Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

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Kadsch1
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Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Kadsch1 »

Liebe Uhrenfans, ... Vor 9 Monaten kaufte ich über deren online Shop eine Steinhart Ocean One Vintage Black Edition - also DLC. Vor einigen Tagen bemerkte ich einen hässlichen 2 cm Kratzer an der Schließe was eigentlich gar nicht sein kann, weil ich die Uhr weder Outdoor, noch beim Werken oder Sport trug, nur Büro. ...

Bitte kein Bashing posten, Privatfehden mit Drittpersonen haben hier nichts verloren.
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Thomas H. Ernst
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Thomas H. Ernst »

Egal ob DLC oder PVD, es gibt nichts was man nicht verkratzen könnte, selbst Saphirgläser und Diamanten sind davon nicht ausgeschlossen.

Ich persönlich würde auf Keramik setzen, schwarz beschichtetes Metall hat zumindest in dieser Preisklasse immer eine recht überschaubare Halbwertszeit da die Beschichtung gar nicht als Kratzschutz gedacht ist.
Grüsse Thomas
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Paulchen
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Paulchen »

Im UF ist er mit dem ersten Posting rausgeflogen.
Weiß Gott, wo er sich noch angemeldet hat.
H-P
mart
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von mart »

Wenn ich den übriggebliebenen, einleitenden Teil richtig deute, hat er/sie:
1) Eine neue, optisch einwandfreie Uhr mit Bechichtung erhalten.
2) Nach 9 Monaten einen 2cm Kratzer in der Schliesse gehabt.
3) Er ausschliesst, dass er es war.

...und den Rest so: Er versucht irgend jemanden dafür zu blamen, dass er sich den Kratzer vsl. selbst eingefangen hat.

In den abenteuerlichen Gedankengang muss man erst einmal einsteigen können (und wollen). :lol:
A) Kratzer in der Schliesse hat man sich m.E. ruckzuck gefangen, auch ohne es zu merken.
B) Die gewählte Beschichtung ist dann vermutlich die dümmste Ausgangslage resp. die Beste, damit der Schmiss auch richtig gut zur Geltung kommt. :mrgreen:
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Thomas H. Ernst
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Thomas H. Ernst »

mart hat geschrieben: 06 Mär 2026, 19:57 ...und den Rest so: Er versucht irgend jemanden dafür zu blamen, dass er sich den Kratzer vsl. selbst eingefangen hat.

In den abenteuerlichen Gedankengang muss man erst einmal einsteigen können (und wollen). :lol:
A) Kratzer in der Schliesse hat man sich m.E. ruckzuck gefangen, auch ohne es zu merken.
B) Die gewählte Beschichtung ist dann vermutlich die dümmste Ausgangslage resp. die Beste, damit der Schmiss auch richtig gut zur Geltung kommt. :mrgreen:
Sehr gut zusammengefasst! :thumbsup:
Grüsse Thomas
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unnnamed
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von unnnamed »

Der TS sitzt einem Trugschluss auf, dem so manch Kunde generell anhängt. Das fehlende Wissen
und das unreflektierte Lesen der Eigenschaft der Beschichtung führen zu der irrigen Annahme, dass
DLC, da sehr hart, wohl ein Leben lang keine Abnutzungsspuren aufweise. Und es ist anzunehmen,
dass wegen dieser Fehlinterpretation gelegentlich auch weniger Acht gegeben wird.

Wie es in wohl allen Foren schon unzählige Mal geschrieben wurde: Die Beschichtungen sind im
Bereich von ein oder zwei Tausendstel Millimetern. Das Trägermaterial ist unverändert weich.
So etwas muss bei entsprechender Einwirkung einfach in der Beschädigung der Beschichtung mit
deutlichem Hervortreten des Trägermaterials resultieren.

