Neues ORIS Kaliber

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jeannie
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von jeannie » 15 Okt 2020, 19:34

Sowieso: wie kann ein Gleitlager weniger verschleissen wie ein Wälz-/Kugellager :?: :shock:

Man kann zuwenig Kugeln einbauen, ergo ein zu schwaches Lager. Aber wenn man Achse des Gleitlagers zu dünn macht ist es auch schwach.

Oder hat jemand die Physik neu erfunden?
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MCG
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von MCG » 15 Okt 2020, 23:37

walter hat geschrieben: 15 Okt 2020, 18:30
watch-watcher hat geschrieben: 15 Okt 2020, 15:23 Gerade die aktuelle Ausgabe von "Armbanduhren" erhalten und darin steht und ich zitiere:


"Das ORIS Calibre 400 gibt sein Publikumdebüt Anfang November in einer neuen Version der Taucheruhr Aquis, die trotz der modernen Manufakturtechnik nicht mehr als 3000 Euro kosten soll - inklusive einer Garantie von 10 Jahren."


:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
"...Nicht mehr als 3000,-€ kosten..." :roll:

ORIS: Quo vadis ?
Oris war anfangs meiner Uhrenbegeisterung die Marke mit dem besten P/L-Verhältnis in der unteren Mittelklasse.
Eta-Werke (tlw. mit Modulen von DD) in schöner Verpackung mit wertigen ZB und mässigen Lederbändern, aber dafür gabs für um die 1.000,-
eine haltbare Uhr. :thumbsup:

Der nächste Schritt bei ORIS Mitte der 2010er Jahre war tolle die Cal.Serie 11x, die mit der 10-Tagefeder.
Da ging man auch schon auf die 4 bis 5.000,-€ zu...und ORIS war so ehrlich zu sagen, dass sie das Werk nicht selber bauen :thumbsup:

Jetzt hebt man die Aquis von der < 2.000er Linie auf 3.000,-€
Wenn Konstruktion und Fertigung so wie bei der 110er-Serie ist, hat man da sicher eine tolle Uhr. :thumbsup: :thumbsup:

Aber: :?: Ist das eigentlich zwangsläufig so ? Immer mehr, immer mehr eigene Entwicklung, immer höher mit dem Preis ?

Walter

Die bestehenden Uhren / Werke (Selitta) bleiben ja bestehen... :idea:
LG aus Mostindien - Markus

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MCG
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von MCG » 15 Okt 2020, 23:42

jeannie hat geschrieben: 15 Okt 2020, 19:34 Sowieso: wie kann ein Gleitlager weniger verschleissen wie ein Wälz-/Kugellager :?: :shock:

Man kann zuwenig Kugeln einbauen, ergo ein zu schwaches Lager. Aber wenn man Achse des Gleitlagers zu dünn macht ist es auch schwach.

Oder hat jemand die Physik neu erfunden?
Nein, es geht nicht um zu wenig Kugeln, es geht um die Genauigkeit der Kugeln. Das ist nicht so einfach wie es vielleicht scheint. Hat man ja eben bei den Selitta Werken gesehen - habe ich schon weiter oben geschrieben.
Das Gleitlager ist ein definierter Verschleisspunkt. Das kann man ja berechnen, wie viel das in zehn Jahren durchschnittlich verschleisst. Ich gehe davon aus dass Oris hier die Rechnung gemacht hat… abgesehen davon, wenn du dir die Bilder anschaust, ist dieses Lager extrem einfach zu tauschen, und dementsprechend auch kein Kostenpunkt.
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Thomas H. Ernst
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von Thomas H. Ernst » 16 Okt 2020, 00:03

MCG hat geschrieben: 15 Okt 2020, 23:42 Das Gleitlager ist ein definierter Verschleisspunkt. Das kann man ja berechnen, wie viel das in zehn Jahren durchschnittlich verschleisst. Ich gehe davon aus dass Oris hier die Rechnung gemacht hat… abgesehen davon, wenn du dir die Bilder anschaust, ist dieses Lager extrem einfach zu tauschen, und dementsprechend auch kein Kostenpunkt.
Tribologen berechnen auch den Verschleiss eines Kugellagers. :idea:

