Wie eine Taschenuhr öffnen??

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scarvy
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Wie eine Taschenuhr öffnen??

Beitrag von scarvy » 14 Mai 2007, 13:45

Hallo,

ich würde gerne mal folgende Uhr öffnen, nur leider hab ich absolut keine Ahnung wie ich das anstellen soll... Um den Deckel zum Ziffernblatt zu öffnen drückt man halt einfach die den Drücker in der Krone, dann klappt der Deckel auf. Auf der Rückseite ist auch so ein "Scharnier", wo der Rückdeckel aufklappen könnte (wenn man weiß wie ;) ):

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Ja also das isse und die würde ich mir gerne mal von innen anschauen. Jemand eine Idee (für Profis sicherlich ne simple Frage, aber ich steh echt aufm Schlauch und kaputtmachen will man ja auch nischt)?


Gruß
Raphael

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Thomas_G.
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Beitrag von Thomas_G. » 14 Mai 2007, 14:39

Hallo Raphael,

an sich sollte das kein Problem sein, udn vor solchen Fragen haben wir alle schon einmal gestanden. Der Deckel ist nur gedrückt, und an einer Stelle in der Naht zwischen Boden und Korpus ist immer eine kleine Nut, an der man a. den Fingernagel ansetzen kann (geht in 60 % aller Fälle bei Taschenuhren), oder b. ein Uhrmachermesser, respektive ein Taschenmesser mit dünner Klinge. Vorsichtig hebeln, dann ist der Boden schon auf.
Ich habe auf dem Bild die Stelle markiert, die Nut kann man ganz gut an dem abgesenkten Stück Rand erkennen.
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Viel Glück!

Thomas
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Beitrag von Mikrolisk » 14 Mai 2007, 15:42

Und den inneren Staubdeckel, den Du dann erblicken wirst, bekommst Du ebenfalls genau so auf!

Andreas
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Hauke Heffels
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Beitrag von Hauke Heffels » 14 Mai 2007, 16:20

Damit Man(n) nichts verkratzt nimmst du dir eine Klarsichttüte ( Gefrierbeutel et. ) oder ein anderes durchsichtiges Stück Plastik und setzt dann erst das Messer an. Also mit der Klinge durchs Plastik und dann erst in die Öffnung des Deckels . Meist reicht das "einführen" also ohne Hebeln.

Hauke Heffels
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Beitrag von Thomas_G. » 14 Mai 2007, 16:58

Handlicher als die Gefriertüte ist es, wenn man einen Streifen Tesafilm über die Klinge klebt. Funktioniert genau wie die Tüte, nur muss man nicht drei Sachen koordinieren.
Das mit dem Staubdeckel stimmt auch, und was das bedeutet, steht fest: Wir wollen Bilddäääää von dem Werk sehen!
Also, aufmachen, marsch, marsch! :D

Gruß,
Thomas
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scarvy
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Beitrag von scarvy » 14 Mai 2007, 19:23

So da wäre ich wieder...


Vielen Dank für die hilfreichen Tips, haben mir sehr geholfen wie ihr gleich sehen werdet. Zum Werk kann ich leider nischt genaueres sagen und es ist auch kein besonderes, aber vieleicht fallen euch ein paar Worte dazu ein.

Soderle, nun aber die bilder:


Am Anfang war der Staubdeckel...



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Und darunter war doch tatsächlich ein Handaufzugswerk... :shock:
















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Na da haben wir ja noch in letzter Sekunde (naja Stunde) die letzten Sonnenstrahlen sinnvoll genutzt ;)


Raphael

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Beitrag von Roland Ranfft » 15 Mai 2007, 01:38

Hallo Raphael,

gar nicht mal so no-name wie mancher denkt. Die wenigen Favor-Kaliber des Herstellers Schätzle & Tschudin stehen in vielen Registern. Hier ein paar Daten des Werks:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... wk&Favor_6

Möglichweise ist die Firma auch organisatorisch interessant, denn die Standorte drängen die folgende Arbeitsteilung förmlich auf:
Pforzheim: Fertigung
Weil am Rhein: Schmuggel über die Schweizer Grenze in beide Richtungen.

Gruß, Roland Ranfft
Das größte Uhrwerk-Archiv im Internet:
http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... fft&&2uswk

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