Aufholen mit Technik

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mezdis
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von mezdis » 24 Jan 2020, 13:16

Das würde ich so allgemein nicht formulieren. Ich habe jüngst jedenfalls andere Erfahrungen gemacht. Im letzten Monat habe ich insgesamt drei Uhren (und andere kleinere Dinge) verkauft. Das ging alles reibungslos und ich hatte überhaupt keine Probleme mit Fake Käufern oder ähnlichem. Natürlich gibt es immer einen, der dir die Hälfte des ausgeschriebenen Preises bietet, aber den kann man ja einfach ignorieren. Meiner Meinung nach spielt es aber eine Rolle, wo (auf welcher Plattform) man die Dinge zum Verkauf ausschreibt und wie man sich selber dort gibt.
Nachtrag: Und einen Unterschied macht es sicher auch, ob man die Sachen zwingend verkaufen MUSS oder ob man einfach mal sondiert, ob jemand daran Interesse haben könnte.

Und dass Privatverkauf von Uhren in Zukunft durch solche Fakes schwieriger sein sollte glaube ich auch nicht. Es gilt bei solchen Käufen immer "buy the seller and not the watch". :wink:
___________
Gruss mezdis

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Thomas H. Ernst
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von Thomas H. Ernst » 25 Jan 2020, 10:52

stere hat geschrieben:
24 Jan 2020, 11:26
Das klappt, wenn man a) das Wissen hat wie Du und b) zufälligerweise ein Original daneben liegen hat.
Oder c) das Original schon mal live gesehen hat. :idea:

Das Zifferblatt der Seamaster ist aus Keramik, nicht aus Metall. Da hat ein Sonnenschliff einen ganz anderen Lichteffekt.

Beim Uhrwerk ist die Fälschung unübersehbar.

Zeiger, Lünette und Druck ist auch gut zu unterscheiden, lediglich bei Gehäuse und Band muss man schon sehr genau hinsehen.
Grüsse Thomas
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tricompax
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von tricompax » 25 Jan 2020, 12:39

r.as. hat geschrieben:
24 Jan 2020, 10:44
Erst die abgehobene Preisgestaltung der etablierten Hersteller macht solche Angebote rentabel. Und uns wird so wieder verdeutlicht, wie 'auskömmlich' doch die Spannen bei den regulären Produkten sind.

Rolf
Das sehe ich auch so.

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unnnamed
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von unnnamed » 26 Jan 2020, 11:59

Man erkennt die Fakes immer als solche. Aber heikel wird es für all die, die der heutigen Mode entsprechend
vom übrigen Geld teure Uhren als Spekulationsobjekt kaufen und keine Ahnung von dem Produkt haben. Die
erliegen dann insbesondere dem Kaufimpuls in Anbetracht eines vermeintlichen Schnäppchens.

Zuletzt kamen mir doch einige Rolex unter, Referenz 116610LN, mit Box, ausgefüllten Papieren, Umkarton und
noch komplett verklebt. Die würden sich in einem der Videos wie eingangs gut machen. Für einen Laien mit
beinahe absoluter Sicherheit ausgeschlossen, dass er diese als Fälschung erkennt. Ein Bekannter, dem eine solche
Uhr zu einem guten Preis (7000€) angeboten wurde kam zu mir, nachdem er 5 Minuten vorher beim Rolexhändler
war. Die Verkäuferin dort hatte ihm gesagt, dass die Uhr echt sei.*

