Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

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Heinz-Jürgen
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Heinz-Jürgen » 12 Nov 2020, 09:36

mezdis hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:14
Thomas H. Ernst hat geschrieben:
11 Nov 2020, 18:44
Ich persönlich, nein. Ich hatte früher mal ein paar aber nachdem ich zwei solcher "Zuchtbetriebe" gesehen habe kommt das für mich nicht mehr infrage.
Ich erlaube mir auch noch einen kurzen Kommentar dazu:
Thomas, ich weiss natürlich nicht, wann und wo du genau diese Zuchtbetriebe besucht hast. Wir hatten vor zwei Jahren ebenfalls drei Zuchtbetriebe in der Mississippi Region besucht (ich war selber nicht dabei, weiss die Details aber aus erster Hand). Dort ist es in der Tat so, dass 100 % des anfallenden Fleisches auch gegessen wird und die Tiere somit nicht nur für die Haut selber gezüchtet werden.
Das sagt nun natürlich nichts über die Zuchtbedingungen aus. Aber diese waren generell vergleichbar mit Zuchtbetrieben von Kälbern und Rindern in weiten Teilen unseres Planeten (ausgenommen spezielle Biobetriebe oder der Bauer von nebenan).

Und nur noch um klar zustellen: Ich will mit diesem Kommentar keineswegs die Verwendung von Alligatorleder legitimieren. Aber so riesig sind die Unterschiede zum Kalb und anderen Lederarten nun auch nicht immer.
Ich glaube, der Schluss ist falsch. Sie werden für die Verwertung der Haut gezüchtet. Das anschließende Essen ist zweitrangig. Bei Kälbern und Rindern ist es umgekehrt.

Tierzucht für die Produktion eines Luxusgutes ist immer fragwürdig.
Grüße aus dem Pott

Heinz-Jürgen

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Thomas H. Ernst
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 12 Nov 2020, 11:37

mezdis hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:14
Thomas, ich weiss natürlich nicht, wann und wo du genau diese Zuchtbetriebe besucht hast. Wir hatten vor zwei Jahren ebenfalls drei Zuchtbetriebe in der Mississippi Region besucht (ich war selber nicht dabei, weiss die Details aber aus erster Hand). Dort ist es in der Tat so, dass 100 % des anfallenden Fleisches auch gegessen wird und die Tiere somit nicht nur für die Haut selber gezüchtet werden.
Ja, es kommt in der Tat auch vor dass das Fleisch der Tiere gegessen wird. Nach Studien der FDA ist das aber nicht anzuraten da die Tiere mit Medikamenten-Cocktails vollgepumpt werden und das Angebot liegt meist auch beim Discounter aus, gleich neben den Riesensteaks aus den üblen Mastbetrieben.

Ich glaube Dir gerne dass der "Besucherbereich" der Farmen ein beruhigendes Bild abgibt, schliesslich werden riesige Umsätze mit der "Ware" gemacht und da will man es sich ja nicht mit potenziellen Kunden verscherzen. Es soll ja auch Uhrenfirmen geben, die zu Besuchszeiten Genfer Streifen mit der Buchsbaumscheibe und Anglierungen von Hand machen, kaum ist die Tür hinter dem Letzten zugefallen, kommt das Zeug für den nächsten Tag in die Schublade weil die "produktiven" Teile ausschliesslich CNC bearbeitet werden.

Ich war selbst einmal in so einer Alligatorfarm in der Nähe von Homestead/FL und habe die Besuchertour gemacht. Am Abend traf ich dann eher zufällig eine Gruppe von Tierschützern die dort am demonstrieren waren und die haben mir in der Nacht darauf gezeigt wie es läuft wenn die Besucher weg sind.

Auf dem Weg nach Utah sind wir dann, ebenfalls ausserhalb der Öffnungszeiten, in der Nähe von Baton Rouge/LA durch eine Farm durch, die tagsüber auch Besucher in gewisse Bereiche lässt. Mit einem Boot kann man aber von der anderen Seite übern Zaun gucken und was man da sieht ist noch schlimmer als die diversen Dokus im TV.

http://www.tierschutz.com/wildtiere/rep ... nleder.pdf
Grüsse Thomas
Euer Board-Admin

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Thomas H. Ernst
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 12 Nov 2020, 11:38

Heinz-Jürgen hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:36
Tierzucht für die Produktion eines Luxusgutes ist immer fragwürdig.
Das ist genau der Punkt.
Grüsse Thomas
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MCG
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von MCG » 12 Nov 2020, 12:05

