Wie genau gehen eure Uhren ?

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Porschefuzzy
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Wie genau gehen eure Uhren ?

Beitrag von Porschefuzzy » 06 Mär 2006, 12:45

Hallo,

mal eine Frage zur Ganggenauigkeit eurer Uhren.
Welche Abweichung haben eure Uhren am Tag/Woche ?

Ich habe bei meiner Breitling mal 10 Tage geprüft.
Im Vergleich zu meinem Quartz-Funkwecker.

Wenn ich sie den ganzen Tag trage (12-14h) geht sie ca. 7 sec. vor.
Wenn sie mal einen Tag nicht getragen wird sind es ca. 5 sec vorlauf.

Habe auch schon öfter gelesen, dass man eine Uhr erst mal eintragen muss, wie lange dauert das ungefähr (bei 12h/Tag tragen).
Habe auch das Angebot meine Breitling nach meinen Tragegewohnheiten nachjustieren zu lassen. Lohnt das wirklich bei 7 sec. am Tag ?
Ciao Dusan

hardy
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Re: Wie genau gehen eure Uhren ?

Beitrag von hardy » 06 Mär 2006, 12:52

Porschefuzzy hat geschrieben:Habe auch das Angebot meine Breitling nach meinen Tragegewohnheiten nachjustieren zu lassen. Lohnt das wirklich bei 7 sec. am Tag ?
Bei 7 Sec. im Plus würde ich gar nicht machen und mich freuen :)
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Porschefuzzy
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Beitrag von Porschefuzzy » 06 Mär 2006, 13:02

Habe auch nicht wirklich vor, etwas zu machen, wollte einfach nur mal ein paar vergleichswerte von euch.
Ich selber hatte vorher noch keine mechanische Uhr, und die alte Fossil-Uhr von meinem Bruder mit +5min./Tag ist nicht wirklich ein vergleich.
Ciao Dusan

sheriff
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Beitrag von sheriff » 06 Mär 2006, 13:28

Die beiden Uhren die am besten laufen sind eine Mido Ocean Star Diver mit +4 Sekunden täglich. Und der absolute Spitzenreiter ist eine MarcelloC Nettuno 3 mit + 5 Sekunden wöchentlich.
Alles andere läuft so im Bereich + 8-12 Sekunden täglich.
Alles Werte, mit denen ich prima leben kann.

gruß
sheriff
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Beitrag von nasdaq10 » 06 Mär 2006, 13:42

Bei diesen Ansprüchen der Kunden an die chronometrische Präzision, darf man sich nicht wundern, wenn die Branche Heute größtenteils Uhren ausliefert, deren Gangwerte in den 60er Jahren von den Kunden nicht hingenommen worden wären. Irgendwie scheint die Mechanik als Ausrede für schlechte Gangwerte missbraucht zu werden. 7s tägl. Vorgang sind in meinen Augen für einen Chronometer, der mehrere Tausend Euros kostet ein Witz!

Es ist in meinen Augen bezeichnend für die ganze Schweizer Uhren-Branche, dass der Rekord von Omega aus der Mitte der 60er Jahre (über 100.000 Chronometer-Zertifikate am Stück) bis Heute Geltung hat. Trotz moderner Fertigungstechniken schafft es niemand diesen Rekord einzustellen. Das sagt eigentlich schon alles über die heutige Fertigung und Reglage.
Gruß

David
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solltest Du über den kauf eines schnelleren Autos
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Beitrag von Thomas H. Ernst » 06 Mär 2006, 14:11

Als Ergänzung zu Nasdaq10s Ausführungen möchte ich noch anmerken, dass die weiter oben genannten Zahlenwerte nicht als Qualitätskriterium herhalten können da es sich ja lediglich um die Summe aller Abweichungen handelt. Die - und genau die - kann allerdings nur eine Zeitwaage erfassen. So ist es also durchaus wahrscheinlich, dass eine Breitling mit +7s/Tag das bessere Werk hat als eine Marcello mit +5s/Woche. man sollte der Breitling noch 2-3 Monate Zeit geben, dann aber reklamieren wenn es sich nicht verbessert. Mein Navitimer hat sich innerhalb weniger Tage auf konstante +1,5s/Tag eingependelt was sich auf der Zeitwaage als Abweichung von 2 s/Tag zwischen den Lagen äussert.
Grüsse Thomas
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Beitrag von Hauke Heffels » 06 Mär 2006, 14:18

Völlig richtig. Die COSC Prüfung heute hat Prüfgrenzen die zu Zeiten der Observatoriumswettbewerbe nicht mal zum Gangschein gereicht hätte. Aufs Podium wäre keine dieser Uhren gelangt:-)

Fragt man die meisten Kunden heute nach der Ganggenauigkeit ihres Chronometers bekomme ich meist zur Antwort. "sekundengenau"

Ah so genau also :-)

Die beste Wertung intern bei mir jedoch erhielt ein Akademiker auf die gleiche Frage antwortete er:

" Temporär genau." :-) :-)

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Beitrag von bauks » 06 Mär 2006, 14:19

Ist zwar eine andere Preisklasse aber bei meinen mech. Uhren bis max. 700€ ist das Verhältnis "Preis/Gang" gut erkennbar (max +7s/d).
Ausnahme: Meine (einzige) Handaufzugsuhr Stowa Antea KS mit recht konstanten -2s/d.

