Ich verstehe die Einwände sehr gut – gerade das Thema sichere Handhabung einer Waffe unter Stress und die Gefahr für Dritte sind ja absolut berechtigt.
Jeder muss für sich ehrlich reflektieren, ob und wie weit er in so einer Extremsituation gehen möchte – und auch, ob er Verantwortung und Risiko tragen kann. Und jeder Erwachsene sollte sich richtig einschätzen können, sofern er nicht etwas eingeschränkt ist.
Ich persönlich bin ein friedfertiger und besonders unter Stress wenig impulsiver Mensch. Das war schon immer so und entspricht auch meinen privaten wie beruflichen Lebenserfahrungen, ansonsten hätte ich schon viele Möglichkeiten gehabt, in meinem Berufsleben auszuzucken.

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Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – könnte ich es nur schwer ertragen, wenn mir mit Gewalt begegnet wird und ich mich nicht mit aller Kraft wehren würde.
Es geht mir dabei nicht um materiellen Verlust, sondern um mein Prinzip und meinen Rechtssinn. Allein der Gedanke, dass ein Täter womöglich nie gefasst wird, macht mich unrund – und treibt mich dazu, in solchen Momenten aktiv zu handeln.
Und obwohl ich schon Jahre nicht aktiv auf dem Schießstand war, kann ich mit einer Waffe gut umgehen. Natürlich ersetzt das kein regelmäßiges Training, das ist mir bewusst.
Aber für mich zählt hier vor allem, dass ich im entscheidenden Moment nicht völlig handlungsunfähig wäre.
Ich habe vor einigen Jahren schon einmal in einer Nothilfesituation eingegriffen – mit Krankenhausaufenthalt danach – und weiß daher, dass Wegsehen für mich trotzdem keine Option ist und ich immer wieder gleich handeln würde. Ich bin erwachsen und ich kann die Konsequenzen tragen, aber ich möchte mich nicht dem vermeintlich Stärkeren ausserhlab jeglicher Rechtsnormen beugen, wenn ich eine Chance sehe, dies zu verhindern.
Darum gilt für mich: Wenn ich als Juwelier überfallen würde, würde ich mich wehren – auch mit einer Waffe.
Nicht, um „den Helden zu spielen“, sondern weil es mit meinem Charakter und meinen Prinzipien schlicht unvereinbar wäre, tatenlos zuzusehen wenn anderen Unrecht geschieht, oder ich selbst solchen Elementen zum Untertan werden würde.
Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden – und es gibt dabei kein „richtig“ oder „falsch“, nur persönliche Grenzen und Werte.
Und nochmals : es geht um das Recht und dass dieses niemals dem Unrecht krimineller Elemente weichen muss, und nicht um den Verlust von materiellen Dingen.
Gast-Member Nr.1 - am 15.2.2006 virtuell bereits im Schlafsack vor der Türe wartend.