Für PTMs im Grunde durchaus ein geeignetes Veredelungsverfahren, so lange es eben niemals zu
einer Einwirkung kommt, welche beschriebene Schäden verursacht. Dann beginnt das Armageddon.
Die DLC Beschichtung verhindert sehr viel, aber nicht alles.
Gruß Bernd
Wider den postfunktionalen Konsum mit Neuzustandsfetisch.
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mhanke
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von mhanke »

Man muss es aber auch nicht übertreiben. Nach elf Jahren hat mein DLC-beschichteter Breitling Chronomat, der wirklich schon viel mitgemacht hat und aufgrund seiner Abmessungen Konflikten nicht aus dem Weg geht, zwei winzige Dellen, und ein oder zwei punktförmige Kratzer, die durch die Beschichtung gegangen sind, alles mit freiem Auge kaum zu sehen. INsgesamt erachte die DLC-Beschichtung schon als sehr gut.

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Marcus
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Roger Ruegger
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Roger Ruegger »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 05 Mär 2026, 01:10Ich persönlich würde auf Keramik setzen, ...
Ich auch, wobei fairerweise gesagt werden muss, dass der Ersatz eines zwar unverkratzten aber gebrochenen Gehäuses aus Keramik für viele auch nicht ohne Frust ist. Kurz gesagt: wer eine schwarze Uhr will, muss wissen, wo er oder sie bereit ist, Abstriche zu machen.
  • Forged Carbon: leicht (was nicht jedem gefällt) und grundsätzlich dauerhaft (weil durchgefärbt), aber schwierig punkto Ökobilanz, Wertigkeit/Haptik und Auffrischung
  • Keramik: höchste Ästhetik, vermutlich höchste momentan erreichbare Resistenz bei Kratzern, kann aber brechen
  • DLC/PVD: wenige können die Beschichtung richtig einsetzen (bspw. mit einem gehärteten Gehäuse), Kratzer sind grundsätzlich möglich, Auffrischung schwierig, dafür vergleichsweise günstig
Unter dem Strich ist's für mich ähnlich wie bei Bronze-Uhren: je günstiger die Uhr, umso eher mache ich das Experiment mit Beschichtung oder Karbon mit, je teurer, umso eher würde ich nur zu Keramik greifen wollen.
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Thomas H. Ernst
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Thomas H. Ernst »

Roger Ruegger hat geschrieben: 14 Mär 2026, 10:55 Unter dem Strich ist's für mich ähnlich wie bei Bronze-Uhren: je günstiger die Uhr, umso eher mache ich das Experiment mit Beschichtung oder Karbon mit, je teurer, umso eher würde ich nur zu Keramik greifen wollen.
Das denke ich auch.

Das Bruchrisiko schätze ich eher gering ein, da hat der Träger dann ganz andere Probleme. :whistling:
Grüsse Thomas
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Ralf
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Ralf »

Mal ein bisschen mehr Grundlagen zum Thema Kohlenstoff. Das ist ein sehr vielseitiges chemisches Element. So vielseitig, dass es Grundlage eines eigenen Teilgebiets der Chemie begründet: organische Chemie (Kombination von Kohlenstoff mit Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Halogene). Hier geht es sogar nur um den Kohlenstoff pur, nicht als Verbindung.

Es geht auch nicht um Stahl, also um ein Eisen-Kohlestoff-Gemisch. Die Funktion dort ist eine physikalische Wechselwirkung auf das Kristallgitter, keine chemische Reaktion. Stichwort Tigmentierung, man kann thermisch den Kohlenstoffanteil erhöhen und so Edelstähle härtbar machen, das hat aber mit DLC nichts zu tun. Zu der Abkürzung komme ich später noch mal.

