Quasi das 2892 von Richemont...

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unnnamed
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von unnnamed » 10 Aug 2021, 08:28

Die Eta-Modelle mag ich auch ganz gern. Aber das Manufrakturzeug... ne danke, echt nicht.
Schon immer wenn ich diese Blechbiegeübung sehe welche als Ankerbrücke verkauft wird... auf dem Foto zu erkennen.
Oder (eine Anleihe aus Russland eventuell??) diese Bleche unter dem Unruhkloben, da weiß man doch, dass man es mit
solider Uhrmacherei zu tun hat. Warum Lagerschalen schieben wenn man auch einfach Blechstreifen fertigen und
unterlegen kann.

Bild

Ein einfacher Aufzug, eigentlich nett, sympathisch. Ähnlich System Seiko.

Bild

... nur leider hat Seiko seine Spannräder deutlich besser im Griff.

Bild

Ich weiß, man sieht es nicht, aber die Zähne sind hier komplett rundgelutscht (noch etwas, das
Seiko besser kann, und die verstecken das Rad wenigstens nicht zwischen zwei geschliffenen und vergoldeten
Scheiben und man kann die Zähne betrachten, ob sie in Ordnung sind). Die Idee mit den Scheiben ist
nachvollziehbar, die Klinken bleiben zwingend an Ort und Stelle. Aber Seiko schafft das auch...

:whistling:
Gruß Bernd

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retroman
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von retroman » 10 Aug 2021, 12:37

unnnamed hat geschrieben:
10 Aug 2021, 08:28


Bild

Ich weiß, man sieht es nicht, aber die Zähne sind hier komplett rundgelutscht (noch etwas, das
Seiko besser kann, und die verstecken das Rad wenigstens nicht zwischen zwei geschliffenen und vergoldeten
Scheiben und man kann die Zähne betrachten, ob sie in Ordnung sind). Die Idee mit den Scheiben ist
nachvollziehbar, die Klinken bleiben zwingend an Ort und Stelle. Aber Seiko schafft das auch...

:whistling:
Dieses Rad ist bei Seiko aus Hartmetall. Und läuft nach vielen Jahren auch ein.

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unnnamed
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von unnnamed » 10 Aug 2021, 12:43

Ja. Nach vielen, vielen Jahren. Das hier wäre der erste Service für
die Uhr "aus italienischem Hause" gewesen :mrgreen:

Mag ein Ausreißer sein, aber trotzdem. Von Seiko kenne ich das nicht.
Wenn es dort nach Jahrzehnten hakt, mei, die 100€ waren damals in
den 90ern gut ausgegeben.

:whistling:

PS: dass es das Seiko Teil dann für kleines Geld wahrscheinlich noch
gibt und die Uhr nicht zum Hersteller muss bedarf wohl keiner Erwähnung.
Gruß Bernd

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von Hertie » 10 Aug 2021, 14:14

Interessante Diskussion, welche ausserhalb eines Fachforums so gut wie überhaupt keine Überlegungen mehr wert sind.

Die Technik bei Uhren hat mittlerweile keinen Stellenwert mehr.
Es geht darum was angesagt ist, deswegen ein gutes Investment verspricht und damit einhergend den Prestigelevel immer weiter hebt.

Ob Fließbandserienwerk oder skurrile Revisionskosten ist alles einerlei.

Und wenn JlC zu seinem Ewigen noch einen Tonfederwecker dazubastelt ist das zwar lustig, aber ein Dreizeigerfließbandwerk natürlich hochwertiger und um Welten begehrter.

Die Zeiten haben sich geändert. Leider.

Und ich glaube, Panerai befindet sich da in guter Gesellschaft und ist kein expliziter Vorreiter in Punkto Verarschung.
Gast-Member Nr.1 - am 15.2.2006 bereits im virtuellen Schlafsack vor der Türe wartend.

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Roger Ruegger
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von Roger Ruegger » 10 Aug 2021, 15:18

