Teuer und ärgerlich

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mhanke
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Teuer und ärgerlich

Beitrag von mhanke » 10 Feb 2016, 16:03

Das passt ja: Zuerst signalisiert mir mein UN Ewiger mit starkem Nachgang und massiven Schwankungen nach sechs Jahren dringenden Servicebedarf (= teuer), dann zickt das Breitling B01 Kaliber nach nur neun Monaten herum (= ärgerlich): Abgesehen von den eher bescheidenen Gangwerten außerhalb der COSC-Grenzen zeigt der Automatikaufzug Schwächen: Gestern, nach einem Versuch, baute das B01 innert zehn Stunden normaler Alltagsaktivität eine Gangreserve von 7 Stunden auf. Ein ETA 2892 (nicht gerade für seine Aufzugsstärke bekannt), sechs Jahre nach dem letzten Service, und am selben Handgelenk getragen und damit derselben Aktivität ausgesetzt, schaffte dagegen immerhin Saft für beinahe siebzehn Stunden. Damit nicht genug: Wenn ich bei der Breitling jetzt die Stoppfunktion aktiviere, bleibt das WErk nach zehn bis fünfzehn Minuten komplett stehen - unabhängig von der Federspannung. Ab zum Händler damit.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich das Breitling Werk in seiner Performance nicht besonders beeindruckt hat bislang. Ich weiß nicht, weshalb es so gehypt wird.

Marcus
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von Alex1974 » 10 Feb 2016, 16:11

Warum soll es nicht auch "Montags-Uhren" geben ? Ab zu Breitling damit und abwarten was die Ursache war. Von solch Problemen hört man eigentlich so gut wie gar nichts.
Gruss,
Alexander

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ThomasM
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von ThomasM » 10 Feb 2016, 16:51

Das Problem mit dem Chrono hatte ich mit meinem B05 von Breitling auch - allerdings nach ca. 20 Sekunden. Die 5 Jahre Garantie scheinen sinnvoll zu sein ...
Viele Grüße,
Thomas

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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von mrdata » 10 Feb 2016, 17:28

Der Grill Marcus, der Grill,... :whistling: :mrgreen: :wink:
So ein Mist. Das ist ärgerlich! Drück die Daumen!

Viele Grüße, Dirk
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von stere » 10 Feb 2016, 20:26

Das war auch mein erster Gedanke...der Grill! Aber vielleicht passt das Aufzugsverhalten nicht zur Schreibtischarbeit...Inzwischen müssten doch die Stückzahlen ziemlich hoch sein und wenn das ein Systemfehler wär, dann wäre das doch sicher schonmal irgendwo umfangreicher diskutiert worden, oder?

stere
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von 3fe » 10 Feb 2016, 21:52

mhanke hat geschrieben:Das passt ja: Zuerst signalisiert mir mein UN Ewiger mit starkem Nachgang und massiven Schwankungen nach sechs Jahren dringenden Servicebedarf (= teuer), ...

Marcus

Was ruft UN denn für eine Wellnessbehandlung eines Ewigen auf? :?:
Beste Grüsse
Jörg


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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von cool runnings » 10 Feb 2016, 22:12

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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von mhanke » 11 Feb 2016, 13:31

Alex1974 hat geschrieben:Warum soll es nicht auch "Montags-Uhren" geben ?
Natürlich gibt es die. Nur hat die riesige Investition in die moderne Massenproduktion von Uhrwerken, die nicht nur Breitling (diese aber in besonderem Maße) getätigt haben, zum Ziel gerade das Phänomen des "Montagsproduktes" auszuschließen. Je vollautomatischer die Montage, je kleiner die Toleranzen bei der Fertigung der Komponenten, umso seltener sollte es Ausreißer geben. Was dazu führt, dass der Schluss von einem einzelnen Produkt auf die ganze Serie viel zulässiger ist als es noch vor zwanzig oder dreißig Jahren war. Bei der Breitlling B01 handelt es sich eben nicht um ein handgefrickeltes Uhrwerk à la Lange.

