goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

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Die Lina
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goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Die Lina »

Hallo all Ihr hilfreichen Geister,
ich habe eine goldene Damenuhr vermacht bekommen.
Nun hat die Google Bildersuche ergeben, dass es durchaus sein könnte, dass es eine Fälschung ist.
(Zur Historie: Ich habe sie von meinem Nachbarn bekommen, er ist 1960 geboren. Es war die Uhr seiner Mutter, wo sie erstanden wurde, wusste er nicht. Im Urlaub war die Familie eigentlich nur innerhalb Deutschlands.)

Könnt Ihr erkennen, ob es eine Fälschung ist? Mein Goldprüfset sagt, dass es echtes Gold ist, aber das schließt eine Vergoldung ja nicht aus.

Wenn sie womöglich echt ist:
Weiß jemand, wie das Modell hieß?
Gibt es einen Markt dafür?
Was darf es so ganz grob (!) kosten, das Werk wieder ans laufen zu bringen?
(Man kann es einfach im Ganzen aus der Uhr entnehmen, was die Reinigung des Bandes erheblich vereinfacht. Die Steinchen sind noch da, nur aktuell noch nicht wieder in der Lünette, kämen aber wieder rein wenn echt!)

Vielen vielen Dank

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**** Edit Modi: URL-Links zum Bilderhoster gelöscht und überzählige IMG-Tags gelöscht ****
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Thomas H. Ernst
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Thomas H. Ernst »

Die Lina hat geschrieben: 04 Apr 2026, 10:06 Könnt Ihr erkennen, ob es eine Fälschung ist? Mein Goldprüfset sagt, dass es echtes Gold ist, aber das schließt eine Vergoldung ja nicht aus.
Für mich deutet alles auf „Autobahngold“ hin. Das miserable Zifferblatt, die rausgefallenen „Brillanten“, der fehlenden Punkt zwischen 0 und 750, die ganze Machart ist grottenschlecht. Ich bin sicher, ein Uhrmacher würde ein billiges Stiftankerwerk zutage fördern.

Ich kenne ja das wirtschaftliche Umfeld der Nachbarschaft nicht, gebe aber zu bedenken, dass derartige Originale damals wirklich sehr teuer waren, da hätte es auch einen VW Käfer dafür gegeben. Vielleicht hilft das bei der Einordnung. Ansonsten gilt: Deckel runter und Werk betrachten.
Grüsse Thomas
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jeannie
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von jeannie »

SWISS MADE und Seriennummer sehen arg händisch reingekratzt aus.
http://www.watchtools.ch Uhrenwerkzeug, direkt aus der Schweiz.
inversator
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von inversator »

18k "und" 750 (egal welche Schreibweise) in einem Stempel= immer Autobahngold.
Doppelte Feingehaltsangaben gibt es bei echtem Gold nicht.
Gruss
Holger
Die Lina
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Die Lina »

Thomas H. Ernst hat geschrieben: 04 Apr 2026, 12:58
Die Lina hat geschrieben: 04 Apr 2026, 10:06 Könnt Ihr erkennen, ob es eine Fälschung ist? Mein Goldprüfset sagt, dass es echtes Gold ist, aber das schließt eine Vergoldung ja nicht aus.
Für mich deutet alles auf „Autobahngold“ hin. Das miserable Zifferblatt, die rausgefallenen „Brillanten“, der fehlenden Punkt zwischen 0 und 750, die ganze Machart ist grottenschlecht. Ich bin sicher, ein Uhrmacher würde ein billiges Stiftankerwerk zutage fördern.

Ich kenne ja das wirtschaftliche Umfeld der Nachbarschaft nicht, gebe aber zu bedenken, dass derartige Originale damals wirklich sehr teuer waren, da hätte es auch einen VW Käfer dafür gegeben. Vielleicht hilft das bei der Einordnung. Ansonsten gilt: Deckel runter und Werk betrachten.


Die Steine sind rausgefallen, weil die Uhr ungeschützt zwischen `Zeugs` in einer Schublade rumflog. Ich glaube zwar auch, dass es zu schön wäre um wahr zu sein, aber so würde vermutlich ein ordentlich eingeklebter Brilli vielleicht sogar auch locker werden und dann im Ultraschallbad flöten gehen.



Nun, zumindest mittelgut situiert waren seine Eltern schon.
Ich füge aber Interessehalber trotzdem mal zwei Fotos vom Werk ein. Ich weiß nämlich nicht was ein Stiftankerwerk ist.

Ich danke Dir sehr!

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Thomas H. Ernst
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Thomas H. Ernst »

Die Lina hat geschrieben: 06 Apr 2026, 20:46 Die Steine sind rausgefallen, weil die Uhr ungeschützt zwischen `Zeugs` in einer Schublade rumflog. Ich glaube zwar auch, dass es zu schön wäre um wahr zu sein, aber so würde vermutlich ein ordentlich eingeklebter Brilli vielleicht sogar auch locker werden und dann im Ultraschallbad flöten gehen.
Professionell gefasste Steine können gar nicht rausfallen, selbst wenn sie locker oder in einem Ultraschallbad gereinigt werden.

Hier eine sehr gute Beschreibung wie das bei hochwertigem Schmuck gemacht wird.

https://mario-sarto.com/blog/bildung/brillant-fassen/
Ich füge aber Interessehalber trotzdem mal zwei Fotos vom Werk ein. Ich weiß nämlich nicht was ein Stiftankerwerk ist.
Das Foto zeigt zwar ein Ankerwerk, dies ist aber einfachster Machart, hat nicht mal eine Stosssicherung und stammt auf gar keinen Fall von Omega. Es handelt sich also, wie angedeutet, um eine plumpe Fälschung. Vermutlich wird auch das Gewicht nicht passen, das kann ein Goldschmied leicht überprüfen.

Ein originales Omega Uhrwerk aus der Zeit müsste etwa so wie das folgende aussehen. Sie waren immer rot oder gelb vergoldet und äusserst hochwertig verarbeitet.
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Grüsse Thomas
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Die Lina »

Guten Morgen,

alles klar, ganz herzllichen Dank! Nun hab ich keine Reichtümer, aber viel gelernt!
Dann tu ich das `gute` Stück weg.

LG
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Thomas H. Ernst
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von Thomas H. Ernst »

Die Lina hat geschrieben: 07 Apr 2026, 06:12 alles klar, ganz herzllichen Dank! Nun hab ich keine Reichtümer, aber viel gelernt!
Dann tu ich das `gute` Stück weg.
Gerne geschehen.

Der emotionale Wert bleibt ja bestehen, egal ob die Uhr einen monetären Wert hat oder nicht.
Grüsse Thomas
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MCG
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von MCG »

Man hat immer das Gefühl dass Fälschungen etwas aus jüngerer Zeit ist, aber dem war natürlich nicht so... :roll:
LG aus Mostindien - Markus
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jeannie
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Re: goldene Omega Damenuhr mit Diamant(?)lünette - Fälschung?

Beitrag von jeannie »

MCG hat geschrieben: 07 Apr 2026, 10:41 Man hat immer das Gefühl dass Fälschungen etwas aus jüngerer Zeit ist, aber dem war natürlich nicht so... :roll:
Dieser Eindruck ist vielleicht deinem jugendlichen Alter geschuldet. :wink:

Ich mag mich an meinen ersten Scam-Brief erinnern, 1975 und noch ganz old-school mit Flugpost aus Afrika. :mrgreen:
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