Letztes Jahr an Weihnachten sprach ich mit meinem im Tessin lebenden Schwager Klaus über meine Idee,mir zu meinem anstehenden runden Geburtstag in diesem Jahr, eine Uhr aus meinem Geburtsjahrgang 1965 zu kaufen - quasi als Geburtstagsgeschenk von mir für mich.
Klaus ist ein passionierter vintage Seikosammler und ein echt guter Hobbyuhrmacher, der seine Seikos direkt in Japan einkauft und dann wieder auf Vordermann bringt inklusive Revision der Uhrwerke. Das alles von der Piecke auf im kompletten Selbststudium Eine Grand Seiko aus 1965 kam in den Fokus, aber die waren seinerzeit alle mit Handaufzug. In den Fokus kamen daher Vorläufermodelle der ersten GS mit Automatikwerk, der 62 GS oder ähnliches.
Wir gingen nach Weihnachten auseinander, Klaus „wollte mal schauen“. Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich mich dann auf die IWC 666 eingeschoßen und wurde dann ja auch recht schnell fündig - Jahrgangsuhr
Im Januar kamen dann die ersten Bilder aus dem Tessin:




Für ihre knapp 60 Jahre war die Uhr noch gut erhalten und vor allem noch nicht rund poliert. Der Boden mit dem Medallion aus 18 Karat Gold war auch noch in gutem Zustand - was oft nicht der Fall ist. Ich war also gespannt, was in den nächsten sieben Monaten passieren würde.
Hier noch ein paar Bilder von der Uhr wie sie aus Japan ankam:








Verbaut ist das Kaliber 6246A. Ein Automatikwerk von 35 Rubinen mit Tag und Datum, das mit 19800/h schwingt und damals schon einen Sekundenstop und eine Datumsschnellverstellung mitbrachte. Etwas das meine IWC 666 leider nicht hat. Das Werk hatte auch schon länger keinen Uhrmacher gesehen und hatte brauchte wohl auch ein paar Ersatzteile.
Ein wenig zur Geschichte der Uhr
Laut Seriennummer war das ein seltenes Exemplar des 6246-9000 Seikomatic Chronometers, den Seiko von nur Juli 1965 bis August 1966 so verkauft hat. Mitte 1966 verlangte die CICC („Commission Internationale des Contrôles Chronométriques“), dass das Label „Chronometer“ nur für Uhren zugänglich sei, die die Zertifizierung im Basler Labor oder in den Zertifizierungseinrichtungen des CICC erfolgreich bestanden haben.
Ab diesem Zeitpunkt begann Seiko, den Begriff „Chronometer“ auf seinen Zifferblättern nicht mehr zu verwenden, mit Ausnahme von Modellen, die die Schweizer Zertifizierung erfolgreich bestanden haben, zum Beispiel den Astronomical Observatory „Chronometer“ im Jahr 1969.
Aus dem 624X Chronometer wurde die erste Grand Seiko mit Automatikwerk - die bei Seikosammlern durchaus begehrte „62GS“. Hauptsächlich sind die 62GS-Modelle also eigentlich Seikomatic “Chronometer”, aber aufgrund der Schweizer Intervention im Jahr 1966 beschloss Seiko, den Namen dieser Modelle einfach komplett zu ändern. Die 62GS-Modelle sind nicht mehr mit dem Chronometer-Label auf dem Zifferblatt versehen und auch die Gravur auf dem Rotor entfiel bei den „neuen“ Modellen.
Also lag da eigentlich die von mir gewünschte „Grand Seiko mit Automatikwerk“ aus 1965 im Tessin.
To be continued…







































