Horage Tourbillion 1

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Albert H. Potter
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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von Albert H. Potter » 08 Mär 2020, 18:45

Jetzt erklärt sich mir das merkwürdige Räderwerk der Romain Jerome Skull Skelett-Uhren.
Die haben das gleiche Werk ohne Tourbillon.
Eine Konstruktion, die man nach Kundenwunsch so oder so ausführen kann.
Das ist interessant, aber nicht wirklich schön.

https://forum.watchtime.ch/viewtopic.ph ... ll#p855779

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mhanke
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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von mhanke » 08 Mär 2020, 19:18

Meinst Du? Wenn ich die relativen Positionen von Federhaus und den anderen Rädern vergleiche, sehe ich hier doch deutliche Unterschiede.

Marcus
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Albert H. Potter
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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von Albert H. Potter » 08 Mär 2020, 19:49

Nicht exakt die gleiche Grundplatte, aber der gleiche Rädersatz vom Federhaus bis zum Kleinbodenrad. Beim Tourbillon sitzt auf 9 Uhr das Sekundenrad mit sehr feiner Verzahnung. Dann kommt ein Übertragungsrad zum Tourbillon mit Hemmung. Klassischer Weise wäre das Drehgestell eines Minutentourbillons ein Teil des Sekundenrades. Daher ist ein Sekundenrad und ein Drehgestell gleichzeitig ein ungewöhnliches Konstruktionsmerkmal. Um Kraft zu sparen würde man immer bevorzugen, den Antrieb zum Kleinbodenrad zu legen. Ein zusätzliches Rad zwischen Sekundenrad und Drehgestell ist ein zusätzlicher Kraftfresser, den man eigentlich vermeiden würde.
Ich habe bislang nur die merkwürdige Konstruktion bei der RJ gekannt, bei der das zusätzliche Übertragungsrad noch absurder wirkt.
Richtig beweisen kann man das natürlich erst, wenn man die Achsabstände vermessen würde.

Eine Sache, von der ich es bedaure, daß ich es nicht mit den Lange Uhren gemacht habe, als ich die Gelegenheit hatte, um das Gerücht mit der Reverso GT zu klären.

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MCG
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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von MCG » 08 Mär 2020, 19:54

Horage macht kein Hehl draus, dass der Rädersatz derselbe ist wie der von Angelus. Ich weiss jetzt aber nicht mit wem Angelus zusammenarbeitet, ich weiss aber dass RJ teilweise die Werke von Schwarz Etienne verwendet...
LG aus Mostindien - Markus

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Albert H. Potter
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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von Albert H. Potter » 08 Mär 2020, 20:11

Mich interessiert dabei eigentlich nur das Rätsel der merkwürdigen Konstruktion.

Wer was von wem bezieht und wer sich dann noch Manufaktur nennen darf oder nicht, verliert immer mehr an Bedeutung, je mehr man von den Produktionen kennenlernt. Oder die Geschichten vor Ort kennenlernt (zB die Nomos/Mühle-Affäre).
Ob Schweiz oder Glashütte, die Branche ist klein und an diesen Orten kennt jeder jeden. Man tauscht sich aus und hilft sich. Man arbeitet bei Firma A und die Frau bei Firma B auf der anderen Straßenseite. Mit den Eltern und Onkels, Geschwistern und Kindern ist es genauso, denn an diesen Orten gibt es nichts anderes als die Uhrenindustrie. Branchengeheimnisse fangen erst mit dem Marketing an.

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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von lottemann » 09 Mär 2020, 13:32

Albert H. Potter hat geschrieben:
08 Mär 2020, 20:11
Mich interessiert dabei eigentlich nur das Rätsel der merkwürdigen Konstruktion.

Wer was von wem bezieht und wer sich dann noch Manufaktur nennen darf oder nicht, verliert immer mehr an Bedeutung, je mehr man von den Produktionen kennenlernt. Oder die Geschichten vor Ort kennenlernt (zB die Nomos/Mühle-Affäre).
Ob Schweiz oder Glashütte, die Branche ist klein und an diesen Orten kennt jeder jeden. Man tauscht sich aus und hilft sich. Man arbeitet bei Firma A und die Frau bei Firma B auf der anderen Straßenseite. Mit den Eltern und Onkels, Geschwistern und Kindern ist es genauso, denn an diesen Orten gibt es nichts anderes als die Uhrenindustrie. Branchengeheimnisse fangen erst mit dem Marketing an.
:thumbsup:

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Re: Horage Tourbillion 1

Beitrag von Richard Habring » 09 Mär 2020, 19:39

Albert H. Potter hat geschrieben:
08 Mär 2020, 19:49
Nicht exakt die gleiche Grundplatte, aber der gleiche Rädersatz vom Federhaus bis zum Kleinbodenrad. Beim Tourbillon sitzt auf 9 Uhr das Sekundenrad mit sehr feiner Verzahnung. Dann kommt ein Übertragungsrad zum Tourbillon mit Hemmung. Klassischer Weise wäre das Drehgestell eines Minutentourbillons ein Teil des Sekundenrades. Daher ist ein Sekundenrad und ein Drehgestell gleichzeitig ein ungewöhnliches Konstruktionsmerkmal. Um Kraft zu sparen würde man immer bevorzugen, den Antrieb zum Kleinbodenrad zu legen. Ein zusätzliches Rad zwischen Sekundenrad und Drehgestell ist ein zusätzlicher Kraftfresser, den man eigentlich vermeiden würde.
Ich habe bislang nur die merkwürdige Konstruktion bei der RJ gekannt, bei der das zusätzliche Übertragungsrad noch absurder wirkt.
Richtig beweisen kann man das natürlich erst, wenn man die Achsabstände vermessen würde.

Eine Sache, von der ich es bedaure, daß ich es nicht mit den Lange Uhren gemacht habe, als ich die Gelegenheit hatte, um das Gerücht mit der Reverso GT zu klären.
Des Rätsels Lösung ist:
1. Das Tourbillon auf den Sekundentrieb zu setzen benötigt Bauhöhe. Diese kann man umgehen indem man den Käfig - wie hier - von außen antreibt.
2. Um Sekunde und Tourbillon dann 1:1 drehen zu lassen benötigt man entweder 2 gleich große Räder oder man nutzt ein Einschalterad wie hier (dann drehen auch beide in die gleiche Richtung)
3. Einschalteräder (welche die Gesamtübersetzung nicht verändern) erzeugen keine nennenswerte Reibung noch sonstiges was Kraft frisst.
beste Grüße
Richard
P.S. Welches Gerücht gibt es zur Reverso GT?
"Ich würd' es wieder tun!" Udo Jürgens

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