archimagirus hat geschrieben:
09 Aug 2021, 19:44
Was ich bei Panerai's aktueller Führung kritisiere ist das Marketing und die Fehlinformation an Presse und Blogger die den Müll ungeprüft in's www hauen....
Während wir vermutlich eine der wenigen Publikationen gewesen sind, die bei der Einführung des P.9200 etwas kritische Zurückhaltung gezeigt haben...
WatchTime.com hat geschrieben:It’s not clear how much of the P.9200 is made in-house — most Panerai manufacture calibers have at least a three-day power reserve, and all of its previous chronograph models have incorporated outsourced base movements
...muss man sich gleichzeitig auch vor Augen führen, dass es derzeit für Journalisten und Blogger sehr schwierig geworden ist, eine neue Uhr in die Hand zu kriegen, geschweige denn für ausführliche Tests zu kriegen. - Die Einführung der ersten drei Luminor Chrono Referenzen (alle drei mit massivem Boden) fand anlässlich der Watches & Wonders anfangs April statt, am Bildschirm, und Fragen wurden sehr ausweichend beantwortet. Dazu kommt, dass die wenigsten Publikationen heute noch von den Lesern unterstützt werden, insofern können es sich nur wenige Blogs leisten, die sprichwörtliche Hand, die einen füttert, zu beissen. Wie schon weiter vorne geschrieben, ich bin der erste, der für Transparenz einsteht, aber ganz so simpel ist das mit dem Prüfen momentan nicht. Wirklich interessant ist für mich da schon eher, welche Publikation wie schnell auf die neuen Infos reagiert hat, und welche nicht.
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archimagirus
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von archimagirus » 11 Aug 2021, 09:41

Roger Ruegger hat geschrieben:
10 Aug 2021, 15:18

...muss man sich gleichzeitig auch vor Augen führen, dass es derzeit für Journalisten und Blogger sehr schwierig geworden ist, eine neue Uhr in die Hand zu kriegen, geschweige denn für ausführliche Tests zu kriegen. - Die Einführung der ersten drei Luminor Chrono Referenzen (alle drei mit massivem Boden) fand anlässlich der Watches & Wonders anfangs April statt, am Bildschirm, und Fragen wurden sehr ausweichend beantwortet. Dazu kommt, dass die wenigsten Publikationen heute noch von den Lesern unterstützt werden, insofern können es sich nur wenige Blogs leisten, die sprichwörtliche Hand, die einen füttert, zu beissen. Wie schon weiter vorne geschrieben, ich bin der erste, der für Transparenz einsteht, aber ganz so simpel ist das mit dem Prüfen momentan nicht. Wirklich interessant ist für mich da schon eher, welche Publikation wie schnell auf die neuen Infos reagiert hat, und welche nicht.
....Roger, ich weiss durchaus das man eine 'kritische' Presse /Journaille in diesem Geschäft nicht findet.
Das war 'früher' als es ausschliesslich print Publikationen gab auch nicht besser/bzw anders.

Vollkommen richtig ist das die die im April vorgestellten Chronos alle einen geschlossenen Deckel hatten. Da konnten man noch gar nicht erkennen um was für ein Kaliber es sich handelt. War aber ein Grund mehr gegen Hodinkee oder wie er (Jose P.) es nennt 'HoeDinkee' wieder schwer verbal zu schiessen.
Gerade wenn man die Zusammenhänge und die Eigentümer dieses Unternehmens sieht, sollte man keinen liberalen Journalismus erwarten.
Aber gut, jeder braucht seine Ventile....

Zurück zum Thema...den angesprochenen Chronografen mit dem automatischen DD Modul .
Wenn man Panerai's 'Hauswerks Entwicklungsarbeit' ich vermeide jetzt mal das M Wort, das P9200 , welches mit einer 3 Tage GR,Flyback Funktion und eine 60 Minuten Messung aus der Mitte ausgestattet ist ( jetzt mal unter den Technik Freunden : "wo findet man den diese features heute??? ")
Mit diesem Werk kann man das Duografen Design (reduced) hervorragend umsetzen und hat durch den 2 Zeiger aus der Mitte sogar 3 Totalisatoren.
Bei den ersten Berichten wurde ja noch kolportiert dass das 9100 es ein 'kastriertes' (reduced features) P 9200 sei.

Das die 'Jouranille' weder die nackten Werte noch das Design und die features hinterfragt, offenbart ja die Misere (auf die Du ja hinweist)

Wenn Porsche einen neuen Sportwagen lanciert , nennen wir ihn mal 913....und dieser Wagen hat einen Tacho, der nur bis 220 km/h reicht mit einem 2.0 Liter Aggregat und einer Beschleunigung von 10 sec bis 100 km/h zu einem Listenpreis ähnlich dem 911 (aktuell) muss ich mir doch als Automobil Journalist einige Fragen stellen...

Nochmal .....ich besitze auch Werke mir DD Modul, von Panerai und anderen Herstellern....(AP hat lange mit Chronomodulen gearbeitet und hat noch nie so einen shitstorm erlebt) was ich kritisiere ist allein der Umgang (auch auf Nachfrage!) mit der Wahrheit bzw Informationen die vorenthalten werden.
So genannte 'alternative facts' ......gab's alles schon mal :wink:
Tickende Grüße, Jan!

