In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

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MikeB
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In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MikeB » 04 Jun 2021, 13:00

Ich besitze eine Seiko Samurai mit dem Werk Seiko 4R35. Nun verliert die Uhr täglich bei einer Tragezeit von 24 Stunden, also auch in der Nacht, rund 10 Sekunden, d.h. sie geht nach.
Nun mein Ansatz, wie könnte ich die Uhr in der Nacht am Besten ablegen, dass sie eventuell diesen Nachgang verkleinert oder sogar ausgleicht? Gibt es da vielleicht eine Regel die besagt in welche Lage die Uhr schneller oder langsamer läuft?

Sie ist ganz neu, zum ein regeln habe ich sie schon einem bekannten Seiko Spezialisten gegeben. Er sagt er hätte sie bestmöglich reguliert. Nochmal weggeben möchte ich sie jetzt nicht unbedingt. Ist irgendwie auch sicher nachvollziehbar.
Aber da geht doch noch was denke ich...

Ich glaube das ist meine letzte Seiko, mit einer Seiko Sumo habe ich ganz ähnliche Erfahrungen gemacht.

Nächste Uhr wird wohl eine Titoni Seascoper 600, Manufaktur Werk mit COSC Zertifikat, schade dass ich die nicht vor ein paar Wochen auf dem Schirm hatte.

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Sedi
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Sedi » 04 Jun 2021, 13:13

Tja, die guten Seiko-Traktorwerke, da kann man Glück und Pech haben. Mein billiger China-Diver mit Seiko NH35 macht aktuell eine tadellose Figur mit gerade mal um die 2 Sekunden Vorlauf am Tag. Aber da ist auch der Gang lagenabhängig und vor allem laufen die alle erst gut, wenn sie Vollaufzug erreicht haben -- so nach ein bis zwei Tage am Arm. Vorher braucht man gar nicht erst versuchen, irgendeine Aussage zu den Gangwerten zu treffen.
Erfahrungsgemäß laufen sie mit Zifferblatt oben etwas schneller. Kann aber sein, dass eine andere Lage noch schneller ist. Bei Zifferblatt oben herrscht halt etwas weniger Reibung im Werk.
Nachtrag: allgemein sind die "hängenden" Lagen langsamer -- also Krone rechts oder links, halt mit Zifferblatt senkrecht. Zifferblatt unten könnte auch funktionieren, nehme ich an, dass sie etwas schneller läuft.
Das muß die Uhr abkönnen!

MikeB
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MikeB » 04 Jun 2021, 13:40

Voll aufgezogen ist sie wohl. Ich trage sie jetzt ab Montag Nachmittag am Arm. Ich werde dann mal heute Nacht mit Zifferblatt oben ablegen und schauen ob und was es bringt.

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hart-metall
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von hart-metall » 04 Jun 2021, 15:04

MikeB hat geschrieben:
04 Jun 2021, 13:00
Nun mein Ansatz, wie könnte ich die Uhr in der Nacht am Besten ablegen, dass sie eventuell diesen Nachgang verkleinert oder sogar ausgleicht?
Guter Ansatz - nur: wie soll Dir einer von uns da helfen?

Das ist Deine Uhr, das musst Du ausprobieren - eine Pauschalaussage gibt es da nicht.
Ciao - Peter

Bitte verzeih, aber ich lese in einem Uhrenforum lieber über Uhren als über Leute, die gerne welche hätten.

MikeB
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MikeB » 04 Jun 2021, 15:32

Ich dachte es gäbe gerade für die fraglichen Seiko Werke eine Art Regel. Dann werde ich nicht am Selbstversuch vorbei kommen.

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Sedi » 04 Jun 2021, 15:41

Vielleicht nicht, aber bisher ist es eigentlich bei allen meinen Seiko-Werken und auch Citizen-Werken so gewesen, dass die mit Zifferblatt oben etwas schneller laufen. Ob das jetzt auf 100% aller Werke zutrifft, keine Ahnung, aber bei meinen trifft es bisher immer zu. Aber wenn man sie 24/7 trägt, kommen sicher noch viele andere Faktoren, wie das Verhältnis aller Lagen untereinander und in welcher die Uhr am häufigsten verweilt, sowie vermutlich auch Temperaturunterschiede, etc hinzu.
Bei mir ist es zB ulkigerweise so, dass die Uhr am Arm bei meiner Trageweise meistens etwas langsamer ist als beim Uhrmacher auf der Zeitwaage, anscheinend egal bei welchem Werk. Hab ich jetzt schon mehr als einmal festgestellt.
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MCG » 04 Jun 2021, 15:43

MikeB hat geschrieben:
04 Jun 2021, 15:32
Ich dachte es gäbe gerade für die fraglichen Seiko Werke eine Art Regel. Dann werde ich nicht am Selbstversuch vorbei kommen.
Gewisse Lagen tendieren zu einem gewissen Gangbild. Leider weiss ich aber nicht mehr welche Lagen zu welchem Tendenzen neigen… :oops:
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MCG » 04 Jun 2021, 15:45

Sedi hat geschrieben:
04 Jun 2021, 15:41
Bei mir ist es zB ulkigerweise so, dass die Uhr am Arm bei meiner Trageweise meistens etwas langsamer ist als beim Uhrmacher auf der Zeitwaage, anscheinend egal bei welchem Werk. Hab ich jetzt schon mehr als einmal festgestellt.
Ist bei mir übrigens auch so… 👍🏻
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Sedi » 04 Jun 2021, 16:42

MCG hat geschrieben:
04 Jun 2021, 15:45
Ist bei mir übrigens auch so… 👍🏻
Ich frag mich, ob das an der "Mischung" der verschiedenen Lagen am Arm liegt oder eher an der Körpertemperatur? Vermutlich beides, wobei ich keine Ahnung habe, wie viel Einfluss die Temperatur überhaupt hat -- so in Grad vs. "Sekunden Abweichung am Tag".
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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Hugybear » 04 Jun 2021, 17:14

