Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

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RaSta
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von RaSta »

SteveMcQueen hat geschrieben: 29 Jan 2022, 15:54 Geht mir auch so unf fällt bei mir unter „so ist das Leben“.

Die Händler können (zu ihrem Leidwesen) nicht verkaufen, was sie nicht haben. Und sie können keine verbindlichen Auskünfte zu Fragen geben, die sie selbst nicht kennen. So einfach ist das. Wie man auf die Idee kommen kann, dass dieses Verhalten vorsätzlich und böser Wille sei, ist mir ein Rätsel.
Im Falle von Rolex können die Händler nicht einmal verkaufen, was sie da haben, da sie eine von Rolex vorgegebene Mindestmenge an Uhren (bei meinem sind es 80 Stück) vorrätig haben müssen, um den Kunden den Mund wässrig zu machen. Im vollen Schaufenster sieht man dann endlich einmal eine Daytona, die man sich auch an den Arm legen lassen kann um deren Haptik beurteilen zu können, aber auch den dezenten Hinweis:" For Exhibition only". Verkauft werden kann nur, wenn der Bestand darüber liegt.

Und nochmal, wir in Europa sind nicht der Markt, wo die Hersteller das große Geld verdienen. Die Händler hier müssen nehmen, was kommt. Und das gilt selbst für einheimische Marken. "Lange liefert nix! Lagerbestand geht gegen Null!" so mein Konzi.

Gruß
RaSta
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mike_votec
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von mike_votec »

RaSta hat geschrieben: 08 Feb 2022, 17:40

Im Falle von Rolex können die Händler nicht einmal verkaufen, was sie da haben, da sie eine von Rolex vorgegebene Mindestmenge an Uhren…….

Gruß
RaSta
Nach Aussage meines Konzis verhält es sich bei Omega ähnlich.
Grüße,

Michael
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unnnamed
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von unnnamed »

Das ist hier im Dorf einfacher - der Hauptkonzi hat einfach meist eine quasi leere Rolexvitrine.
Manchmal liegen kaum 5 Ührchen drin, dafür steht die Deko immer 1a vom Mutterhaus ausgerichtet :mrgreen:
Gruß Bernd
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SteveMcQueen
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von SteveMcQueen »

RaSta hat geschrieben: 08 Feb 2022, 17:40 Im Falle von Rolex können die Händler nicht einmal verkaufen, was sie da haben, da sie eine von Rolex vorgegebene Mindestmenge an Uhren (bei meinem sind es 80 Stück) vorrätig haben müssen, um den Kunden den Mund wässrig zu machen.
Das ist bei Möbeln und vielen anderen Dingen - u. a. auch Premium-Kfz - schon lange so. Das Ausstellungsstück wird nicht verkauft, man darf aber gerne bestellen. Und die Lieferung dauert dann eben ihre Zeit.

Ich frage mich wirklich, wessen Welt untergeht, weil er irgendeine Uhr nicht nach Belieben „gleich mitnehmen“ kann. Luxusprobleme par excellence. Ich habe da eher Mitleid mit den Händlern, die in der Sandwich-Position zwischen Herstellern und solchen Kunden „zerquetscht“ werden.

NB: Wir (also mein Unternehmen, tätig im Investitionsgütergeschäft, B2B) haben übrigens auch Lieferschwierigkeiten.

a) Wir bekommen die Komponenten nicht, um die vom Kunden gewünschten Mengen zu bauen.
b) Das Personal fehlt, um die notwendige Kapazität in Fertigung und Logistik sicherstellen zu können (und nein, wir haben während Corona niemanden entlassen, sondern sogar Personal aufgebaut)
c) Das, was unsere Hallen verläst, dümpelt irgendwo auf den Weltmeeren herum oder wartet in irgendwelchen See- und Flughäfen auf die Einfuhr, weil die vor Ort das Backlog gar nicht mehr abarbeiten können
d) Das, was c) hinter sich hat, ist viel länger zum Kunden unterwegs, weil Transportkapazitäten, insb. LKW, überall knapp sind

