Sinn Uhren

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Volker
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Sinn Uhren

Beitrag von Volker » 26 Mär 2006, 18:58

Hallo ich bin an der neuen Sinn Taucheruhr UX (EZM 2B ) mit ETA Quarz-
werk 955.652 interessiert. Ebenso hat Sie eine Silikonöfüllung und eine Lithium-Ionen Batterie nun habe ich einige Fragen und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
-Muss das Silikonöl gewechselt werden
-Wie teuer ist so eine Lithium-Ionen Batterie laut Sinn würde Sie ca 8 Jahre halten.
-Wie zuverlässig sind Quarzwerke gegenüber Automatikwerken da ich die Uhr wenn möglich einige Jahrzehnte behalten will.

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UVox
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Beitrag von UVox » 26 Mär 2006, 19:57

Hallo Volker,

meines wissens gibt es keinen festen Ölwechselintervall für die UX.
Das Öl muss im falle des Batteriewechsel aber sowieso raus, und
der Wechsel kann (oder sollte) nur bein Sinn gemacht werden, also
muss man das ebenso noch berücksichtigen, was diese Batterie kostet
weiss ich allerdings nicht.

Zur Zuverlässigkeit bzw. Langlebigkeit von Quartzwerken kann ich dir aber leider nichts sagen, zuverlässig sind sie auf jeden Fall, allerdings wie lange das weiss ich nicht
Gruss

Andreas

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Farron
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Beitrag von Farron » 26 Mär 2006, 21:53

Hallo,

die Frequenz des Quarzes könnte sich verändern, käme dann auf die Fehlerkorrektur der Elektronik an daraus noch eine 1, also 1 Sekunde, zu basteln.
Gruß Farron

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 26 Mär 2006, 22:22

Farron hat geschrieben: die Frequenz des Quarzes könnte sich verändern, käme dann auf die Fehlerkorrektur der Elektronik an daraus noch eine 1, also 1 Sekunde, zu basteln.
:?: :?: :?: :?
Man liest sich!

Ralf

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Crusader
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Beitrag von Crusader » 26 Mär 2006, 23:39

Farron hat geschrieben:Hallo,

die Frequenz des Quarzes könnte sich verändern, käme dann auf die Fehlerkorrektur der Elektronik an daraus noch eine 1, also 1 Sekunde, zu basteln.
Die Quartze in den hochwertigen Quartzuhrwerken sind, soweit ich weiß, künstlich gealtert, um diese zeitbedingte Veränderung der Ganggenauigkeit zu minimieren.

In der UX ist dazu noch ein thermo-kompensiertes Quartzwerk verbaut.

sheriff
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Beitrag von sheriff » 27 Mär 2006, 06:08

Wie zuverlässig Quarzwerke generell sind? Keine Ahnung, allerdings läuft die erste Uhr die ich meiner Frau gekauft habe, eine Citizen Quarz mit Tag und Datum, noch immer zuverlässig. Und die ist nun schon bald 30 Jahre alt. Also nur Mut zur Sinn Quarzuhr.

gruß
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Albert H. Potter
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Beitrag von Albert H. Potter » 27 Mär 2006, 07:58

Was die Quarzalterung betrifft, sind vor allem die in normalen Armbanduhren verwendeten Stimmgabelquarze betroffen. Ein Barrenquarz oder ein Linsenquarz, wie in der Omega Megaquarz, ist da deutlich dauerhafter.
Allerdings ist der Alterungseffekt erst nach einigen Jahren meßbar. In der Regel ist die Uhr dann schon lange nicht mehr in Mode und liegt in der Schublade (oder Ebay).
Generell sind Quarzwerke sehr zuverlässig und hinreichend genau, was den Siegeszug dieser Technik erklärt. Auf dem Rest-Räderwewrk lastet kein Federdruck. Reibung entsteht immer nur in dem Sekundenbruchteil, in dem der Schrittmotor schaltet. Ein klarer Verschleißvorteil für das Quarzwerk.

