Sellita 300

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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

hermann hat geschrieben:Hallo

Dieses Werk hatte schon teilweise massive Probleme mit der Gangreserve, als es noch ETA 2892 geheißen hat.
Meiner Ansicht nach eine komplette Fehlentwicklung, an der man aus mir unbekannten Gründen festgehalten hat. Eventuell schon eine Versuch in Richtung geplanter Obsoleszenz?

Gruß hermann
Nein, sorry, kann ich überhaupt nicht bestätigen! Im Gegenteil!
Ich habe viele Uhren mit 2892A2! ALLE laufen teilweise seit über 10 Jahren perfekt - Gang, wie Reserve.
Nur das 2892-2 hatte in der Tat Gangreserve Probleme...

Hier geht es aber darum, dass das Sellita die Gangreserve nicht hinbringt, weil (meiner Meinung nach) ein falsches Öl oder aber die mechanischen Tolleranzen nicht eingehalten werden...
LG aus Mostindien - Markus
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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

nasowas hat geschrieben:
hermann hat geschrieben:Hallo

Dieses Werk hatte schon teilweise massive Probleme mit der Gangreserve, als es noch ETA 2892 geheißen hat.
Meiner Ansicht nach eine komplette Fehlentwicklung, an der man aus mir unbekannten Gründen festgehalten hat. Eventuell schon eine Versuch in Richtung geplanter Obsoleszenz?

Gruß hermann
Hallo Hermann,

Du hast sicher schon einige hundert oder tausend Exemplare des ETA 2892 auf dem Tisch gehabt und an dieser Stelle viel mehr Erfahrung.
Nichtsdestotrotz wundert die die Aussage in Ihrer Pauschalität.
Ich habe das 2892 in einer Omega und einer Sinn. Beides Toolwatches und werden daher von mir als Feierabenduhren getragen. D.h. etwa 6 Stunden am Tag Tragezeit bei mäßiger Aktivität (nicht zum Sport) genügen um eine ausreichende Gangreserve aufzubauen, so dass die Uhren durchlaufen.

Auf Grund dieser Erfahrung würde ich ein konstruktives Problem zunächst leugnen wollen und behaupten, dass allenfalls ein Toleranzproblem in der Fertigung vorliegt, bzw. die Konstruktion sehr anspruchsvoll für die Fertigung ist.

Gruß
Benjamin

Teile Deine Meinung voll und ganz: in der A2 Version (welche jetzt aber ausch schon viele Jahre verbaut wird) ist es kaum zu toppen.
LG aus Mostindien - Markus
archimagirus
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Re: Sellita 300

Beitrag von archimagirus »

MCG hat geschrieben:
archimagirus hat geschrieben:Verstehe Ich das richtig ?
Hublot hat jetzt ein Eta in Deine CF eingebaut??
yep!

Gibt es da Bilder dazu?
Wie stehst Du zu diesem 'Service' keine emotionalen Dellen zum Produkt bzw zur Manufaktur?
Tickende Grüße, Jan!
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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

hermann hat geschrieben:
nasowas hat geschrieben:
hermann hat geschrieben:Hallo

Dieses Werk hatte schon teilweise massive Probleme mit der Gangreserve, als es noch ETA 2892 geheißen hat.
Meiner Ansicht nach eine komplette Fehlentwicklung, an der man aus mir unbekannten Gründen festgehalten hat. Eventuell schon eine Versuch in Richtung geplanter Obsoleszenz?

Gruß hermann
Hallo Hermann,

Du hast sicher schon einige hundert oder tausend Exemplare des ETA 2892 auf dem Tisch gehabt und an dieser Stelle viel mehr Erfahrung.
Nichtsdestotrotz wundert die die Aussage in Ihrer Pauschalität.
Ich habe das 2892 in einer Omega und einer Sinn. Beides Toolwatches und werden daher von mir als Feierabenduhren getragen. D.h. etwa 6 Stunden am Tag Tragezeit bei mäßiger Aktivität (nicht zum Sport) genügen um eine ausreichende Gangreserve aufzubauen, so dass die Uhren durchlaufen.

Auf Grund dieser Erfahrung würde ich ein konstruktives Problem zunächst leugnen wollen und behaupten, dass allenfalls ein Toleranzproblem in der Fertigung vorliegt, bzw. die Konstruktion sehr anspruchsvoll für die Fertigung ist.

Gruß
Benjamin
Hier findest du einen Service Bericht von mir (Etwas runter scrollen) von einer Omega mit modifiziertem 2892er: https://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=17&t=20637
Alleine die vielen Teile vom Rotor bis zur Feder und die Lagerung derselben stellt aus meiner Sicht schon ein konstruktives Problem dar. Das Vorgänger Werk 2824 kommt fast mit der Hälfte der Teile aus, die zudem noch bessere Lager haben.