Ich verstehe jetzt echt nicht, warum Du die Uhr nicht nochmals zum Regulieren gibst.
Meine Citizen Promaster hat diesbezüglich auch ein lange Geschichte hinter sich.
Ein Uhrmacher hat hingeworfen.
Dann habe ich sie aufgemacht und mit der Zeitwaage selbst so hinbekommen, dass sie heute
an meinem linken Arm stabil bei ca. +1 s/d läuft, wenn ich die NY0040 24/7 trage.
Dafür waren insgesamt auch drei - oder waren es sogar vier? - Anläufe notwendig.
So einfache Werke wie das von Dir genannte oder diverse Miyotas und Orients haben
eine maximale Lagendifferenz, die im Mittel der Population näher bei 20s als bei 10s
liegt.

Good luck!
Ich ticke immer richtig, manchmal aber anders

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MikeB » 04 Jun 2021, 18:43

Ich will sie auch mal tragen. Und irgendwie hoffe ich dass sie sich noch einläuft oder so. Im Herbst kann ich sie immer noch zum regulieren weg geben. Die Uhr war ja länger weg als an meinem Arm, irgendwie frustet dass. Am Anfang ging sie 30 Sek am Tag nach.

Eine Promaster habe ich auch. Die läuft aber erste Sahne. Da muss man sich nicht weiter darum kümmern.
Aber die Seikos machen bei mir Probleme oder eher Ärger.

Ich schrieb ja bereits, die nächste Zwiebel wird wieder aus dem Nachbarland sein. Obwohl ich von Seiko sehr viel halte, aber ich bin enttäuscht.

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Sedi » 04 Jun 2021, 20:36

Kann ich verstehen. Bei mir laufen die Seikowerke vor allem dann nach dem Mond, wenn ich sie nicht genug trage. Die Citizen/Miyota-Werke sind da durch die Bank stabiler. Aber so richtig schlimme Ausreißer hatte ich noch nicht -- weder bei Seiko noch Citizen.
Dafür gibt es bei den 8er-Miyota Werken (8200 und Konsorten) oft den "zappelnden" Sekundenzeiger. Die Sekunde ist indirekt angetrieben und irgendwo ist da eine Feder im Spiel, die oft nicht genug Druck ausübt, also "hängt" der Sekundenzeiger gerne mal oder stoppt gar sekundenweise ganz, wenn man den Arm ruckhaft bewegt.
Meines Erachtens die besten aktuellen japanischen Werke sind unter anderem die relativ neuen 9er-Citizen/Miyota-Werke. Aber bei Seiko hatte ich noch keine Uhr mit den besseren/teureren Werken, nur die Einstiegsklasse, wie 7S26/36 oder 4R35/36.
Das muß die Uhr abkönnen!

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von Hugybear » 05 Jun 2021, 07:56

MikeB hat geschrieben:
04 Jun 2021, 18:43
Ich will sie auch mal tragen. Und irgendwie hoffe ich dass sie sich noch einläuft oder so. Im Herbst kann ich sie immer noch zum regulieren weg geben. Die Uhr war ja länger weg als an meinem Arm, irgendwie frustet dass. Am Anfang ging sie 30 Sek am Tag nach.
Deinen Frust kann ich sehr gut nachvollziehen.
Bei den einfachen Werken - nicht nur den japanischen - kämpft der Uhrmacher oder auch Du mit der Tatsache, dass der Gang statisch sehr deutlich vom Tragen abweicht. Kennt der Uhrmacher das Werk nicht wirklich, ist das ein Ratespiel. Erschwerend kommt bei den Japanern das Fehlen einer Feinregulierungseinrichtung wie z.Bsp. die Exzenterschraube bei den 28er-ETAs hinzu.
Ich ticke immer richtig, manchmal aber anders

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MikeB » 05 Jun 2021, 11:22

Heute Nacht lag sie mit Krone oben. Dabei verlor sie in 12 Stunden 9 Sekunden. Schauen wir mal morgen wie es in einer anderen Lage läuft.

Jetzt aktuell hat sie in 5 Stunden am Arm 2 Sekunden verloren. Also wesentlich besser als auf dem Nachttisch :-)

Nicht ganz ernst gemeint, Japan was ist aus dir geworden. Früher hätte der verantwortliche Uhrmacher, um die Ehre seiner Firma und seiner Familie wiederherzustellen Seppuku begangen.
Heute sagt Seiko, die Uhr läuft innerhalb der Spezifikationen, alles in Ordnung mit der Uhr. Ich schreibe das aus eigener Erfahrung

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Re: In welcher Lage läuft das Werk am schnellsten?

Beitrag von MCG » 05 Jun 2021, 11:46

MikeB hat geschrieben:
05 Jun 2021, 11:22
Heute Nacht lag sie mit Krone oben. Dabei verlor sie in 12 Stunden 9 Sekunden. Schauen wir mal morgen wie es in einer anderen Lage läuft.

Jetzt aktuell hat sie in 5 Stunden am Arm 2 Sekunden verloren. Also wesentlich besser als auf dem Nachttisch :-)

Nicht ganz ernst gemeint, Japan was ist aus dir geworden. Früher hätte der verantwortliche Uhrmacher, um die Ehre seiner Firma und seiner Familie wiederherzustellen Seppuku begangen.
Heute sagt Seiko, die Uhr läuft innerhalb der Spezifikationen, alles in Ordnung mit der Uhr. Ich schreibe das aus eigener Erfahrung
Was genau kostete die Uhr? :whistling:
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