Ganggenauigkeit

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CRL
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Ganggenauigkeit

Beitrag von CRL » 24 Mai 2019, 10:13

Ich habe soeben vor drei Tagen meine JLC Réverse de Marche aus der Totalrevion von JLC bekommen. Alles ist i.O. bis auf die Ganggenauigkeit. Sie weicht im Tag ./. 8 Sekunden ab. Mich stört nicht das Minus, sondern die absolute Zahl. Ist das normal oder wie ich denke zu hoch?

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MCG
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von MCG » 24 Mai 2019, 12:58

Bis 10 Sekunden Abweichung (im Plus nach der Revision) sollte nicht stören, ausser es ist/war ein Chronometer.
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von o.v.e » 24 Mai 2019, 15:29

Wie lief sie denn vorher?
Und sind es konstant 10 Sekunden?
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CRL
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von CRL » 24 Mai 2019, 16:45

Die vorherige Abweichung weiss ich nicht mehr, da ich 10 Jahre eine andere Uhr trug.

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hermann
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von hermann » 25 Mai 2019, 09:46

Hallo

Wenn der Gang konstant ist, also -8Sek/d, dann braucht sie einfach nur nachreguliert werden.
Das kann jeder Uhrmacher auf der Zeitwaage recht schnell erledigen.
Eine Uhr sollte immer etwas vorgehen, man kommt ja lieber zu früh als zu spät....na ja - meistens halt... 8)

Gruß hermann
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von Hugybear » 26 Mai 2019, 10:49

CRL hat geschrieben:
24 Mai 2019, 10:13
Ich habe soeben vor drei Tagen meine JLC Réverse de Marche aus der Totalrevion von JLC bekommen. Alles ist i.O. bis auf die Ganggenauigkeit. Sie weicht im Tag ./. 8 Sekunden ab. Mich stört nicht das Minus, sondern die absolute Zahl. Ist das normal oder wie ich denke zu hoch?
Wie misst Du das? Es ist nämlich sehr entscheidend, ob Du die Uhr trägst oder statisch in einer einzigen Lage misst.
8 Sekunden pro Tag, ob Vor- oder Nachgang ist unerheblich, würde ich bei einer solchen Uhr niemals akzeptieren. Selbst ein Sellita 200-1, das mehr als 6 Sekunden am Tag am Arm getragen abweicht (gemessen mit einer Funkuhr über mehrere Tage), lasse ich nachregulieren.

Und lass Dir nicht einreden, dass Du das akzeptieren musst. Eine Uhr, die ihre primäre Funktion nicht ausreichend beherrscht, degradiert sich zu 200 Gramm Stahl-oder Edelmetallschrott.

Ganz generell musste ich die Erfahrung machen , dass die Hersteller-Werke nicht willens sind, ihre Uhren auf minimale Abweichung einzuregulieren. Die Überlegung ist, dass Vorgang von den Trägern fast immer besser akzeptiert wird als Nachgang. Also wird so einreguliert, dass die Uhr auch bei starker Beanspruchung nie Nachgang hat. Absolut blödsinnig ...

Eine Hamilton mit einem H-10 habe ich dieses Jahr schon zwei Mal zur Nachregulierung ins Werk zurückschicken lassen, nachdem sie mit 10 Sekunden Vorgang aus einer Reparatur zurückkam. Vorher lag sie bei <+1sec. Sie haben es immer noch nicht geschafft: Jetzt liegt sie bei +4 s/d. Akzeptabel aber Freude fühlt sich anders an.
Ich ticke immer richtig, manchmal aber anders

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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von Hugybear » 26 Mai 2019, 10:56

hermann hat geschrieben:
25 Mai 2019, 09:46

Eine Uhr sollte immer etwas vorgehen, man kommt ja lieber zu früh als zu spät....na ja - meistens halt... 8)

Gruß hermann
Das ist Ansichtssache.
Ich bin ambivalent ob Vor- oder Nachgang. MInimal muss er sein. Zeit ist symmetrisch.

Genau solche Weisheiten in der Branche sorgen dafür, dass ich noch nie von den Herstellern einregulierte Uhren akzeptieren konnte. Dann sollen sie halt dafür solange zahlen, bis es klappt. Und das Vertrauen, sich einen Chronometer der Marke zu kaufen, wird damit alles andere als gefördert. :whistling:
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von CRL » 26 Mai 2019, 15:11

Hugybear hat geschrieben:
26 Mai 2019, 10:49
Wie misst Du das? Es ist nämlich sehr entscheidend, ob Du die Uhr trägst oder statisch in einer einzigen Lage misst.
Nur beim Tragen der Uhr am Arm.

Edit Modi: Zitat repariert. Bitte die Vorschaufunktion nutzen :wink:

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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von haspe1 » 27 Mai 2019, 00:12

Also mir ist es deutlich lieber, wenn die Uhr nach dem Regulieren etwas vorgeht, als wenn sie nachgeht. Erstens ist es besser, etwas zu früh als zu spät zu kommen, wie schon erwähnt, aber zweitens ist es bei einer Uhr mit Sekundenstopp ja viel leichter, nach ein paar Tagen die Krone zu ziehen, um die Uhr wieder einige Sekunden anzuhalten und damit die Gangabweichung wieder zu verkleinern bzw. zu eliminieren, als bei einer nachgehenden Uhr die Gangabweichung zu reduzieren, denn dazu muss man sie neu stellen, was mühseliger ist.

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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von CRL » 27 Mai 2019, 13:31

Beyer an der Bahnhofstrasse hat mir heute sofort die Uhr i.O. gestellt. Vorher haben mich zwei andere Detaillisten an der Zürcher Bahnhofstrasse praktisch wieder ausgeladen. Beyer zeigte sich, obwohl die Uhr bis jetzt nichts mit ihm zu tun hat, sofort interessiert. Das spricht für Beyer und ich werde ihn in Zukunft sicher berücksichtigen. Noch zu sagen. Die Arbeit von einer Stunde war gratis für mich Es gab sogar noch ein Mineralwasser. Wo gibt es sonst so etwas?

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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von MCG » 27 Mai 2019, 13:52

CRL hat geschrieben:
27 Mai 2019, 13:31
Beyer an der Bahnhofstrasse hat mir heute sofort die Uhr i.O. gestellt. Vorher haben mich zwei andere Detaillisten an der Zürcher Bahnhofstrasse praktisch wieder ausgeladen. Beyer zeigte sich, obwohl die Uhr bis jetzt nichts mit ihm zu tun hat, sofort interessiert. Das spricht für Beyer und ich werde ihn in Zukunft sicher berücksichtigen. Noch zu sagen. Die Arbeit von einer Stunde war gratis für mich Es gab sogar noch ein Mineralwasser. Wo gibt es sonst so etwas?
Das könnte/müsste der Weg des Detailhandels sein... :thumbsup: :D
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Re: Ganggenauigkeit

Beitrag von Don Tomaso » 28 Mai 2019, 10:55

Hugybear hat geschrieben:
26 Mai 2019, 10:56
...
Ich bin ambivalent ob Vor- oder Nachgang... Zeit ist symmetrisch.
...
Glaubst du. Frag mal dein Antiteilchen.
Gruss

Thomas

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