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von khs3770 » 11 Aug 2021, 09:56

Na was mich halt nervt, ist diese ganze Werkeflut mit den p.???-Nummern, bei denen ich nicht mehr durchblicke.
Als die 233 damals 2006 mit dem p.2002 eingeführt wurde, hat man das ganz klar als Manifattura-Werke im Gegensatz zu den schnöden anderen OP XYZ, die woanders herkamen, positioniert.
Meine 190 mit dem JlC1877-basierten OP XIV-Achttagewerk war nicht so superduper wie die neuen eigenen Werke. Punkt. Dann auf einmal kam so was wie p.999 (Piaget 838P) und so ging es munter weiter. Nun also Baumatic im anderen Kleid… :oops:

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MCG
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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von MCG » 13 Aug 2021, 23:43

Interessant und peinlich die ganze Sache! Nicht zum ersten Mal, und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal…
LG aus Mostindien - Markus

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von ocean2000 » 25 Aug 2021, 13:12

Gruß aus Wien
Leon

Glauben heißt, etwas für wahr halten, das man als unwahr erkannt hat. (Arthur C. Clarke)

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von khs3770 » 25 Aug 2021, 14:03

Danke und so sehr interessiert ich seine Artikel immer lese, manchmal klingt es dann doch etwas wild... :oops:
Panerai has simply burried their head in the sand and is waiting for the storm to pass. As I have been made aware, several Panerai employees are extremely upset with what has occured and are considering leaving the company for good.

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von lottemann » 25 Aug 2021, 14:30

Autsch

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von unnnamed » 25 Aug 2021, 21:15

Da José hier offensichtlich mitliest, wie wäre es denn mit einer anderen Firma des selben Konzern?

... Cartier hatte (!) da ein Teil im Programm, da hat es mir so richtig den Stecker gezogen. Ich dachte
wirklich ich hätte ein Fake vor mir. Nö, kein Fake. "Bitte wie viel haben die dafür verlangt???" :rofl:

... ich bin selten im Laden, halte dann aber genau so wenig mit den Kommentaren hinterm Berg. In
einen Laden darf man mich halt nicht stellen. Ich sag was ich denke. Kein guter Verkäufer :oops:
Gruß Bernd

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von archimagirus » 26 Aug 2021, 09:47

unnnamed hat geschrieben:
25 Aug 2021, 21:15
Da José hier offensichtlich mitliest, wie wäre es denn mit einer anderen Firma des selben Konzern?

Das diese policy bei Richemont usus ist, wurde doch schon in vielen Diskussionen erörtert und diskutiert.
Jose hat sich halt explizit auf Panerai eingeschossen und konzentriert sich eben hauptsächlich darauf.

In diesem Falle ist es halt durchgängig versaubeutelt worden ....angefangen von der plumpen Modellbezeichnung ...dann ein Standard Kaliber ohne jegliche Finisage und Bearbeitung ....und zu guter letzt' wurde das Boutiquen Personal noch angehalten dem Kunden zu erzählen es wäre 'inhouse'

Bei dem P999 hat man noch explizit darauf hingewiesen das dieses Werk von Piaget (...> ebenfalls aus Valfleurier) stammt.....hat(te) damals auch kaum einen Panerai Kunden interessiert...

Vielleicht hat der Konzern auch erkannt das es völlig Wumpe ist ob man etwas selbst konstruiert / oder konstruieren lässt ....oder sich die kompletten Werke per DHL schicken lässt und sie dann im 2.Stock einschalt.......bei vielen Modellen der verschiedenen Marken des Konzerns zählt halt nur der 'look' und das Image welches dieses Produkt (scheinbar) projiziert.

Das Hublot mit seinen HUB1300 ein schnödes Sellita SW300 verwendet hat doch auch noch keinen zu einem solchen viralen sh..storm animiert.

Spielen auch in etwa in der gleichen Preisklasse.
Tickende Grüße, Jan!

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von unnnamed » 26 Aug 2021, 09:54

Hublot und SW meine ich nicht. Es geht schlimmer. 8)
Gruß Bernd

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Re: Quasi das 2892 von Richemont...

Beitrag von MCG » 26 Aug 2021, 11:30

archimagirus hat geschrieben:
26 Aug 2021, 09:47

Das Hublot mit seinen HUB1300 ein schnödes Sellita SW300 verwendet hat doch auch noch keinen zu einem solchen viralen sh..storm animiert.

Spielen auch in etwa in der gleichen Preisklasse.
Nur hat Hublot das nie als inhouse Kaliber bezeichnet…
LG aus Mostindien - Markus

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