Verklärung der Geschichte würde der Branche gut zu Gesicht stehen. Die Geheimniskrämerei ist lächerlich

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MCG
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Re: da isse nun... die Stahl Lange

Beitrag von MCG » 09 Dez 2019, 10:29

baghipapa hat geschrieben:
09 Dez 2019, 10:18
Ist auch ne gute Idee, die Spezialisten zu kaufen und schwups ist man Manufaktur :whistling:
Siehe auch Blancpain/Piguet und Breguet/Lemania... :whistling:
LG aus Mostindien - Markus

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