Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

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Thomas H. Ernst
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von Thomas H. Ernst »

mhanke hat geschrieben: 25 Mär 2024, 12:47 Das Kaliber UN-32 bzw UN-33 im Ewigen Kalender von UN hat noch den Exzenter-Aufzug aus dem Lémania 1340, ...
Wie schon geschrieben, verfügte das Lemania 134x, wie auch sein Omega Pendant 104x, über ein Differenzialgetriebe als Drehrichtungswechsler. Ebel hat für sein Kaliber 137, neben dem Verlegen des Minutenzählers aus dem Zentrum, dieses Differenzial aus patentrechtlichen Gründen gegen einen "Magic-Lever" getauscht.

Ich wusste gar nicht dass diese Werkebasis heute noch verwendet wird.

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mike_votec
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von mike_votec »

Dafür liebe ich unser kleines aber feines Forum. Das hier vorhandene Know How ist immer wieder großartig.

Auch wenn ich nicht immer alles 100%ig verstehe, trotzdem Danke dafür!😀👏
Grüße,

Michael
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MCG
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von MCG »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 25 Mär 2024, 17:50
mhanke hat geschrieben: 25 Mär 2024, 12:47 Das Kaliber UN-32 bzw UN-33 im Ewigen Kalender von UN hat noch den Exzenter-Aufzug aus dem Lémania 1340, ...
Wie schon geschrieben, verfügte das Lemania 134x, wie auch sein Omega Pendant 104x, über ein Differenzialgetriebe als Drehrichtungswechsler. Ebel hat für sein Kaliber 137, neben dem Verlegen des Minutenzählers aus dem Zentrum, dieses Differenzial aus patentrechtlichen Gründen gegen einen "Magic-Lever" getauscht.

Ich wusste gar nicht dass diese Werkebasis heute noch verwendet wird.

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Dann hatte ich also doch recht: das Breguet 582 hat einen Klinken Aufzug. Es basiert anscheinend auf dem Ebel 137-er… der Weiterentwicklung des Lemania 1340/134x…
https://www.intlwatchleague.com/showthr ... N-content)
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Ralf
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von Ralf »

Nachdem die genannten Fakten einigermaßen verdaut sind kommt der nächste Gang: Der Rotor. Dazu braucht es aber etwas einfache Physik.
Entscheiden für dessen Aufzugleistung ist das Trägheitsmoment J:
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Klartext: man integriert alle Massenteile m, multipliziert mit ihrem Abstand r zur Drehachse im Quadrat auf.
Vergleicht man jetzt zwei Trägheitsmomente unterschiedlich großer Rotoren J(1) und J(2), dann erhält man den Längenmaßstab m(l).
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Da r der halbe Durchmesser ist gilt das auch für m(l).
Bleibt noch die Masse m. Eigentlich ist die Masse = Dichte ρ mal Volumen und Volumen = Länge hoch 3.
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Der Massemaßstab somit
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Bei identischer Dichte beider Rotoren kann man kürzen, also weglassen.
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Nimmt man beim Rotor an, die Dicke bleibe konstant, wegen der Bauhöhe, dann ist
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Alles zusammen ist der Maßstab für das Trägheitsmoment
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Ab hier wirds wieder praktisch!
Nimmt mal nun 2 Werke unterschiedlicher Größe, zum Beispiel
  • 25,6 mm
  • 30,0 mm
dann ist der Längenmaßstab 1,172 (17,2% größer). Hoch vier für das Trägkeitsmoment bedeutet Faktor 1,886 (88,6% mehr Drehmoment).
Selbst wenn man, um das Rotorlager nicht mehr zu belasten, die Masse des Rotors konstant hält, dann bleiben immer noch 37,3% mehr Drehmoment übrig, von wegen r².

Kleiner Unterschied im Durchmesser, aber große Wirkung! Wenn man also z.B. die Aufzugsleistung des 775x mit anderen Werken vergleicht, dann sollte man die Größe bei der Betrachtung nicht ignorieren und nur auf das Prinzip sehen. Erklärt nebenbei auch, warum Werke mit Mikrorotoren so kniffelig sind.
Man liest sich!

Ralf
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mhanke
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von mhanke »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 25 Mär 2024, 17:50
Ich wusste gar nicht dass diese Werkebasis heute noch verwendet wird.
Ebel hat das cal. 137 an UN verkauft, die haben es dann mit der eigenen Si-Hemmung und Unruhbrücke weiterentwickelt.

Marcus
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Thomas H. Ernst
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von Thomas H. Ernst »

MCG hat geschrieben: 26 Mär 2024, 00:56Es basiert anscheinend auf dem Ebel 137-er… der Weiterentwicklung des Lemania 1340/134x…
Nicht so ganz.

Lemania hat selber auch Hand an das 134x gelegt, ebenfalls einen "Magic Lever" verwendet und das Werk dann 1352 bzw. 1377 genannt. Wie schon erwähnt, bin ich davon ausgegangen dass diese Konstruktion längst nicht mehr eingesetzt wird. Während die Differenzial Umsetzung sehr effizient und verschleissarm gewesen ist, war die Variante mit dem "Magic Lever" immer ein wenig anfällig.

Ich hatte ja mal eine Ebel mit dem 137er sowie eine Rainer Brand Carcassonne mit 1352. Beide mussten mehrfach in den Service und waren nicht sehr gut im Aufziehen. Eine Omega Speedmaster Mark IV hingegen, hat diesbezüglich perfekt funktioniert.
Grüsse Thomas
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MCG
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von MCG »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 26 Mär 2024, 11:54
MCG hat geschrieben: 26 Mär 2024, 00:56Es basiert anscheinend auf dem Ebel 137-er… der Weiterentwicklung des Lemania 1340/134x…
Nicht so ganz.

Lemania hat selber auch Hand an das 134x gelegt, ebenfalls einen "Magic Lever" verwendet und das Werk dann 1352 bzw. 1377 genannt. Wie schon erwähnt, bin ich davon ausgegangen dass diese Konstruktion längst nicht mehr eingesetzt wird. Während die Differenzial Umsetzung sehr effizient und verschleissarm gewesen ist, war die Variante mit dem "Magic Lever" immer ein wenig anfällig.

Ich hatte ja mal eine Ebel mit dem 137er sowie eine Rainer Brand Carcassonne mit 1352. Beide mussten mehrfach in den Service und waren nicht sehr gut im Aufziehen. Eine Omega Speedmaster Mark IV hingegen, hat diesbezüglich perfekt funktioniert.
Kann ich so nicht bestätigen, mein Breguet 582 in der XX Läuft hervorragend, zitter hervorragend auf, und das seit 19 Jahren… 🤷🏻‍♂️
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Re: Aufzugsleistung Tudor-Kaliber MT5612 in der Pelagos

Beitrag von Thomas H. Ernst »

MCG hat geschrieben: 26 Mär 2024, 11:59Kann ich so nicht bestätigen, mein Breguet 582 in der XX Läuft hervorragend, zitter hervorragend auf, und das seit 19 Jahren… 🤷🏻‍♂️
Das Alter ist nicht so entscheidend, eher die Betriebsstunden. Der Stift auf dem der "Magic Lever" gelagert ist, läuft bei regelmässiger Nutzung mit der Zeit ein und damit verkantet sich der Hebel was der Effizienz sehr abträglich ist. R. Habring hat aus diesem Grund mal haltbarere Stifte selbst gefertigt.
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