Valjoux7750 / Vor- & Nachteile?

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ducaticorse21
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Valjoux7750 / Vor- & Nachteile?

Beitrag von ducaticorse21 » 20 Mär 2006, 17:28

Hallo zusammen,

ein andere Thread hat mich zu folgender Frage inspiriert.

Immer wieder ist zu lesen "Oh nein, nicht schon wieder ein 7750 Chronograph. Immer dieser Großserien-Einheitsbrei".

Was spricht wirklich gegen dieses Werk? Oder doch was dafür? Denn in der Fachpresse wird es eigentlich durch die Bank als zuverlässig und robust gerühmt. Und mit ein paar Zierschliffen und gebl. Schrauben sieht es auch ganz nett aus.

Warum wird trotzdem immer nach "Manufakturwerken" gerufen? Was können diese besser, ausser teurer zu sein? Können sie überhaupt etwas besser.

Mich interessieren in diesem Zusammenhang ausnahmsweise mal nur sachliche Argumente, sowohl Pro wie auch Contra... :wink:
Gruß
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jeannie
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Re: Valjoux7750 / Vor- & Nachteile?

Beitrag von jeannie » 20 Mär 2006, 17:54

Wenn es bei Uhren um sachliche Argumente geht dann bleibt nur eines: kaufe eine Quarzuhr.

Quarzuhren sind robuster, langlebiger, billiger, genauer als jedes mechanische Werk.

Entschuldige, aber ebenso könntest die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen. :shock:
http://www.watchtools.ch Uhrenwerkzeug, direkt aus der Schweiz.

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Wikinger
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Beitrag von Wikinger » 20 Mär 2006, 17:58

Nein, ich glaube er wollte einfach mal die Argumente hören, was dieses Werk betrifft. Denn manchmal ist man wirklich verunsichert, bei den vielen Äußerungen zu den Standartwerken.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 20 Mär 2006, 18:53

Wenn jemand schon etliche 7750 beinhaltende Uhren hat, ist es schon ein berechtigter Wunsch, auch mal was anders zu wollen.

Ansonst ein bisschen dick, ein bisschen gross, aber genau deswegen ist es ein robustes, bezahlbares (weil ökonomisch herstellbar konstruiert) und bei entsprechender Stufe auch sehr genaues Chronografenwerk. Nicht besonders hübsch, aber ziemlich problemlos.
Man liest sich!

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Beitrag von ducaticorse21 » 20 Mär 2006, 18:56

Wikinger hat geschrieben:Nein, ich glaube er wollte einfach mal die Argumente hören, was dieses Werk betrifft. Denn manchmal ist man wirklich verunsichert, bei den vielen Äußerungen zu den Standartwerken.

Du hast es richtig erkannt. Danke. Na ja, andere können oder wollen Fragen nicht verstehen... :evil:

Es muss doch möglich sein wirklich mal sachlich an ein Thema heranzugehen. Und bitte keine unsinnigen Querverweise auf Quartz, ich denke die Frage ist eindeutig formuliert... :roll:
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Beitrag von Crusader » 20 Mär 2006, 19:33

Ich versuche mal, nicht auf der ganz hohen Ebene einzusteigen ...

Es gibt erstaunlich viele Berichte in Foren , dass der Chrono-Sekundenzeiger des 7750 sich nicht halbwegs gelichmäßig fortbewegt, sondern unregelmäßig springt - wenn das bei meiner Uhr der Fall wäre, würde es mich kolossal ärgern und nach einem anderen Uhrwerk Ausschau halten lassen.

Der Rotor hat den Charakter eines Schwungrades, und bringt gelegentlich die ganze Uhr zum Zittern (wie ich gehört habe selbst bei IWC-getunten Werken). Manche lieben es, manche hassen es ... ich habe ein einziges 7750er Werk, und ich liebe es. Das ist aber keine Garantie, dass es mir bei einem zweiten Chronographen auch noch gefallen würde - könnte sein, dass es mir auf die Nerven geht.

