Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

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Radiopirat
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Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Radiopirat » 14 Dez 2019, 11:37

Da hat es wohl jemand auf ETA abgesehen zu haben - oder auf Nick. Man stelle sich vor, ETA dürfte 2020 keine mechanischen Werke ausliefern - und die Chancen für dieses Szenario stehen gar nicht mal schlecht! Es würde aber zweifelsohne viele geben, die sich darüber freuen dürften.

Quelle: AZ
https://www.aargauerzeitung.ch/wirtscha ... -136106222
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MCG
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von MCG » 14 Dez 2019, 17:45

😳
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Paulchen
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Paulchen » 14 Dez 2019, 19:00

Nur mit Benutzerkonto zu lesen. :whistling:

oder
https://www.watson.ch/!458388589?utm_so ... on-app-ios
:wink:

Irgendwas verstehe ich nicht.
Swatch wollte die ETA-Werke vom freien Markt nehmen und nur noch für sich nutzen. Dann wurden dazu verurteilt, weiterhin
Werke an Mitbewerber zu liefern. Die Stückzahlen wurden langsam runtergefahren und jetzt verdonnert die Weko
ETA zu einem kompletten Lieferstop.

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MCG
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von MCG » 14 Dez 2019, 19:26

Paulchen hat geschrieben:
14 Dez 2019, 19:00
Nur mit Benutzerkonto zu lesen. :whistling:

oder
https://www.watson.ch/!458388589?utm_so ... on-app-ios
:wink:

Irgendwas verstehe ich nicht.
Swatch wollte die ETA-Werke vom freien Markt nehmen und nur noch für sich nutzen. Dann wurden dazu verurteilt, weiterhin
Werke an Mitbewerber zu liefern. Die Stückzahlen wurden langsam runtergefahren und jetzt verdonnert die Weko
ETA zu einem kompletten Lieferstop.
Total schräg!
Natürlich wollte Swatch weiterhin Werke verkaufen, sie wollte einfach weg von der Verpflichtung an jeden liefern zu müssen.
Scheint eine Art behördlicher Rosenkrieg tu sein... :roll:
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gatewnrw
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von gatewnrw » 14 Dez 2019, 19:40

Wem nützt es? Alle erleiden bereits jetzt erhebliche Schäden, sowohl ETA als auch die freien Hersteller.

Meine Vorstellungskraft reicht nicht, um diese Entscheidung für gerichtsfest zu halten, auch ohne Schweizer Recht zu kennen.

Was ist mit all den Klagen, die Richard uns so lebhaft geschildert hat?

LG Peter
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Nestroy

Richard Habring
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Richard Habring » 14 Dez 2019, 23:47

Diese Entscheidung ist wohl durch dadurch beeinflusst, dass wir in den letzten Jahren unlauteren Wettbewerb in grossem Stil sehen den die SG/ETA nicht notwendigerweise direkt, aber definitiv indirekt (über die belieferten Kunden) befeuert hat. Hätten jene die Werke behalten bzw. selbst verbaut wär's kein Problem gewesen, die haben die Werke aber auf den Graumarkt geworfen und somit jene geschädigt welche - ganz dem Wunsch Hayek's folgend - für viel Geld teure eigene Werke entwickelt haben und somit einen Wettbewerbsnachteil haben gegenüber jenen die nach wie vor ETA-Werke kaufen können. Ein Lieferverbot für die ETA dann allen gleiche Bedingungen auf. Auch sagen nicht wenige Juristen, dass der Wunsch der ETA "sich ihre Kunden frei aussuchen zu können" mit Schweizer Recht nicht gut zu vereinen sei.
Ein Lieferverbot für die ETA ist auch damit zu rechtfertigen weil dies ja die ursprüngliche Strategie der SG/ETA war, analog Frederic Piguet und Lemania welche ja - jeweils nach Lieferstopp - in einzelne Konzermarken integriert wurden.
Im Gegenteil schützt ein Lieferverbot für die ETA die SG vor Klagen von Marken die nicht beliefert würden.
Gruss
Richard
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MCG
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von MCG » 15 Dez 2019, 10:43

