Seiko verlässt die Baselworld

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mhanke
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Seiko verlässt die Baselworld

Beitrag von mhanke » 11 Nov 2019, 08:31

"Auf Komplikationen fallen eigentlich nur einfache Gemüter herein" - CF

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Heinz-Jürgen
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Re: Seiko verlässt die Baselworld

Beitrag von Heinz-Jürgen » 11 Nov 2019, 09:00

Wenn man die Gründe liest, ist das nur folgerichtig.
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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Albert H. Potter
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Re: Seiko verlässt die Baselworld

Beitrag von Albert H. Potter » 11 Nov 2019, 16:57

So langsam geht die Weltmesse für Uhren und Schmuck baden.
Klar fühlen sich etliche Aussteller abgezockt oder benachteiligt.
Das neue Konzept mit der Aufhebung der Trennung nach Uhren/Schmuck/Juwelier-Ausstellern bekommt der Messe auch nicht gut.

Soll die Messe sterben, könnte man sagen.
Aus Sicht der Uhrenfreunde kann man das so sehen.
Allerdings leistet eine Messe mehr als die Warenpräsentation durch Vertreter.
Für die Menschen vom Fach ist die Messe ein wertvoller Treffpunkt.
Man hat kurze Wege für den Produktvergleich.
Man sieht bei einer Firma wie Seiko, die Uhren, die für Deutschland gar nicht vorgesehen sind (Credor Eichi statt Seiko 5).
Es ist auch eine Jobbörse mit Vorstellungsgesprächen am Stand, da alle Verantwortlichen vor Ort sind.
Ganz analog Kontakte knüpfen und Kontakte pflegen, statt Social Media Networking Gedöns.
Wie oft kam es vor, daß ich mit Kollegen einen Austausch von Ersatzteilen oder Uhren auf der Messe gemacht habe, nach dem Motto: "Ich bring es Dir mit."
Wie oft konnte ich Prototypen "unter Uhrmachern" in die Hand nehmen, z.B. ein neues Tourbillon-Drehgestell mit Testräderwerk auf roher Messingplatte.

Das wird alles wegfallen und das war für mich das Wertvollste an so einer Fachbesucher-Messe.
Eine Endkunden-Warenpräsentation verschiedener Hersteller in einem mondänen Kurhaus oder eine Uhrenbörse wie Furtwangen können das nicht leisten.
Ich erinnere mich noch, wie die Münchner Inhorgenta nach und nach auf den Hund kam.
Immer weniger Uhrenaussteller waren vertreten.
Ich habe mich mal mit so einem Markenrepräsentanten gezankt. Wenn ich mir die Mühe mache an meinem freien Sonntag nach München zu kommen und die Fahrkarte selbst bezahle, dann erwarte ich auch, daß man sich von der Hersteller-Seite etwas Mühe gibt. Den Gipfel brachte dann im Jahr drauf, die Firma Chronoswiss, die nur noch eine Telefonzelle in die Messehalle stellte, mit der man ein Shuttle zu Chronoswiss klarmachen konnte.
Liebloser geht es nicht. Ich bin dann künftig nicht mehr zur Inhorgenta gefahren. Vielen Kollegen ging es genauso.

Ich hoffe nicht, daß es in Basel genauso wird.
Peter

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