Shit happens.
Mit Uhren ist es wie mit Menschen: Manche sind Originale, andere bleiben zeitlebens nur eine Kopie. - Horrido, Steffen.
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10buddhist
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von 10buddhist »

SteveMcQueen hat geschrieben: 09 Feb 2022, 11:07 ch frage mich wirklich, wessen Welt untergeht, weil er irgendeine Uhr nicht nach Belieben „gleich mitnehmen“ kann. Luxusprobleme par excellence. Ich habe da eher Mitleid mit den Händlern, die in der Sandwich-Position zwischen Herstellern und solchen Kunden „zerquetscht“ werden.
+1 :thumbsup:
Gruß Jürgen

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Clockwork
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von Clockwork »

SteveMcQueen hat geschrieben: 09 Feb 2022, 11:07
NB: Wir (also mein Unternehmen, tätig im Investitionsgütergeschäft, B2B) haben übrigens auch Lieferschwierigkeiten.

a) Wir bekommen die Komponenten nicht, um die vom Kunden gewünschten Mengen zu bauen.
b) Das Personal fehlt, um die notwendige Kapazität in Fertigung und Logistik sicherstellen zu können (und nein, wir haben während Corona niemanden entlassen, sondern sogar Personal aufgebaut)
c) Das, was unsere Hallen verläst, dümpelt irgendwo auf den Weltmeeren herum oder wartet in irgendwelchen See- und Flughäfen auf die Einfuhr, weil die vor Ort das Backlog gar nicht mehr abarbeiten können
d) Das, was c) hinter sich hat, ist viel länger zum Kunden unterwegs, weil Transportkapazitäten, insb. LKW, überall knapp sind

Shit happens.
Geht mir auch so. Meine derzeitigen Projekte umfassen in der Regel mindestens 1000t Material und werden in der Regel von um die 50 Monteuren in 3-9 Monaten aufgebaut. Wir haben Lieferschwierigkeiten und es war durch die komplette Krise auch immer schwer Monteure zu finden. Dennoch weiß ich spätestens 1 Monat nach Projektstart wann (+/- 1 Woche) ich was fertig haben werde und zu dem Zeitpunkt ist es noch nicht mal durchs Engineering gelaufen. Sicher geht dann auch mal was schief, aber das ich einem Kunden eine Lieferzeit von 3-5 Jahren nennen musste und mich dabei auf absolut gar nichts festlegen konnte ist mir noch nie passiert. Zumal unsere Kunden das auch niemals akzeptieren würden.

Es geht doch bei denen von den Uhrenherstellern genannten Lieferzeiten nicht um wirklich notwendigen Vorlauf um ein Produkt auszuliefern. Es geht doch - gesteuert - nur darum dem Kunden eine Exklusivität und Beliebtheit vorzugaukeln und damit künstlich den Preis in die Höhe zu treiben (oder oben zu halten).

Grüße
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Hertie
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von Hertie »

So sehe ich es auch. Und es hat in der Uhrenbranche auch nichts mit der Pandemie zu tun, sondern das Schauspiel bei einigen wenigen Marken geht ja bereits mehrere Jahre so.

Sonderbarerweise bin ich gerade bei Luxusgegenständen welche ja nicht lebenswichtig sind, weitaus weniger tolerant als bei Dingen des alltäglichen Lebens. Gerade weil sie nicht notwendig sind, erwarte ich mir seitens der Hersteller ein größeres Bemühen um Kundenzufriedenheit. .