Auffällig waren für mich direkt der Farbton von Karton und Box, ebenso der Farbton der Booklets und die Schrifttypen.
Nicht komplett falsch, aber einfach so, dass es einen stutzig macht. Eine Nuance daneben, das merkt aber nicht
derjenige, der nie damit in Berührung kommt. Die Uhr selbst, mit dem bloßen Auge betrachtet nicht von einer
originalen zu unterscheiden. Lünettenrastung sauber und wie beim Original, ausgesprochen gute Lasergravur des
Rehauts mit identischer Seriennummer auf der Garantiekarte. Datumssprung um Mitternacht, entspiegelte Lupe,
Zifferblatt und Zeiger erstklassig und ohne Makel, kein Staub, keine Fussel. Die verstellbare Faltschließe ebenfalls
in ordentlicher Ausführung.
Jetzt war ich zu dem Zeitpunkt natürlich schon aufgrund der Farben und Schrifttypen mehr als skeptisch. Aber ich
habe das mit ihm einfach mal von außen und ohne Lupe Stück für Stück in Augenschein genommen und ihm erklärt,
was mir nicht gefällt, und dass diese Uhr garantiert nicht echt ist. Auch das Armband, welches vom Aussehen her
original daher kommt hat sofort Zweifel geweckt. Die innenliegende Kante des Bandes ist minimal (!) scharfkantig
gewesen. Ganz dezent nur, aber schlicht merkwürdig. Wiederum so, dass jemandem ohne Erfahrung das nicht auffällt.
Das Werk selbst ist natürlich ein reinrassiger Chinese gewesen, vermutlich irgendwas in dieser Art:
https://watchblog2017.files.wordpress.c ... jpg?w=1108
Selbst da fällt den Leuten ohne Ahnung nichts auf, auch wenn man ihnen ein Original daneben zeigt, erkennen es
die wenigstens auf Anhieb und sagen "ist doch das gleiche".

Die Laserlupe im Glas war qualitativ übrigens schlecht, danach schaut aber in der Regel kaum jemand, falls die
Leute überhaupt wissen, dass sich da eine befindet. Auffallend ist außerdem, dass die Bänder irgendwie "hakelig"
zu entfernen sind. Auch beim Öffnen der Schraubböden merkt man, dass die Gewinde scheiße sind. Die Größe der
Krone passt oftmals nicht so ganz zur Aussparung im Kronenschutz, das Öffnen und Verschrauben selbiger stellt sich
ebenfalls schlechter dar als beim Original. Aber auch das Band entfernt kein Privatkäufer an einer neuen Uhr und
ebensowenig wird er den Boden aufschrauben.

Nota bene, das bemerkt ein unbedarfter Käufer nicht. Der denkt bloß "boaah, mach ich konkretes Geschäft, ey"
und erlebt sein blaues Wunder gegebenfalls erst nach Jahren wenn die Uhr nicht mehr funktioniert. :mrgreen:



Immerhin sind doch etliche schlau genug sich eine fundierte Meinung einzuholen, entweder vor dem Kauf oder aber,
beispielsweise direkt nach einem Onlinekauf bei einem Grauhändler. Gewiss, ich hab auch schon die gehabt, die nach
dem Barkauf kommen mit einer Frage. Da sieht man manchmal derart mieserable Fakes, dass es mir kaum Leid tut und
ich eher denke wieso um Himmels willen jemand vierstellige Beträge für so offensichtlichen Schrott ausgegeben hat.

Auf jeden Fall ist eine deutliche Zunahme der Nachfrage von Authtifizierungen spürbar. Viele sind sich dessen bewusst,
dass gute Fälschungen existieren. Sehen kann man es dennoch, immer.

Heikel wird es dann erst bei zusammengeschusterten Uhren aus Originalteilen. Wenn beispielsweise nur der Hersteller
sagen kann, dass die Nummer des Werkes nicht mit dem Gehäuse übereinstimmt und über diesen Weg auffällt, dass da
was gedreht wurde.
Oder, da hatten wir mal einen Kunden mit einer Uhr der gehobenen Preisklasse aus Le Sentier, die nie richtig funktionierte.
Wir haben die dann letztlich dort abgegeben, alt war sie nicht. Es zog sich dann eine Weile, letztlich wurde aber mitgeteilt,
dass diese Uhr so niemals verkauft wurde. Da muss entsprechend jemand Teile abgezweigt und die Uhr selbst zusammengebaut
haben. Gut, das ist dann wirklich eine ganz andere Geschichte als die asiatischen (?) Fakes auf inzwischen hohem Niveau.
______________________________________________________
* Ich kenne es eigentlich nur noch so, dass die Händler in der Regel eine Bewertung vor Ort ablehnen und das Einsenden der Uhr anbieten.
Gruß Bernd

