Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

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Thomas H. Ernst
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von Thomas H. Ernst » 03 Feb 2019, 19:07

mhanke hat geschrieben:
03 Feb 2019, 13:11
Hat das Tudor-Werk nicht eine Siliziumspirale? Da sollten Magnetfelder nicht die große Rolle spielen.
Es hat noch genügend andere Teile im Uhrwerk die aus Metall sind, z.B. die Unruh.

Und die Rolex Millgauss hat ja neuerdings auch eine Siliziumspirale und trotzdem den Weicheisenkäfig behalten.
Grüsse Thomas
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lactor69
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von lactor69 » 04 Feb 2019, 11:29

Ich bin mir nicht sicher, meine aber gelesen zu haben, dass die an Breitling gelieferten Tudor-Werke die Siliziumspirale nicht verbaut hätten.

Schwingungsüberlagerung klingt für mich am plausibelsten, zumal die Uhr jetzt zu Hause weiterhin unauffällig läuft. Der Rolex meiner Frau (welche auf demselben Tisch lagerte) machten die Schwingungen aber nichts aus :wink: .

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MCG
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von MCG » 04 Feb 2019, 11:50

lactor69 hat geschrieben:
04 Feb 2019, 11:29
Ich bin mir nicht sicher, meine aber gelesen zu haben, dass die an Breitling gelieferten Tudor-Werke die Siliziumspirale nicht verbaut hätten.

Schwingungsüberlagerung klingt für mich am plausibelsten, zumal die Uhr jetzt zu Hause weiterhin unauffällig läuft. Der Rolex meiner Frau (welche auf demselben Tisch lagerte) machten die Schwingungen aber nichts aus :wink: .
Tya 🤷‍♂️ dann entweder keine 🚢-Reisen, oder Rolex tragen... 😂

Ne, ich würd das unbedingt dem Konzi melden... 👍🏻
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SteveMcQueen
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von SteveMcQueen » 04 Feb 2019, 13:53

lactor69 hat geschrieben:
04 Feb 2019, 11:29
Ich bin mir nicht sicher, meine aber gelesen zu haben, dass die an Breitling gelieferten Tudor-Werke die Siliziumspirale nicht verbaut hätten.

Schwingungsüberlagerung klingt für mich am plausibelsten, zumal die Uhr jetzt zu Hause weiterhin unauffällig läuft. Der Rolex meiner Frau (welche auf demselben Tisch lagerte) machten die Schwingungen aber nichts aus :wink: .
Theoretisch hast Du damit natürlich recht. Beide System schwingen im Idealzustand mit 28.800 A/h oder 4 Hz, bei identischen Umweltbedingungen müssten sie gleich reagieren, wenn eine Interferenz eintritt. Praktisch ist es dann aber doch etwas komplizierter, neben der Frequenz “funken” uns noch Amplitude und Phase ganz isochron dazwischen.
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mhanke
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von mhanke » 04 Feb 2019, 15:50

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
03 Feb 2019, 19:07
mhanke hat geschrieben:
03 Feb 2019, 13:11
Hat das Tudor-Werk nicht eine Siliziumspirale? Da sollten Magnetfelder nicht die große Rolle spielen.
Es hat noch genügend andere Teile im Uhrwerk die aus Metall sind, z.B. die Unruh.

Und die Rolex Millgauss hat ja neuerdings auch eine Siliziumspirale und trotzdem den Weicheisenkäfig behalten.
Ist schon klar, aber Magnetfelder müssen m.W. ungleich stärker sein, um über diese restlichen Teile den Gang der Uhr nennenswert zu beeinflussen.

Und bei der Milgauss sind wohl eher Tradition und Marketing der Grund für die Beibehaltung des Weicheisenkäfigs. Ein Muss ist der für das Erreichen des angegebenen Wertes wohl nicht mehr, oder?

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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von mhanke » 04 Feb 2019, 15:57

lactor69 hat geschrieben:
04 Feb 2019, 11:29
Der Rolex meiner Frau (welche auf demselben Tisch lagerte) machten die Schwingungen aber nichts aus :wink: .
Ah, jetzt klärt sich die Sache auf!