Umgekehrt konnte ich auch feststellen, dass die Probleme beim massenproduzierten Valjoux 7750, ETA 2892 oder 2824 ausnahmslos keine Einzelfälle waren, sondern häufiger vorkamen. Da war die Datensammlung aufgrund der Verbreitung dieser Werke aber auch einfacher.

Man darf nicht vergessen, dass das WErk in meiner Chronomaster nicht nur ein Problem hat, sondern einmal durch eine ziemlich schlechte Regulierung ab Werk glänzt, die ich so noch bei keiner Breitling der "COSC-Ära" erlebt habe. Dann das Stehenbleiben des Werkes bei laufendem Chrono, das erst seit zwei Tagen auftritt, obwohl ich den Chrono beim Tragen der Uhr täglich mehrmals nütze. Und die Episode "Grill", bei welcher die Uhr keiner erhöhten Temperatur ausgesetzt war, liegt auch schon mehrere Monate zurück, ohne dass es seither zu Auffälligkeiten gekommen wäre. Und zuletzt weiß ich nicht, ob die Sache mit der mangelnden Effizienz des Automatikaufzugs in diesem Zusammenhang gesehen werden muss. Bevor ich die Uhr werde ich diesbezüglich noch einen Vergleich konkret mit zwei naderen Chronographenwerken machen, und diesen nach der Reparatur wiederholen. Nur so kann ich feststellen, ob es sich um ein Symptom eines akuten Fhlers, oder um eine grundlegende Schwäche des Werkes handelt. Um in der Beziehung mehr zu wissen, wäre es natürlich toll, wenn jemand, der auch eine B01 Breitling hat, diesen Test nach demselben Prozedere durchführt, damit wir die Daten vergleichen können.

Marcus
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von Thomas H. Ernst » 11 Feb 2016, 18:31

mhanke hat geschrieben:Natürlich gibt es die. Nur hat die riesige Investition in die moderne Massenproduktion von Uhrwerken, die nicht nur Breitling (diese aber in besonderem Maße) getätigt haben, zum Ziel gerade das Phänomen des "Montagsproduktes" auszuschließen. Je vollautomatischer die Montage, je kleiner die Toleranzen bei der Fertigung der Komponenten, umso seltener sollte es Ausreißer geben. Was dazu führt, dass der Schluss von einem einzelnen Produkt auf die ganze Serie viel zulässiger ist als es noch vor zwanzig oder dreißig Jahren war. Bei der Breitlling B01 handelt es sich eben nicht um ein handgefrickeltes Uhrwerk à la Lange.
Naja, das Vorgehen zeigt ja Wirkung: Deine Uhr ist keine Montagsuhr sondern Montag der Vorwoche. :mrgreen: :whistling:
Grüsse Thomas
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von hermann » 12 Feb 2016, 08:24

mhanke hat geschrieben:
Insgesamt muss ich sagen, dass mich das Breitling Werk in seiner Performance nicht besonders beeindruckt hat bislang. Ich weiß nicht, weshalb es so gehypt wird.

Marcus
Wegen der Werbung? :wink:
Ich denke, das man dem Werk noch Zeit geben muss.
Das es gerade dich als Versuchskaninchen getroffen hat, ist ärgerlich - trägt aber hoffentlich zur Weiterentwicklung bei.
Dass das Werk beim Stoppen stehenbleibt, könnte eventuell aber auch auf eine verstellte Exzenterschraube zurück zuführen sein. Irgendein Eingriff zu tief oder zu seicht?

Wie verhält sich die Uhr bezüglich Gangreserve am Uhrenbeweger?

Gruß hermann
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von retroman » 12 Feb 2016, 08:37

hermann hat geschrieben: Dass das Werk beim Stoppen stehenbleibt, könnte eventuell aber auch auf eine verstellte Exzenterschraube zurück zuführen sein. Irgendein Eingriff zu tief oder zu seicht?
Ja, aber die verstellt sich doch nicht von selber....