Richard Habring hat geschrieben:
14 Dez 2019, 23:47
Diese Entscheidung ist wohl durch dadurch beeinflusst, dass wir in den letzten Jahren unlauteren Wettbewerb in grossem Stil sehen den die SG/ETA nicht notwendigerweise direkt, aber definitiv indirekt (über die belieferten Kunden) befeuert hat. Hätten jene die Werke behalten bzw. selbst verbaut wär's kein Problem gewesen, die haben die Werke aber auf den Graumarkt geworfen und somit jene geschädigt welche - ganz dem Wunsch Hayek's folgend - für viel Geld teure eigene Werke entwickelt haben und somit einen Wettbewerbsnachteil haben gegenüber jenen die nach wie vor ETA-Werke kaufen können. Ein Lieferverbot für die ETA dann allen gleiche Bedingungen auf. Auch sagen nicht wenige Juristen, dass der Wunsch der ETA "sich ihre Kunden frei aussuchen zu können" mit Schweizer Recht nicht gut zu vereinen sei.
Ein Lieferverbot für die ETA ist auch damit zu rechtfertigen weil dies ja die ursprüngliche Strategie der SG/ETA war, analog Frederic Piguet und Lemania welche ja - jeweils nach Lieferstopp - in einzelne Konzermarken integriert wurden.
Im Gegenteil schützt ein Lieferverbot für die ETA die SG vor Klagen von Marken die nicht beliefert würden.
Gruss
Richard
Man kann doch nicht einer Firma diktieren, ob und an wen sie ihre Werke liefert oder liefern darf! Wir sind nicht in einer Planwirtschaft. Es sagt Dir ja auch niemand, dass Du Deine Werke nur für Dich brauchen darfst...

Das war in den 80-ern anders. Es gab ja niemanden mehr, welcher Werke produzieren konnte. Also vereinbarte man mit der Swatch, dass sie den ganzen Markt zu beliefern haben... Das war damals auch im Interesse der Swatch. Glücklicherweise hat sich der Markt der mechanischen Uhr, wie wir alle wissen komplett erholt. Sicher auch durch diese damalig richtige Strategie.
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Thomas H. Ernst » 15 Dez 2019, 10:49

MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Man kann doch nicht einer Firma diktieren, ob und an wen sie ihre Werke liefert oder liefern darf! Wir sind nicht in einer Planwirtschaft.
In der Schweiz schon. :whistling:

Da hat die Politik immer schon der Uhrenbranche reingeredet, angeblich um sie zu schützen damit sie nicht in der gleissenden Sonne des Wettbewerbs verbrennt und dem Staat immer genug Geld in die Kassen spült. Da gab es z.B. Firmen wie Oris, die durften keine Ankerwerke einbauen obwohl sie durch die Kooperation mit JLC tolle Werke gehabt hätten.

Heute scheint das nicht anders zu sein, siehe auch das Verhältnis zur EU.
Grüsse Thomas
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Heinz-Jürgen
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Heinz-Jürgen » 15 Dez 2019, 11:54

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:49
MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Man kann doch nicht einer Firma diktieren, ob und an wen sie ihre Werke liefert oder liefern darf! Wir sind nicht in einer Planwirtschaft.
In der Schweiz schon. :whistling:

Da hat die Politik immer schon der Uhrenbranche reingeredet, angeblich um sie zu schützen damit sie nicht in der gleissenden Sonne des Wettbewerbs verbrennt und dem Staat immer genug Geld in die Kassen spült. Da gab es z.B. Firmen wie Oris, die durften keine Ankerwerke einbauen obwohl sie durch die Kooperation mit JLC tolle Werke gehabt hätten.

Heute scheint das nicht anders zu sein, siehe auch das Verhältnis zur EU.
Wenn ich das aus der Ferne richtig mitbekommen habe, wird in der Schweiz schon seit längerem beklagt, dass der Staat zu viel regulierend in die Wirtschaft eingreift (und auch die Staatsquote immer höher wird).

Richards Argument (Schutz der ETA vor Klagen) scheint mir recht schlüssig zu sein. Ob es so weit gehen muss, müsst Ihr bei Euch selbst entscheiden. Ich finde es auf Anhieb erstmal Scheixxe.
Grüße aus dem Pott

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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Richard Habring » 15 Dez 2019, 13:39

MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Man kann doch nicht einer Firma diktieren, ob und an wen sie ihre Werke liefert oder liefern darf! Wir sind nicht in einer Planwirtschaft. Es sagt Dir ja auch niemand, dass Du Deine Werke nur für Dich brauchen darfst...
Im Gegenzug kann eine Firma aber auch nicht - mit Verweis auf "Wettbewerb" - zuerst alle rauskicken und dann gezielt ein paar wenigen wieder einen Wettbewerbsvorteil geben.
MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Das war in den 80-ern anders. Es gab ja niemanden mehr, welcher Werke produzieren konnte. Also vereinbarte man mit der Swatch, dass sie den ganzen Markt zu beliefern haben... Das war damals auch im Interesse der Swatch. Glücklicherweise hat sich der Markt der mechanischen Uhr, wie wir alle wissen komplett erholt. Sicher auch durch diese damalig richtige Strategie.
Hayek hätte es ja dabei belassen können. Wollte er aber nicht. Dass er jetzt den schwarzen Peter gezogen hat ist vielleicht auch seiner zwischenzeitigen Strategie geschuldet?