Die Bauhöhe wurde schon erwähnt - sie ist absolut lästig, vor allem wenn man immer noch mal ca. 1,8mm für ein antimagnetisches Innengehäuse dazurechnen muss (wie ich das gerne habe). Die Bauhöhe ist m.E. für den tagekomfort ausschlaggebender als Größe und Gewicht der Uhr.

Nur so ein paar Gedanken. :wink:

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Beitrag von ducaticorse21 » 20 Mär 2006, 19:37

Ralf hat geschrieben:
Ansonst ein bisschen dick, ein bisschen gross, aber genau deswegen ist es ein robustes, bezahlbares (weil ökonomisch herstellbar konstruiert) und bei entsprechender Stufe auch sehr genaues Chronografenwerk. Nicht besonders hübsch, aber ziemlich problemlos.

Heisst daß im Umkehrschluß, daß Manufakturwerke filigraner, daher auch anfälliger sind?

Ist das Valjoux im Vergleich ein robustes, zuverlässiges deutsches Mittelklasseauto ( stimmt so nicht mehr unbedingt :wink: ), und Manufakturwerke sind wie anfällige, schöne ital. Sportwagen ( stimmt so immer noch 8) )?

Wäre die optimale Uhr dann nicht am besten ein sehr schön designtes Gehäuse ( für´s Herz ), versehen mit einem robusten Valjoux ( für den Verstand ) ? Wie gesagt, einfach mal eine These...
Gruß
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Beitrag von Ralf » 20 Mär 2006, 19:49

ducaticorse21 hat geschrieben: Heisst daß im Umkehrschluß, daß Manufakturwerke filigraner, daher auch anfälliger sind?
Nein.
Erstens hat die ganze Sache, besonders die sachliche ~ (!!!), nichts mit Manufaktur oder Zulieferer zu tun.
Zweitens ist die fette Hervorhebung falsch gesetzt:
Ralf hat geschrieben:
Ansonst ein bisschen dick, ein bisschen gross, aber genau deswegen ist es ein robustes, bezahlbares (weil ökonomisch herstellbar konstruiert) und bei entsprechender Stufe auch sehr genaues Chronografenwerk. Nicht besonders hübsch, aber ziemlich problemlos.
Kleiner ist teurer und ungenauer - bei gleichem Preis.
ducaticorse21 hat geschrieben: Wäre die optimale Uhr dann nicht am besten ein sehr schön designtes Gehäuse ( für´s Herz ), versehen mit einem robusten Valjoux ( für den Verstand ) ? Wie gesagt, einfach mal eine These...
Wie gesagt >zu dick, zu hässlich, zu häufig<, wenn man über das theoretisch Optimum nachdenken würde. Die Maximallösung war aber wohl nie die Absicht des 7750, sondern der bezahlbare Kompromiss.
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Beitrag von falko » 20 Mär 2006, 20:06

Das 7750 wird deshalb so häufig verwendet, weil es so gut ist. Es gibt allerdings unterschiedliche Qualitätsstufen. In bester Ausführung und sorgfältig reguliert braucht es sich vor keinem anderen Chronografenkaliber zu verstecken.

Ich besitze übrigens keine Uhr mit Valjoux 7750!
Viele Grüsse

Gerd


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_Christoph
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Re: Valjoux7750 / Vor- & Nachteile?

Beitrag von _Christoph » 20 Mär 2006, 20:58

ducaticorse21 hat geschrieben:Hallo zusammen,

ein andere Thread hat mich zu folgender Frage inspiriert.

Immer wieder ist zu lesen "Oh nein, nicht schon wieder ein 7750 Chronograph. Immer dieser Großserien-Einheitsbrei".

Was spricht wirklich gegen dieses Werk? Oder doch was dafür? Denn in der Fachpresse wird es eigentlich durch die Bank als zuverlässig und robust gerühmt. Und mit ein paar Zierschliffen und gebl. Schrauben sieht es auch ganz nett aus.