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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von hermann » 12 Feb 2016, 08:48

retroman hat geschrieben:
hermann hat geschrieben: Dass das Werk beim Stoppen stehenbleibt, könnte eventuell aber auch auf eine verstellte Exzenterschraube zurück zuführen sein. Irgendein Eingriff zu tief oder zu seicht?
Ja, aber die verstellt sich doch nicht von selber....
Nicht wenn sie streng sitzen.... :wink:

Gruß hermann
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von mhanke » 12 Feb 2016, 10:08

Uhrenbeweger habe ich zwar, aber schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. M.E. gibt auch der Uhrenbeweger keine konkreteren Daten ab als der "Betrieb" am Handgelenk. Man müsste schon die exakte Umdrehungsgeschwindigkeit, die Anzahl der Umdrehungen pro Stunde und vor allem auch den Anstellwinkel der Halterung mit einbeziehen. Auch dann ergäbe das nur Sinn, wenn man Vergleichsmessungen mit anderen Uhren macht, wie ich es auch am Handgelenk mache. Ich würde meinen, wenn es wirklich ein Problem diesbezhüglich gibt, ist meine Methode geeignet genug, um das Problem an sich zu konstatieren. Mit den genauen Werten darf sich dann der SAV herumschlagen. Nächste Woche vergleiche ich die Aufzugsperformance meines B01 mal mit dem Omega cal.3313 und dem Valjoux 7750 - beides Werke mit einseitigem Aufzug, die zumindest ab voll entspannter Feder im Nachteil gegenüber dem zweiseitigen Aufzug des B01 sein müssten.

Mir fiel gerade ein, dass mir die Breitling schon mal, vor knapp drei Monaten, unvermittelt stehen geblieben ist. Auch da habe ich gerade Zeit gestoppt. Da dies bei einem Seminar mit viel Am-Tisch-sitz-Zeit passiert ist, hatte ich das auf zuwenig Aufzugsenergie geschrieben. Seltsam war nur, dass wir wenige Stunden zuvor eine Fabriksbesichtigung mit viel Gelaufe und Gegucke gehabt hatten, sodass die Aufzugsfeder eigentlich genug Spannung haben sollte. Nach diesem Stehenbleiben habe ich die Stoppuhr noch mehrmals benützt, ohne besondere Vorkommnisse.

Nun ja, ist alles Spekulation. Der Uhrmacher meines Händlers ist von Breitling zertifiziert, vielleicht muss sie daher nicht eingeschickt werden. Der Vorteil wäre, dass ich dann genau erklärt bekomme, wo der Fehler liegt, weil ich den Uhrmacher gut kenne. Sonst kriegt man die Uhren vom Hersteller-SAV ja immer nur mit dem Hinweis "repariert" retour.

Marcus
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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von ThomasM » 12 Feb 2016, 11:20

Hallo Marcus,

die U(h)rsache würde mich auch interessieren - bei mir war nur 'Chronograph repariert' in dem Schreiben von Trautmann drin. Meine Unitime ist übrigens immer wieder angelaufen, wenn man leicht geklopft hat, allerdings nur für eine Minute (blieb immer bei ca. 15-20 Sekunden stehen).

@Rainer
Spielt der Eingriff hier überhaupt eine Rolle, das B0X hat doch eine vertikale Kupplung - ich dachte, das ist nur bei horizontalen Kupplungen (oder Schwingtrieb) ein Thema ...
Viele Grüße,
Thomas

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Re: Teuer und ärgerlich

Beitrag von retroman » 12 Feb 2016, 13:57

ThomasM hat geschrieben:

@Rainer
Spielt der Eingriff hier überhaupt eine Rolle, das B0X hat doch eine vertikale Kupplung - ich dachte, das ist nur bei horizontalen Kupplungen (oder Schwingtrieb) ein Thema ...
Weiss ich nicht, frag Hermann, der hat die Exenter ins Spiel gebracht.

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