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cool runnings
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von cool runnings » 26 Jan 2020, 13:50

Thomas H. Ernst hat geschrieben:
25 Jan 2020, 10:52
stere hat geschrieben:
24 Jan 2020, 11:26
Das klappt, wenn man a) das Wissen hat wie Du und b) zufälligerweise ein Original daneben liegen hat.
Oder c) das Original schon mal live gesehen hat. :idea:

Das Zifferblatt der Seamaster ist aus Keramik, nicht aus Metall. Da hat ein Sonnenschliff einen ganz anderen Lichteffekt.

Beim Uhrwerk ist die Fälschung unübersehbar.

Zeiger, Lünette und Druck ist auch gut zu unterscheiden, lediglich bei Gehäuse und Band muss man schon sehr genau hinsehen.
Ich befürchte auch, dass über 90% die Fälschung nicht erkennen würden, wenn das Original nicht daneben liegt oder sie dieses wirklich gut kennen.
Wer außer ein paar Freaks schaut sich die Uhren mit der 10-fach Lupe an? Und auch wir haben hier schon genügend Uhren von renommierten Herstellern mit angefressenen Zeigern oder unsauber aufgetragener Leuchtmasse gesehen. Selbst ein Patek mit einer Delle im Zifferblatt wurde bei einem Stammtisch schon gesehen. :whistling:

Deshalb gilt für mich auch das, was Lorenz geschrieben hat. Ich kaufe meine Uhren nur von Menschen denen ich traue. Oder ich weiß, wo ich diese ggfs. wieder finde ....

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mrdata
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von mrdata » 27 Jan 2020, 10:52

cool runnings hat geschrieben:
26 Jan 2020, 13:50
Wer außer ein paar Freaks schaut sich die Uhren mit der 10-fach Lupe an?
:mrgreen:
Ich sagte noch, der Bart sieht scheisse aus... aber das war Conchita wurschd.

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cool runnings
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von cool runnings » 28 Jun 2020, 08:33


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3fe
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von 3fe » 28 Jun 2020, 09:14

:shock:
Beste Grüsse
Jörg


If you see a toilet in your dream, do not use it. It's a trap.

möhne
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Re: Aufholen mit Technik

Beitrag von möhne » 28 Jun 2020, 12:01

cool runnings hat geschrieben:
26 Jan 2020, 13:50
Thomas H. Ernst hat geschrieben:
25 Jan 2020, 10:52
stere hat geschrieben:
24 Jan 2020, 11:26
Das klappt, wenn man a) das Wissen hat wie Du und b) zufälligerweise ein Original daneben liegen hat.
Oder c) das Original schon mal live gesehen hat. :idea:

Das Zifferblatt der Seamaster ist aus Keramik, nicht aus Metall. Da hat ein Sonnenschliff einen ganz anderen Lichteffekt.

Beim Uhrwerk ist die Fälschung unübersehbar.

Zeiger, Lünette und Druck ist auch gut zu unterscheiden, lediglich bei Gehäuse und Band muss man schon sehr genau hinsehen.
Ich befürchte auch, dass über 90% die Fälschung nicht erkennen würden, wenn das Original nicht daneben liegt oder sie dieses wirklich gut kennen.
Wer außer ein paar Freaks schaut sich die Uhren mit der 10-fach Lupe an? Und auch wir haben hier schon genügend Uhren von renommierten Herstellern mit angefressenen Zeigern oder unsauber aufgetragener Leuchtmasse gesehen. Selbst ein Patek mit einer Delle im Zifferblatt wurde bei einem Stammtisch schon gesehen. :whistling:

Deshalb gilt für mich auch das, was Lorenz geschrieben hat. Ich kaufe meine Uhren nur von Menschen denen ich traue. Oder ich weiß, wo ich diese ggfs. wieder finde ....

Da bin ich ganz bei Dir.Buy the seller....

Gruß!

Klaus

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