Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

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10buddhist
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Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von 10buddhist » 16 Feb 2020, 18:22

Natürlich ist es auch eine neue, genauer gesagt, die Nummer 6 in meiner kleinen Ansammlung.

Auf der Suche nach einer schlichten, alltagstauglichen und gut ablesbaren Uhr sagt meine Frau nämlich gestern zu mir:

„Weshalb nimmst du nicht einfach meine Fliegeruhr? Ich trage sie schon lange nicht mehr und würde sie dir schenken.“

Und genau so ist es jetzt gekommen! :D

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Gruß Jürgen

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Dieser Paul
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von Dieser Paul » 16 Feb 2020, 22:07

Lieber Jürgen,

Gratulation zur Uhr und noch mehr zu Deinem Schatz. Schenkt Dir einfach so eine tolle Uhr - noch dazu die Nummer 1. Chapeau.

...möchtet Ihr mich vielleicht adoptieren? :yahoo:
Gruß
Dieser Paul

haspe1
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von haspe1 » 16 Feb 2020, 23:51

Schöne, schnörkellose, gut ablesbare Uhr mit sorgfältig gearbeitetem Werk. Was ist eigentlich mit dem Marken Mercure und Jacques Etoile aus Lörrach los? Man hört nichts mehr von ihnen. Mangelt es an den historischen Werken für die Kleinserien oder gibt es andere Gründe?

gatewnrw
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von gatewnrw » 17 Feb 2020, 00:29

Gratulation und viel Spaß beim Eintragen

LG Peter
yi lu ping an 20200216

mingtian mingtian ni de wei xiao
jiang shi bian ya chun hua

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Heinz-Jürgen
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von Heinz-Jürgen » 17 Feb 2020, 05:42

Glückwunsch zur Uhr und zur großherzigen Gattin!
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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walter
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von walter » 17 Feb 2020, 09:02

Tolles Geschenk Deiner Frau :thumbsup:

Was ist denn das für eine Nummerierung:
Auf dem Werk 1/50, auf der Uhr No. 195 ?
Gab es die Uhr mit unterschiedlichen Werken ?

Walter

Mein Indischer Schachmeister sagte: Am Ende kommen Bauer und König in die selbe Kiste

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10buddhist
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von 10buddhist » 17 Feb 2020, 15:56

Vielen Dank für eure Glückwünsche! :thumbsup: Ich freue mich wirklich sehr über das unerwartete Geschenk von meiner Frau! :D

Ich habe übrigens gerade mit Herrn Jakob telefoniert, weil ich die zehn Jahre alte Uhr noch in diesem Jahr zum Service nach Lörrach schicken möchte. Es gibt ihn also noch. Und wie es mit seinen beiden Marken, alten Werken und neuen Modellen ausschaut, kann ich ja demnächst mal erfragen. Ebenso, wie es zu der merkwürdigen Nummerierung des Gehäuses kommt. Ich vermute, dass er außer den 50 Unitas noch andere Werke verbaut hat.

Da ich noch nie einen solchen „Langsamschwinger“ hatte: Man kann der Unruh regelrecht bei der Arbeit zusehen, ohne dass einem schwindelig wird! :wink:
Gruß Jürgen

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Albert H. Potter
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von Albert H. Potter » 17 Feb 2020, 16:24

Auch das langsame Ticken kann regelrecht beruhigend wirken.
Momentan habe ich eine Uhr mit elektrodynamischer 36000er Unruh am Handgelenk. Da kann ich kaum hinhören ohne nervös zu werden.

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MCG
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von MCG » 17 Feb 2020, 17:43

schönes Ührchen! Viel Spass und Freude daran... :thumbsup: :D
LG aus Mostindien - Markus

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10buddhist
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von 10buddhist » 17 Feb 2020, 19:41

Vielen Dank, Markus!

Vielleicht hilft sie mir ein wenig dabei, wieder von meiner Patek/Lange/Rolex-Besessenheit loszukommen. :roll:
Gruß Jürgen

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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von 10buddhist » 17 Feb 2020, 19:45

Albert H. Potter hat geschrieben:
17 Feb 2020, 16:24
Auch das langsame Ticken kann regelrecht beruhigend wirken.
Momentan habe ich eine Uhr mit elektrodynamischer 36000er Unruh am Handgelenk. Da kann ich kaum hinhören ohne nervös zu werden.
Stimmt, du hast recht, das klingt sehr angenehm! :thumbsup:

Nebenbei: Sind Langsamschwinger schwerer ganggenau zu regulieren als Schnellschwinger? Oder hat das damit nichts zu tun?
Gruß Jürgen

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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von 10buddhist » 17 Feb 2020, 19:49

Dieser Paul hat geschrieben:
16 Feb 2020, 22:07
Lieber Jürgen,

Gratulation zur Uhr und noch mehr zu Deinem Schatz. Schenkt Dir einfach so eine tolle Uhr - noch dazu die Nummer 1. Chapeau.

