Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

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gatewnrw
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Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von gatewnrw » So 19. Mär 2017, 15:32

Liebe Mitinsassen, Omega und Stimmgabelenthusiasten,

ich suche für die Reparatur der Uhr (Baujahr ca. um 1973) einen Uhrmacher, der sich ggf. mit Omega, aber insbesondere mit Stimmgabeluhren auskennt. Der Versuch, über Omega eine Lösung zu finden, ist leider preislich verfehlt (KVA, wohl Biel, um die € 2.000,00), das ist etwas zu viel.

Wer kann helfen?

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und die Hilfe.

LG Peter
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Mit freundlichen Grüßen
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hermann
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von hermann » So 19. Mär 2017, 16:06

Hallo

Ich kann Stimmgabeluhren machen.
ABER, was ist defekt?
Ersatzteile, besonders Spulen und Datumscheiben sind sehr schwer zu besorgen.

Und das nächste, ich versende keine Uhren mehr, schon gar nicht Stimmgabeluhren die etwas Erschütterungs empfindlich sind. Du müsstest praktischerweise nach Kärnten pilgern....

Gruß hermann
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tourbillon69
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von tourbillon69 » Mo 20. Mär 2017, 13:19

Servus Peter
Ich empfehle Dir die Umrüstung:

"Bio"-Umrüstsatz für Uhren mit "Mosaba"-Werk

"Mosaba" steht stellvertretend für "montre sans balancier". Die Kaliber ESA 9162 und ESA 9164 (mit Wochentagsanzeige) finden sich in vielen hochwertigen Uhren schweizer Hersteller der frühen 70er Jahre und stellen die sog. 2. Generation elektronischer Uhren, noch vor der Technologie die heute als "Quarz-Uhr" bekannt ist. Herstellerbezogene Kaliberbezeichnungen können u.a. sein: Certina 29-151; Eterna 1550; IWC 150; Longines 6312; Omega 1250; Tissot 1210; Zenith 50.0 und viele andere.

Herzstück und Resonator des Kalibers ist eine auf 300Hz getaktete Stimmgabel, welche Ihre Bewegung durch eine Klinke auf ein feinverzahntes Rad überträgt. Dieses Klinkenrad steht am Anfang eines Räderwerks an dessen Ende Stunden- und Minutenzeiger befestigt sind. Die benötigte Energie hierzu liefert eine Knopfzelle. Und hier ist das eigentliche Problem:

Die zur Zeit der Entwicklung der Mosaba-Werke eingesetzte Knopfzellen-Technologie war die der Quecksilberoxidzellen. Diese Zellen lieferten im Vergleich zu den späteren und bis heute verwendeten Silberoxidzellen lediglich 1,35 statt 1,55 Volt. Die Herstellung von Quecksilberoxidzellen wurde schon vor langer Zeit aus Umweltschutzgründen untersagt! Obwohl die für die Mosaba-Werke vorgesehene Batterie Typ 343 durch eine in Größe identische Typ 344 ersetzt wurde besteht eine Spannungsdifferenz. Diese lässt die "Mosaba"-Werke - aufgrund größerer Schwingungsweite der Stimmgabel - stark vorgehen. Während sich dieser Vorgang durch eine geänderte Klinkeneinstellung regulieren liesse bringt die höhere Spannung aber auch eine größere Belastung der Spulen mit sich, welche die Stimmgabel am Schwingen halten. Erfahrungsgemäß "brennen" etwa 50% der Spulen aller umgerüsteten Werke so durch.

Seriöse schweizer Uhrenhersteller garantieren Ersatzteilversorgung über mindestens 30 Jahre. Da die "Mosaba"-Technologie jedoch bereits älter ist sind zwischenzeitlich verschiedene Ersatzteile, insbesondere die oft benötigten Spulen, vergriffen. Eine eigentliche Reparatur von Uhren mit ESA 9162 und 9164 ist somit nach heutigen Gesichtspunkten nicht mehr möglich.

Im Sinne der Nachhaltigkeit der mitunter mit schweren Goldgehäusen ausgetatteten Uhren aus den frühen 70er-Jahren haben wir und dazu entschlossen einen Umrüstsatz für das ESA 9162 anzubieten. Das Originalwerk wird hierbei 1:1 durch einen zeitgemässen Bio-Antrieb ausgetauscht: Zum Einsatz kommt, dem Wunsch nach Handaufzug oder automatischem Aufzug entsprechend entweder ein ETA 2804-2 oder ein ETA 2824-2 bzw. ETA 2892-A2. Gerade die mechanische Uhr hat bewiesen dass Sie hinsichtlich Lebenserwartung Ihre elektronischen Pendants bei weitem in den Schatten stellt.

Der "Bio"-Umrüstsatz beinhaltet neben dem modifizierten und mit einem passenden Datumsreif ausgestatteten mechanischen Uhrwerk eine noch zu kürzende Aufzugswelle, einen Adapterring, sowie einen Satz Werkbefestigungsteilen. Zur Montage ist lediglich in gewohnter Weise das Original-Zifferblatt mit sein Zifferblattfüssen in die dafür vorgesehenen Aufnahmen zu stecken, die Original-Zeiger zu setzen (kein Aufreiben o.ä. nötig) und das neue Werk wie gewohnt im Gehäuse zu befestigen.