Warum wird trotzdem immer nach "Manufakturwerken" gerufen? Was können diese besser, ausser teurer zu sein? Können sie überhaupt etwas besser.
PRO 7750:
- absolut ausgereift
- das einzige bezahlbare Automatic-Chronographenwerk auf dem Markt
- Ersatzteilversorgung kein Problem
- gute Gangwerte
- durch verschiedene Module (und das 7751) existert eine gewisse
Vielfalt rund um dieses Werk

CONTRA 7750:
- Stand der Technik von vor über 30 Jahren
- Vertikalkupplung mit den bekannten Nachteilen wie
Springen beim Start und Ruckeln
- einfache Kulissenmechanik aus Stanzteilen
- kein Flyback
- relativ serviceunfreundlicher Aufbau
- absolut langweilig, da überall verbaut
Das große Uhrwerkearchiv unter http://www.uhrwerksarchiv.de
uhrwerksarchiv auf Facebook

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Beitrag von ducaticorse21 » 20 Mär 2006, 21:27

Bis hier erst einmal vielen Dank für die sachlichen Postings... Gerne weiter so... :wink:

Dann mal ein kurzes Zwischenfazit.

Für eine sportlische Uhr, bei der die Bauhöhe nicht unbedingt eine primäre Rolle spielt, durchaus "State of the Art"...!?

Bei eleganteren Chronos eher weniger, weil zu hoch...!?
Gruß
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Janosch
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Beitrag von Janosch » 20 Mär 2006, 22:50

ducaticorse21 hat geschrieben:Für eine sportlische Uhr, bei der die Bauhöhe nicht unbedingt eine primäre Rolle spielt, durchaus "State of the Art"...!?
Das triffts ganz gut :wink:
1PS pro 4,28 kg Fahrzeuggewicht :-)

Grüße von Janosch

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Beitrag von _Christoph » 20 Mär 2006, 23:21

ducaticorse21 hat geschrieben:Bis hier erst einmal vielen Dank für die sachlichen Postings... Gerne weiter so... :wink:

Dann mal ein kurzes Zwischenfazit.

Für eine sportlische Uhr, bei der die Bauhöhe nicht unbedingt eine primäre Rolle spielt, durchaus "State of the Art"...!?
Seit das Lemania 5100 nicht mehr produziert wird, ist das tatsächlich so.

Bei eleganteren Chronos eher weniger, weil zu hoch...!?
Zu hoch, zu "einfach" (im Sinne von kein Schaltrad, keine Horizontalkuppung, kein Flyback-Mechanismus, keine wirklich feine Rückerjustierung per Millimeterschraube o.ä.).
Das große Uhrwerkearchiv unter http://www.uhrwerksarchiv.de
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DirkZ
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Beitrag von DirkZ » 21 Mär 2006, 01:12

ducaticorse21 hat geschrieben:Für eine sportlische Uhr, bei der die Bauhöhe nicht unbedingt eine primäre Rolle spielt, durchaus "State of the Art"...!?
Hallo Stefan,

zum Thema "state of the art" im Chronographenbereich finde ich die veröffentliche Meinung von Thomas ganz gut:

http://www.watchbizzforum.de/r47/viewto ... 7750#84529

Persönlich habe ich eine Schwäche für das Valjoux 7750. Ich bin fasziniert von der Ganggenauigkeit und Robustheit dieses Werkes.

Gruß
Dirk

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Beitrag von schredder66 » 21 Mär 2006, 07:51

Crusader hat geschrieben:Der Rotor hat den Charakter eines Schwungrades, und bringt gelegentlich die ganze Uhr zum Zittern (wie ich gehört habe selbst bei IWC-getunten Werken). Manche lieben es, manche hassen es ... ich habe ein einziges 7750er Werk, und ich liebe es.
Jepp, ganz meine Meinung - und deshalb liebe ich das 7750 :idea: 8) :wink: !

Crusader hat geschrieben:Das ist aber keine Garantie, dass es mir bei einem zweiten Chronographen auch noch gefallen würde - könnte sein, dass es mir auf die Nerven geht.
Na, na, mal den Teufel nicht an die Wand - meine nächste Investition, der Navitimer von Breitling, wird auch "nur" ein getuntes 7750 inne haben :roll: :lol: !
HARRY (Member No. 25)

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