...möchtet Ihr mich vielleicht adoptieren? :yahoo:
Lieber ... ähh ... Paul,

wie soll das gehen? DIESER PAUL hat doch schon von dir Besitz ergriffen! :twisted:

Deine Uhrenkischte würde ich jederzeit nehmen ... :mrgreen:
Gruß Jürgen

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Albert H. Potter
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von Albert H. Potter » 17 Feb 2020, 21:00

Ich würde nicht sagen, daß sie schwerer zu regulieren sind. Es ist ein etwas anderes Prinzip.
Eine Schnellschwinger-Uhr die gut reguliert ist, hat es im Alltag leichter gute Gangergebnisse zu bringen.
Es ist eine Frage der Stöße und Beschleunigungen, denen das Schwingsystem ausgesetzt ist.
Bei alten Präzisionstaschenuhren bzw Beobachtungsuhren war das Schwingsystem in aller Regel mit 18000 Schlägen/Ticks/Halbschwingungen pro Stunde recht gemütlich unterwegs. Damit man bei Stößen und Erschütterungen nicht zu viele Fehler in das Gangbild bekam, machte man die Unruhen der Präzisionsuhren besonders schwer. Darüber hinaus hatten die Uhren einen schützenden Holzkasten in welchem die Uhren mit dem Zifferblatt nach oben lagerten (Nur eine Lage!). Diese Uhren waren nicht dazu gedacht an einer Kette getragen zu werden. Die schweren Unruhen waren anfällig für den Bruch der Unruhwelle. Da das hohe Gewicht der Unruhe mit den besonders feinen und harten Zapfen der Unruhwelle in der Lage Zifferblatt oben lange Zeit auf den Deckstein des Unruhklobens einwirkte, kam es vor, daß der Rubin-Deckstein über die Jahre von der Unruh ein Loch in seine polierte Auflagefläche gebohrt bekam. Um das zu vermeiden, verwendete man bei so schweren Unruhen gerne einen Diamantdeckstein.
Nur auf der Klobenseite / nicht in der Platine, da die Uhr ja nur in der Lage Zifferblatt oben gelagert wurde.

Mit dem Aufkommen der Armbanduhr gab es ungleich mehr Stöße und externe Beschleunigungen. Die Uhren gingen am Arm getragen relativ schlecht und der Unruhwellen-Bruch häufte sich. Dadurch ergab sich ein gewisser Entwicklungsdruck, der in der Einführung von Stoßsicherungen und erhöhten Schwingfrequenzen mündete.
Was bringt die erhöhte Schwingfrequenz für die Praxis?
Das Unruhschwingsystem ist ein Masse/Feder-System. Die Energie des Schwingsystems wechselt zwischen der Federspannungsenergie der Spirale (, die im Schwingungsumkehrpunkt am meisten Spannung hat und im Nulldurchgang abgebaut ist) und der Bewegungsenergie der Schwungmasse (Unruhreif)(, die im Umkehrpunkt abgebaut ist und im Nulldurchgang am größen ist).
Stöße wirken mit ihrem Energieeintrag auf das Schwingsystem beschleunigend oder bremsend.
Erfolgt der Stoß im Nulldurchgang hat er keine Auswirkung auf das Schwingsystem, im Umkehrpunkt hat der den größten Effekt. Das ist der Grund, warum die Impulse der Hemmung möglichst nahe am (Ankerhemmung) oder exakt im (Chronometerhemmung) Nulldurchgang erfolgen.
Wird die Unruh durch einen Stoß über das normale Maß beschleunigt, schwingt sie weiter aus, spannt die Spiralfeder etwas mehr und schwingt dann etwas schneller wieder zurück, wodurch die zusätzliche Energie aufgezehrt wurde und schwingt dann mit ihrer normalen Schwingfrequenz weiter.
Das System stellt sich selbst wieder in den Normalzustand. Die Auswirkung eines Stößes ist also nicht dauerhaft.
Hat der Stoß daher keinen Effekt?
Hier gilt die Regel, daß der Stoß die Viertelschwingung stört, in der der Stoß erfolgt. Die Summe der Stöße im Laufe eines Tages ist also als Abweichung im Gangbild der Uhr ablesbar.
Erhöht man die Schwingfrequenz/Schlagzahl, dann wird die Dauer der Schwingung (und natürlich auch der Viertelschwingung) kleiner, was bedeutet, daß die Uhr die Stoßeinwirkungen besser wegstecken kann, dh genauer geht. Legt man eine Schnellschwingeruhr ruhig neben eine Uhr mit normaler Frequenz wird man nicht viel Unterschied feststellen. Wenn aber Stöße, Vibrationen oder Lagenwechsel auf die Uhren einwirken, dann hat die Schnellschwingeruhr einen Genauigkeitsvorteil.
Als dieses System erkannt war steigerte man die Schwingfrequenz immer weiter mit entsprechender Steigerung der Genauigkeit.
Die 18000 Halbschwingungen/Std entsprechen 2,5Hz, 28800/Std sind 4Hz, 36000 sind 5Hz.
Das ist eine Steigerung durch die die Genauigkeit spürbar verbessert. Weiter ging die Entwicklung mit den Stimmgabelschwingern (300Hz/720Hz) und schließlich zu den Quarzschwingern (32KHz bzw 4,2MHz), jedesmal mit einem Sprung der Genauigkeit, auch unter Alltagsbedingungen.

Der Aufwand der Reglage ist daher eine Frage, wie gut das vorliegende System mit Störgrößen, wie Stößen, Temperaturschwankungen oder Magnetismus fertig wird und was man aus dem System bei der Reglage herausholt.

Ich habe versucht, das mit relativ einfachen Worten zu erklären, ohne eine Kaskade von Fachbegriffen loszulassen.
Falls noch etwas unklar ist - einfach fragen. Das einschlägige Fachbuch für die Grundlagen dieses Themas wäre Giebel/Helwig "Die Feinstellung der Uhr".
Beschwingte Grüße,
Peter

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MCG
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von MCG » 17 Feb 2020, 21:30

Mir war das zwar klar, aber du erklärst es ausgesprochen gut, Kompliment! 👍🏻🙏🏻😃
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Albert H. Potter
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Re: Alte Uhr ;-) ... Mercure Aviation 42 mit Unitas-Kaliber 6300

Beitrag von Albert H. Potter » 17 Feb 2020, 22:37

Danke!

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