Das Gute daran: es handelt sich zwar um einen Umbau der die Originalität der gesamten Uhr in Frage stellt, da jedoch keinerlei Veränderungen am Gehäuse gemacht werden ist jederzeit die Originalität wiederherstellbar. Die damit ausgestattete Uhr ist nach dem Umbau auf "Bio" voll alltagstauglich, vorausgesetzt es wird beim Umbau auch die ursprüngliche Wasserdichtheit wiederhergestellt. Allfällige weitere Pflege- und Werterhaltungsmassnahmen bewegen sich im gewohnten Bereich. Jährliche Wasserdichtheitskontrolle sowie (empfohlen) etwa alle 5 Jahre ein Werkservice. (Hierbei wird das mechanische Werk zerlegt, alle Bestandteile gereinigt und mit frischem Öl wieder zusammengebaut)

beste Grüße
Richard

gatewnrw
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von gatewnrw » Mo 20. Mär 2017, 13:50

Herrmann und Richard

ganz herzlichen Dank für Eure guten Ratschläge; ich habe meinem Freund empfohlen, den von Richard vorgeschlagenen Lösungsansatz zu verfolgen.

Sobald ich eine Äußerung von ihm vorliegen habe, werde ich mich melden.

Bis in Kürze

LG Peter
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Mit freundlichen Grüßen
gatewnrw

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montilier
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von montilier » Mo 20. Mär 2017, 14:20

Hallo Leute

Habe mit Herrn Seeling sehr gute Erfahrungen gemacht. Er hat mir bereits zwei Stimmgabeluhren repariert. Eine mit f 300 Werk (Mosaba-Werk), die andere mit einem f 720 Werk von Omega (Kaliber 1220). Bei der letzteren habe ich allerdings selber den Resonator beschaffen müssen; war eine zweijährige, weltweite Suche.

Beide von Herrn Seeling reparierte Uhren laufen perfekt.

Hier der Link zu seiner Webseite: www.Uhrmachermeister-Seeling.de

Es grüsst Monti

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nasowas
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von nasowas » Mo 20. Mär 2017, 14:29

tourbillon69 hat geschrieben:
Mo 20. Mär 2017, 13:19
... Quecksilberoxidzellen. Diese Zellen lieferten im Vergleich zu den späteren und bis heute verwendeten Silberoxidzellen lediglich 1,35 statt 1,55 Volt.
Die Fotografen haben das Problem gelöst, indem sie zu den Bakterien eine passende Diode dazupacken, an der die Spannungsdifferenz abfällt.
Schade, dass es soetwas anscheinend nicht für Uhrenbatterien gibt - hier gilt wohl nicht: Wer hat's erfunden? :wink:

Benjamin

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montilier
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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von montilier » Mo 20. Mär 2017, 16:08

A propos Korrektur der Spannungsdifferenz zwischen Batterien mit 1.35 und 1.5 Volt: Erfahrungsgemäss gibt es nur bei den Bulova-Stimmgabelwerken Probleme mit dem Gang bei der höheren Spannung der neuen Batterien. In der Regel reagieren die Mosaba-Kaliber nicht mit anderem Gang auf die erhöhte Spannung. Der Grund ist mir nicht klar, die Praxis bestätigt das jedoch.

Der Trick mit der Diode wird auch bei Uhrwerken angewendet. So schaltet z.B. Omega bei der Revision des Quartzkalibers 1310 eine Diode zur Korrektur der Spannung dazwischen. Das Kaliber 1310 war ursprünglich für 1.35 Volt ausgelegt worden. Aber auch hier: dank Trimmer kann der Gang bei diesem Kaliber in der Regel auch ohne zusätzliche Diode richtig eingestellt werden.

Es grüsst Monti

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von tourbillon69 » Mo 20. Mär 2017, 17:50

Das mit der Diode geht mir nicht ganz ein. (Kopfkratzsmiley)
Mit einem Widerstand würd' ich's verstehen.
beste Grüße
Richard

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von montilier » Mo 20. Mär 2017, 18:38

Richard hat natürlich recht! Danke! Es muss ein Widerstand sein!

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa
Monti

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von Ralf » Mo 20. Mär 2017, 21:36

tourbillon69 hat geschrieben:
Mo 20. Mär 2017, 17:50
Das mit der Diode geht mir nicht ganz ein. (Kopfkratzsmiley)
Mit einem Widerstand würd' ich's verstehen.
beste Grüße
Richard
montilier hat geschrieben:
Mo 20. Mär 2017, 18:38
Richard hat natürlich recht! Danke! Es muss ein Widerstand sein!

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa
Monti
Jetzt bin ich etwas verwundert. IMHO gehts mit der passenden Diode, Stichwort Durchlassspannung :wink:

Aufgrund des sehr kleines Stroms (<<< 1 mA) fällt der Spannungsabfall deutlich kleiner als U(F) aus.
Man liest sich!

Ralf

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von montilier » Mo 20. Mär 2017, 21:47

Ich gebe auf :? Microelektriker vor!

Verwirrt grüsst Monti

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von montilier » Mo 20. Mär 2017, 23:20

Diode oder Widerstand? ... es hat mir keine Ruhe gelassen:

Nun ist es klar, die Spannungskorrektur erfolgt mit einer Diode! Ich zitiere aus dem Omega Manual für die Modifikation des Omega Kalibers 1310:
"In order to power the motor with 1.35 volts and to avoid the motor stopping, a germanium diode has been connected in series between the motor and the battery. This germanium diode reduces the voltage by 0.20 volts exclusively for the motor."

Beruhigt grüsst Monti

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von Ralf » Di 21. Mär 2017, 09:19

Yep :!:
Man liest sich!

Ralf

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Re: Omega -Stimmgabeluhr f 300 - Uhrmacher gesucht

Beitrag von tourbillon69 » Di 21. Mär 2017, 10:10

Danke für die Aufklärung!
Womit mal wieder bewiesen ist, dass man in diesem Beruf nie auslernt!
Gruß
Richard

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