Woran erkennst Du bei einem montierten Werk wie leicht ein Lager zu tauschen ist? Da ist bestimmt ein Lagerstein auszupressen und wie der Stift raus geht kann man gar nicht sehen. Da ist ein Kugellager aber schneller zu wechseln.
Grüsse Thomas
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von jeannie » 16 Okt 2020, 00:28

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 16 Okt 2020, 00:03 Woran erkennst Du bei einem montierten Werk wie leicht ein Lager zu tauschen ist? Da ist bestimmt ein Lagerstein auszupressen und wie der Stift raus geht kann man gar nicht sehen. Da ist ein Kugellager aber schneller zu wechseln.
Sind es nicht eben Lagersteine die am ehesten zerbröselten? Die damals bei Rolex.

Man korrigiere mich wenn ich was Falsches von mir geben.
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unnnamed
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von unnnamed » 16 Okt 2020, 08:38

Die Rotorlagersteine der Roletten sehe ich selten gebrochen. Es sind eigentlich fast immer die Rotorachsen
welche einlaufen weil die Leute so lange warten, bis nichts mehr geht (Achse läuft ein, Rotor schlägt an
Deckel und Platine an, Abrieb, etc. pp.).

Bei der ORIS, gewiss ohne es zu sehen, ist die Achse wahrscheinlich klassisch geschraubt. Alles andere wäre
recht sinnbefreit in meinen Augen. Der Wechsel geht dann schon schnell - sofern die Freunde die Achsen denn
rausrücken. Sieht z.B. so aus: https://i.pinimg.com/originals/d9/6c/80 ... ffb7d3.jpg
walter hat geschrieben: 15 Okt 2020, 18:30
Aber: :?: Ist das eigentlich zwangsläufig so ? Immer mehr, immer mehr eigene Entwicklung, immer höher mit dem Preis ?
Es entspricht dem Zeitgeist und verkauft sich noch. Viele denken halt immer "boah geil ey Manufaktur, Pornomatik",
für etliche ist das ein wahres Argument. Ob und wieso das besser sein könnte oder wirklich ist als ein Großserienwerk,
welches auf laaaaaaaaange Sicht geserviced werden kann (und zwar überall obendrein), das fragen da erstmal wenige.
Das Lichtlein dieser Kontrolllampe geht unter Umständen dann später an.

Ich find es schön, wenn man heut mal wieder mehr Eigenentwicklungen sieht. Sicherlich ist das alles nichts Neues,
aber so ist das bei mechanischen Uhren. Für viele ist es eben ein Muss ein eigenes Werk zu haben und dass man dann
später auf dem Ersatzteilmonopol hockt und den Kunden auch im Service an sich binden kann, das ist meiner Meinung
kein Nebeneffekt sondern gewollt.
Gruß Bernd

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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von MCG » 16 Okt 2020, 11:43

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 16 Okt 2020, 00:03
MCG hat geschrieben: 15 Okt 2020, 23:42 Das Gleitlager ist ein definierter Verschleisspunkt. Das kann man ja berechnen, wie viel das in zehn Jahren durchschnittlich verschleisst. Ich gehe davon aus dass Oris hier die Rechnung gemacht hat… abgesehen davon, wenn du dir die Bilder anschaust, ist dieses Lager extrem einfach zu tauschen, und dementsprechend auch kein Kostenpunkt.
Tribologen berechnen auch den Verschleiss eines Kugellagers. :idea:

Woran erkennst Du bei einem montierten Werk wie leicht ein Lager zu tauschen ist? Da ist bestimmt ein Lagerstein auszupressen und wie der Stift raus geht kann man gar nicht sehen. Da ist ein Kugellager aber schneller zu wechseln.
Der Schwachpunkt der Selitta Werke SW300 war definitiv das Kugellager! :idea:
Und zum Orisrotor: Sie halt das Bild an, dann weisst Du was ich meine. Es ist ja kein Steinlager...
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Thomas H. Ernst
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von Thomas H. Ernst » 16 Okt 2020, 12:16

MCG hat geschrieben: 16 Okt 2020, 11:43Der Schwachpunkt der Selitta Werke SW300 war definitiv das Kugellager!
Ich weiss. Das liegt aber nicht am Prinzip des Kugellagers sondern an der anfangs mangelhaften Ausführung bei Selitta.