Für Jemand der gut Bewegungsenergie auf ein sauberes 2892er übertragen kann, stellt die Gangreserve kein Problem dar. Anders ist es, wenn das Öl nachlässt, oder der Träger ein eher ruhiger Mensch ist. :wink:

Gruß hermann

Versteh ich nicht. Das 2824 hat ja gar nichts mit dem 2892 zu tun? Dieses basiert meines Wissens auf dem ultraflachen Kaliber Eterna 1504.
LG aus Mostindien - Markus
Seamaster73
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Re: Sellita 300

Beitrag von Seamaster73 »

Hä! die bei üblo verbauen Selita Uhrwerke ?
Erst mal mein Beileid zu der Entäuschung.
Dachte mir auch schon das die Dinger einwandfrei sein müssen wenn man so viel mit Hublot Werbung und versteckte Werbung angelacht wird. Meine Uralt 3-Zeiger (Hammerautomat), Longines Handaufzug und Enicar Automat alle in NOS ähnlichen Zustand zeigen bessere Gangabweichung als mein neuer eta7750 Chrono für eigentlich zu viel Geld welche mal plus 15s mal -5s zeigt. Meine anderen Eta und Omega werkeln so gut das ich schon lange nachschauen will ob da nicht Quarzwerke verbaut wurden. Aber alles im eigentlich Abnormalen grünen Bereich.
Kaufst halt was anständiges, z.b. Omega, oder eine Quarzuhr . Für den Einstieg ist Tissot und Certina gut. :mrgreen:
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mrdata
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Re: Sellita 300

Beitrag von mrdata »

Hallo Markus,

wird das schriftlich irgendwie fixiert, dass die Uhr ein anderes Kaliber erhalten hat?
Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass Du die Uhr einmal wieder verkaufen möchtest. Aber ganz "Hasenrein" ist die Geschichte ja nicht...
Nur so ein Gedanke von mir, der sich mir als erstes in den Kopf geschlichen hat.
Die Uhr wird vermutlich vom neuen Kaliber profitieren. Du solltest halt nicht von Hublot in 20 Jahren hören: Moment, das muss eine Fälschung sein... Revision machen wir da nicht. :mrgreen:

Viele Grüße, Dirk
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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

archimagirus hat geschrieben:
MCG hat geschrieben:
archimagirus hat geschrieben:Verstehe Ich das richtig ?
Hublot hat jetzt ein Eta in Deine CF eingebaut??
yep!

Gibt es da Bilder dazu?
Wie stehst Du zu diesem 'Service' keine emotionalen Dellen zum Produkt bzw zur Manufaktur?
Ein Bild findest Du weiter oben im Thread. Viel anderes gibt es nicht zu sehen, ausser dem ETA Stempel und der Perlage-Finissierung der Grundplatte. Der Rest der Finissierung ist Hublot-typisch. Das Werk ware ja grundsätzlich dasselbe... :whistling:
Die Leute gaben sich wirklich Mühe. Sahen auch den Aufwand, den ich mir machte den Fehler ausfindig zu machen!
Die Leute wissen um das Problem. Anscheinend melden sich aber nicht viele Kunden bezüglich diesem Fehler. Oftmals - wie bei mir zu Beginn auch - heist es dann einfach, man bewegt sich zuwenig. Ich denke nicht viele würden meinen Weg gehen... :wink:
Sie haben "für mich" einen Hublot Rotor gefertigt, welcher nicht skeletiert ist, damit der Rotor mehr Masse hat und besser drehen würde. Ist überigens als Ganzes aus Tungsten.
Ich wollte diesen aber nicht vebaut haben, weil dies das mechanische Problem des Werkes nicht löst.

Ich hoffe einfach für Hublot dass dies nicht zu einem Bumerang wird...
LG aus Mostindien - Markus
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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

mrdata hat geschrieben:Hallo Markus,

wird das schriftlich irgendwie fixiert, dass die Uhr ein anderes Kaliber erhalten hat?
Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass Du die Uhr einmal wieder verkaufen möchtest. Aber ganz "Hasenrein" ist die Geschichte ja nicht...
Nur so ein Gedanke von mir, der sich mir als erstes in den Kopf geschlichen hat.
Die Uhr wird vermutlich vom neuen Kaliber profitieren. Du solltest halt nicht von Hublot in 20 Jahren hören: Moment, das muss eine Fälschung sein... Revision machen wir da nicht. :mrgreen:

Viele Grüße, Dirk

Guter Punkt Dirk.
Allerdings habe ich einen ca. 10-seitigen email Verkehr, der alles minutiös dokumentiert... :whistling:
Falls ich sie mal verkaufen sollte, ware der Käufer froh um meine Mühe... :mrgreen:
LG aus Mostindien - Markus
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MCG
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

MCG hat geschrieben:
archimagirus hat geschrieben:
MCG hat geschrieben:
yep!