In einigen modernen Quarzuhren ist der Quarz nicht mehr so präzise gefertigt und die Schwingfrequenz weicht teilweise erheblich von der Sollfrequenz ab. Das muß aber nicht bedeuten, daß die Uhr falsch geht, denn in den besseren Versionen ist es möglich die Werke zu regulieren, beziehungsweise die Genauigkeit elektronisch zu programmieren. Mittels kleiner Kontaktpunkte, die heute den Trimmer abgelöst haben, läßt sich das Werk feinstellen. Das ist das Inhibitionsverfahren, welches man sich damit erklären kann, daß durch die Kontaktpunkte der IC der Elektronik so programmiert wird, daß er im Laufe mehrerer Minuten einzelne Schwingungen addiert oder "fallen" läßt und trotz der Fehlschwingungen des Quarzes dem Motor exakt den richtigen Steuerimpuls übermittelt.

Die Lithium-Technik ist momentan die empfehlenswerteste "Antriebsvariante" für Quarzuhren. In diesen Batterien steckt viel Energie für lange Gangdauer. Der wirkliche Vorteil liegt aber darin, daß dieser Batterietyp nicht mehr ausläuft, wie es bei den meistens verwendeten Silberoxid-Knopfzellen der Fall ist. Dieser Vorteil ist besonders dann interessant, wenn man weiß, daß durch das Elektrolyt verätzte Werke eine der Häufigsten Ausfallursachen für Quarzuhren sind, neben dem klassischen Wasserschaden. Leider findet man Litiumtechnik vor allem in Funkuhren oder solchen Uhren, wie Casio und Co.

Das ETA 955.652 ist nach dem Inhibitionsverfahren programmierbar und wird von ETA auf 3V-Lithiumtechniuk umgebaut. Normalerweise wird die 955.XXX Serie mit 1,55V-Sibberoxidzellen angetrieben. Für das Werk wird eine Batterie-Lebensdauer von 10-Jahren angegeben. Das Werk hat eine Thermokompensation um die Ungenauigkeiten auszugleichen, die dadurch entstehen, daß der Quarz nicht im optimalen Temperaturbereich betrieben wird. In großen Präzisions Quarzuhren ist der Quarz in einem sogenannten Quarzofen untergebracht, der es ermöglicht, de optimale Arbeitstemperatur zu ermöglichen. Für eine Armbanduhr ist eine Heizung aber zu Energiebedürftig und die Isolation zu voluminös und ide Lösung insgesamt zu teuer. Daher versucht man den Temperatureffekt durch Kompensationseinrichtungen auszugleichen. Früher verwendete man dafür eine Konstruktion mit zwei Quarzen, deren Temperatur und Schwingverhalten so aufeinander abgestimmt war, daß durch den Versatz der Arbeitsbereiche die Gangschwankung innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs ausgeglichen wurde. Dieses Verfahren ist teuer und wird in heutigen Konstruktionen meistens nicht mehr verwendet. Die modernen Armbanduhrwerke verfügen ja teilweise über die schon erwähnte Inhibition zur Programmierung des IC. Wenn so eine Elektronik schon eingerichtet ist, benötigt man nur noch einen Temperaturfühler und rechent die als Kompensation ein.

Die Sinn UX verwendet dieses Uhrwerk auch wegen der programmierbaren Genauigkeit, denn die Ölfüllung bietet dem Werk einen deutlich erhöhten Widerstand. Hier muß das Werk im trockenen Zustand auf einen leichten Vorlauf programmiert werden, damit die Uhr mit der Silikonölfüllung genau gehen kann. Der Effekt des Silikonöls wirkt auch auf die Batterielebensdauer, die von Sinn nicht mehr mit den eigentlichen 10 Jahren angegeben wird.
Die Sinn-Uhr bietet modernste Quarzwerketechnik, die wirklich nicht billig zu haben ist, mit einer innovativen Gehäusetechnik. Die Druchfestigheit von Batterie und Quarzröhrchen lassen wir mal dahingestellt sein. Der einzige Nachteil besteht darin, daß die Uhr zum Batteriewechsel zu Sinn muß.

Gruß,
Peter

Volker
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Beitrag von Volker » 27 Mär 2006, 10:48

Vielmals Danke
Ihr habt mir weitergeholfen
Volker

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