Der reine Kohlenstoff kann als Feststoff in verschiedenen Formen vorkommen.
  • Amorph (Hauptbestandteil von Ruß)
  • Graphit (hexagonalen Kristallsystem, nimmt man aber kaum als Kristall wahr, da die Schichten leicht aufeinander abrutschen. Echte Bleistift sind selten, meist ist es ein Graphitstift.
  • Faser (ähnlich Graphit, aber eben faserförmig, künstlich ausgerichtet wird der Zusammenhalt innerhalb der Schichtebene ausgenutzt)
  • Diamant (verdammt hart und auf einmal durchsichtig und farblos)
Nur bei der Faserform ist das Aufdampfen auf eine Metalloberfläche ziemlich sinnlos. Alle anderen drei Formen werden aufgedampft. Üblicherweise in Gleitlagern. Weil bei Gleitlagern der Verschleiß relativ hoch ist, wenn beide Seiten aus demselben Material sind. Entweder man verwendet unterschiedliche Materialien (z.B. kombiniert Stahl mit Messing) oder packt was dazwischen. Entweder flüssig (z.B. Öl) oder fest (z.B. Graphit oder Teflon). Dabei ist es von Vorteil, wenn der Feststoff nicht lose herumkrümelt, sondern fest mit der Metalloberfläche verbunden ist, damit er auch dort bleibt, wo er wirken soll. Und genau das macht DLC: es bringt Kohlenstoff auf einer Oberfläche an.

Und jetzt beginnt das Problem mit dem Begriff DLC. Ist die Abkürzung von Diamond-like-Carbon. Wird aber nicht nur für Kohlenstoff in Diamantform verwendet, sondern auch für amorphen Kohlenstoff und Graphit. Als Gleitbeschichtung funktionieren alle drei gut. Aber selbst wenn es Diamantform ist, sind es winzige einzelne Partikel und kein durchgehendes Kristall. Und diese Schicht ist nur wenige 1000tel Millimieter dick. Schafft es eine Kante, die Schicht auseinander zu schieben, dann ist der Kratzer drin. Was in Gleitlagern kein Problem ist, weil üblicherweise keine scharfen Kanten eingebaut werden.

Wie gut die Partikel auf der Oberfläche haften, hängt von der Sorgfalt und Erfahrung des Beschichters ab. Firmen, die das gut können, lassen sich das auch entsprechend gut bezahlen. You get, what you pay for. Ich weiß nicht, welche Kohlenstoffform der Beschichter von Steinhart verwendet. Optisch tut es auch amorph oder Graphit. Legal ist es auch.

Ich selber kaufe nichts mehr mit DLC Beschichtung. Lieber Stahl pur, den kann ich selber aufarbeiten, wenn Kratzer drin sind, die mich störten. Habe ein Taschenmesser mit beschichteter Klinge. Learning by doing.
Man liest sich!

Ralf
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Roger Ruegger
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Re: Erfahrungsbericht Uhr der Firma Steinhart

Beitrag von Roger Ruegger »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 14 Mär 2026, 11:15Das Bruchrisiko schätze ich eher gering ein, da hat der Träger dann ganz andere Probleme. :whistling:
Auf Facebook war diese Woche grad wieder von einem einem Besitzer einer Keramik-Uhr mit einem Listenpreis von $16'700.00 zu lesen, dessen Uhr ins Waschbecken gefallen sei, dabei soll die Keramik-Lünette gebrochen sein.
Die erste Offerte war (davon ausgehend, dass wir alle von USD reden) "$6'975 as they claim they need to also replace the case ($4'100)." mit dem Resultat, dass er will not be buying another ceramic watch." Die zweite Offerte schien dann merklich tiefer, der Fall zeigt aber halt dennoch, dass Keramik auch nicht grundsätzlich sorgenfrei ist, vor allem, wenn das Gehäuse etwas aufwändiger bearbeitet zu sein scheint. - Von Rado hört man bspw. eher selten von Brüchen, dort scheinen die Gehäuse selbst genug robust oder dem Material entsprechend gebaut/geformt zu sein. Andere Anbieter müssen Radiergummies mitgeben, um Streifen zu entfernen. Nichtsdestotrotz, ich würde ebenfalls zuerst zu Keramik greifen, aber die Black Bay hat dann prompt eine Krone und Lünette aus Edelstahl mit PVD-Beschichtung.

PS: Danke Ralf für den Background :thumbsup:
PPS: I habe Biokeramik vergessen :mrgreen:

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