Heinz-Jürgen hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:36
mezdis hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:14
Thomas H. Ernst hat geschrieben:
11 Nov 2020, 18:44
Ich persönlich, nein. Ich hatte früher mal ein paar aber nachdem ich zwei solcher "Zuchtbetriebe" gesehen habe kommt das für mich nicht mehr infrage.
Ich erlaube mir auch noch einen kurzen Kommentar dazu:
Thomas, ich weiss natürlich nicht, wann und wo du genau diese Zuchtbetriebe besucht hast. Wir hatten vor zwei Jahren ebenfalls drei Zuchtbetriebe in der Mississippi Region besucht (ich war selber nicht dabei, weiss die Details aber aus erster Hand). Dort ist es in der Tat so, dass 100 % des anfallenden Fleisches auch gegessen wird und die Tiere somit nicht nur für die Haut selber gezüchtet werden.
Das sagt nun natürlich nichts über die Zuchtbedingungen aus. Aber diese waren generell vergleichbar mit Zuchtbetrieben von Kälbern und Rindern in weiten Teilen unseres Planeten (ausgenommen spezielle Biobetriebe oder der Bauer von nebenan).

Und nur noch um klar zustellen: Ich will mit diesem Kommentar keineswegs die Verwendung von Alligatorleder legitimieren. Aber so riesig sind die Unterschiede zum Kalb und anderen Lederarten nun auch nicht immer.
Ich glaube, der Schluss ist falsch. Sie werden für die Verwertung der Haut gezüchtet. Das anschließende Essen ist zweitrangig. Bei Kälbern und Rindern ist es umgekehrt.

Tierzucht für die Produktion eines Luxusgutes ist immer fragwürdig.
Nun ja, für was genau werden die Tiere gezüchtet?
Ev. für die Filets und Schulterstücke? (etwas plakativ natürlich...)
Was genau passiert mit dem Grossteil des Tieres?
:wink:
LG aus Mostindien - Markus

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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 12 Nov 2020, 12:10

MCG hat geschrieben:
12 Nov 2020, 12:05
Was genau passiert mit dem Grossteil des Tieres?
Welche Tiere meinst Du jetzt?

Rinder werden bereits vom Metzger zu etwa 80% verwertet, der Rest (Haut, Knochenmehl, Horn, etc) wird ebenfalls genutzt. Es gibt so gut wie keinen Abfall.
Grüsse Thomas
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von MCG » 12 Nov 2020, 13:34

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
12 Nov 2020, 12:10
MCG hat geschrieben:
12 Nov 2020, 12:05
Was genau passiert mit dem Grossteil des Tieres?
Welche Tiere meinst Du jetzt?

Rinder werden bereits vom Metzger zu etwa 80% verwertet, der Rest (Haut, Knochenmehl, Horn, etc) wird ebenfalls genutzt. Es gibt so gut wie keinen Abfall.
Ich denke, Du weisst schon auf was ich hinaus will... :wink:
LG aus Mostindien - Markus

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mezdis
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von mezdis » 12 Nov 2020, 13:58

Noch als Zusatzinfo für Thomas:
Wir waren nicht im "Besucherbereich" sondern haben jeweils mit den Besitzern direkt gesprochen. Sie haben uns mit grösster Offenheit durch die Betriebe geführt und natürlich war auch nicht alles so, wie wir uns das vorgestellt hatten.
Darüberhinaus masse ich mir auch nicht an, zu behaupten, dass es in jenen Alligatorfarmen so läuft wie andernorts. Es gibt sicher Betriebe, die sich weniger um solche Dinge kümmern. Aber man scheint doch zumindest zwischen deinen Zeilen lesen zu können, dass du hier die einzige richtige Meinung vertrittst, weil du damals etwas mit deinen eigenen Augen gesehen hast. Aber es darf ja wohl auch zu Recht vermutet werden dass:
a) es nicht überall gleich läuft
b) es auch in den Alligatorfarmen Fortschritte gibt in Bezug auf den Tierschutz (genau wie bei uns auch in den letzten Jahren).

Ich bestreite keineswegs, dass es im Bereich der exotischen Tierzucht Probleme mit dem Tierschutz gibt. Aber es gibt ganz sicher auch hier einen grossen Bereich zwischen Weiss und schwarz.
___________
Gruss mezdis

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Thomas H. Ernst
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 12 Nov 2020, 16:08

mezdis hat geschrieben:
12 Nov 2020, 13:58
Aber man scheint doch zumindest zwischen deinen Zeilen lesen zu können, dass du hier die einzige richtige Meinung vertrittst, weil du damals etwas mit deinen eigenen Augen gesehen hast.
Nur damit das nicht falsch verstanden wird: Es geht nicht um mein persönliche Meinung und was ich "mal" gesehen habe, wobei ich kaum glaube dass in zweieinhalb Jahren alles besser geworden ist, sondern um das was Tier- und Umweltschutzverbände weltweit und regelmässig ermitteln.