Die Lager von z.B. ETA, um in der Preisklasse zu bleiben, sind sehr leichtgängig und haben eine extrem geringe Losbrechkraft was man bei einseitigen Aufzügen wie den 775xxx sehr gut sehen und hören kann.

Mit einem Gleitlager ist das kaum zu machen, Rolex ist nicht umsonst längst davon weg gegangen und setzt heute nur noch justierbare Kugellager mit Keramikkugeln ein.
Und zum Orisrotor: Sie halt das Bild an, dann weisst Du was ich meine. Es ist ja kein Steinlager...
Ich weiss nicht was Du auf der Abbildung sehen willst. :roll:

Aus was ist diese "geschmierte Manschette"? Wie wird sie befestigt? Wie wird der Stift befestigt? Was für einen Reibwert hat das Ganze. Muss ein schwererer Rotor verbaut werden damit die zweifellos höhere Losbrechkraft überwunden werden kann? Wie ist der Verschleiss und kann man das Lagerspiel einstellen?

Das kann man alles nicht erkennen. Fragen über Fragen.
Grüsse Thomas
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walter
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von walter » 16 Okt 2020, 16:03

unnnamed hat geschrieben: 16 Okt 2020, 08:38 Für viele ist es eben ein Muss ein eigenes Werk zu haben und dass man dann
später auf dem Ersatzteilmonopol hockt und den Kunden auch im Service an sich binden kann, das ist meiner Meinung
kein Nebeneffekt sondern gewollt.
Das dürfte einer der wesentlichen Punkte sein :thumbsup:
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von watch-watcher » 18 Okt 2020, 12:17

Gerade im Nachbarforum gefunden.

ORIS COO Beat Fischli über die Entwicklung des Calibre 400: “Das war und ist ein grosses Experiment!”


https://www.uhrenkosmos.com/oris-coo-be ... libre-400/
Viele Grüße
Wilhelm

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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von Pete » 21 Okt 2020, 23:16

watch-watcher hat geschrieben: 18 Okt 2020, 12:17 Gerade im Nachbarforum gefunden.

ORIS COO Beat Fischli über die Entwicklung des Calibre 400: “Das war und ist ein grosses Experiment!”


https://www.uhrenkosmos.com/oris-coo-be ... libre-400/
Spannend! Aber gleichzeitig das angestrengteste Interview das ich je gelesen habe.

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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von hart-metall » 22 Okt 2020, 08:56

walter hat geschrieben: 15 Okt 2020, 18:30 Aber: :?: Ist das eigentlich zwangsläufig so ? Immer mehr, immer mehr eigene Entwicklung, immer höher mit dem Preis ?
Naja - sie MÜSSEN ja, seitdem ETA nicht mehr darf und die Mengen von anderen Herstellern kaum gedeckt werden können...
Ciao - Peter

Bitte verzeih, aber ich lese in einem Uhrenforum lieber über Uhren als über Leute, die gerne welche hätten.

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mezdis
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Re: Neues ORIS Kaliber

Beitrag von mezdis » 22 Okt 2020, 09:01

Pete hat geschrieben: 21 Okt 2020, 23:16
watch-watcher hat geschrieben: 18 Okt 2020, 12:17 Gerade im Nachbarforum gefunden.

ORIS COO Beat Fischli über die Entwicklung des Calibre 400: “Das war und ist ein grosses Experiment!”


https://www.uhrenkosmos.com/oris-coo-be ... libre-400/
Spannend! Aber gleichzeitig das angestrengteste Interview das ich je gelesen habe.
Ja, da hast du recht. Aber die Fragetechnik von Gisbert Brunner ist ja gelinde gesagt auch seltsam. Viel zu viele geschlossene Fragen und man hat ständig das Gefühl, dass er selber die Antworten in den Fragen schon gibt. :roll:
___________
Gruss mezdis

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