Aktuell heisst es ja auch nur "für 2020". Wenn dann alle wieder gleiche Bedingungen haben steht einer Aufhebung des Verbots ja nichts entgegen.
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Radiopirat » 15 Dez 2019, 15:36

Paulchen hat geschrieben:
14 Dez 2019, 19:00
Nur mit Benutzerkonto zu lesen. :whistling:
...
Also bei mir ohne Probleme ohne. Aber die CH-IT-Medien reiten im Moment gerade eine „Melde dich an!“-Kampagne... einfach wegklicken und gut ist.
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Radiopirat » 15 Dez 2019, 15:46

Richard Habring hat geschrieben:
15 Dez 2019, 13:39
MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Man kann doch nicht einer Firma diktieren, ob und an wen sie ihre Werke liefert oder liefern darf! Wir sind nicht in einer Planwirtschaft. Es sagt Dir ja auch niemand, dass Du Deine Werke nur für Dich brauchen darfst...
Im Gegenzug kann eine Firma aber auch nicht - mit Verweis auf "Wettbewerb" - zuerst alle rauskicken und dann gezielt ein paar wenigen wieder einen Wettbewerbsvorteil geben.
MCG hat geschrieben:
15 Dez 2019, 10:43
Das war in den 80-ern anders. Es gab ja niemanden mehr, welcher Werke produzieren konnte. Also vereinbarte man mit der Swatch, dass sie den ganzen Markt zu beliefern haben... Das war damals auch im Interesse der Swatch. Glücklicherweise hat sich der Markt der mechanischen Uhr, wie wir alle wissen komplett erholt. Sicher auch durch diese damalig richtige Strategie.
Hayek hätte es ja dabei belassen können. Wollte er aber nicht. Dass er jetzt den schwarzen Peter gezogen hat ist vielleicht auch seiner zwischenzeitigen Strategie geschuldet?

Aktuell heisst es ja auch nur "für 2020". Wenn dann alle wieder gleiche Bedingungen haben steht einer Aufhebung des Verbots ja nichts entgegen.
Nick wollte ja eigentlich, dass er alleine entscheiden kann, wen er beliefert- aus meiner Sicht berechtigt und verständlich, aber nur, wenn man die Geschichte der ETA und deren damaligen staatlichen „Welpenschutz“ ausblendet.

Den Lieferstopp schwitzt ETA doch locker aus... produziert einfach 12 Monate an Halde und flutet danach den Markt erst recht. Was ich bisher nicht ganz klar rausgefunden habe: Gilt der Lieferstopp für alle Verkäufe, auch intern in die Gruppe und zu den Angebandelten? Dann würde es spassig werden.
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von MCG » 15 Dez 2019, 15:59

Was ich bisher nicht ganz klar rausgefunden habe: Gilt der Lieferstopp für alle Verkäufe, auch intern in die Gruppe und zu den Angebandelten? Dann würde es spassig werden.
Kann ja nicht sein, dass er die eigenen Produkte innerhalb „seiner“ Gruppe nicht vertreiben könnte ⁉️😳
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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von walter » 15 Dez 2019, 16:22

Ist denn Sellita immer noch zu klein, um als Alternative zu gelten ?
Natürlich nicht, um die Quantitäten einer Liefersperre auszugleichen, aber eben doch als Alternative- siehe Oris ?

Mein Indischer Schachmeister sagte: Am Ende kommen Bauer und König in die selbe Kiste

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Re: Mechanische Werke: Lieferverbot für ETA im 2020?

Beitrag von Richard Habring » 15 Dez 2019, 16:55

walter hat geschrieben:
15 Dez 2019, 16:22
Ist denn Sellita immer noch zu klein, um als Alternative zu gelten ?
Natürlich nicht, um die Quantitäten einer Liefersperre auszugleichen, aber eben doch als Alternative- siehe Oris ?
Würde ich nicht so sehen.

Sellita produziert angeblich über 1 Million Uhrwerke, gemäss:
https://watchesbysjx.com/2019/12/eta-co ... s-ban.html

ETA lieferte dieses Jahr angeblich 500.000 an Dritte.

Das Verbot gilt natürlich nur für Lieferung an Dritte.
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