PRIM Tschechische Qualitätsuhren

Allgemeine Diskussionen rund um zeitgenössische Uhren
watch
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Beitrag von watch » 05 Mai 2006, 20:51

Hallo, zur Vervollstandigung noch ein Bild der Original PRIM-Orlik Uhr von 1965:

http://forum.chronomag.cz/postgallery.p ... iginal.JPG

Fritsche
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Argon

Beitrag von Fritsche » 09 Mai 2006, 10:17

Wie ich eben auf der HP (http://www.prim.cz) gelesen habe, hat Prim/Elton nun auch die Möglichkeit, Uhren unter Schutzgas (Argon) einzudosen, angeblich sogar für die Serienproduktion.

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Beitrag von watch » 09 Mai 2006, 17:55

Sogar ein patentiertes Verfahren. Das ist wohl eine der möglichen Individualisierungen bei Prim. Die erste Uhr mit Argon ist die Tycho Brahe vom Tschechischem Fussballtorwart Petr Cech. Und die erste Serie sind die erwähnten Chronomag limited edition Uhren. Diese haben die Argon-Behandlung umsonst bekommen, weil die Herstellung wegen der langen Diskusionen uber die endgultige Form sich verzogert hatte.

zeno x
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Beitrag von zeno x » 12 Mai 2006, 11:11

Und was ist der Vorteil von dieser Argon-Schutzatmosphäre. Hat die Uhr dann einige spezielle Eigenschaften?

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 12 Mai 2006, 11:55

zeno X hat geschrieben:Und was ist der Vorteil von dieser Argon-Schutzatmosphäre.
Die normale Umgebungsluft enthällt immer etwas Feuchtigkeit, mal mehr, mal weniger, abhängig vom Wetter. Das Argon aus der Flasche ist trocken. Problem ist, das nach Verschliessen der Uhr - langfristig gesehen - das Argon nicht drin und die Feuchtigkeit nicht draussen bleibt.
Man liest sich!

Ralf

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Don Tomaso
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Beitrag von Don Tomaso » 12 Mai 2006, 11:57

Ralf hat geschrieben:
zeno X hat geschrieben:Und was ist der Vorteil von dieser Argon-Schutzatmosphäre.
Die normale Umgebungsluft enthällt immer etwas Feuchtigkeit, mal mehr, mal weniger, abhängig vom Wetter. Das Argon aus der Flasche ist trocken. Problem ist, das nach Verschliessen der Uhr - langfristig gesehen - das Argon nicht drin und die Feuchtigkeit nicht draussen bleibt.
Wie hiess es so schön im Zeitschreiber-Forum: "Marketing-Schmäh". Jaja, die Wiener...
Gruss

Thomas

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zeno x
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Beitrag von zeno x » 17 Mai 2006, 01:17

Don Tomaso hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
zeno X hat geschrieben:Und was ist der Vorteil von dieser Argon-Schutzatmosphäre.
Die normale Umgebungsluft enthällt immer etwas Feuchtigkeit, mal mehr, mal weniger, abhängig vom Wetter. Das Argon aus der Flasche ist trocken. Problem ist, das nach Verschliessen der Uhr - langfristig gesehen - das Argon nicht drin und die Feuchtigkeit nicht draussen bleibt.
Wie hiess es so schön im Zeitschreiber-Forum: "Marketing-Schmäh". Jaja, die Wiener...
Nach einer längeren Pause bin ich wieder da. Danke euch Leute für Ihre Infos. Also handelt es sich hier nur um ein Marketinginstrument. Oder hat es doch etwas in sich?
Na ja, nichts ist unmöglich! :D :D :D

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 17 Mai 2006, 11:59

zeno x hat geschrieben:Also handelt es sich hier nur um ein Marketinginstrument. Oder hat es doch etwas in sich?
>Marketingwerkzeug< muss ja per se nichts Schlechtes sein.
Nur im konkreten Fall ist des Verhältnis von Aufwand zu Nutzen zumindest fragwürdig, da der versprochen Vorteil nur ziemlich kurzfristig gegeben ist.
Man liest sich!

Ralf

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Beitrag von Fritsche » 17 Mai 2006, 12:41

Ich glaube zwar auch, dass die Argonfüllung nur ein paar Tage bestand hat, aber es kommt auch darauf an, wie das angepriesen und zu welchem Aufpreis vermarktet wird. Bis jetzt habe ich auf der HP nur lesen können :

...V konečném důsledku by se měla zvýšit nejen celková životnost, ale především odolnost v extrémnějších situacích, kdy dochází k velkým výkyvům teplot, případně poklesu teploty hluboko pod bod mrazu...

So ungefähr: "Im Ergebnis sollte sich nicht nur die Lebensdauer erhöhen können, sondern auch die Strapazierfähigkeit bei starken Temperaturwechseln insbesondere unter den Gefrierpunkt."