Es ist auch nicht so dass ich mich erst seit Kurzem mit der Thematik auseinander setze, durch Personen im privaten Umfeld bin ich schon seit über 20 Jahren mit der Thematik vertraut und informiere mich auch immer wieder mal zu diesen Themen. Der Tenor ist, dass sich nichts, aber auch gar nichts gebessert hat. Wird eine Bude von offizieller Seite zugemacht, macht sie zeitnah unter "anderer" Führung wieder auf und wirtschaftet wie bisher weiter.
Aber es darf ja wohl auch zu Recht vermutet werden dass:
a) es nicht überall gleich läuft
b) es auch in den Alligatorfarmen Fortschritte gibt in Bezug auf den Tierschutz (genau wie bei uns auch in den letzten Jahren).
Mit den Vermutungen ist es hat so eine Sache, ich finde eher die Tatsachen erschütternd. Es ist halt wie es ist, den Züchtern geht es nicht darum dass die Tiere ein schönes Leben haben sondern dass sie Mengen produzieren können. Schliesslich bekommen sie für das Leder nicht annähernd das was ein Uhrband Käufer am Ende dafür abdrücken muss.

Ein weiterer Aspekt ist der Umweltschutz. Krokodil und Alligator sind per se überhaupt nicht für Uhrenbänder geeignet, das Leder ist viel zu hart und spröde. Also muss es viel aufwändiger verarbeitet werden als z.B. Kalbsleder. Die Überreste kann man dann nicht selten in irgend einem Bach wieder finden.
Ich bestreite keineswegs, dass es im Bereich der exotischen Tierzucht Probleme mit dem Tierschutz gibt. Aber es gibt ganz sicher auch hier einen grossen Bereich zwischen Weiss und schwarz.
Sicher, das ist wie überall. Nimmt man allerdings den Durchschnitt wird das ein sehr, sehr dunkles Grau ergeben, so etwa #050505.
Grüsse Thomas
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von que_hora_son » 20 Nov 2020, 09:38

jeannie hat geschrieben:
04 Nov 2020, 08:55
Ein Tierschützerfest mit Fleisch? Musst du aber sagen welches, denn das würde mich schon wundern, mit Fleisch. Man kann ja schon froh sein wenn es nicht nur vegan gibt.

Also: Butter bei die Fische. Nicht einfach aufploppen und was behaupten.
War ein Sommerfest des kleinen, im Auslandstierschutz aktiven österreichischen Vereins, von dem ich vor einigen Jahren meinen Hund adoptiert habe. Gab deshalb auch vereinsintern Unstimmigkeiten, in Folge derer sich dann zwei Parteien gebildet haben. Diejenigen, die weitergemacht haben wie bisher. Und die anderen, die den ursprünglichen Verein nicht für Tierschützer generell hielt, sondern nur für Haustierschützer.

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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von archimagirus » 22 Nov 2020, 11:22

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
12 Nov 2020, 11:38
Heinz-Jürgen hat geschrieben:
12 Nov 2020, 09:36
Tierzucht für die Produktion eines Luxusgutes ist immer fragwürdig.
Das ist genau der Punkt.
...das ist aber in meinen Augen eine philosophische Einbahnstrasse.
Fleischkonsum sollte per se als 'Luxus' wahrgenommen werden.
Wenn jeder seinen Fleischkonsum selbst jagen, töten, schlachten, ...verarbeiten müsste gäbe es wesentlich mehr Vegetarier und weniger Qualzucht.
Dieses Selbstverständnis die Konsequenzen die durch Tierzucht und Mastbetriebe entstehen an der Discounterkasse in Payback Punkte umzuwandeln ermöglicht ja erst das System und alle seine negativen Facetten.

für mich macht es da kein Unterschied ob es um eine Mortadella für 1,29 € im Discounter oder um ein Krokobändchen für 400 € für die Audemars geht.
Am Ende steht der Tod des Tieres und das Leben bis zum Produkt....ethisch und moralisch kann man das nicht voneinander trennen....
Tickende Grüße, Jan!

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Thomas H. Ernst
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 22 Nov 2020, 12:01

archimagirus hat geschrieben:
22 Nov 2020, 11:22
Wenn jeder seinen Fleischkonsum selbst jagen, töten, schlachten, ...verarbeiten müsste gäbe es wesentlich mehr Vegetarier und weniger Qualzucht.
Da bin ich bei Dir.