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Porschefuzzy
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Beitrag von Porschefuzzy » 06 Mär 2006, 15:01

Thomas H. Ernst hat geschrieben:So ist es also durchaus wahrscheinlich, dass eine Breitling mit +7s/Tag das bessere Werk hat als eine Marcello mit +5s/Woche. man sollte der Breitling noch 2-3 Monate Zeit geben, dann aber reklamieren wenn es sich nicht verbessert. Mein Navitimer hat sich innerhalb weniger Tage auf konstante +1,5s/Tag eingependelt was sich auf der Zeitwaage als Abweichung von 2 s/Tag zwischen den Lagen äussert.
Erstmal danke für die Info, jetzt habe ich wenigstens mal vergleichswerte.
Wie ganau sollte sie denn mindestens gehen?
Kann man die Uhr "einfach" nachstellen? Geht ja ziemlich konstant +7s/Tag vor.
Ciao Dusan

Harry
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Beitrag von Harry » 06 Mär 2006, 15:59

Dornblüth: nie beobachtet
Sinn: +3 bis +4s/Tag
Poljot: -40 bis +15s/Tag :?

Der Hammer ist aber die IWC Cousteau, deren Abweichung pro Tag zwischen -1 und +1s liegt und pro Woche +2s macht (hab sie jetzt seit rund 6 Wochen).
Gruß
Harry
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Beitrag von Thomas H. Ernst » 06 Mär 2006, 18:38

Porschefuzzy hat geschrieben:Wie ganau sollte sie denn mindestens gehen?
Kann man die Uhr "einfach" nachstellen? Geht ja ziemlich konstant +7s/Tag vor.
Mindestens ist so ne Sache weil durch Temperatur- und andere Schwankungen auch mal leicht ein Sprung ins Minus passieren könnte. Ich würde sie lieber im Plus lassen uns 2 s/Tag ist da völlig ok.
Grüsse Thomas
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Beitrag von Crusader » 06 Mär 2006, 18:41

nasdaq10 hat geschrieben:Irgendwie scheint die Mechanik als Ausrede für schlechte Gangwerte missbraucht zu werden. 7s tägl. Vorgang sind in meinen Augen für einen Chronometer, der mehrere Tausend Euros kostet ein Witz!
Hört, hört! :)

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 06 Mär 2006, 18:59

Hier wird teilweise (mal wieder) ziemlich heftig der Begriff Genauigkeit verwurstet und so durch den Fleischwolf gedreht, dass die Logik und das technisches Verständnis leider deutlich leiden.
FAQ: Die Ungenauigkeit bei der Genauigkeit oder Was Ist Was?
könnte helfen.

Ein Regulierung von +7 s/d find ich als Startwert eines neues Exemplar erst mal nicht sooo schlecht, aber nach ganz grob zwei Monaten +/- kann man den Uhrmacher Hand anlegen lassen, um sie auf den Besitzer und seine Tragegewohnheiten anpassen zu lassen. So Faktor 2 bis 3 besser sollte da ohne grossen Stress drin sein. Über die Genauigkeit des Werkes ist nicht wirklich viel gesagt worden, ausser, dass sie ablegt wohl rund -4 s/d langsamer als am Arm läuft. Das ist nicht berauschend gut , aber auch nicht schlecht oder reklamationsfähig. Auch da sollte man aber noch abwarten, was sich vielleicht noch tut.
Man liest sich!

Ralf

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Beitrag von ocean2000 » 06 Mär 2006, 19:23

Mark XII: +2 - +3sek/Tag
ocean500: 0 bis +4 sek/Tag
AT200: +2 bis +3 sek/Tag
Zenith Elite VI: 0 - +3 sek/Tag
Omaga Seamaster: -2 bis -1 sek/Tag
Rolex Seadweller: +5sek/Tag
Citizen Promaster Automatik: +5 - +7 sek/Tag
Certina DS Podium (Quartz-Arbeitsuhr): 0 :-)

Gruß aus Wien
Leon

falko
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Beitrag von falko » 06 Mär 2006, 20:06

Ich besitze zwei COSC zertifizierte Chronometer, eine Rolex GMT II und eine Omega Speedmaster BA.
Meine Rolex trage ich seit etwas über zwei Jahren, kann also eine Aussage über den Gang machen. In dieser Zeit bewegte sich der mittlere tägliche Gang zwischen -0,5s/d und +1.0s/d, wie ich finde ein überaus guter Wert.
Meine BA, die ich noch nicht so lange besitze, scheint jedoch die Rolex noch in den Schatten zu stellen. Seit 17 Tagen trage ich diese Uhr an Arm und stelle kaum Abweichungen fest. Sie läuft heute mit+/-0s, nachdem sie in der Zwischenzeit einmal auf +3s gelaufen war. Der mittlere tägliche Gang wäre somit nahe 0.
Beide Uhren tragen somit die Bezeichnung Chronometer mit Recht. Bei meinen anderen Uhren komme ich mit keiner in die Nähe dieser Werte. ich bin dann aber mit einer Regulierung mit +5-+10s/d vollauf zufrieden. Die meisten dieser Uhren trage ich ohnehin nur tageweise, da spielt die Genauigkeit eine wirklich untergeordnete Rolle.
Viele Grüsse

Gerd


Facilius inter philosophos quam inter horologia conveniet (Seneca)

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