Gibt es da Bilder dazu?
Wie stehst Du zu diesem 'Service' keine emotionalen Dellen zum Produkt bzw zur Manufaktur?
Ein Bild findest Du weiter oben im Thread. Viel anderes gibt es nicht zu sehen, ausser dem ETA Stempel und der Perlage-Finissierung der Grundplatte. Der Rest der Finissierung ist Hublot-typisch. Das Werk ware ja grundsätzlich dasselbe... :whistling:
Die Leute gaben sich wirklich Mühe. Sahen auch den Aufwand, den ich mir machte den Fehler ausfindig zu machen!
Die Leute wissen um das Problem. Anscheinend melden sich aber nicht viele Kunden bezüglich diesem Fehler. Oftmals - wie bei mir zu Beginn auch - heist es dann einfach, man bewegt sich zuwenig. Ich denke nicht viele würden meinen Weg gehen... :wink:
Sie haben "für mich" einen Hublot Rotor gefertigt, welcher nicht skeletiert ist, damit der Rotor mehr Masse hat und besser drehen würde. Ist überigens als Ganzes aus Tungsten.
Ich wollte diesen aber nicht vebaut haben, weil dies das mechanische Problem des Werkes nicht löst.

Ich hoffe einfach für Hublot dass dies nicht zu einem Bumerang wird...
Sorry, das Bild dazu ist im Thread zu der Uhr die man heute gerade trägt... :whistling:
LG aus Mostindien - Markus
nasowas
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Re: Sellita 300

Beitrag von nasowas »

hermann hat geschrieben: Alleine die vielen Teile vom Rotor bis zur Feder und die Lagerung derselben stellt aus meiner Sicht schon ein konstruktives Problem dar. Das Vorgänger Werk 2824 kommt fast mit der Hälfte der Teile aus, die zudem noch bessere Lager haben.
Ah, vielen Dank für den Link!
Verstehe ich also richtig, die Verschmutzung durch Abrieb, in Folge der Lagerung mit Zapfen und Buchse, ist bei diesem Kaliber Deiner Erfahrung nach höher als z.B. beim 2824?

Gruß
Benjamin
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hermann
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Re: Sellita 300

Beitrag von hermann »

nasowas hat geschrieben:
hermann hat geschrieben: Alleine die vielen Teile vom Rotor bis zur Feder und die Lagerung derselben stellt aus meiner Sicht schon ein konstruktives Problem dar. Das Vorgänger Werk 2824 kommt fast mit der Hälfte der Teile aus, die zudem noch bessere Lager haben.
Ah, vielen Dank für den Link!
Verstehe ich also richtig, die Verschmutzung durch Abrieb, in Folge der Lagerung mit Zapfen und Buchse, ist bei diesem Kaliber Deiner Erfahrung nach höher als z.B. beim 2824?

Gruß
Benjamin
Ja, definitiv.
Das 2892er ist keine Weiterentwicklung des 2824ers
Das 2824er gab es früher, das 2892er wurde erst später als ein Versuch ein flaches Automatikwerk zu bauen, entwickelt.
Meines Wissens ist die Entwicklung eigenständig und hat kein Vorbild bei Eterna. Zumindest kenne ich kein Eterna Werk das dem 2892er ähneln würde.

Gruß hermann
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Albert H. Potter
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Re: Sellita 300

Beitrag von Albert H. Potter »

Das Problem der Gangreserve der ETA-Werke ist schon seit Jahrzehnten bekannt.
Es ist fast immer die Rotorlagerung!
Die Prüfung der Rotorlagerung und der richtige Umgang mit Kugellagern beim Reinigen und Schmieren der Werkteile des ETA-Werks ist noch immer nicht bei allen Uhrmachern angekommen.

Vor einigen Jahren gab es bei IWC einen Uhrmacher der über ein halbes Jahr die ETA Kugellager und Klinkenräder geölt hat, wodurch eine große Anzahl Neuuhren große Probleme hatten.

Ich habe gerade auf meinem Computer in die Service Daten der Firma EBEL geschaut. Beim Modell Voyager war das 2892 verbaut ud hier fand sich dann auch eine entsprechende Mitteilung zum Thema der ungenügenden Gangreserve. Es ist das PDF "Technical Information No3" vom Dezember 1990.