Also Verwendung des Konjunktivs; eine eher zurückhaltende Anpreisung und keine Mondversprechen. Das finde ich jetzt nicht unseriös.

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 17 Mai 2006, 19:00

Fritsche hat geschrieben:Das finde ich jetzt nicht unseriös.
>fragwürdig<
(fraglich, ungewiss, anfechtbar, zweifelhaft)
und
>unseriös<
(nicht aufrichtig, unehrlich, unernst, unzulässig)
ist auch nicht das Selbe, mal ganz davon abgesehen, dass sich das >fragwürdig< auf das Aufwand-/Nutzenverhältnis bezog und nicht auf das Angebot oder die Werbung.
Man liest sich!

Ralf

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Beitrag von zeno x » 17 Mai 2006, 20:17

Jetzt weiß ich nicht mehr, was eigentlich die Werbung ist und was die Wahrheit. Zumindest hoffe ich, dass es doch etwas in sich hat, wenn keine Feuchtigkeit in die Uhr eindringt. Vieleicht gibt es eine spezielle Dichtung, die langfristig auch Luftdicht ist. Dann hält es wenigstens bis zur Öffnung. Aber vielleicht. Es ist nur eine Vermutung, aber ob es in der Wirklichkeit so ist, weiß ich nicht.

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frederic
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Beitrag von frederic » 17 Mai 2006, 20:23

Über Argon hatten wir uns schon im ehemaligen WBF ausgelassen.

Ein netter Gag, der nichts kostet und den man teuer vermarkten kann.

Stichwort : vergoldete Currywurst :mrgreen:

Die Kosten der Argonfüllung einer Uhr kann man nur in hundertstel Centbruchteilen angeben. Das Auf- und Zumachen ist der eigentliche "Wert"


Gruss
frederic , Schutzgaskenner

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 17 Mai 2006, 21:50

zeno x hat geschrieben:Vieleicht gibt es eine spezielle Dichtung, die langfristig auch Luftdicht ist. Dann hält es wenigstens bis zur Öffnung.
Eine Dichtung, die nicht luftdicht (korrekt Formulierung wäre >gasdicht<) ist, ist schlicht und einfach undicht.

Kein Elastomer, der auf diesem Planet bekannt ist, ist bei den Schnurstärken, die in Armbanduhren Platz haben, so diffusionsdicht, das sich über einen längeren Zeitraum ein Gefälle im Partialdruck innen zu aussen nicht ausgleicht, ich rede hier von einigen Wochen bis Monaten. Die Funktion einer intakten Dichtung besteht darin, diesen Ausgleich soweit abzubremsen, dass nicht so viele Wassermoleküle eindringen können, dass sie sich innen wieder zur Flüssigkeit zusammenfinden, sprich >kondensieren<. Das funktioniert aber nur für die begrenzte Zeitspanne, in den Uhren üblicherweise exterm hohen Partialdrücken von Wasser und extremen Druckunterschieden aussen höher als innen ausgesetzt werden, es handelt es sich um Stunden, maximal Tage. Das Argon hat keinen nennenswerten positiven, wie negativen Einfluss auf die Diffusionsgeschwindigkeit. Es hat eine Einfluss auf den Zeitpunkt, an dem die Wassermoleküle kondensieren. Da H2O in Argon nicht löslich ist, geschieht dies früher als in Luft, die immerhin bei 20°C und normalem Luftdruck 15gr Wasser pro Kilo Luft aufnehmen kann.

Bild

P.S.:
Eine etwas weniger trockene Erklärung meinereinerseits findet sich unter FAQ: Sind wir nicht alle ein bisschen - nicht ganz dichtl :wink:
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Ralf

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Beitrag von Fritsche » 18 Mai 2006, 08:16

Frage:

kann es sein, dass es, was die Feuchte in der Uhrenatmosphäre angeht, wesentlich mehr sinn macht, wenn man jedesmal wenn man sich auf einem Pass oder in einem Flugzeug befindet, die Schraubkrone öffnet (sofern die Aufzugswelle nicht zusätzlich gedichtet ist...) und mit dem "Überdruck" (feuchte-) Luft abläßt?

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Thomas H. Ernst
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Beitrag von Thomas H. Ernst » 18 Mai 2006, 09:54

Fritsche hat geschrieben:... und mit dem "Überdruck" (feuchte-) Luft abläßt?
Um unmittelbar darauf möglicherweise noch Feuchtere hineinzulassen? Im Flugzeug würde das wegen des Druckausgleiches eh nicht klappen.

Ich stell mir gerade vor wie das auf dem Pass oben pfeift ... :lol: :lol:

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Grüsse Thomas
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