So habe ich weitaus weniger Probleme damit, auf Einrichtungsgegenstände oder einem neuen Auto zu warten, weil die Produktion eben dauert oder irgendwelche Zulieferengpässe herrschen, aber wenn mich Luxushersteller verars..hen wollen, um damit ihre Produkte noch mehr anzukurbeln, dann wird eben von denen nichts mehr gekauft. Statt Warteliste eben Abwanderung zur Konkurrenz. Recht einfach.
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SteveMcQueen
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von SteveMcQueen »

Clockwork hat geschrieben: 09 Feb 2022, 21:15 Dennoch weiß ich spätestens 1 Monat nach Projektstart wann (+/- 1 Woche) ich was fertig haben werde und zu dem Zeitpunkt ist es noch nicht mal durchs Engineering gelaufen. Sicher geht dann auch mal was schief, aber das ich einem Kunden eine Lieferzeit von 3-5 Jahren nennen musste und mich dabei auf absolut gar nichts festlegen konnte ist mir noch nie passiert. Zumal unsere Kunden das auch niemals akzeptieren würden.
Aus meiner Sicht wesentlicher Unterschied: 1:1 Kundenbeziehung ungleich 1:n Kundenbeziehung. B2B und B2C funktionieren grundlegend anders, v.a. wenn‘s um kundenspezifische (Einzel-) Fertigung vs. Massenproduktion geht. Du macht ein spezifisches Projekt für einen vorher bestimmten Kunden. Die Uhrenheinis bauen (sinngemäß) 10 Uhren und treffen auf 10.000 potentielle Kunden, die sie vorher ebensowenig kennen wir die damit verbundenen 10.000 individuellen Nachfragezeitpunkte.

Dass die Kunden das im Segment „Armbanduhren der Luxusklasse“ nicht (bzw. nur widerwillig) akzeptieren, zeigt dieser Faden. Manchmal sind einfach nur Kapazitäten und Ressourcen knapp, dazu kommt eine schlagartig verändertes Nachfrageverhalten durch die Verschiebung der Kaufkraft von Reisen, Restaurantbesuchen usw. zu (unter anderem auch) Uhren. Darauf waren viele Industrien schlichtweg nicht vorbereitet. Eine Skalierung der Fertigungs- und Lieferkapazitäten macht man auch nur dann, wenn die Mengensteigerung nachhaltig ist. Allein schon, weil die Anfangsinvestitionen massiv sind und ein Rolex-Werk halt auch nicht einfach vom Himmel fällt.

Schon Ockham wusste, dass die einfachste faktenbasierte Erklärung meist die richtige ist. Man kann stattdessen natürlich den aus wirtschaftlicher Sinn unsinnigen Verknappungsmythos beschwören. Die ewige Dolchstoßlegende der Uhrenindustrie.
Zuletzt geändert von SteveMcQueen am 10 Feb 2022, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von 10buddhist »

Hertie hat geschrieben: 10 Feb 2022, 01:02
Sonderbarerweise bin ich gerade bei Luxusgegenständen welche ja nicht lebenswichtig sind, weitaus weniger tolerant als bei Dingen des alltäglichen Lebens. (…)
So habe ich weitaus weniger Probleme damit, auf Einrichtungsgegenstände oder einem neuen Auto zu warten, weil die Produktion eben dauert oder irgendwelche Zulieferengpässe herrschen.
Geht mir genauso. Bin gespannt, wann mein DBS Superleggera endlich kommt … :whistling:
Gruß Jürgen

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SteveMcQueen
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von SteveMcQueen »

10buddhist hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:13
Geht mir genauso. Bin gespannt, wann mein DBS Superleggera endlich kommt … :whistling:
Hast Du den auch mit Murmeltierleder bestellt?
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Clockwork
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von Clockwork »