1990!

Hier wird Step by Step beschrieben, wie das Lager geprüft werden soll. Dazu die Empfehlung: "If the bearing doesn`t rotate as it should, don`t hesitate to replace it."

Besonders hervorgehoben ist der Satz:
Never clean or lubricate a ball bearing!

Diese Anweisung kollidiert natürlich mit der grundlegenden Ausbildungs-Weisheit: "Was sich bewegt, wird geschmiert!"

Das ETA 2892 ist eine relativ moderne Konstruktion. Ein gewisser Verschleiß ist einkalkuliert, Verschleißteile können beim Service einfach und günstig ersetzt werden. Da es immer wieder die gleichen Teile sind, gibt es bei der Kalkulation der Servicekosten kaum Überraschungen. Beim 2892 läßt sich die Automatik-Brücke bequem abnehmen. Das Rotorlager ist nicht eingepreßt, sondern läßt sich problemlos mit dem Rotorlager-Öffner vom Rotor trennen. Es reicht also aus, das Lager zu tauschen und nicht den ganzen Rotor.

Das 2824 hat halt andere Problemstellen. Jede Konstruktion hat halt ihre Stärken und Schwächen.
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hermann
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Re: Sellita 300

Beitrag von hermann »

Albert H. Potter hat geschrieben:Das Problem der Gangreserve der ETA-Werke ist schon seit Jahrzehnten bekannt.
Es ist fast immer die Rotorlagerung!
Die Prüfung der Rotorlagerung und der richtige Umgang mit Kugellagern beim Reinigen und Schmieren der Werkteile des ETA-Werks ist noch immer nicht bei allen Uhrmachern angekommen.

Vor einigen Jahren gab es bei IWC einen Uhrmacher der über ein halbes Jahr die ETA Kugellager und Klinkenräder geölt hat, wodurch eine große Anzahl Neuuhren große Probleme hatten.

Ich habe gerade auf meinem Computer in die Service Daten der Firma EBEL geschaut. Beim Modell Voyager war das 2892 verbaut ud hier fand sich dann auch eine entsprechende Mitteilung zum Thema der ungenügenden Gangreserve. Es ist das PDF "Technical Information No3" vom Dezember 1990.

1990!

Hier wird Step by Step beschrieben, wie das Lager geprüft werden soll. Dazu die Empfehlung: "If the bearing doesn`t rotate as it should, don`t hesitate to replace it."

Besonders hervorgehoben ist der Satz:
Never clean or lubricate a ball bearing!

Diese Anweisung kollidiert natürlich mit der grundlegenden Ausbildungs-Weisheit: "Was sich bewegt, wird geschmiert!"

Das ETA 2892 ist eine relativ moderne Konstruktion. Ein gewisser Verschleiß ist einkalkuliert, Verschleißteile können beim Service einfach und günstig ersetzt werden. Da es immer wieder die gleichen Teile sind, gibt es bei der Kalkulation der Servicekosten kaum Überraschungen. Beim 2892 läßt sich die Automatik-Brücke bequem abnehmen. Das Rotorlager ist nicht eingepreßt, sondern läßt sich problemlos mit dem Rotorlager-Öffner vom Rotor trennen. Es reicht also aus, das Lager zu tauschen und nicht den ganzen Rotor.

Das 2824 hat halt andere Problemstellen. Jede Konstruktion hat halt ihre Stärken und Schwächen.
So ist es!
Ergänzen möchte ich noch hinzufügen, das beim 2892er sehr viel mehr Automatikräder auf Stiften gelagert sind, als beim 2842er.
Was sich negativ auf Reibung und Abnutzung auswirkt.

Gruß hermann
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Re: Sellita 300

Beitrag von retroman »

hermann hat geschrieben:
So ist es!
Ergänzen möchte ich noch hinzufügen, das beim 2892er sehr viel mehr Automatikräder auf Stiften gelagert sind, als beim 2842er.
Was sich negativ auf Reibung und Abnutzung auswirkt.

Gruß hermann
Besonders auf die Abnutzung. Was ich da schon für "Stiftruinen" gesehen habe. Und da ist nichts mit ersetzen, da muss eine neue Grundplatte her.
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Re: Sellita 300

Beitrag von MCG »

Alles schön und gut Jungs! Danke für eure geschätzten Insights!
Aber es geht ja nicht um die Unzulänglichkeiten des ETA2892A2 sondern um die des Sellita SW300-1 :!:

Das 2892 ist die Lösung, nicht das Problem! :wink:
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