Allerdings habe ich die Jagd und Verarbeitung meines Fleisches (wie auch meines Gemüses, Obstes und Salates und einigem mehr) an ein externes Konsortium outgesourced, nennt sich Bauernhof und hat einen Laden in dem nur Selbstfabriziertes zum Verkauf gebracht wird. Bei den Kühen, Schweinen und Hühnern kenne ich die Haltungsbedingungen sehr genau, ok den Salat habe ich nicht so auf dem Radar. Dank der kurzen Lieferkette bleibt den Betreibern genug Einkommen um mit deutlich geringeren Mengen ordentlich arbeiten zu können.

Grossverteiler kommen in meiner Lieferkette nur vor wenn sich der Bedarf nicht anderweitig decken lässt. Z.B. bei Klopapier. :D
Am Ende steht der Tod des Tieres und das Leben bis zum Produkt....ethisch und moralisch kann man das nicht voneinander trennen....
Kann man schon, sonst müsste jede Gattung die sich als Karnivore betätigt unter Generalverdacht stehen. Ein Kroko wegen drei handbreit Bauchhaut für Uhrenbänder, die dann vom Material her nicht halb so viel taugen wie Rindsleder, abzuschlachten, ist halt schon eine andere Nummer als unsere Nutztiere die eben auch nahezu vollständig verwertet werden. Was die Haltung angeht verurteile ich die Massentierhaltung genau so, da ist tatsächlich keine Unterschied.
Grüsse Thomas
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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Roland Ranfft » 22 Nov 2020, 15:46

Moin Kinnings,

nachdem ich mich durch all die herzerwärmenden Beiträge gearbeitet habe, fühle ich ich mich richtig unwohl. Offensichtlich bin ich der einzige, der all die vielen Mastbetrieb*innen finanziert. Ich habe kein SUV, mit dem ich unter medizinischer Betreuung entbundene Eier nach Haus holen kann, also ich kaufe ich einfach, was mir am besten schmeckt. Allerdings habe ich mit Krokobändern absolut nichts zu tun; es muß also noch einen zweiten Sünder geben, der sich hier noch nicht geoutet hat.

Um das Tierwohl kümmere ich mich nur bei Wahlen, denn Politikern traue ich doch eher als einem bunten Sticker auf der Wurst. Aber wenn dann die Partei, die sich um die armen Kreaturen kümmern will, gleichzeitig ganze Staaten (möglichst weit weg) umbuddeln will, damit jeder eine tonnenschwere Batterie spazieren fahren kann, bin ich richtig verunsichert.

Kurzum, es ist Zeit für einen neuen Shitstorm, schon weil ich ganz allein fast allen bösen Betriebe*innen den Garaus machen kann, das aber nicht tue.

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 22 Nov 2020, 16:01

Roland Ranfft hat geschrieben:
22 Nov 2020, 15:46
Moin Kinnings,

...

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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von jeannie » 22 Nov 2020, 16:04

archimagirus hat geschrieben:
22 Nov 2020, 11:22
für mich macht es da kein Unterschied ob es um eine Mortadella für 1,29 € im Discounter oder um ein Krokobändchen für 400 € für die Audemars geht.
Am Ende steht der Tod des Tieres und das Leben bis zum Produkt....ethisch und moralisch kann man das nicht voneinander trennen....
"Für jeden Liter Milch muss ein Kalb sterben."

Wir hatten mal ein B&B in Südengland neben einer Biofarm. Wir fragten, wieso die Kühe nachts nie aufhören wollten zu muhen.

Im Gegensatz zu konventioneller Milchproduktion, wo die Kälber gleich nach dem Wurf "entsorgt" werden, dürfen bei den Bio-Bauern die Kälber noch eine Zeit bei den Mütterkühen bleiben. Die merken es dann aber, wenn ihr Kalb auf ein Mal veschwunden ist ....
http://www.watchtools.ch Uhrenwerkzeug, direkt aus der Schweiz.

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Re: Krokoleder, vom Krokodil aus gesehen

Beitrag von cool runnings » 22 Nov 2020, 18:40

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
22 Nov 2020, 16:01
Roland Ranfft hat geschrieben:
22 Nov 2020, 15:46
Moin Kinnings,

...

Gruß, Roland Ranfft
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Waren sie. Offensichtlich meldet er sich hier nur noch um zu provozieren. Aber wenn es ihm hilft, sich hier so aufzuführen, tun wir ja noch was Gutes.

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