SteveMcQueen hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:11
Aus meiner Sicht wesentlicher Unterschied: 1:1 Kundenbeziehung ungleich 1:n Kundenbeziehung. B2B und B2C funktionieren grundlegend anders, v.a. wenn‘s um kundenspezifische (Einzel-) Fertigung vs. Massenproduktion geht. Du macht ein spezifisches Projekt für einen vorher bestimmten Kunden. Die Uhrenheinis bauen (sinngemäß) 10 Uhren und treffen auf 10.000 potentielle Kunden, die sie vorher ebensowenig kennen wir die damit verbundenen 10.000 individuellen Nachfragezeitpunkte.
Willst du damit sagen ich hätte es einfacher ein Projekt zeitlich abzubilden wie ein Uhrenhersteller der ein Standard-Produkt raushaut? Sorry, wir reden bei Rolex, Tudor und Co. nicht von manuell hergestellten Einzelanfertigungen sondern von "Massenware" aus der "Automatenfertigung". Und die Teile sind komplett durchentwickelt und zum größten Teil auch (zumindest angeblich) In-House gefertigt und montiert. Wie einfach solls denn noch werden?
SteveMcQueen hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:11 Dass die Kunden das im Segment „Armbanduhren der Luxusklasse“ nicht (bzw. nur widerwillig) akzeptieren, zeigt dieser Faden. Manchmal sind einfach nur Kapazitäten und Ressourcen knapp, dazu kommt eine schlagartig verändertes Nachfrageverhalten durch die Verschiebung der Kaufkraft von Reisen, Restaurantbesuchen usw. zu (unter anderem auch) Uhren. Darauf waren viele Industrien schlichtweg nicht vorbereitet. Eine Skalierung der Fertigungs- und Lieferkapazitäten macht man auch nur dann, wenn die Mengensteigerung nachhaltig ist. Allein schon, weil die Anfangsinvestitionen massiv sind und ein Rolex-Werk halt auch nicht einfach vom Himmel fällt.
Meine derzeitige Firma baut Lager und Logistiksysteme hauptsächlich im eCommerce. Ich glaub da hat sich die Nachfragesituation seit Corona noch mal deutlich mehr geändert wie bei Uhren. (Ich z.B. hab mit dem Ausbruch von Corona März 2020 kurz um meinen Arbeitsplatz fürchten müssen und war sogar 2 Monate in Kurzarbeit.. Im August 2020 waren wir dann bei 240% Wachstum im Vergleich zu 2019, ich glaub ich kenn mich mit "schwankenden Nachfrageverhalten" aus :whistling: )
SteveMcQueen hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:11 Schon Ockham wusste, dass die einfachste faktenbasierte Erklärung meist die richtige ist. Man kann stattdessen natürlich den aus wirtschaftlicher Sinn unsinnigen Verknappungsmythos beschwören. Die ewige Dolchstoßlegende der Uhrenindustrie.
Bin ich anderer Meinung aber ok. Ich meine es gibt da schon einen Unterschied zwischen den "Lieferschwierigkeiten" den ein Großteil der Industrie hat und dem was die Uhrenindustrie uns erzählen will. Ich würde da vielleicht einfach noch mal in die Email schauen die Prem Amido auf Seite 1 gepostet hat und wenn du mir dann einen Industriezweig nennen kannst wo die Kunden so eine Aussage akzeptieren, dann sag bitte Bescheid, am Besten mit Ansprechpartnern wo man sich da bewerben kann...


Grüße
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von 10buddhist »

SteveMcQueen hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:21 Hast Du den auch mit Murmeltierleder bestellt?
Selbstverständlich mit Leder vom reinrassigen San-Gottardo-Murmeltier!☝️🧐
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von SteveMcQueen »

Clockwork hat geschrieben: 10 Feb 2022, 11:42 Willst du damit sagen ich hätte es einfacher ein Projekt zeitlich abzubilden wie ein Uhrenhersteller der ein Standard-Produkt raushaut?
Nö.
ich glaub ich kenn mich mit "schwankenden Nachfrageverhalten" aus :whistling: )
Bestimmt.
und wenn du mir dann einen Industriezweig nennen kannst wo die Kunden so eine Aussage akzeptieren, dann sag bitte Bescheid, am Besten mit Ansprechpartnern wo man sich da bewerben kann...
Du kannst es bei einem beliebigen Kfz-Hersteller probieren. Oder in der Unterhaltungselektronik.
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Thomas H. Ernst
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von Thomas H. Ernst »

