Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

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Hamish Dalziel
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Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Hamish Dalziel » 30 Sep 2020, 22:58

Hallo,

jetzt war ich ein ganzes Weilchen nicht mehr uhrenmässig aktiv (genauer, ich warte immer noch auf eine bestellte Uhr, die nicht kommt) und auch nicht hier im Forum - aber nun muss ich doch mal was fragen, was mich schon ewig irritiert.

Als ich noch preiswerte Quarzuhren getragen habe, hat es mich immer irritiert, wenn der Sekundenzeiger nicht exakt auf die Indizes springt. Ich dachte mir damals, dass das sicherlich an den billigen Zwiebeln liegt und bin dann ohnehin auf schöne mechanische Uhren umgeschwenkt.

Aber letzte Woche habe ich bei Uhrsachen in Bern nun 3 Grand Seiko Quarzuhren gesehen, und für mich war immer klar, dass bei einer GS dann sicher alles perfekt wäre, dass da irgendwo in Japan jemand sitzt und die Uhren kontrolliert und die gar nicht erst aus dem Werk lässt, wenn es da was zu beanstanden gibt.
Nun war es aber so, dass an allen 3 Uhren der Sekundenzeiger halt "irgendwie" herumgehüpft ist - und nach dieser langen Vorrede nun meine Frage: Ist das normal, weil beispielsweise nicht exakter zu fertigen? Erwarte ich zuviel? Ist das bei den mechanischen springenden Sekunden (Habring) besser? Und natürlich: bin ich vielleicht bekloppt?

Vielen Dank, ich bin da echt gespannt, ob jemand sich zu diesem Thema auch Gedanken macht... ;-)
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Quadrilette172
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Quadrilette172 » 30 Sep 2020, 23:07

Hamish Dalziel hat geschrieben:
30 Sep 2020, 22:58
............ Und natürlich: bin ich vielleicht bekloppt?....................

Da Du Dich wieder im Forum tummelst: Ja, auf jeden Fall :!: :mrgreen: :wink:

Soweit ich mich erinnere, war das im Forum auch schon Thema - aber ehrlich gesagt bin ich zu faul, um zu suchen, sorry,

Habe hier gerade eine ca. 40 Jahre alte Eterna Quarz - da trifft der Sekundenzeiger doch tatsächlich die Indices - geht doch :!: :wink:

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Sedi
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Sedi » 30 Sep 2020, 23:21

Ich kenne das vor allem von den günstigen Ronda-Werken, wie dem 515, aber auch dem 715, dass der Zeiger nicht durchgehend die Indices trifft, was am "Spiel" zwischen den Rädern liegt. Meine japanischen Uhren sind da eigentlich schon sehr viel besser. Aber zB eine einfache Dreizeiger-Citizen BN0150 hat genauso viel Spiel wie ein Ronda. Die etwas teureren Citizens oder auch Casios sind da viel exakter -- meine Casio Edifice-Modelle und auch die Citizen-Funk-Modelle sind recht präzise. Das es aber bei den Grand Seikos sowas gibt, hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Ich muss aber auch sagen, dass ich da mit dem Alter immer entspannter werde und mich das eigentlich kaum stört.
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jeannie
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von jeannie » 30 Sep 2020, 23:50

Hamish Dalziel hat geschrieben:
30 Sep 2020, 22:58
Und natürlich: bin ich vielleicht bekloppt?
Ist das ein Problem?

Bei den mechanischen Uhren ist das kein Problem, da stottert der Zeiger in Fünftel-, Sechstel-, Achtel- oder gar Zehntelsekundentakt über das Zifferblatt.

Bei Quarzuhren, die die ganze Sekunde springen erwarte ich von nicht ganz billigen Uhren, dass sie den Strich treffen.

Dazu kommt noch der Umstand, das nicht mittig plazierte Zifferblätter sehr interessante Effekte erzielen: von voll getroffen bis ganz daneben und das Ganze schön abwechselnd.
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von MCG » 01 Okt 2020, 09:56

Grundsätzlich dürfte das ja kein Problem sein. Der Sekundenzeiger kann ja so gesetzt werden, dass er die Indizes trifft - FALLS die Fertigungstolleranzen einigermassen etwas hergeben.

Es erstaunt mich, dass das scheinbar auch für höherwerige Quarzer ein Problem ist...
LG aus Mostindien - Markus

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Hamish Dalziel
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Hamish Dalziel » 01 Okt 2020, 09:57

OK,

so der Konsens scheint zu sein, dass ich evtl. bekloppt bin - aber auch, dass man die genauen Sekundenschritte (bzw. das Treffen der Indizes) erwarten können sollte. Ich hatte das in Bern nicht zum Thema gemacht, man hat ja immer ein schlechtes Gewissen, wenn man in einem kleinen Laden steht ("Bitte aufgrund der aktuellen Situation nur 2 Parteien im Laden") und man versperrt mit eigenartigen Fragen den anderen Kunden den Zutritt.