Nachts auf dem Tisch
Breitling: He Schnuckel, wir kennen uns doch!
Rolex (rümpft den Sekundenzeiger): Prolls wie Dich kenne ich nicht!
Breitling: Aber nicht doch, Bella! Wir ticken doch in derselben Family!
Rolex: ???
Breitling: Ich hab doch ein Herz aus Deinem Stall!
Rolex: Pah! Wohl eher aus dem Misthaufen vor dem Stall ...
- Pause, in welcher Breitlings Herzschlag aussetzt -
Breitling: Autsch, das tat weh.
Rolex: Nicht so weh wie Deine dämliche Anmache.
- wieder Pause .... -

Und so ähnlich in jeder Nacht.

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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von SteveMcQueen » 04 Feb 2019, 16:04

mhanke hat geschrieben:
04 Feb 2019, 15:50

Und bei der Milgauss sind wohl eher Tradition und Marketing der Grund für die Beibehaltung des Weicheisenkäfigs. Ein Muss ist der für das Erreichen des angegebenen Wertes wohl nicht mehr, oder?
Rolex spricht bei der Milgauss von zwei Konstruktionsmerkmalen, die den Schutz vor Magnetfeldern erhöhen: Einerseits dem Kaliber, das mit amagentischen Komponenten versehen ist, andererseits vom “Magnetschirm” (den Begriff hat sich wirklich ein Marketing- aber nicht unbedingt Sprachgenie einfallen lasssen), der aus ferromagnetischen Legierungen besteht und das Uhrwerk schützt.

So ganz ohne Weicheisenkäfig scheint’s also nicht zu gehen. Jedenfalls bei Rolex nicht, bei Omega ist man bekanntlich weiter und drauf und dran, physikalische Naturgesetze völlig außer Kraft zu setzen. :yahoo: :mrgreen:
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von lactor69 » 04 Feb 2019, 17:53

Marcus... :angry: :rofl:

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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von Thomas H. Ernst » 04 Feb 2019, 20:25

SteveMcQueen hat geschrieben:
04 Feb 2019, 16:04
So ganz ohne Weicheisenkäfig scheint’s also nicht zu gehen. Jedenfalls bei Rolex nicht, bei Omega ist man bekanntlich weiter und drauf und dran, physikalische Naturgesetze völlig außer Kraft zu setzen. :yahoo: :mrgreen:
Genau.

Bei Omega sind alle Hemmungsteile (Unruh, Spirale, Anker und Ankerrad) aus Silizium. Magnetfelder haben also keinen Einfluss.

Bei Metallen hingegen schon, auch wenn sie sich nicht dauerhaft magnetisieren lassen.
Grüsse Thomas
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von SteveMcQueen » 04 Feb 2019, 21:14

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
04 Feb 2019, 20:25
SteveMcQueen hat geschrieben:
04 Feb 2019, 16:04
So ganz ohne Weicheisenkäfig scheint’s also nicht zu gehen. Jedenfalls bei Rolex nicht, bei Omega ist man bekanntlich weiter und drauf und dran, physikalische Naturgesetze völlig außer Kraft zu setzen. :yahoo: :mrgreen:
Bei Metallen hingegen schon, auch wenn sie sich nicht dauerhaft magnetisieren lassen.
Frei nach Louis de Funes: Nein!? Doch! Ooooooh!
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von mezdis » 05 Feb 2019, 07:53

Ich kann zwar keine Lösung für das Problem des TE bieten. Aber zum Thema Magnetismus geistern einige Vermutungen und Halbwissen herum, welche ich mit folgenden Fakten ergänzen möchte:

1) Der allerwichtigste Punkt: Wenn man von Uhrwerken und Magnetismus spricht, so muss man zwingend jedes Uhrwerk einzeln betrachten. Je nach Architektur eines Werks reagiert ein Werk A bei Austausch einer Komponente so und Werk B anders. Darum muss man beim Austausch von magnetischen Teilen jeden Typ Uhwerk einzeln anschauen. Dieser Punkt ist sehr wichtig für die weiteren Punkte unten.
2) Beim Magnetismus unterscheidet man zwischen "Stillstand im Magnetfeld" und dem "Remanenzeffekt", also wie hoch die Gangabweichung nach dem Verschwinden des Magnetfeldes ist. Der letztgenannte Teil ist für die meisten Träger wichtiger, da man normalerweise nur kurz mit der Uhr in einem Magnetfeld ist und dieses danach wieder verlässt. Aber auch hier gilt: Nicht alle Uhrwerkteile haben den gleichen Einfluss auf die beiden Effekte.
3) Eine Spiralfeder aus Silizium löst noch lange nicht alle Probleme. Es gibt daneben einen Haufen Teile, welche einen grossen Einfluss auf den Magnetismus eines Uhrwerks haben können. Bei einigen Werken hilft eine Silizium Spiralfeder viel, bei anderen praktisch nichts (siehe Punkt 1).
4) Eine der wichtigsten Komponenten wird häufige gar nicht genannt: Die Unruhwelle. Diese hat für einige Werke einen grösseren Einfluss als die Spiralfeder selber (siehe Punkt 1). Aufgrund der hohen Anforderungen besteht die Unruhwelle bei den meisten Werken aus gehärtetem Stahl (20 AP), welcher magnetisch ist.
5) Neben Unruhwelle und Spiralfeder gibt es noch andere wichtige Teile im Uhrwerk: Spiralklötzen, Spiralklötzchenträgern, ...
6) Metall ist nicht gleich Metall. Es gibt sehr wohl Metalle, welche überhaupt nicht auf Magnetfelder reagieren, zum Beispiel Messing oder CuBe. Häufig reichen aber die mechanischen Eigenschaften dieser Metalle nicht aus, um die geforderten Eigenschaften der Komponenten zu erfüllen (siehe Unruhwelle).

Vielleicht habe ich noch den einen oder anderen Punkt vergessen. Aber: Ein komplett amagnetisches Werk zu entwickeln, wie Omega das gemacht hat, ist extrem aufwändig und braucht viele gute Lösungen. Davor kann man nur den Hut ziehen.
___________
Gruss mezdis

C.95
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von C.95 » 05 Feb 2019, 10:55

mezdis hat geschrieben:
05 Feb 2019, 07:53
Ich kann zwar keine Lösung für das Problem des TE bieten. Aber zum Thema Magnetismus geistern einige Vermutungen und Halbwissen herum, welche ich mit folgenden Fakten ergänzen möchte:

*** Edit Modi: Vollquote gekürzt! ***

Aber: Ein komplett amagnetisches Werk zu entwickeln, wie Omega das gemacht hat, ist extrem aufwändig und braucht viele gute Lösungen. Davor kann man nur den Hut ziehen.
Im 89er IWC Katalog ist das recht anschaulich aufbereitet, die 500.000 A/m war recht lange Zeit der "Weltmeister" beim Magnetfeldschutz.

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SteveMcQueen
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von SteveMcQueen » 05 Feb 2019, 15:52

mezdis hat geschrieben:
05 Feb 2019, 07:53
Ein komplett amagnetisches Werk zu entwickeln, wie Omega das gemacht hat, ist extrem aufwändig und braucht viele gute Lösungen. Davor kann man nur den Hut ziehen.
Ob das Werk komplett amagnetisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ganz sicher ist die technische Leistung, die man bei Omega vollbracht hat, erste Sahne. Ob ich als Konsument von dieser wirklich profitiere oder ob ein Problem gelöst wurde, dass in der "echten Welt" nur in den seltensten Fällen eintritt, frage ich mich allerdings durchaus; siehe dazu evtl. auch die Diskussion im Faden https://www.watchtime.ch/forum/viewtopi ... =4&t=69225

Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Omega bei den zahlreichen "unbedingt notwendigen technischen Innovationen, die endlich die Kernprobleme der Uhrmacherei lösen" der letzten Jahre, vor allem die Marketingsau durch's Dorf treibt. Meine Aqua Terra läuft jedenfalls auch ohne METAS super und hatte bisher keine Probleme mit fiesen Magnetfeldern. Glaube ich dem Marketing von Omega, muss ich die Uhr allerdings sofort in die Tonne kloppen. :mrgreen:
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Andi
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von Andi » 05 Feb 2019, 16:36

Zum Thema Magnetismus hatte Ralf das Ganze doch schön aufbereitet

https://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=17&t=42933

🤔
Viele Grüße Andi!

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hermann
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Re: Seltsames Verhalten des Kaliber Tudor MT5612

Beitrag von hermann » 05 Feb 2019, 18:02

Hallo

Die einfachste Erklärung wäre, das du dich im Urlaub zeitweise zu wenig bewegt hast. Was ja auch der Sinn von Urlaub ist, meiner bescheidenen Meinung nach. :wink:
Ist das nicht der Fall, würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall die Garantie nutzen.

Gruß hermann
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