RaSta hat geschrieben: 08 Feb 2022, 17:40Im Falle von Rolex können die Händler nicht einmal verkaufen, was sie da haben, da sie eine von Rolex vorgegebene Mindestmenge an Uhren (bei meinem sind es 80 Stück) vorrätig haben müssen, um den Kunden den Mund wässrig zu machen. Im vollen Schaufenster sieht man dann endlich einmal eine Daytona, die man sich auch an den Arm legen lassen kann um deren Haptik beurteilen zu können, aber auch den dezenten Hinweis:" For Exhibition only". Verkauft werden kann nur, wenn der Bestand darüber liegt.
Ich war diese Woche seit langem mal wieder in Basel bei einem befreundeten Händler und kann Deine Aussage bestätigen. Er hat tatsächlich zwei Stahl-Daytona in einer Innenvitrine und auch sonst ist alles da: Submariner, Seadweller, Datejust, Oysterdate, das volle Programm. Und, bis auf wenige Ausnahmen, kann er nichts davon verkaufen.

Rolex fährt, nach den Corona bedingten Ausfällen der letzten 2 Jahre, Schichtbetrieb, das wird aber noch ein wenig dauern bis die wieder in der Spur sind. Das geht eigentlich allen Herstellern so, auch Omega hat derzeit Lieferprobleme bei verschiedenen Modellen.

Von Tudor war alles da, auch 4 oder 5 Bronce-Modelle, die haben aber ihr neues Werk in LeLocle noch nicht fertig, manche Modelle haben auch Lieferzeit.

Es wird also noch ein Weile dauern bis sich die Branche von Corona erholt hat, bis dahin kann ja mancherorts das Narrativ der angeblichen künstlichen Verknappung aufrecht erhalten werden.
Grüsse Thomas
Euer Board-Admin
archimagirus
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Re: Nur eine kleine Anekdote - Wartezeit BB58 Bronze

Beitrag von archimagirus »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 11 Feb 2022, 08:14
Es wird also noch ein Weile dauern bis sich die Branche von Corona erholt hat, bis dahin kann ja mancherorts das Narrativ der angeblichen künstlichen Verknappung aufrecht erhalten werden.
..ja Corona sei Dank :yahoo:

Der gesamten Branche scheint doch seit über 25 Jahren (mit einer kleinen Delle 2008) die Sonne aus dem Allerwertesten
Mal abseits von Rolex ....es haben sogar die kleinen Anbieter gecheckt dass durch LE's oder 'künstlicher Verknappung' sich gewisse Verhaltensmuster beim Kunden generieren lassen .Ja selbst SEIKO als 'Kaufhausmarke' kopiert dieses Konzept bei einigen Modellen.

Glaubt hier wirklich irgend jemand dass es Rolex nicht schaffen würde die Nachfrage innerhalb eines KJ zu generieren???

Warum sollten Sie das tun.....diese Politik zieht seit etlichen Jahren immer mehr 'Verstrahlte' auf vermeintliche Wartelisten und der erzeugte hype hält an.

Es ist leider nicht immer das Produkt welches überzeug(t)en muss, sondern das Verhalten des Schwarms (Lemminge) die solche Entwicklungen begünstigen.

Vor nicht allzu langer Zeit konnte man AL&S für relativ 'kleines Geld' auf dem Zweitmarkt ergattern.
Der Zug hat auch schon lange den Bahnhof verlassen und sie (AL&S) haben es durch geschickte 'Verhaltensmassnahmen' am Markt für 'pre owned' und auch in Ihren Verkaufspunkten, nicht nur die Begehrlichkeit sondern auch den 'Investmentwert' der Uhren erheblich erhöht.....das durch reine Massnahmen am Markt . Null Investitionen im Bereich der Produkte.
Tickende Grüße, Jan!
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