@Quadrilette172
Ich hatte beim Suchen nichts gefunden - Suchbegriffe sind da etwas schwierig.

@Sedi
Naja, Altersmilde ist ok - aber ich würde mich da jedesmal beim Draufschauen nerven. Ich habe so eine Citizen Solarfunkchrono-Reiseuhr, da steht der Chrono-Sekundenzeiger nicht genau auf der 12. Irrelevant und nervtötend.

@jeannie
So ganz privat und OT: Am Samstag ist ein Mini-Meeting in LU, vielleicht bist Du ja interessiert...
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Knall
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Knall » 01 Okt 2020, 14:05

Bei meiner GS Quarz stoppte der Sekundenzeiger nahezu perfekt über den Indizes aber nie bei allen und nie völlig perfekt. Also sicher besser als bei "billigeren" Uhren aber eben nie bei allen völlig perfekt. Auch springt er geringfügig drüber und dann zurück. das ist aber so gewollt.
Gruss
uwe
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Sedi » 01 Okt 2020, 16:10

Hamish Dalziel hat geschrieben:
01 Okt 2020, 09:57
Ich habe so eine Citizen Solarfunkchrono-Reiseuhr, da steht der Chrono-Sekundenzeiger nicht genau auf der 12.
Das kann man eigentlich immer nachjustieren. Außer der Chronozeiger springt in 1-Sekundenschritten und ist schlecht gesetzt. Ich hab schon öfter gebrauchte Quarz-Chronos gekauft, wo man erstmal die Zeiger nachjustieren musste. Am schlimmsten neulich bei einer Seiko mit ewigem Kalender, wo wohl jemand gemeint hat, er kann das alles ohne die Bedienungsanleitung einstellen. Da war nahezu alles verstellt, Chronozeiger, Datum, die 24-Stundenanzeige, nichts stimmte und der Vorbesitzer hat sich gewundert, wieso die Uhr Blödsinn anzeigt, da er sie wohl schon so bekommen hatte.
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Hamish Dalziel » 01 Okt 2020, 16:42

Naja, im Handbuch gibt es "Kontrollieren und Korrigieren der aktuellen Grundstellung", aber da kann ich den Zeiger in Sekundensprüngen einstellen, was natürlich das Problem genau nicht behebt. Oder machst Du das mit "aufschrauben und Rohrzange"? ;-)

Das würde meine Fähigkeiten dann eher übersteigen...
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Hamish Dalziel » 01 Okt 2020, 16:43

Irgendwann gibt's eine Spring Drive - dann ist das Problem endgültig beseitigt.
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Hamish Dalziel
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Hamish Dalziel » 01 Okt 2020, 17:06

😬 Fällt eher unter die Rubrik "Sauglattismus"
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von MuellerB » 01 Okt 2020, 20:34

Die meisten Quarzuhren schaffen es nicht, dass die Indizes genau immer genau getroffen werden. Es gibt m.W. nur ein Werk, wo das wirklich klappt. Ich meine gelesen zu haben, dass es dort explizit im Lastenheft stand. Die Videos sind, ebenso wie die Uhr, atemberaubend. Leider nicht ganz günstig.
https://watchesbysjx.com/2019/03/citize ... solar.html
____________________________
Gruß, Björn

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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Sedi » 01 Okt 2020, 21:41

"nur ein Werk"? Ich weiß nicht, meine Citizens und Casios schaffen das eigentlich mehrheitlich. Ich dachte, ein Problem dabei sei der höhere Energiebedarf bei engeren Toleranzen im Räderwerk. Wenn's nicht so schlackert, braucht's mehr Strom.
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Re: Exaktheit von Quarzuhrsekunderzeigerpositionen

Beitrag von Thomas H. Ernst » 02 Okt 2020, 15:49

Hamish Dalziel hat geschrieben:
30 Sep 2020, 22:58
Vielen Dank, ich bin da echt gespannt, ob jemand sich zu diesem Thema auch Gedanken macht... ;-)
Oh ja.

Ich bin eigentlich wieder zur Mechanik zurück gekommen weil es mich genervt hat dass die billigen Quarzer die Indexe nicht treffen. Wobei man ja noch unterscheiden muss zwischen konsequent gleich daneben, was sich noch richten liesse, oder immer mal anders daneben, was halt nicht zu korrigieren ist.

In den 80ern hatte ich eine Seiko Seiko 7A38-7080, das Teil war sehr teuer aber absolut perfekt.
Bild

Bei den Astron kann man die Zeiger über die Knöpfe justieren, die treffen dann sehr zuverlässig.

Insgesamt würde ich keine Quarzuhr über 1'000,- kaufen die hier nicht sauber läuft.
Grüsse Thomas
Euer Board-Admin

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